Autor Thema: [Allg] Umzug in die Schweiz  (Read 946 times)

Archivsekretärin

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[Allg] Umzug in die Schweiz
« am: 26.04.2022 07:13 »
Guten Morgen, ich brauche mal wieder das unendliche Wissen des Forums.

Es gibt eine sehr attraktive Stelle in Bern, auf die ich mich bewerben möchte. Jetzt ist es so, dass ich 39 Jahre und in Baden-Württemberg verbeamtet (A7) bin.

Die Verbeamtung müsste ich natürlich aufgeben. Da ich aber seit 2017 erst befördert werde, wenn ohnehin das Eingangsamt angehoben wird - obwohl ich eine Aufgabe nach der andern mehr übernehme - ist meine Motivation auch dementsprechend gering. Man merkt ja bei der aktuellen Debatte um das 4-Säulen-Modell ja auch, wie sehr sich die Verwaltungen dagegen sträuben, einigermaßen fair zu bezahlen. Mit A7 macht man in Stuttgart keine Sprünge.

Eigentlich habe ich keine konkrete Frage sondern möchte nur andere Meinungen hören. Wer würde das auch riskieren?
« Last Edit: 27.04.2022 04:18 von Admin2 »

Bastel

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Antw:Umzug in die Schweiz
« Antwort #1 am: 26.04.2022 07:56 »
Was spricht gegen das Bewerben? Du musst ja erst einmal genommen werden ;)

Mask

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Antw:Umzug in die Schweiz
« Antwort #2 am: 26.04.2022 08:08 »
Bastel hat eigentlich alles gesagt. Erstmal bewerben, wenn du dann genommen wirst kann man sich immer noch Gedanken machen (wobei du eigentlich die Fakten schon auf den Tisch hast, das Gehalt ist wenig, deine Motivation auch, warum solltest du noch 25 Jahre in diesem Job bleiben?)

Floki

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Antw:Umzug in die Schweiz
« Antwort #3 am: 26.04.2022 08:20 »
Da ich es öfters schon bei anderen erlebt habe:

Die Löhne in der Schweiz sind zwar deutlich höher, aber die Lebenserhaltungskosten entsprechend. Das solltest du, falls noch nicht geschehen, im Blick haben.

Ansonsten hat es Mask auf den Punkt gebracht.

Archivsekretärin

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Antw:Umzug in die Schweiz
« Antwort #4 am: 26.04.2022 10:36 »
Es geht ja nicht nur um diese Bewerbung auf diese Stelle. Es ist ja eine grundsätzliche Frage an Menschen, die dazu  Erfahrung haben.

Das die Lebenshaltungskosten dementsprechend höher sind, hab ich auf dem Schirm. Stimmt aber leider zum Teil nicht mehr (siehe Sprit).

Johann

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Antw:Umzug in die Schweiz
« Antwort #5 am: 26.04.2022 11:46 »
Ich lehne mich mal aus dem Fenster und stelle die Behauptung auf, dass hier im Prinzip niemand die Erfahrung hat, als Beamter im mittleren Dienst in einer sehr teuren Stadt in die Schweiz zu gehen und dir hier berichten könnte.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, in die Schweiz zu gehen. Musst du eben gucken, ob du damit klar kommst, aus deinem gewohnten Umfeld auszubrechen. Und vor allem musst du es mal durchrechnen, was dir so Lebenseinkommensmäßig mehr bringt. In der Schweiz wirst du wohl deutlich mehr verdienen, wovon du auch ordentlich viel tatsächlich aufs Konto bekommst. So Dinge wie Krankenkasse, Rentenvorsorge etc. musst du aber auch nochmal schauen. Irgendwas war, dass du bspw. für jedes Kind (solltest du welche haben oder haben wollen) die Krankenkasse zusätzlich zahlen musst und auch Kitaplätze weit weg von "kostenlos" sind.

Dazu kommt, dass du in den 25 Jahren evtl. nochmal einen Vorgesetzten erwischen könntest, der dich nach A8 und A9 befördern möchte, womit du auf den Lebensabend gesehen gar nicht so schlecht darstündest.

Am Ende musst du es aber selbst wissen. Ohne genaue Zahlen zu kennen, weiß man nicht, ob sich das so lohnt. Gerüchten zufolge sollen Schweizer auch eher ähnlich ablehnend zu Deutschen sein, wie man hierzulande zu Polen und anderen Osteuropäern ist, wenn diese Arbeitsbedingt hergezogen sind und nicht den eigenen Dialekt perfekt beherrschen.

WasDennNun

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Antw:Umzug in die Schweiz
« Antwort #6 am: 26.04.2022 11:49 »
Ich habe mich stets nicht verbeamten lassen, da mir das Korsett der Beamtenkarriere zu starr ist.
Und als A7er ohne nahe Perspektive auf A9 würde ich mit 39 schon dreimal das weite gesucht haben.
Insbesondere wenn man familiär und geistig flexibel ist.

Neuer12

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Antw:Umzug in die Schweiz
« Antwort #7 am: 26.04.2022 21:46 »
Ich habe ein Jahr in der Schweiz gearbeitet, allerdings an der deutschen Grenze, und bereue es nicht geblieben und das Beamtenverhältnis aufgegeben zu haben.
Man hat ca. die 2 fachen Lebenshaltung und das 2 fache Gehalt.
Bern und vor allem das angrenzende Berner Oberland ist wunderschön.