Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion

Begonnen von Admin, 11.10.2021 14:26

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WasDennNun

Zitat von: JC83 in 21.10.2021 19:08
Und auch meine Erfahrung zeigt, dass im öD nach der Probezeit so gut wie niemand entlassen wird, selbst bei persönlichen Verfehlungen werden alle Hühneraugen zugedrückt.
Zitat von: WasDennNun in 21.10.2021 16:42
Der klare Vorteil in öD gegenüber der pW ist doch, dass die Leitungsebenen und die Personaler oftmals zu dämlich sind personenbedingte Kündigung durchzuziehen und man sich deshalb sicher fühlen darf.
Und das seltener das Geschäftsmodell sich ändert, dass eine betriebsbedingte Kündigung durchgeführt wird.

Und in der pW werden meistens solche Dinge oftmals bequemer per goldenen Handschlag geregelt.

öfföff

Zitat von: Spid in 22.10.2021 05:54
Das sind aber die Hürden bei ordentlich unkündbaren AN. Naheliegenderweise sind die Hürden, einen ordentlich unkündbaren AN zu kündigen, hoch. Es geht aber überhaupt nicht um ordentlich unkündbare AN. Auf das Urteil verwies ich lediglich, um aufzuzeigen, daß auch solche AG Arbeitsverhältnisse kündigen.

Natürlich wird gekündigt. In homöopathischen Dosen. Selbst Beamte kann man raushaun und es passiert ab und zu. Niemand ist unkündbar. Aber wie gesagt... Kreis....

Spid

Um Unkündbarkeit geht es nicht. Es geht um das Risiko, im öD als AN gekündigt zu werden - und das bemißt sich eben nicht nach der Häufigkeit, in der derlei im öD geschieht. Das ist ein klassischer ökologischer Fehlschluß.

Jockel

Zitat von: Corsi in 21.10.2021 12:42
Interessante Diskussion, aber ich habe noch was zum Thema:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/steuereinnahmen-september-anstieg-103.html

Steuereinahmen vor allem der Länder sprudeln wieder. Wer sagts den Verhandlungsführern?  ;)
Es geht nicht darum, ob die Steuereinnahmen von einem absolut niedrigen Niveau stark ansteigen (zu erwarten), sondern, wie das langfristige Verhältnis zwischen Einnahmewachstum und Ausgabewachstum aussieht. Die TdL hat den Job, das Ausgabewachstum zu bremsen.

Dienstbeflissen

Zitat von: Spid in 22.10.2021 08:47
Um Unkündbarkeit geht es nicht. Es geht um das Risiko, im öD als AN gekündigt zu werden - und das bemißt sich eben nicht nach der Häufigkeit, in der derlei im öD geschieht. Das ist ein klassischer ökologischer Fehlschluß.
Die Wahrheit zeigt sich in der Realität. In der Realität sind ordentliche Kündigungen bei den großen AG (Bund/Länder) des öD nahe Null. Und natürlich bleib das individuelle Kündigungsrisiko theoretisch bestehen, solange es nicht vollkommen ausgeschlossen ist.

Spid

Es bleibt auch praktisch bestehen - und ist völlig unabhängig von der absoluten oder relativen Häufigkeit von ordentlichen Kündigungen im öD.

WasDennNun

Zitat von: Dienstbeflissen in 22.10.2021 09:52
Zitat von: Spid in 22.10.2021 08:47
Um Unkündbarkeit geht es nicht. Es geht um das Risiko, im öD als AN gekündigt zu werden - und das bemißt sich eben nicht nach der Häufigkeit, in der derlei im öD geschieht. Das ist ein klassischer ökologischer Fehlschluß.
Die Wahrheit zeigt sich in der Realität. In der Realität sind ordentliche Kündigungen bei den großen AG (Bund/Länder) des öD nahe Null. Und natürlich bleib das individuelle Kündigungsrisiko theoretisch bestehen, solange es nicht vollkommen ausgeschlossen ist.
Aber nicht weil wir ein tolles Tarifsystem haben. Oder weil der öD per se ein Sicherer Job ist, sondern, weil dort das Kerngeschäft (Verwaltung) keine betriebsbedingte Kündigung zulässt.
Und weil die Graupen von Leitung/Personal eben seltenst die anderen Kündigungsmöglichkeiten ausspricht (auch wenn es angebracht wäre).
Die spezialisierten MA, die haben im öD keinen besonderen Schutz.
Ich denke da mal nur an die tausenden TBler, die an - inzwischen geschlossenen - Bundeswehrstandorten sich im sicheren Schoß des öD wähnten.

Dienstbeflissen

Zitat von: Spid in 22.10.2021 10:15
Es bleibt auch praktisch bestehen - und ist völlig unabhängig von der absoluten oder relativen Häufigkeit von ordentlichen Kündigungen im öD.
Genau wie mein Gewinn auf die 10.000.000 im heutigen Eurojackpot :)

Dienstbeflissen

Zitat von: WasDennNun in 22.10.2021 10:21
Zitat von: Dienstbeflissen in 22.10.2021 09:52
Zitat von: Spid in 22.10.2021 08:47
Um Unkündbarkeit geht es nicht. Es geht um das Risiko, im öD als AN gekündigt zu werden - und das bemißt sich eben nicht nach der Häufigkeit, in der derlei im öD geschieht. Das ist ein klassischer ökologischer Fehlschluß.
Die Wahrheit zeigt sich in der Realität. In der Realität sind ordentliche Kündigungen bei den großen AG (Bund/Länder) des öD nahe Null. Und natürlich bleib das individuelle Kündigungsrisiko theoretisch bestehen, solange es nicht vollkommen ausgeschlossen ist.
Aber nicht weil wir ein tolles Tarifsystem haben. Oder weil der öD per se ein Sicherer Job ist, sondern, weil dort das Kerngeschäft (Verwaltung) keine betriebsbedingte Kündigung zulässt.
Und weil die Graupen von Leitung/Personal eben seltenst die anderen Kündigungsmöglichkeiten ausspricht (auch wenn es angebracht wäre).
Die spezialisierten MA, die haben im öD keinen besonderen Schutz.
Ich denke da mal nur an die tausenden TBler, die an - inzwischen geschlossenen - Bundeswehrstandorten sich im sicheren Schoß des öD wähnten.
Ja und außerdem will man auch mit dem Mythos des sicheren Jobs im öD werben, damit man überhaupt noch Leute bekommt. Das gibt ja sogar die TDL unumwunden zu.

