Autor Thema: Weiterbeschäftigung im öffentlichen Dienst schwer zu finden?  (Read 1418 times)

Balou36

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Hallo zusammen,

ich arbeite seit 6 Monaten bei einem Landesbetrieb mit etwa 2.500 Mitarbeitern in EG 6.

Mein Arbeitsvertrag ist befristet bis Ende des Jahres. Von vorherigen Jobs kenne ich es nur so, dass nach 6 Monaten guter Leistung automatisch einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen hat. Mein Bruder arbeitet beim LKA und dort wird es auch so gehandhabt. 

Hingegen bei meinem Landesbetrieb muss man sich intern bewerben um eine unbefristete Stelle zu ergattern. Hätte ich das gewusst, hätte ich mich nicht darauf eingelassen.

In meinem Geschäftsbereich wurde jetzt zwei unbefristete Stellen ausgeschrieben. Allein aus meiner Abteilung bewerben sich darauf 10 Leute. Kann ich mir ja ausmalen wie gut die Chancen sind. Zumal ich die letzten Monate wirklich durchweg gute Leistungen erbracht, von allen Vorgesetzten positive Beurteilungen erhalten und leiste und weiß echt mehr als viele langjährige Mitarbeiter. Aber das bringt mir ja nichts, wenn ich nicht genügend Punkte im Vorstellungsgespräch erreiche, weil ich mich beispielsweise nicht so gut verkaufen kann, habe ich Pech gehabt.

Sowas belastet mich momentan total. Der Altersdurchschnitt im Amt liegt bei 56 Jahren, können doch eigentlich froh sein, wenn sie motivierten und engagierten Nachwuchs erhalten. Vor allem läuft mir ja immer mehr die Zeit weg. Es sind zwar noch 8 Monate, aber ich weiß ja auch nicht, wann wieder Stellen intern ausgeschrieben werden.

Ist das generell schwer im öffentlichen Dienst eine Weiterbeschäftigung zu erhalten? Oder mache ich mir da einfach zu viele Sorgen gerade?

Danke euch

clarion

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Hallo,

es kommt drauf an, abhängig von Deiner Ausbildung.

Balou36

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Hallo,

es kommt drauf an, abhängig von Deiner Ausbildung.

Habe eine „normale“ kaufmännische Ausbildung. Wurde auch damals in der Stellenanzeige gefordert.

clarion

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Hallo, dann hast Du durchaus eine gewisse Konkurrenz. So wie Du Dich beschreibst, hast Du aber durchaus eine Chance. Man wird sich über die Bewerber bei den Vorgesetzten informieren.

Alexandra112

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Aber das bringt mir ja nichts, wenn ich nicht genügend Punkte im Vorstellungsgespräch erreiche, weil ich mich beispielsweise nicht so gut verkaufen kann, habe ich Pech gehabt.
Da ich derzeit auch auf der Suche bin (Wechsel in meine persönliche Traumstadt) kann ich nur sagen, bereite Dich einfach intensiv und gut auf das Vorstellungsgespräch vor. Ich selbst habe es neulich versaut, nicht weil ich mich nicht gut verkaufen kann, sondern weil ich Fragen nicht beantworten konnte, die ich bei einer richtigen Vorbereitung hätte wissen müssen!
Ansonsten ist es immer die Frage was man selbst vorweisen kann, wo man was sucht, wie man sucht.....
Gruß Alex

Bastel

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Hallo zusammen,

ich arbeite seit 6 Monaten bei einem Landesbetrieb mit etwa 2.500 Mitarbeitern in EG 6.

Mein Arbeitsvertrag ist befristet bis Ende des Jahres. Von vorherigen Jobs kenne ich es nur so, dass nach 6 Monaten guter Leistung automatisch einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen hat. Mein Bruder arbeitet beim LKA und dort wird es auch so gehandhabt. 

Hingegen bei meinem Landesbetrieb muss man sich intern bewerben um eine unbefristete Stelle zu ergattern. Hätte ich das gewusst, hätte ich mich nicht darauf eingelassen.


Ich hab damals nach dem Studium einen Einjahresvertrag bekommen und dachte mir auch, das wird wohl nur eine verlängerte Probezeit sein. Dem war aber nicht so, da es sich nicht um eine Daueraufgabe handelte... Also kamen in den nächsten 20 Monaten 3 Vertragsverlängerungen bis ich die Reißleine gezogen hab. Manche machen das Jahrelang mit um dann eine frei werdende Stelle zu ergattern. Besonders schwierig ist/war es für „normale Sachbearbeiter“...

Entweder du spielst das Spiel mit oder suchst dir was anderes...

