Autor Thema: Tarifrunde TV-L 2021 - mindestens 50€ oder 150€  (Read 4617 times)

chip

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Hallo,

hier auf der Webseite (https://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/tr/2021/) steht für die Forderung der Gewerkschaften:

"+5,0%, mindestens 50 €"

aber egal wo man sonst schaut, auch direkt bei den Gewerkschaften steht dort:

"+5,0%, mindestens 150 €"

Kann es sein, dass die Info hier auf der Webseite schlicht falsch ist?

mfg

Bastel

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - mindestens 50€ oder 150€
« Antwort #1 am: 16.09.2021 11:29 »
Hallo,

hier auf der Webseite (https://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/tr/2021/) steht für die Forderung der Gewerkschaften:

"+5,0%, mindestens 50 €"

aber egal wo man sonst schaut, auch direkt bei den Gewerkschaften steht dort:

"+5,0%, mindestens 150 €"

Wenn interessiert das?
Kann es sein, dass die Info hier auf der Webseite schlicht falsch ist?

mfg

Pakart

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - mindestens 50€ oder 150€
« Antwort #2 am: 16.09.2021 12:06 »
Hallo,

hier auf der Webseite (https://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/tr/2021/) steht für die Forderung der Gewerkschaften:

"+5,0%, mindestens 50 €"

aber egal wo man sonst schaut, auch direkt bei den Gewerkschaften steht dort:

"+5,0%, mindestens 150 €"

Wenn interessiert das?
Kann es sein, dass die Info hier auf der Webseite schlicht falsch ist?

mfg

Den TE?

Lars73

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - mindestens 50€ oder 150€
« Antwort #3 am: 16.09.2021 18:08 »
Das ist ja offensichtlich, weil Bereits in der E1  5% mindestens 100 € sind...

hannes123

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - mindestens 50€ oder 150€
« Antwort #4 am: 21.09.2021 15:16 »
ich frag mich eher, warum da nichts von stufengleicher Höhergruppierung steht.


Alitalia

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - mindestens 50€ oder 150€
« Antwort #5 am: 21.09.2021 20:30 »
ich frag mich eher, warum da nichts von stufengleicher Höhergruppierung steht.

Weil sie wissen, dass das als erstes eh wieder rausgekickt wird. Man hat wohl einfach aufgegeben.

Melvin

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - mindestens 50€ oder 150€
« Antwort #6 am: 21.09.2021 21:28 »
https://unverzichtbar.verdi.de/++file++612e1e5b979a929dbc57eedc/download/%5BBTK%C3%B6D%5D%20Forderungsbeschluss%20ver.di%20zur%20Tarifrunde%20L%C3%A4nder%202021.pdf

"Vor diesem Hintergrund beschließt die Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst für  die  Tarif-  und  Besoldungsrunde  2021  mit  der  Tarifgemeinschaft  deutscher  Länder (TdL):

I. Forderungen:
1. Entgelterhöhungen
a) Die Tabellenentgelte der Beschäftigten sollen um 5,0 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich erhöht werden. 
b) Abweichend zu a sollen für die Beschäftigten im Gesundheitswesen die Tabellenentgelte um 300 Euro monatlich erhöht werden.
c) Die Entgelte der Auszubildenden, Studierenden und Praktikantinnen/Praktikanten  sollen  um  100  Euro  monatlich  erhöht  werden.
d) Die Laufzeit der Regelungen zu a, b und c soll 12 Monate betragen.
2. Auszubildende und Praktikantinnen/Praktikanten Die Vorschrift zur Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung soll wieder in Kraft gesetzt werden.

II. Erwartungen an die Arbeitgeber:
1. Manteltarifliche Änderungen für Beschäftigte 
a) Übernahme weiterer struktureller Verbesserungen bei der Eingruppierung, insbesondere der stufengleichen Höhergruppierung.
b) Die Einrichtung eines Verhandlungstisches für das Gesundheitswesen, um den besonderen und spezifischen Bedingungen gerecht zu werden und um insbesondere den Restanten aus der Tarifrunde 2019, die Erhöhung des Zeitzuschlags für Samstagsarbeit bei Wechselschicht- oder Schichtarbeit in Krankenhäusern, zu behandeln.
Ferner erwarten wir, dass die Beschäftigten  der  ambulanten  und  stationären  Pflege  im  Vollzug  (Justiz- und Maßregelvollzug) sowie den Landeskrankenhäusern die dynamische Zulage für Pflegekräfte erhalten.
c) Verhandlungsverpflichtung über einen Tarifvertrag für Studentische Beschäftigte an den Hochschulen (TV Stud).
2. Auszubildende und Praktikantinnen und Praktikanten Übernahme der Fahrtkosten in Höhe des monatlichen ÖPNV-Tickets mit der höchsten Reichweite im Verkehrsverbund.
3.  Die  Bundestarifkommission  für  den  öffentlichen  Dienst  erwartet  zudem  die umgehende Erfüllung der Verhandlungszusage aus der Tarifeinigung von 2019 zu Abschnitt 3.7 Teil III der Entgeltordnung der Länder für die Beschäftigten im Straßenbetriebsdienst und Straßenbau. 

