Autor Thema: Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl  (Read 5876 times)

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #75 am: 17.09.2021 17:41 »
Ob das so ist oder nicht, ist für meine Ausführungen ohne Belang.

Isi

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #76 am: 17.09.2021 18:27 »
Nein, das Rettungs- und Krankenhauswesen beruht darauf, daß jemand für Einsätze und Behandlungen bezahlt. Das hat nichts mit Solidarität zu tun. Das kann auch schlicht derjenige sein, der es in Anspruch nimmt - oder dessen Versicherung, wenn er entsprechend vorgesorgt hat. Und selbstverständlich habe ich von der PKV profitiert - in die ich nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend der Schadenseintrittswahrscheinlichkeit eingezahlt habe.

Das ist insoweit unzutreffend, als das große Teile des Rettungsdienstes "in Bereitschaft" gehalten werden und diese Kosten, also die Finanzierung und Sicherstellung der Leistung Rettungsdienst, inkl. des Notarztes, der Schockräume und des Rettungshubschraubers binnendifferenziert auch dann von der GKV mitgetragen werden, wenn niemand die Leistung benötigt.
Ebenso verhällt es sich mit den Partikelbeschleunigern in der Uniklinik - diese werden selten gebraucht - es gibt nicht genug spezifische Krebsfälle, aber sie werden für unfassbar teures Geld betrieben und instandgehalten damit WENN sie gebraucht werden auch da sind.

In den USA bswp. gibt es 3 solcher Gerätschaften - diese werden dann entsprechend der Zahlungsbereitschaft der Hirntumorpatienten über Monate im Vorraus verplant und dann sterben Leute wie du eben, wenn sie nicht 250.000€ pro Behandlung im Vorfeld auf den Tisch legen können. (zugegeben ein sehr sehr spezifisches Beispiel und betrifft in Deutschland nur 40 Personen pro Jahr, aber immerhin)

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #77 am: 17.09.2021 18:44 »
Ah, jetzt weiß ich, wo das Problem ist: Du hast schlicht keine Ahnung von dem, worüber Du schreibst. Das ist ein weit verbreitetes Phänomen. Bezahlt werden die Einsätze - von den Krankenkassen, den privaten Krankenversicherungen, von Selbstzahlern…. Im Preis für den jeweiligen Einsatz sind naheliegenderweise die Kosten entsprechend eingepreist. Es ist also schlicht so, wie ich es ausführte. Weder braucht es also Solidarität noch das System der GKV.

Isi

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #78 am: 17.09.2021 21:29 »
Ah, jetzt weiß ich, wo das Problem ist: Du hast schlicht keine Ahnung von dem, worüber Du schreibst. Das ist ein weit verbreitetes Phänomen. Bezahlt werden die Einsätze - von den Krankenkassen, den privaten Krankenversicherungen, von Selbstzahlern…. Im Preis für den jeweiligen Einsatz sind naheliegenderweise die Kosten entsprechend eingepreist. Es ist also schlicht so, wie ich es ausführte. Weder braucht es also Solidarität noch das System der GKV.

Forentrolle (vor allem rechte) sind weiter verbreitet - glaub mir.
Alternative Fakten kannst du deinem (wenn vorhandenen) Kind weitergeben, das wirds dir galuben. Wie die Stadt- und Kreistage die Rettungsdienste organisieren und wie diese dann finanziert werden entzieht sich deinem Kentnisstand offensichtlich absolut.
Dir geht es darum eine politische Meinung mit möglichstem ****** an den Leser zu bringen, das sei dir gegönnt, aber die Realität bildest du deshalb trotzdem nicht ab.

Die Rettungsdienste werden faktisch komplett durch die GKV finanziert.

https://www.bundesrechnungshof.de/de/veroeffentlichungen/produkte/beratungsberichte/2018/rettungsdienste
https://www.vdek.com/LVen/BAW/Service/rettungsdienst-und-krankentransport.html
https://www.stmi.bayern.de/sus/rettungswesen/index.php

Gesetzliche Grundlagen in NRW:
https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_detail?sg=0&menu=0&bes_id=4300&anw_nr=2&aufgehoben=N&det_id=344719
« Last Edit: 17.09.2021 21:35 von Isi »

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #79 am: 17.09.2021 21:32 »
Nein. Es ist schlicht, wie ich es ausführte. Da kannst Du auch ganz doll mit dem Füßchen stampfen.

Isi

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #80 am: 17.09.2021 21:38 »
Nein. Es ist schlicht, wie ich es ausführte. Da kannst Du auch ganz doll mit dem Füßchen stampfen.


Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #81 am: 17.09.2021 21:41 »
Es ist schlicht, wie ich es ausführte. Da kannst Du auch ganz doll mit dem Füßchen stampfen.

clarion

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #82 am: 17.09.2021 23:13 »
Ich habe als Kind von der Solidarität Anderer profitiert. Hätte nicht das System GKV und Eingliederungshilfe für mich gesorgt, hätte ich maximal eine Hilfstätigkeit ausübenn können. So habe ich aber studiert und kann mir eine gescheite PKV leisten und ich zahle nun auch eine Menge Steuern. Ich finde Spids Denkweise extrem und es erinnert mich auch an dunkle Zeiten.

