Autor Thema: Alles ausplaudern oder Klappe halten bei neuem Chef!  (Read 1027 times)

bitcoin

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Hallo,

ich arbeite seit einem Jahr in einer kleinen Kommune. Befristet für 1,5 Jahre. Also noch 6 Monate. Aktuell ist dann Ende.

Ich habe es seit dem ersten Tag schwer im Team. Im wahrsten Sinne des Wortes sprechen Kollegen über meinen Kopf miteinander über Dinge, die auch mich etwas angehen. Werde dann am Ende angesprochen "Hier, übrigens ...". Hatte ich Ideen, Hinweise ... wurden diese ignoriert. Wird schon immer so gemacht. Biete ich jetzt meine Hilfe an, gibts nichts zu tun. Im nächsten Moment heißts dann "Kannste eigentlich auch mal machen.". Im Team wird von einer Person so Stimmung gegen den Vorgesetzten gemacht, dass das nicht mehr feierlich ist ("Der ist total überfordert.", "Der sollte vielleicht weniger saufen." ...). Ist nur am Lästern. Ist aber die Person, die sonst nach seinem Mund redet. Hat sich dadurch eine kleine Beförderung eingeheimst. Die Person hat versucht, mich vom ersten Tag an zu instrumentalisieren. Ich sollte also auch was gegen den Vorgesetzten und den alten Chef haben. Hab ich aber nicht mit mir machen lassen. Hab immer nur gesagt, dass ich keine Probleme mit ... habe. Tja, wenn ich für uns dann gegen uns!? So kommt es mir vor. Im Personalgespräch musste ich mir vom Vorgesetzten sagen lassen, dass meine Leistung nur befriedigend ist, wobei ich das schulnotenmäßig eine Note besser sehe. Aber geschenkt. Ich wäre aber auch nicht sooo teamfähig. Mache Vieles im Alleingang. Würde mich nicht austauschen. Wäre oft nicht im Büro, ohne mich abzumelden und keinee wüsste, wo ich bin. Ich muss nur leichtere Tätigkeiten ausüben, lt. dieser Person. Angeblich vom Vorgesetzten angeordnet. Diesen um ein Gespräch gebeten. Seit Wochen warte ich drauf.  Mir auch irgendwie zu blöd hinter dem herzulaufen. Führungskompetenzen hat der ohnehin Null. Vor Wochen sagte ich der Person unter 4 Augen, was mir nicht an ihr mir gegenüber gefällt. Seitdem habe ich wohl ganz verkackt. Manche Kollegen sind seitdem irgendwie anders zu mir. Denke, dass jeder so ein Gefühl hat, wenn auf einmal diese sonst z. T. so lustigen Gespräche nicht mehr stattfinden oder abgewürgt werden. Wenn Gespräche abrupt beendet werden, wenn ich das Büro betrete. Ich habe erfahren, dass die Person andere direkte Kollegen dazu bringen möchte, beim neuen Chef gegen mich zu sein ("Das geht mit dem nicht."). Sie selbst wird das wohl tun. Es gibt noch ein paar andere Dinge, für die es zwar z. T. Zeugen gibt, die aber sicher nicht für mich "aussagen" würden. Die Person ist seit vielen Jahren im Hause unbefristet angestellt. Die kann andere echt durchs Labern beeinflussen. Sie ist eine sehr berechnende Person. Nur auf den eigenen Vorteil aus.

Na ja ...

Beim neuen Chef wird es mit jedem Mitarbeiter ein Personalgespräch geben. Der neue Chef soll lt. Kollegin jemand sein, mit dem man über alles offen reden kann. Spreche ich das nun alles an, ganz offen und direkt und mit Namen und was alles vorgefallen ist? Bin ich dann DER Querulant, DIE Petze im Hause? Steht dann mein Ende definitiv fest? Oder bleibe ich im Vagen und mache zwar Andeutungen, nenne aber keine konkreten Vorfälle und auch keine Namen? Bin ich dann DER Feigling oder DER Laberkopf, der andere schlechter machen will? Oder sage ich, dass alles gut ist und auf die evtl. Frage, ob es Probleme gab/gibt, sage ich "Jein". Es gab mit einer Person ein 4-Augen-Gespräch und ich hatte das Gefühl, dass die Kritik angenommen wurde und ich nicht weiter darauf eingehen möchte. Ich allerdings das rein subjektive Gefühl habe, dass danach das Verhältnis von dieser Person und auch anderen zu mir anders ist?