DiVO

Zitat von: WasDennNun in 22.10.2021 10:21
Zitat von: Dienstbeflissen in 22.10.2021 09:52
Zitat von: Spid in 22.10.2021 08:47
Um Unkündbarkeit geht es nicht. Es geht um das Risiko, im öD als AN gekündigt zu werden - und das bemißt sich eben nicht nach der Häufigkeit, in der derlei im öD geschieht. Das ist ein klassischer ökologischer Fehlschluß.
Die Wahrheit zeigt sich in der Realität. In der Realität sind ordentliche Kündigungen bei den großen AG (Bund/Länder) des öD nahe Null. Und natürlich bleib das individuelle Kündigungsrisiko theoretisch bestehen, solange es nicht vollkommen ausgeschlossen ist.
Aber nicht weil wir ein tolles Tarifsystem haben. Oder weil der öD per se ein Sicherer Job ist, sondern, weil dort das Kerngeschäft (Verwaltung) keine betriebsbedingte Kündigung zulässt.

Wieso ist Verwaltung das Kerngeschäft im ÖD? Was bedeutet für dich Kerngeschäft?

In unserem Abrechnungszentrum (Dienstleister für den ÖD) sind von 27.000 abgerechneten Personalfällen nur 1/5 Verwaltungsmitarbeiter. Der Rest arbeitet in KiTas, in Krankenhäusern, als Gebäudepfleger, als Handwerker, in der Altenpflege, als Musiker etc.

Spid

Zitat von: Dienstbeflissen in 22.10.2021 10:28
Zitat von: Spid in 22.10.2021 10:15
Es bleibt auch praktisch bestehen - und ist völlig unabhängig von der absoluten oder relativen Häufigkeit von ordentlichen Kündigungen im öD.
Genau wie mein Gewinn auf die 10.000.000 im heutigen Eurojackpot :)

Nein. Du machst schlicht einen ökologischen Fehlschluß.

Dienstbeflissen

Na dann kläre mich mal auf. Ich lerne gerne dazu.

Firma A, Firma B, Firma C, Firma D, haben jeweils 10.000 Motarbeiter und innerhalb der letzten 10 Jarhe durchschnittlich 100 ordentliche Kündigungen je Jahr.

Das Land E hat 10.000 Mitarbeiter und innerhalb der letzten 10 Jahre durschnittlich 10 ordentliche Kündigungen.

Für den einzelenen MA des Landes E ist die Kündigungswahrscheinlich 10x geringer, als die Wahrscheinlichkeit bei den Firmen A-D.

Ich gehe von einer homogenen Belegschaft bei allen AG aus.

WasDennNun

Zitat von: DiVO in 22.10.2021 11:43
Wieso ist Verwaltung das Kerngeschäft im ÖD? Was bedeutet für dich Kerngeschäft?
20% = Kerngeschäft, aber das sind dann ja äußerst beunruhigende Zahlen, da ja
Zitat
In unserem Abrechnungszentrum (Dienstleister für den ÖD) sind von 27.000 abgerechneten Personalfällen nur 1/5 Verwaltungsmitarbeiter. Der Rest arbeitet in KiTas, in Krankenhäusern, als Gebäudepfleger, als Handwerker, in der Altenpflege, als Musiker etc.
alle diese MA, jederzeit mit einem Federstrich aus dem öD rausfallen könnten und betriebsbedingt gekündigt werden könnten, da kein Job mehr für sie beim aktuellem öD AG existiert.
Wie gesagt: Habe persönlich schon viele öDler aus dem öD ausscheiden sehen(gekündigt!), die Gebäudepfleger/KantinenMA/Handwerker (in Kliniken) sind/waren.
Die meisten davon sind dann bei Nachfolger-Dienstleister gelandet, aber nicht mehr öD.

Jockel


Spid

Zitat von: Dienstbeflissen in 22.10.2021 12:36
Na dann kläre mich mal auf. Ich lerne gerne dazu.

Firma A, Firma B, Firma C, Firma D, haben jeweils 10.000 Motarbeiter und innerhalb der letzten 10 Jarhe durchschnittlich 100 ordentliche Kündigungen je Jahr.

Das Land E hat 10.000 Mitarbeiter und innerhalb der letzten 10 Jahre durschnittlich 10 ordentliche Kündigungen.

Für den einzelenen MA des Landes E ist die Kündigungswahrscheinlich 10x geringer, als die Wahrscheinlichkeit bei den Firmen A-D.

Ich gehe von einer homogenen Belegschaft bei allen AG aus.

Nein, für den einzelnen AN wird die Kündigungswahrscheinlichkeit durch die Zahl der Kündigungen beim einzelnen AG - und beim öD sprechen wir ja nicht von einem, sondern von tausenden AG - in keinster Weise berührt. Aus der Häufigkeit auf der Makroebene lassen sich keine Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit auf der Mikroebene ziehen. Das wäre ein ökologischer Fehlschluß.