Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche

Begonnen von Franch, 21.10.2020 11:51

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Amtsdenker

Zitat von: Lothar57 in 23.08.2021 07:39
Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.

Kurt Tucholsky

Welche Schlüsse lassen sich daraus konkret für den TV-L und Personalpolitik an sich im ÖD ziehen? Alte Kollegen besser oder schlechter bezahlen? Wie mit leistungsgeminderte Kollegen (Krankheit, Schwerbehinderung etc.) umgehen die oft gleiche Bezahlung erhalten? Und wie soll der TV-L künftig im Wettbewerb um gute Köpfe weiter bestehen?

Sitzfleisch mag in der Verwaltung gang und gäbe sein. Aus dem Ingenieurbereich weiß ich anderes zu berichten. Mehrere Ingenieure mit 50+ haben uns in die freie Wirtschaft oder andere Ämter verlassen wegen besserer Bezahlung. Abwerbeversuche sind bei uns nicht unüblich (ältere Kollegen), kommt auch bei mir wiederholt vor. Der TV-L muss dem mehr entgegensetzen, auch bei der Entgelttabelle ansich.

WasDennNun

Zitat von: Amtsdenker in 23.08.2021 09:19Der TV-L muss dem mehr entgegensetzen, auch bei der Entgelttabelle ansich.
Insbesondere bei der Eingruppierung der Personaler. Damit damit sich da mal mehr Menschen mit Sachverstand hin bewerben. 8)

Lothar57

Zitat von: Amtsdenker in 23.08.2021 09:19
Zitat von: Lothar57 in 23.08.2021 07:39
Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.

Kurt Tucholsky

Welche Schlüsse lassen sich daraus konkret für den TV-L und Personalpolitik an sich im ÖD ziehen? Alte Kollegen besser oder schlechter bezahlen? Wie mit leistungsgeminderte Kollegen (Krankheit, Schwerbehinderung etc.) umgehen die oft gleiche Bezahlung erhalten? Und wie soll der TV-L künftig im Wettbewerb um gute Köpfe weiter bestehen?

Sitzfleisch mag in der Verwaltung gang und gäbe sein. Aus dem Ingenieurbereich weiß ich anderes zu berichten. Mehrere Ingenieure mit 50+ haben uns in die freie Wirtschaft oder andere Ämter verlassen wegen besserer Bezahlung. Abwerbeversuche sind bei uns nicht unüblich (ältere Kollegen), kommt auch bei mir wiederholt vor. Der TV-L muss dem mehr entgegensetzen, auch bei der Entgelttabelle ansich.

Daraus folgt, dass Leistung nichts unmittelbar mit dem Alter zu tun hat. Junge Menschen können zwar schneller laufen als ältere, aber kennen sie auch die Abkürzungen, die den älteren bekannt sind? Leistung ist – außer in der Physik vielleicht - kein absoluter Wert. Die Bewertung einer Leistung orientiert sich an variablen Maßstäben, die von Autoritäten innerhalb einer Gruppe definiert werden. Dabei ist die eigene Leistung bzw. Leistungsbereitschaft ein wesentlicher Faktor für die Bewertung anderer. Konkret: Bewertet ein Vorgesetzter die Leistung eines Mitarbeiters, setzt er damit gleichzeitig Maßstäbe für die eigene Leistung. Er wird darum vorrangig Leistung würdigen, die seiner eigenen Leistung- bzw. Leistungsbereitschaft entspricht. In vielen Bereichen des ÖD hat sich in der Folge Mittelmäßigkeit als Standard etabliert, die sich durch die Strukturen hindurch quasi vererbt. Doch wie kommt man da wieder raus?
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

WasDennNun

Zitat von: Spid in 22.08.2021 16:23
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Spid

Zitat von: Lothar57 in 23.08.2021 10:22
Zitat von: Amtsdenker in 23.08.2021 09:19
Zitat von: Lothar57 in 23.08.2021 07:39
Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.

Kurt Tucholsky

Welche Schlüsse lassen sich daraus konkret für den TV-L und Personalpolitik an sich im ÖD ziehen? Alte Kollegen besser oder schlechter bezahlen? Wie mit leistungsgeminderte Kollegen (Krankheit, Schwerbehinderung etc.) umgehen die oft gleiche Bezahlung erhalten? Und wie soll der TV-L künftig im Wettbewerb um gute Köpfe weiter bestehen?

Sitzfleisch mag in der Verwaltung gang und gäbe sein. Aus dem Ingenieurbereich weiß ich anderes zu berichten. Mehrere Ingenieure mit 50+ haben uns in die freie Wirtschaft oder andere Ämter verlassen wegen besserer Bezahlung. Abwerbeversuche sind bei uns nicht unüblich (ältere Kollegen), kommt auch bei mir wiederholt vor. Der TV-L muss dem mehr entgegensetzen, auch bei der Entgelttabelle ansich.

Daraus folgt, dass Leistung nichts unmittelbar mit dem Alter zu tun hat. Junge Menschen können zwar schneller laufen als ältere, aber kennen sie auch die Abkürzungen, die den älteren bekannt sind? Leistung ist – außer in der Physik vielleicht - kein absoluter Wert. Die Bewertung einer Leistung orientiert sich an variablen Maßstäben, die von Autoritäten innerhalb einer Gruppe definiert werden. Dabei ist die eigene Leistung bzw. Leistungsbereitschaft ein wesentlicher Faktor für die Bewertung anderer. Konkret: Bewertet ein Vorgesetzter die Leistung eines Mitarbeiters, setzt er damit gleichzeitig Maßstäbe für die eigene Leistung. Er wird darum vorrangig Leistung würdigen, die seiner eigenen Leistung- bzw. Leistungsbereitschaft entspricht. In vielen Bereichen des ÖD hat sich in der Folge Mittelmäßigkeit als Standard etabliert, die sich durch die Strukturen hindurch quasi vererbt. Doch wie kommt man da wieder raus?
Bereits die Annahme, einem älteren könne etwas relevantes bekannt sein, das ein jüngerer nicht kennt, ist eher ein Mythos.