Ich fühle mich dennoch sehr wohl in der Kommune, ich kann mit den meisten Kollegen echt super. Die Arbeiten machen mir Spaß und mit E 8 lässts sich hier in der Gegend gut leben.

So widersprüchlich sich das auch anhört, aber ich habe echt schlaflose Nächte. Da ist eigentlich nur eine menschlich schlechte ganz kleine Person, die mir das Leben schwermacht. Die wirklich über jeden herzieht, der nicht im Büro ist, dann aber einen auf beste Freunde macht, wenn die anwesend sind

Ich habe Angst, dass die Person evtl. mit zwei, drei anderen Kollegen, die sie gegen mich aufgebracht hat, das Zünglein an der Waage sein kann und letztlich mir weitere evtl. Chancen im Hause verbaut, sodass nach 1,5 Jahren wirklich Schluss ist.

Ich bin wirklich eine sehr reflektierende Person und habe zuerst bei mir nach Fehlern gesucht. Sicherlich bin ich auch nicht "fehlerfrei", aber menschlich bin ich ganz groß und möchte aus dem Gespräch mit erhobenen Hauptes gehen, wie letztlich auch, wenn ich den AG dann verlassen muss. Natürlich kann ein potentieller neuer AG beim alten anrufen, der eine Personaler kennt den anderen und da werden dann Dinge ausgetauscht, die vielleicht gar nicht so waren, ich schlechter dargestellt werde, als es ist. Dennoch möchte ich dann zumindest für mich sagen können, dass es eben nicht so war. Von wegen Karma und so.

Lange Rede, kurzer Sinn!?

Mache ich mir zu viel Kopp?

Der neue Chef wird schon, egal wer was gegen wen sagt, filtern, wer hier menschlich ein Versager ist und wer nicht?

Was sagt ihr zu diesem Dilemma?

Besten Dank.

MfG

Spid

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Antw:Alles ausplaudern oder Klappe halten bei neuem Chef!
« Antwort #1 am: 07.04.2021 06:47 »
Welches Dilemma?

bitcoin

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Antw:Alles ausplaudern oder Klappe halten bei neuem Chef!
« Antwort #2 am: 07.04.2021 07:02 »
Mein subkejtives: Klappe halten oder alles raushauen?

Spid

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Antw:Alles ausplaudern oder Klappe halten bei neuem Chef!
« Antwort #3 am: 07.04.2021 07:11 »
Und diese beiden Entscheidungsmöglichkeiten führen beide zu einem unerwünschten oder gleichermaßen erwünschten Resultat?

xap

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Antw:Alles ausplaudern oder Klappe halten bei neuem Chef!
« Antwort #4 am: 07.04.2021 07:28 »
Ich würde vermutlich versuchen den Ball flach zu halten. Man selbst landet, ob gewollt oder ungewollt, schneller in Schubladen als man denkt. Der erste Eindruck ist wichtiger als viele Menschen denken. Wenn es in der Folge wieder bzw. immer noch zu Problemen kommt, kann man sich immer noch an seinen Vorgesetzten wenden.

Zumal es ja offensichtlich, Stand heute, nur noch ein paar Monate sind. Wozu sich unnötig das Leben schwer machen.

bitcoin

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Antw:Alles ausplaudern oder Klappe halten bei neuem Chef!
« Antwort #5 am: 07.04.2021 07:55 »
Und diese beiden Entscheidungsmöglichkeiten führen beide zu einem unerwünschten oder gleichermaßen erwünschten Resultat?

Könnte sein.

ike

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Antw:Alles ausplaudern oder Klappe halten bei neuem Chef!
« Antwort #6 am: 07.04.2021 08:47 »
Ist schon definitv Schluss nach den 2 Jahren, oder hast DU damit abgeschlossen?
Wenn Schluss, dann Energie für Folgetätigkeit verwenden und versuchen, einen guten Eindruck zum Abgang zu hinterlassen, also Ball flach halten (fällt mir auch schwer, aber so kommt man offensichtlich weiter als mit Offenheit heutzutage).

carriegross

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Antw:Alles ausplaudern oder Klappe halten bei neuem Chef!
« Antwort #7 am: 07.04.2021 19:15 »
Wenn es feststeht, dass nach zwei Jahren endgültig Ende ist und du der Meinung bist, gegen mind. eine Person, dann möglichst unter Vorlage von Beweisen, nachzutreten, tu es!

