Autor Thema: [Allg] Erfahrungen mit der LVM als private Krankenversicherung  (Read 1104 times)

Bounty

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Schönen guten Abend,
bei mir steht die Verbeamtung an und ich habe mich intensiv mit dem Thema private Krankenversicherung beschäftigt. Neben der DeBeKa ist die LVM noch im Rennen. Da man bei der LVM nicht viele Erfahrungsberichte findet, wollte ich euch fragen, ob jm. bei der LVM versichert ist und welche Erfahrungen bisher gemacht wurden.

Vielen lieben Dank.
« Last Edit: 14.02.2021 02:22 von Admin2 »

Pepper2012

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Antw:Erfahrungen mit der LVM als private Krankenversicherung
« Antwort #1 am: 12.02.2021 19:48 »
Bisher ausschließlich gute Erfahrungen mit der LVM gemacht, und ich bin seit 18 Jahren dort versichert. Waren zu Beginn nicht die günstigsten, aber die Beiträge sind in den letzten zehn Jahren nicht so stark gestiegen wie bei den meisten Kollegen, die bei den klassischen "Beamtenversicherungen" sind. Mittlerweile zeitgemäße Abrechnung über eine App, was auch superschnell funktioniert, zumeist innerhalb einer Woche. Attraktives Modell in Bezug auf Beitragsrückerstattung im ambulanten Tarif, wobei Vorsorgeuntersuchungen unschädlich abgerechnet werden können. Auch sehr kulant, konnte einmal zahnärztliche Aufwendungen ein paar Jahre rückwirkend abrechnen; war fälschlicherweise davon ausgegangen, dass auch diese unter die Beitragsrückerstattung fallen würden. Was mir immer wichtig ist: einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, und dass meine PKV kein börsennotierter Konzern ist, für den Gewinne das Wichtigste sind, um möglichst hohe Ausschüttungen an die Aktionäre leisten zu können. Die LVM ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit.

Wetterwachs

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Hallo Bounty, wir standen vor einem Jahr vor genau der gleichen Frage (LVM vs. Debeka vs. Barmenia) und haben uns für die LVM entschieden. Insgesamt haben wir die LVM als sehr seriös, bodenständig, und sauber kalkulierend empfunden. Die Beitragserhöhungen 2021 haben uns schonmal Recht gegeben: LVM erhöhte um nichtmal 2%, die Debeka, wie man hört, um 20%.
Die Kostenerstattung läuft soweit sehr gut bei der LVM. Das Scannen per App ist extrem effizient. Selbst lange Rechnungen werden innerhalb nur weniger Tage erstattet. Bei Fragen ging bisher immer jemand nach kaum nennenswerter Wartezeit ans Telefon, das haben wir bei anderen Versicherern auch schon anders erlebt.

Bei der Kostenerstattung gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen LVM und der Debeka. Bei der Debeka wird dir grundsätzlich dein vereinbarter Anteil erstattet (50% oder 70% mit Kindern), unabhängig davon, was die Beihilfe leistet. Leistet die Beihilfe nur 30% aufgrund irgendwelcher Höchstsätze, bleibst du immer auf dem Rest sitzen. Anders bei der LVM: hier musst du zuerst die Rechnung bei der Beihilfe einreichen, und reichst sie dann zusammen mit dem Beihilfebescheid bei der LVM ein. Diese erstatten dir dann in den meisten Fällen den Restbetrag, sie füllen also tatsächlich mit Rücksicht auf die Beihhilfeerstattung auf! Das ist aus unserer Sicht wesentlich fairer.

Das hat aber auch einen kleinen Pferdefuß: die LVM leistet oft nur, wenn auch die Beihilfe leistet. Manche (seltene) Behandlungen oder Arztneimittel sind jedoch von der Beihhilfe ausgeschlossen, d.h. die LVM zahlt dann auch nicht. Hier hat wiederum das Modell der Debeka (und der meisten anderen Versicherer) den Vorteil, dass man dann zumindest pauschal den vertraglichen Anteil erstattet bekommt. Hier sollte man vielleicht schauen, ob man zukünftig viele Leistungen in Anspruch nehmen möchte, die die Beihilfe verwehrt.

