Autor Thema: [BY] Wechsel ins Beamtenverhältnis ohne Vorbereitungsdienst möglich?  (Read 3002 times)

vipisel

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Servus miteinander,

ich bin seit 2,5 Jahren als Tarifangestellter in E10 angestellt, wechsle demnächst intern auf eine ähnliche Stelle und möchte mich dort gerne verbeamten lassen.

Laut Kollegen muss ich dafür allerdings erst einen 18 Monate langen Vorbereitungsdienst absolvieren, welchen ich  echt nicht machen möchte. Ich müsste dafür als ü30 wieder zu meinen verhassten Eltern ziehen, meine Wohnung aufgeben und jeden Tag mehr als 50 km pendeln, weil ich mir mit den Anwärterbezügen hier nichts eigenes mehr leisten könnte.

In einem Flyer der dbb hab ich folgendes gefunden:
"Für die Zulassung zu den Laufbahnen des gehobenen Dienstes sind gemäß § 17 Abs. 4 BBG zu fordern:
- als Bildungsvoraussetzung eine zu einem Hochschulstudium berechtigende Schulbildung (hab ich, Abitur) und
- als sonstige Voraussetzung ein mit einer Laufbahnprüfung abgeschlossener Vorbereitungsdienst oder
ein inhaltlich dessen Anforderungen entsprechendes mit einem Bachelor abgeschlossenes Hochschulstudium oder ein gleichwertiger Abschluss oder ein mit einem Bachelor abgeschlossenes Hochschulstudium oder ein gleichwertiger Abschluss und eine hauptberufliche Tätigkeit (hab einen FH-Bachelor und ca. 2,5 Jahre Berufserfahrung im öD)"

Punkte zwei dürfte auf mich zutreffen oder? Gibts dazu noch weitere Informationen oder Paragrafen?

Bin dankbar über jede Info  :)

Grüße

Bastel

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Es sind wie immer Kann-Regelungen. Manche Behörden bestehen auf den Vorbereitungsdienst...

Ich verstehe dich sehr gut, für mich war das ein Grund zum Bund zu wechseln. 18 Monate "Lehrlingsgehalt" + Lern- & Prüfungsstress, nein Danke.

MisterS

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zumindest beim Bauministerium ist mir bekannt, dass der Vorbereitungsdienst im technischen Bereich verkürzt werden kann, wenn man zuvor schon mindestens ein Jahr als Angestellter tätig war.
Man bleibt hierbei zunächst Angestellter, und wird erst mit Prüfungsanmeldung verbeamtet. Heißt nur etwa 5 Monate den schlechten Anwärterlohn.

Gibt es evtl. bei anderen Bereichen auch.

vipisel

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Es sind wie immer Kann-Regelungen. Manche Behörden bestehen auf den Vorbereitungsdienst...

Ich verstehe dich sehr gut, für mich war das ein Grund zum Bund zu wechseln. 18 Monate "Lehrlingsgehalt" + Lern- & Prüfungsstress, nein Danke.

Danke dass du mich verstehst. Hab schon oft zu hören bekommen, dass es ja schon immer so war und man auch mit 1300 netto eine Wohnung, ein Auto, fünf Kinder und drei Hunde durchgebracht hat...

Ich versteh halt nicht, was der Sinn dahinter ist. Ich wechsle auf eine neue Stelle, mach diese dann ein paar Monate, mach dann für 18 Monate was ganz anderes um danach die gleiche Arbeit wie vorher zu machen. Nur dass ich mir dann wieder alles aufbauen darf...

Bastel

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dass es ja schon immer so war

Genau das ist das Problem. Alle haben die Strapazen auf sich genommen, also musst du auch...  ::)

clarion

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In einigen Bundesländern gibt es bei den Mangelberufen für die Anwärter 50% Zuschlag und dann ist auch eine eigene Wohnung drin. (Wobei ich mir die eigene Wohnung problemlos auch noch im Referendariat leisten konnte.)

Glücklisch

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Danke dass du mich verstehst. Hab schon oft zu hören bekommen, dass es ja schon immer so war und man auch mit 1300 netto eine Wohnung, ein Auto, fünf Kinder und drei Hunde durchgebracht hat...


ich habe genau das gemacht. und zwar gleichzeitig mit meiner Frau zusammen. zu dem Zeitpunkt waren wir 37+35.
Sollte deine Aussage nicht kompletter Humbug sein, erhälst du ja als Anwärter den Familienzuschlag für 5 Kinder.

Es geht alles wenn man will.

Bastel

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Danke dass du mich verstehst. Hab schon oft zu hören bekommen, dass es ja schon immer so war und man auch mit 1300 netto eine Wohnung, ein Auto, fünf Kinder und drei Hunde durchgebracht hat...


ich habe genau das gemacht. und zwar gleichzeitig mit meiner Frau zusammen. zu dem Zeitpunkt waren wir 37+35.
Sollte deine Aussage nicht kompletter Humbug sein, erhälst du ja als Anwärter den Familienzuschlag für 5 Kinder.