Ich hatte vor einigen Jahren eine sehr ähnliche Situation. Liegt vermutlich an solchen kleinen Gemeinden, wo personelle Strukturen über Jahrzehnte so verwoben sind und man als Neue eh keine Chancen hat, richtig reinzukommen. Selbst wenn man unbefristet eingestellt wird. Bei mir war es ausgemachtes Mobbing und Bossing mir gegenüber, hatte ab einem gewissen Punkt Protokolle geführt. Als ich mich verabschiedete, steckte ich dem damaligen Ratloshausleiter, der offensichtlich vom personellen Geschehen keine Ahnung hatte, ein paar nicht nur für mich wichtige Dinge. Zwei Ex-Kollegen bekamen danach je eine Abmahnung. Was genau da drin stand, weiß ich natürlich nicht. Aber die sind jetzt anders bzw. müssen anders sein. Denn sowas wie sexistische Sprüche deutlich unter der Gürtellinie oder rassistische Äußerungen gehen gar nicht.

Ich hatte danach keinerlei Probleme. War bei dem direkten AG danach auch in der Personalabteilung tätig. Ich bin ohnehin der Meinung, dass Chefs oder Personaler, die beim ehemaligen AG anrufen "Erzähl mal was über ...", nicht wirklich Ahnung haben. Weder Menschenkenntnis besitzen noch Führungskompetenzen haben.

In einer Weiterbildung erzählte uns der Dozent, der selbst in einer kleinen Kommune arbeitete, dass er dort eine Kollegin hatte, über die seine Chefin (Bürgermeisterin) von dem ehemaligen Chef (Bürgermeister) Infos über die Kollegin erhalten hatte, nach deren Probezeit, die dazu geführt haben, dass die Befristung nicht entfristet wurde. Dabei war der Chefin egal, was da genau abgelaufen ist, da sie ja nur max. die Hälfte der Wahrheit kennen konnte, also nicht die Seite der Kollegin. Die Chefin erzählte die Infos der Vorgesetzten. Die Vorgesetzte den direkten Kollegen der Kollegin. Die Infos verwässerten immer mehr, Dinge wurden hinzugedichtet. Sie hatte es ab da nicht mehr leicht.

janni

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Antw:Alles ausplaudern oder Klappe halten bei neuem Chef!
« Antwort #8 am: 07.04.2021 23:24 »
Mund abwischen, weitermachen - woanders!

Wenn du jetzt den Mund aufmachst, bist du die Person, die das Lästermaul ist. Lass die anderen reden! Du kannst nur gewinnen. Machen die anderen ihr Maul auf und lassen dich schlecht dastehen, bist es eben nicht du, der sein Maul aufgemacht hat. Der neue Chef wird das schon einordnen.

Ich bin seit vielen Jahren Vorgesetzter in einer so kleinen Kommune/Stadt. Es gibt nichts Schlimmeres, als solche Kollegen, die andere madig machen. Natürlich ist man zT auch auf das Feedback von "Untergebenen" angewiesen. Wenn mir aber jemand einen Mitarbeiter schlechtmachen will, von dem ich überhaupt nicht das Gefühl habe, dass der schlecht ist, gibt es mal außer der Reihe, und genau sowas ist wichtig, neben den obligatorischen zwei Mitarbeitergesprächen/Jahr, ein Gespräch. Ich kenne einige Kollegen auf derselben Hierarchieebene, die mich dafür belächeln. Bei mir läufts aber im Team. Bei den meisten anderen ein Hieben und Stechen. Wenn ich mir als Vorgesetzter kein eigenes unvoreingenommes Bild von jemanden machen kann, sondern mich belabern lassen muss, dann sollte ich meine entsprechenden Kompetenzen mal "auffrischen".

Halten die anderen ihre Klappen, bist du fein raus. Niemand hat sich über dich beschwert usw. usf.

Du kannst also nur gewinnen.

Im ersten Fall gehst du da sauber raus, keiner kann dir nachsagen, dass du der Querulant bist und genau das kannst du dir immer selbst zugute halten, was IMHO sehr wichtig ist, vielleicht diesbzgl. das Wichtigste!

Im zweiten Fall wird im besten Fall dein Vertrag entfristet und du bekommst evtl. die Chance, dich im Team oder wo auch immer zu profilieren. Vielleicht wirst ja auch du der neue Vorgesetzte von dieser einen Person und dann kannst du der und allen anderen zeigen, was in dir steckt.

Viel Erfolg!