Für die Details lohnt ein Vergleich z.B. mit KV Fux. Debeka leistet nicht bei teureren ambulanten Behandlungen (Höchstsätze der GOÄ), LVM schon. Auch Transportkosten bei der Debeka nur bis zum "nächsten" Arzt, selbst wenn er geschlossen oder ungeeignet ist... Heilmittel wie Physiotherapie, Logo, usw werden nur zum Prozentsatz erstattet, die LVM erstattet sämtliche Restkosten. Bei Hilfsmitteln (zB Hörgeräte, Rollstühle) ist es genau andersrum, außer bei sanitären Hilfsmitteln und Brillen, hier erstattet die LVM 100%, die Debeka nur sehr eingeschränkt. Am deutlichsten sind die Unterschiede im Zahnbereich, hier bekommst du bei der LVM fast immer 100%, selbst wenn Beihilfe nur wenig leistet. Bei der Debeka sind die Zahnleistungen nicht nur auf den Prozentsatz begrenzt, sondern auch noch mit zahlreichen und äußerst niedrigen Höchstsätzen pro Jahr gespickt.

Die LVM hat auch nette Bedingungen für die Beitragsrückerstattungen. Hier steigt man gleich zu Beginn mit einer Rückerstattung im 1. Jahr von 4 Monatsbeiträgen des ambulaten Tarifs ein, wenn man im ambulanten Tarif nichts einreicht. D.h. das gibts auch, wenn man sich bei Zahn, Stationär, und Vorsorge tüchtig ausgetobt hat. Bei der Debeka gibts allerdings nur etwas, wenn man keine einzige Leistung in allen Tarifen bezogen hat! Die Erstattung ist höher, aber dafür unerreichbar....

Der Beitragsentlastungstarif ist bei der LVM auch vergleichsweise günstig und fair geregelt. Bei fast keinem anderen Versicherer ist es möglich, diesen Sparbeitrag komplett mitzunehmen, wenn man irgendwann einmal den Versicherer wechseln sollte. Der Berater meinte damals, sie gehen davon aus, dass ihre Kunden zufrieden sind und daher auch nicht wechseln möchten. Da sich das System scheinbar bewährt hat, spricht diese Regelung denke ich deutlich für den Verein...

Die Debeka ist sicherlich einer der größten Beamtenversicherer, aber die Bedingungen lesen sich, als wären sie schon auf Kundenfang und billig aus. Dazu siehe u.a. auch die Beiträge von Schlemann: https://schlemann.com/krankenversicherung/auswahlkriterien-krankenversicherung/debeka/ oder https://schlemann.com/krankenversicherung/auswahlkriterien-krankenversicherung/gebuehrenordnung/#Gebuehrenordnung_Analogabrechnungen

Mask

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Der geneigte Leser dieses Threads sollte bei den postenden Usern die Zahl der bisherigen Beiträge  und die bisherige Forumsbeteiligung beachten; in dem ein oder anderen Fall drängt sich der Verdacht auf, hier solle Schleichwerbung für einen bestimmten Versicherer gemacht werden...

Wetterwachs

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Der geneigte Leser dieses Threads sollte bei den postenden Usern die Zahl der bisherigen Beiträge  und die bisherige Forumsbeteiligung beachten; in dem ein oder anderen Fall drängt sich der Verdacht auf, hier solle Schleichwerbung für einen bestimmten Versicherer gemacht werden...

Eine wirklich bestechende Beweisführung... in meinem Fall habe ich bis heute Morgen überhaupt nichts von diesem Forum gewusst und bin hier zufällig gelandet. Da ich mich vor einem Jahr wochenlang intensiv mit dem Thema beschäftigt habe, und zufällig auch genau zu diesen Versicherern, habe ich mich gefreut hier meine Recherche und bisherige Erfahrung teilen zu können. Ich hätte auch wie jeder zweite hier im Forum einfach mit "Ich habe bisher nur gute Erfahrungen mit Versicherer X" antworten können, aber das ist wohl wenig hilfreich für den Fragesteller. Und da ich mich hier auch die konkreten Bedingungen stütze, ist meine Antwort wohl größtenteils objektiv und legt den Verdacht nahe, dass ich mich damit ernsthaft beschäftigt habe. Im übrigen wüsste ich nicht, was mir Schleichwerbung für einen Anbieter nutzen sollte... ernstes vergibt die LVM keine Werbeprovision, zweitens kann es sein, dass der Fragesteller tausend Vorerkrankungen hat, und dann bekomme ich das bei der nächsten Beitragserhöhung selbst zu spüren ;-)