Max

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Wenn man sich auf eine befristete Stelle bewirbt, kann man nicht mit einer 'automatischen' Entfristung nach 6 Monaten rechnen.
Kennst du den Hintergrund deiner Befristung (z.B. Erprobung oder Elternzeitvertretung),  ob du auf einer Planstelle sitzt, oder ob es dauerhafte Aufgaben sind wofür keine finanzierte Stelle vorhanden ist?

Lars73

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Ein befristeter Vertrag ist ein befristeter Vertrag.
Am Ende de Vertragslaufzeit endet das Arbeitsverhältnis. Ggf. gibt es das Angebot für einen neuen befristeten Vertrag oder seltener für einen unbefristeten Vertrag.
Wenn man ein unbefristeten Vertrag anstrebt ist es also sinnvoll sich auf entsprechende Stellen zu bewerben. Es kann sinnvoll sein erstmal einen befristeten Vertag anzunehmen, aber dann sollte man sich weiter bewerben. Vorteil ist u.a., dass es teilweise interne Ausschreibungen gibt auf die man sich bewerben kann.

Es ist sinnvoll sich beim Betriebs- bzw. Personalrat zu erkundigen wie die Befristungspraxis und Chancen für Entfristungen sind. Daneben sollte man das Gespräch mit Vorgesetzten suchen.

ike

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Es ist üblich (evtl. gibt es dazu auch eine Rechtsgrundlage?), dem AN drei Monate vor Ende des Vertrages mitteilen, sollte er nicht übernommen werden.
Dann kann man als AN die weiteren Schritte in den Weg leiten, z.B. ALG  1 beantragen (dann eigentlich sofortige "Pflicht" bei Kenntnis) oder sich anderweitig bewerben, Urlaub abbauen, etc.

DiVO

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Wieso muss der Arbeitgeber einen bei einem ohnehin befristeten Arbeitsvertrag drei Monate vor Ablauf nochmal darauf hinweisen? Das Vertragsende ist beiden Parteien bei Vertragsunterzeichnung bereits bekannt.

Bastel

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Es ist üblich (evtl. gibt es dazu auch eine Rechtsgrundlage?), dem AN drei Monate vor Ende des Vertrages mitteilen, sollte er nicht übernommen werden.
Dann kann man als AN die weiteren Schritte in den Weg leiten, z.B. ALG  1 beantragen (dann eigentlich sofortige "Pflicht" bei Kenntnis) oder sich anderweitig bewerben, Urlaub abbauen, etc.

Der AN hat die Pflicht sich bei der Arbeitsagentur zu melden... Vorausgesetzt er möchte Leistungen..

Balou36

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Der ärgerliche ist halt, dass ich nebenher noch ein Studium mache. Gegen Ende des Jahres schließe ich es ab und bin damit für Laufbahngruppe 2.1 qualifiziert. Habe somit also auch schon mal mehr Möglichkeiten. Aber kann mich ja erst bewerben, wenn ich den Bachelor abgeschlossen habe. Und muss vorher erstmal eine neue Stelle im Amt finden um bleiben zu können. Würde mein Vertrag bis Ende 2022 laufen, wäre das für mich deutlich entspannter und hätte somit ein ganzes Jahr um auch Stellen in 2.1 zu finden.

Spid

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Das wußtest Du doch schon bei Vertragsschluß.

ike

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Wieso muss der Arbeitgeber einen bei einem ohnehin befristeten Arbeitsvertrag drei Monate vor Ablauf nochmal darauf hinweisen? Das Vertragsende ist beiden Parteien bei Vertragsunterzeichnung bereits bekannt.

Bei "uns" ist das so üblich, aber wie gesagt: rechltich sicher nicht notwendig, aber gehört vielleicht zum "guten Ton", auch bei einer "positiven" Übernahme.

ike

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Der ärgerliche ist halt, dass ich nebenher noch ein Studium mache. Gegen Ende des Jahres schließe ich es ab und bin damit für Laufbahngruppe 2.1 qualifiziert. Habe somit also auch schon mal mehr Möglichkeiten. Aber kann mich ja erst bewerben, wenn ich den Bachelor abgeschlossen habe. Und muss vorher erstmal eine neue Stelle im Amt finden um bleiben zu können. Würde mein Vertrag bis Ende 2022 laufen, wäre das für mich deutlich entspannter und hätte somit ein ganzes Jahr um auch Stellen in 2.1 zu finden.

Bewerben kann man sich doch auch mit der Aussicht, den Abschluss zu erhalten.
Auch zum Abitur/mittleren Bildungabschluss/etc. bewirbt man sich i.A. ja weit im Voraus auf eine Stelle.