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #83 am: 17.09.2021 23:34 »
Tränendrüsengeschichtchen verfangen bei mir nicht. Daß man die Vorstellung, daß derjenige, der etwas erwirtschaftet, es behalten und der Staat es ihm nicht abpressen soll, um es anderen zu geben, als „extrem“ wahrnimmt, zeigt den Erfolg sozialistischer Dauerberieselung.

Rentenonkel

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #84 am: 18.09.2021 08:09 »
Ich habe hier eine Weile mitgelesen und möchte mal das Modell der sogenannten Bürgerversicherung näher erläutern. Mir geht es dabei nicht darum, die Pläne zu werten oder zu verteidigen. Ich möchte sie lediglich erläutern.

Die Abschaffung der PKV ist verfassungsrechtlich bedenklich. Daher sieht die Bürgerversicherung vor, dass alle Bürger (egal.ob GKV oder PKV versichert) abhängig von Ihrem Gesamteinkommen (inklusive Zinsen, Dividenden, Vermietung und Verpachtung, usw.) zunächst einkommensabhängige Beiträge in einen Gesundheitsfond / Bürgerfonds einzahlen. Daraus werden dann entweder die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung oder ein Zuschuss zu den Beiträgen der privaten Krankenversicherung bezahlt.

Privat Versicherte müssen dann ggf. die Differenz zwischen dem Zuschuss und dem tatsächlichen Beitrag zusätzlich aufbringen. Alle PKV Versicherten dürfen in einer Übergangszeit in die GKV wechseln.

Es geht bei der Bürgerversicherung nicht darum, privat Versicherte in die GKV zu zwingen oder die PKV abzuschaffen, sondern um eine stärkere Beteilung der Gesundheitskosten des Gesumdheitssystems auf einkommensstärkere Bevölkerungsgruppen.

So soll sichergestellt werden, dass sich jeder abhängig von der individuellen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit an der Finanzierung des Gesundheitssystem mindestens in dem Umfang beteiligt, der bei der GKV fällig wäre. Der Kerngedanke dabei ist das Solidarprinzip, dass starke Schultern schwache mittragen sollen.

Gerade vor dem Hintergrund der jüngeren Rechtsprechung des BVerfG dürfte sich selbst bei einer Mehrbelastung für die meisten Beamten finanziell wenig ändern. Diese Kosten müssten dann vom Dienstherrn vollständig übernommen werden, um eine amtsangemessene Besoldung zu gewährleisten.

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #85 am: 18.09.2021 08:31 »
Also sozialistischer Umverteilungsmüll.

Ozymandias

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #86 am: 18.09.2021 09:10 »
Für was braucht man dann überhaupt noch private Verträge?

Die GKV bekommt schon gigantische Steuerzuschüsse, letztendlich geht es nur darum noch mehr Geld von privat Versicherten in das System zu pumpen, mit einer absolut wahnsinnig absurden Konstruktion.

Das Gesundheitssystem ist schon heute voller Fehlanreize. Pauschale Gebühren, planwirtschaftliche Gebührenordnungen, Preisbindungen, keine Kostenkontrolle für Patienten. Es ist dringend an der Zeit, mehr Eigenbeteiligungen wieder einzuführen.

Am besten sollte man auch noch den risikolosen Gewinn der Maskendealer, Nasenpopeltest-Center und Apotheker abschöpfen. Die wissen alle gar nicht mehr wohin mit ihren Millionen.

yamato

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #87 am: 20.09.2021 08:57 »
"...dass alle Bürger (egal.ob GKV oder PKV versichert) abhängig von Ihrem Gesamteinkommen (inklusive Zinsen, Dividenden, Vermietung und Verpachtung, usw.) zunächst einkommensabhängige Beiträge in einen Gesundheitsfond / Bürgerfonds einzahlen."

Hat sich der Verursacher dieser Idee über das Bürokratiemonster Gedanken gemacht welches er da aufbaut.
Im Moment müssen ja schon die freiwillig versicherten in der GKV jedes Jahr ihre Einkünfte offen legen. Möchte gar nicht wissen was da schon für ein Aufwand für die GKVs entsteht, mit relativ wenig Ergebnis. Wenn zu künftig alle GKV Mitglieder jedes Jahr die Hosen runter lassen müssen wird das sehr lustig. Schafft Arbeitsplätze bei den GKVs und kostet vermutlich mehr als es am Ende an Zusatzeinnahmen bringt.
Ich sag ja, Ideologie sollte keine Politik machen.

Kaiser80

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #88 am: 20.09.2021 10:07 »
Wieso sollte ein Datenaustausch zwischen Finanzamt und KV nicht gesetzlicher Standard werden dürfen?

Finanzer

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #89 am: 20.09.2021 11:51 »
Wieso sollte ein Datenaustausch zwischen Finanzamt und KV nicht gesetzlicher Standard werden dürfen?

Wenn das genauso lange dauert, wie damals der Heckmeck um die elektronische Übermittlung der Rentendaten, dann wird das nichts in dieser Legislaturperiode.

Wie soll das auch praktisch funktionieren? Werden die Krankenversicherungsbeiträge erst festgesetzt, wenn nach zwei Jahren der Steuerbescheid vorliegt?
Was passiert nach einer erfolgreichen Betriebsprüfung? Rückwirkende Anpassung der KV-Beiträge?

Den §30 AO können wir dann eigentlich auch gleich streichen, hätte ich persönlich nichts dagegen.