Es geht alles wenn man will.

Oder man lässt es einfach und sucht sich eine attraktive Alternative. Der Fachkräftemangel ist wohl noch nicht hoch genug.

Max

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Ca. 1000 Euro im Monat als Fehlbetrag ist schon eine Hausnummer.
Stift raus und rechnen wie lange es dauert bis man wieder im Plus ist.

Das es gleich so ein dramatischer Einschnitt ist und die Rückkehr ins Kinderzimmer erfordert kann ich mir nicht vorstellen. Dann hat man zu hohe Fixkosten und eine zu geringe Sparrate.

vipisel

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In einigen Bundesländern gibt es bei den Mangelberufen für die Anwärter 50% Zuschlag und dann ist auch eine eigene Wohnung drin. (Wobei ich mir die eigene Wohnung problemlos auch noch im Referendariat leisten konnte.)

Also von einem Zuschlag weiß ich nichts. Kann mir auch nicht vorstellen dass die Stelle einen Mangel an Bewerbern hat.

Und nichts gegen dich, aber dein zweiter Satz bringt weder dir noch mir was. Damals war alles günstiger und AW13 ist nochmal mehr als AW10.

vipisel

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Danke dass du mich verstehst. Hab schon oft zu hören bekommen, dass es ja schon immer so war und man auch mit 1300 netto eine Wohnung, ein Auto, fünf Kinder und drei Hunde durchgebracht hat...


ich habe genau das gemacht. und zwar gleichzeitig mit meiner Frau zusammen. zu dem Zeitpunkt waren wir 37+35.
Sollte deine Aussage nicht kompletter Humbug sein, erhälst du ja als Anwärter den Familienzuschlag für 5 Kinder.

Es geht alles wenn man will.

Das war eher überspitzt gemeint, da ich schon oft die Aussage gehört hab "ja damals hab ich das auch geschafft, also schaffst du das auch". Dass damals gefühlt alles wesentlich günstiger war lassen viele außen vor.

Ich leb alleine etwas außerhalb der teuersten Stadt in Deutschland, daher sind 1000 Euro netto weniger für mich ein massiver Einschnitt...

MisterS

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wie gesagt beim bayerischen StMB gibt es definitiv die Möglichkeit der verkürzten Anwärterzeit, sofern man vorher schon Angestellter war, mal in der Hinsicht nachfragen.
Und die 5 Monate sollten überbrückbar sein, da es ja auch zu Beginn Lohn + Sold zusammen gibt

vipisel

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Ca. 1000 Euro im Monat als Fehlbetrag ist schon eine Hausnummer.
Stift raus und rechnen wie lange es dauert bis man wieder im Plus ist.

Das es gleich so ein dramatischer Einschnitt ist und die Rückkehr ins Kinderzimmer erfordert kann ich mir nicht vorstellen. Dann hat man zu hohe Fixkosten und eine zu geringe Sparrate.

Wie lange es dauert bis ich wieder im Plus bin weiß ich nicht, vielleicht 2-3 Jahre geschätzt (abhängig davon, was meine PKV dann kosten wird und wie teuer bis dahin alles geworden ist). Momentan hab ich monatliche Kosten (mit allem drum und dran) von ca. 1700 Euro, bei einem Einkommen von ca. 2300 Euro. Allerdings muss ich momentan nicht pendeln, da ich zu Fuß zur Arbeit kann. Denke das macht einen großen Teil aus.

Eben doch, außer ich nehme einen Kredit auf. Wenn man innerhalb des letzten Jahres umgezogen ist und sich eine neue Einrichtung angeschafft hat ist nicht viel drin gewesen mit sparen. Klar hab ich Rücklagen, aber die sind eher für Notfälle gedacht, falls das Auto kaputt geht oder was anderes sein sollte.

Und hohe Fixkosten sind im Münchner Umland ein Muss, wenn man nicht in einem schäbigen 10qm WG Zimmer wohnen möchte und weniger als 30 min pendeln will.

vipisel

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wie gesagt beim bayerischen StMB gibt es definitiv die Möglichkeit der verkürzten Anwärterzeit, sofern man vorher schon Angestellter war, mal in der Hinsicht nachfragen.
Und die 5 Monate sollten überbrückbar sein, da es ja auch zu Beginn Lohn + Sold zusammen gibt

Hast du dazu evtl. irgendwelche Quellen?

5 Monate wären machbar, ja. 18 Monate aber definitiv nicht.

MisterS

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leider nicht mehr, finde auch auf der Ministeriumsseite nichts dazu.
Am besten mal bei der Personalabteilung nachfragen, was es bei euch für Möglichkeiten gibt.