Spid

Zitat von: WasDennNun in 23.08.2021 10:42
Zitat von: Spid in 22.08.2021 16:23
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Wie sollte das bei der Leistungsfähigkeit an sich gehen? Anreizsysteme setzen Anreize, wirken also auf das Wollen - und genau darum geht es bei der Leistungsfähigkeit eben nicht.

Amtsdenker

Zitat von: Spid in 23.08.2021 10:46
Zitat von: WasDennNun in 23.08.2021 10:42
Zitat von: Spid in 22.08.2021 16:23
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Wie sollte das bei der Leistungsfähigkeit an sich gehen? Anreizsysteme setzen Anreize, wirken also auf das Wollen - und genau darum geht es bei der Leistungsfähigkeit eben nicht.

Welche Schlussfolgerung bzw. Instrumente wären demnach für die Praxis sinnvoll?


Amtsdenker

Beispielsweise bzgl. Umgang mit der benannten veränderlichen Leistungsfähigkeit. Braucht es dafür Veränderungen oder neue Instrumente im TV-L? Weiter sowie bisher? Wo konkret könnte was verändert/verbessert/optimiert werden, z.B. im Rahmen anstehender Tarifverhandlungen?

Spid

Die Veränderung der Leistungsfähigkeit durch körperlichen und geistigen Verfall ist jetzt keine neue Erkenntnis. Der Umstand, daß nach einem Jahr auf einem neuen Arbeitsplatz die Lernkurve zu einer Waagerechten wird, auch nicht. Und unabhängig vom Altern läßt man auch nach 10 Jahren in unveränderter Tätigkeit nach. Wenn man was bahnbrechendes machen möchte, reduziert man auf Stufen. Stufe 1 für 1 Jahr, Stufe 2 für 10 Jahre, dann wieder Stufe 1, es sei denn, man bewegt sich.

WasDennNun

Zitat von: Spid in 23.08.2021 10:46
Zitat von: WasDennNun in 23.08.2021 10:42
Zitat von: Spid in 22.08.2021 16:23
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Wie sollte das bei der Leistungsfähigkeit an sich gehen? Anreizsysteme setzen Anreize, wirken also auf das Wollen - und genau darum geht es bei der Leistungsfähigkeit eben nicht.
Leistungsfähigkeit lässt sich also nicht steigern?

Amtsdenker

Zitat von: WasDennNun in 23.08.2021 11:24
Zitat von: Spid in 23.08.2021 10:46
Zitat von: WasDennNun in 23.08.2021 10:42
Zitat von: Spid in 22.08.2021 16:23
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Wie sollte das bei der Leistungsfähigkeit an sich gehen? Anreizsysteme setzen Anreize, wirken also auf das Wollen - und genau darum geht es bei der Leistungsfähigkeit eben nicht.
Leistungsfähigkeit lässt sich also nicht steigern?

Nach dieser Sichtweise offensichtlich nicht....

Spid

Zitat von: WasDennNun in 23.08.2021 11:24
Zitat von: Spid in 23.08.2021 10:46
Zitat von: WasDennNun in 23.08.2021 10:42
Zitat von: Spid in 22.08.2021 16:23
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Wie sollte das bei der Leistungsfähigkeit an sich gehen? Anreizsysteme setzen Anreize, wirken also auf das Wollen - und genau darum geht es bei der Leistungsfähigkeit eben nicht.
Leistungsfähigkeit lässt sich also nicht steigern?

Durchaus läßt sich Leistungsfähigkeit steigern - aber nicht durch Anreizsysteme. Diese wirken auf die Motivation, nicht auf die Leistungsfähigkeit.

Lothar57

Zitat von: WasDennNun in 23.08.2021 11:24
Zitat von: Spid in 23.08.2021 10:46
Zitat von: WasDennNun in 23.08.2021 10:42
Zitat von: Spid in 22.08.2021 16:23
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Wie sollte das bei der Leistungsfähigkeit an sich gehen? Anreizsysteme setzen Anreize, wirken also auf das Wollen - und genau darum geht es bei der Leistungsfähigkeit eben nicht.
Leistungsfähigkeit lässt sich also nicht steigern?

Die absolute Leistungsfähigkeit lässt sich in der Tat nicht steigern, wohl aber die Bereitschaft, eine höhere Leistungsfähigkeit zu offenbaren.
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

Amtsdenker

Zitat von: Spid in 23.08.2021 11:45
Zitat von: WasDennNun in 23.08.2021 11:24
Zitat von: Spid in 23.08.2021 10:46
Zitat von: WasDennNun in 23.08.2021 10:42
Zitat von: Spid in 22.08.2021 16:23
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Wie sollte das bei der Leistungsfähigkeit an sich gehen? Anreizsysteme setzen Anreize, wirken also auf das Wollen - und genau darum geht es bei der Leistungsfähigkeit eben nicht.
Leistungsfähigkeit lässt sich also nicht steigern?

Durchaus läßt sich Leistungsfähigkeit steigern - aber nicht durch Anreizsysteme. Diese wirken auf die Motivation, nicht auf die Leistungsfähigkeit.

Gibt es evtl. sinnvolle Stellschrauben zur Steigerung der Leistungsfähigkeit im Rahmen anstehender TV-L Verhandlungen? Und wenn ja, welche wären konkret zielführend?