Beamter13

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Eine Frage ist bei mir gerade aufgetaucht. Hier wird von "besseren" Beitragsrückerstattungen gesprochen. Ist es nicht so, dass man in der Steuererklärung den gezahlten Betrag für die PKV um die Beitragsrückerstattung mindern muss und daher finanziell kein wesentlicher Unterschied besteht?


was_guckst_du

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...frag mal den Uli vom FC Bayern....der kennst sich da aus 8)
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Wetterwachs

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Eine Frage ist bei mir gerade aufgetaucht. Hier wird von "besseren" Beitragsrückerstattungen gesprochen. Ist es nicht so, dass man in der Steuererklärung den gezahlten Betrag für die PKV um die Beitragsrückerstattung mindern muss und daher finanziell kein wesentlicher Unterschied besteht?

Je mehr du erstattet bekommst, desto geringer sind natürlich deine Ausgaben für die KV. Diese musst du mit deinem individuellen Steuersatz versteuern, sodass die effektive Erstattung um 30-40% kleiner ist als man denkt (von 500€ BRE bleiben zB effektiv 300€). Dennoch ist der finanzielle Unterschied natürlich trotzdem nicht zu verachten. Das Thema wurde hier im Forum schonmal besprochen, da findest du weitere Infos.

WasDennNun

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Je mehr du erstattet bekommst, desto geringer sind natürlich deine Ausgaben für die KV. Diese musst du mit deinem individuellen Steuersatz versteuern, sodass die effektive Erstattung um 30-40% kleiner ist als man denkt (von 500€ BRE bleiben zB effektiv 300€). Dennoch ist der finanzielle Unterschied natürlich trotzdem nicht zu verachten. Das Thema wurde hier im Forum schonmal besprochen, da findest du weitere Infos.
Die werden doch nicht direkt versteuert, oder?
Die reduzieren doch nur meine Ausgaben, die ich steuerlich geltend machen kann.

BYL

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eins vergessen: die LVM macht bei der menschenfeindlichen Rosinenpickerei mit. Keine Öffnungsaktion. Das so etwas überhaupt erlaubt ist.

123456

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eins vergessen: die LVM macht bei der menschenfeindlichen Rosinenpickerei mit. Keine Öffnungsaktion. Das so etwas überhaupt erlaubt ist.

Was soll daran menschenfeindlich sein? Ich würde das unter Vertragsfreiheit fassen wollen. Und wäre für mich ein klares Argument, dort Kunde zu werden. Ich verstehe nicht, warum sich die PKVen für das Taschengeld von 30% Zuschlag so viele faule Eier in’s Nest legen lassen...

Wetterwachs

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Je mehr du erstattet bekommst, desto geringer sind natürlich deine Ausgaben für die KV. Diese musst du mit deinem individuellen Steuersatz versteuern, sodass die effektive Erstattung um 30-40% kleiner ist als man denkt (von 500€ BRE bleiben zB effektiv 300€). Dennoch ist der finanzielle Unterschied natürlich trotzdem nicht zu verachten. Das Thema wurde hier im Forum schonmal besprochen, da findest du weitere Infos.
Die werden doch nicht direkt versteuert, oder?
Die reduzieren doch nur meine Ausgaben, die ich steuerlich geltend machen kann.
Ja, genau so ist es gemeint.

Feidl

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eins vergessen: die LVM macht bei der menschenfeindlichen Rosinenpickerei mit. Keine Öffnungsaktion. Das so etwas überhaupt erlaubt ist.
Eigentlich ist das doch eines der Hauptunterschiede zwischen GKV und PKV: GKV müssen dich aufnehmen, PKV können dich ablehnen.
Nur weil die meisten PKVs die sehr kulante Regelung der Öffnungsaktion haben (auch im Eigeninteresse), kommt dieser Unterschied heutezutage nicht mehr so stark zum tragen.

BYL

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grün wählen aber wenns um eigene wohl geht, sollen Behinderte und Kranke bitte weg bleiben. Das ist die Gesellschaft 2021.