III.  Beamt*innen in den Ländern und den Kommunen   
Zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Verhandlungsergebnisses auf die Beamt*innen sowie Versorgungsempfänger*innen der Länder und Kommunen."

Spid

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - mindestens 50€ oder 150€
« Antwort #7 am: 21.09.2021 21:33 »
Was sind „Beamt*innen“ und „Versorgungsempfänger*innen“? Und gibt es die auch als Outdoor-Version?

Melvin

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - mindestens 50€ oder 150€
« Antwort #8 am: 21.09.2021 21:48 »
Wohl nur zu toppen mit Innenminister*innen oder gar Außenminister*innen!

hannes123

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - mindestens 50€ oder 150€
« Antwort #9 am: 22.09.2021 07:53 »
https://unverzichtbar.verdi.de/++file++612e1e5b979a929dbc57eedc/download/%5BBTK%C3%B6D%5D%20Forderungsbeschluss%20ver.di%20zur%20Tarifrunde%20L%C3%A4nder%202021.pdf

"Vor diesem Hintergrund beschließt die Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst für  die  Tarif-  und  Besoldungsrunde  2021  mit  der  Tarifgemeinschaft  deutscher  Länder (TdL):

I. Forderungen:
1. Entgelterhöhungen
a) Die Tabellenentgelte der Beschäftigten sollen um 5,0 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich erhöht werden. 
b) Abweichend zu a sollen für die Beschäftigten im Gesundheitswesen die Tabellenentgelte um 300 Euro monatlich erhöht werden.
c) Die Entgelte der Auszubildenden, Studierenden und Praktikantinnen/Praktikanten  sollen  um  100  Euro  monatlich  erhöht  werden.
d) Die Laufzeit der Regelungen zu a, b und c soll 12 Monate betragen.
2. Auszubildende und Praktikantinnen/Praktikanten Die Vorschrift zur Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung soll wieder in Kraft gesetzt werden.

II. Erwartungen an die Arbeitgeber:
1. Manteltarifliche Änderungen für Beschäftigte 
a) Übernahme weiterer struktureller Verbesserungen bei der Eingruppierung, insbesondere der stufengleichen Höhergruppierung.
b) Die Einrichtung eines Verhandlungstisches für das Gesundheitswesen, um den besonderen und spezifischen Bedingungen gerecht zu werden und um insbesondere den Restanten aus der Tarifrunde 2019, die Erhöhung des Zeitzuschlags für Samstagsarbeit bei Wechselschicht- oder Schichtarbeit in Krankenhäusern, zu behandeln.
Ferner erwarten wir, dass die Beschäftigten  der  ambulanten  und  stationären  Pflege  im  Vollzug  (Justiz- und Maßregelvollzug) sowie den Landeskrankenhäusern die dynamische Zulage für Pflegekräfte erhalten.
c) Verhandlungsverpflichtung über einen Tarifvertrag für Studentische Beschäftigte an den Hochschulen (TV Stud).
2. Auszubildende und Praktikantinnen und Praktikanten Übernahme der Fahrtkosten in Höhe des monatlichen ÖPNV-Tickets mit der höchsten Reichweite im Verkehrsverbund.
3.  Die  Bundestarifkommission  für  den  öffentlichen  Dienst  erwartet  zudem  die umgehende Erfüllung der Verhandlungszusage aus der Tarifeinigung von 2019 zu Abschnitt 3.7 Teil III der Entgeltordnung der Länder für die Beschäftigten im Straßenbetriebsdienst und Straßenbau. 

III.  Beamt*innen in den Ländern und den Kommunen   
Zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Verhandlungsergebnisses auf die Beamt*innen sowie Versorgungsempfänger*innen der Länder und Kommunen."


Danke! Dann ist es doch dabei :-)


JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - mindestens 50€ oder 150€
« Antwort #10 am: 22.09.2021 10:15 »
Na, das lässt ja wieder ein Jahrhundertwerk erwarten. Der beste Tarifvertrag aller Zeiten, nach drei sehr intensiven Verhandlungsrunden (bei Wein, Weib und Gesang) und Verhandlung bis in die frühen Morgenstunden in der dritten Runde. Oder vielleicht auch Verhandlung bis das Buffet leer ist.

Wenn schon mit "Erwartungen" die Verhandlungsrunde gestartet wird, ist die schwache Position mehr als deutlich und auch klar wo die Reise hingeht.
Mal wieder werden die Probleme (Fachkräftemangel, unbesetzte Stellen, keine marktgerechte Vergütung im IT- und technischen Bereich) völlig ignoriert.
Ein Hoch auf die Ignoranz

sigma5345

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - mindestens 50€ oder 150€
« Antwort #11 am: 22.09.2021 10:20 »
Mal wieder werden die Probleme (Fachkräftemangel, unbesetzte Stellen, keine marktgerechte Vergütung im IT- und technischen Bereich) völlig ignoriert.
Ist das nicht eher ein Arbeitgeberproblem? Ich schätze bei der Verdizielgruppe gibt es nicht allzu viele unbesetzte Stellen - zumindest in den Bereichen in denen ich bisher tätig war, haben sich die Leute um die Stellen in den kleineren Entgeltgruppen gerissen.

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - mindestens 50€ oder 150€
« Antwort #12 am: 22.09.2021 10:51 »
Mal wieder werden die Probleme (Fachkräftemangel, unbesetzte Stellen, keine marktgerechte Vergütung im IT- und technischen Bereich) völlig ignoriert.
Ist das nicht eher ein Arbeitgeberproblem? Ich schätze bei der Verdizielgruppe gibt es nicht allzu viele unbesetzte Stellen - zumindest in den Bereichen in denen ich bisher tätig war, haben sich die Leute um die Stellen in den kleineren Entgeltgruppen gerissen.

M.W verhandelt Verdi nicht explizit nur für seine Klientel, zumindest habe ich das noch nirgends gelesen, nach dem Motto "Wir vertreten die Lohngruppen 1 bis 6 und verhandeln nur für diese".
Der Tarifvertrag gilt für alle Angestellten des öffentlichen Dienstes und wenn Verdi sich auf die Fahnen schreibt einen Tarifvertrag für alle Angestellten zu verhandeln, dann sind Verhandlungen zu Ungunsten einiger nicht akzeptabel. z.B. unterschiedliche JSZ, statt ein Prozentsatz für alle, Besserstellung der unteren Entgeltgruppen im Vergleich zu mittleren und höheren usw.
Ich persönlich möchte nicht von einer Gewerkschaft vertreten werden, welche zu meinem Ungunsten verhandelt. werde aber dazu gezwungen, da der Tarifvertrag für alle gilt.

Übrigens fordert Verdi auch die Übertragung der Verhandlungsergebnisse auf Beamte.
Seit wann ist Verdi für Beamte zuständig?
Seit wann darf eine Gewerkschaft für Beamte streiken?

Jockel

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« Antwort #13 am: 22.09.2021 10:57 »
Stufengleiche Höhergruppierung: Da § 17 nicht gekündigt ist, kann es keine solche -bestreikbare- Forderung geben. Daher auch nicht unter "Forderungen", sondern unter "Erwartungen".

Amtsdenker

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - mindestens 50€ oder 150€
« Antwort #14 am: 22.09.2021 11:11 »
Vor allem motivierte und engagierte Mitarbeiter verlassen auch im ÖD eine Anstellung zunehmend schneller, wenn sie merken, dass schon das Ein- und Ausstempeln als Arbeitsleistung gilt oder keine sinnvolle Tätigkeit gegeben ist. Ich stelle bei uns hier zunehmend fest, dass sich auf Ingenieur- und IT-Stellen (EG 12) in unserem Bereich inzwischen nur noch "Sonderlinge" und "Bequemlinge" bewerben. Die wirklich Guten kommen gar nicht erst. Und wenn doch, wird die Stelle manchmal gar nicht erst angetreten weil zwischenzeitlich "was besseres" gefunden wurde. Es wird in großen Teilen der technischen Verwaltungen noch massiv Probleme geben, wenn die Boomer in Rente gehen.

Falls hier Verdi-Leute mitlesen: Wenn bei den anstehenden Tarifverhandlungen für die Ingenieure und ITler keine wirklich guten Ergebnisse rausspringen, wird das sehr negative Folgen für AG und Gesellschaft haben. Gerade angesichts vieler Herausforderungen wie Digitalisierung, Klimawandel etc.

Der IfW-Präsident Felbermayr sieht auf absehbare Zeit Lohnsteigerungen für Beschäftigte in Deutschland von 5 Prozent im Jahr als realistisch an...