Tarifrunde 2023

Begonnen von Jeans, 23.09.2022 17:07

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icheinfachunverbesserlich

Was ich mit meinem Vergleich zu den Kita-Verhandlungen 2015, an der auch Herr Milbradt beteiligt war, mitteilen wollte:
Wir sollten uns nicht zu viel erhoffen. Damals wurden auch 10% gefordert und am Ende ...

https://www.welt.de/politik/deutschland/article142940963/Schlichter-schlagen-hoehere-Loehne-fuer-Erzieher-vor.html

Meine Meinung: Falls in unserem Fall finanzielle Verbesserungen im Vergleich zum Angebot der Arbeitgeberseite empfohlen werden sollten, wird man gleichzeitig eine erheblich längere Laufzeit fordern.

Lasst euch also überraschen.

Knecht

Zitat von: icheinfachunverbesserlich in 12.04.2023 08:05
Was ich mit meinem Vergleich zu den Kita-Verhandlungen 2015, an der auch Herr Milbradt beteiligt war, mitteilen wollte:
Wir sollten uns nicht zu viel erhoffen. Damals wurden auch 10% gefordert und am Ende ...

https://www.welt.de/politik/deutschland/article142940963/Schlichter-schlagen-hoehere-Loehne-fuer-Erzieher-vor.html

Meine Meinung: Falls in unserem Fall finanzielle Verbesserungen im Vergleich zum Angebot der Arbeitgeberseite empfohlen werden sollten, wird man gleichzeitig eine erheblich längere Laufzeit fordern.

Lasst euch also überraschen.

Es ist ja niemand gezwungen einen Schlichterspruch anzunehmen. Auch wenn ich eigentlich nichts erwarte, kann man sich wohl sicher sein, dass die Gewerkschaften diese Verhandlung schon aus Prestigegründen nicht "verlieren" möchten...

icheinfachunverbesserlich

Deshalb wird ja in der Berichterstattung die Laufzeit einfach immer weggelassen.

tigertom

#1173
Zitat von: icheinfachunverbesserlich in 12.04.2023 08:15
Deshalb wird ja in der Berichterstattung die Laufzeit einfach immer weggelassen.

Und genau aus diesem Grund, weil die Laufzeit KEIN Thema ist, müssten sich Herr Wernecke und Herr Silberbach eigentlich vor die Presse stellen und sagen "Wir haben nochmal nachgedacht und nehmen die 8% an".

Weiter:
"Im Januar 2024 verhandeln wir dann wieder. Für unsere Mitglieder bedauern wir, dass wir die geforderten 10,5% nicht halten konnten, aber man muss kompromissbereit sein. Auch unerfreulich ist, dass die Wochenarbeitszeit der Beamten von 41 Std. Nicht auf TB-Niveau von 39 Std gesenkt wird.
Mit den Nachzahlungen für Januar '23 bis Mai '23 ist im Juni zu rechnen. Wir danken Frau Faeser für ihr Entgegenkommen und wünschen ihr für die Hessenwahl alles Gute".

Petr Rigortzki

https://www.wa.de/nordrhein-westfalen/unbefristeter-streik-busse-bahnen-muellabfuhr-deutschland-verdi-schlichtung-friedenspflicht-tarif-zr-92203360.html

""Erst Schlichtung, dann Verhandlungen: Kommt danach der unbefristete Streik?
Klar ist: Nach dem Ende der Schlichtung soll es spätestens am 22. April in Potsdam mit den Tarifverhandlungen weitergehen. Sollten sie endgültig scheitern, droht ein flächendeckender und unbefristeter Streik im öffentlichen Dienst. So wie 1992. Damals begann der Ausstand am 26. April.

Verdi-Chef Frank Werneke machte bereits deutlich, dass die Mitglieder seiner Gewerkschaft bei einem Scheitern der Schlichtung und einer erfolglosen erneuten Tarifverhandlung zur Urabstimmung über unbefristete Streiks aufrufen werde: ,,Wir machen keinen Bückling vor den Arbeitgebern und werden nicht einknicken. Wir sind auf alles vorbereitet." Nach Informationen des Tagesspiegel gibt es intern einen Streikplan für sechswöchige Arbeitsniederlegungen. Schwerpunkte wären demnach Abfall- und Verkehrsbetriebe sowie Krankenhäuser.

Noch klarer warnte Ulrich Silberbach, Chef des Beamtenbundes (dbb): ,,Dann wird es mal wieder sehr dunkel in Deutschland", sagte er für den Fall, dass die Schlichtung zu keinem Ergebnis führt.""

Rollo83

Zitat von: tigertom in 12.04.2023 09:11
Zitat von: icheinfachunverbesserlich in 12.04.2023 08:15
Deshalb wird ja in der Berichterstattung die Laufzeit einfach immer weggelassen.

Und genau aus diesem Grund, weil die Laufzeit KEIN Thema ist, müssten sich Herr Wernecke und Herr Silberbach eigentlich vor die Presse stellen und sagen "Wir haben nochmal nachgedacht und nehmen die 8% an".

Weiter:
"Im Januar 2024 verhandeln wir dann wieder. Für unsere Mitglieder bedauern wir, dass wir die geforderten 10,5% nicht halten konnten, aber man muss kompromissbereit sein. Auch unerfreulich ist, dass die Wochenarbeitszeit der Beamten von 41 Std. Nicht auf TB-Niveau von 39 Std gesenkt wird.
Mit den Nachzahlungen für Januar '23 bis Mai '23 ist im Juni zu rechnen. Wir danken Frau Faeser für ihr Entgegenkommen und wünschen ihr für die Hessenwahl alles Gute".

Dann würde zumindest jedem Deppen in Deutschland klar werden das es kein Angebot über 8% gab.
Ich fände das auch irgendwie cool den Bürgern die Augen zu öffnen und zu zeigen wie verlogen diese ganzen Verhandlungen sind.
Leider wird dies nicht passieren.

Johann

Zitat von: Petr Rigortzki in 12.04.2023 10:21
Verdi-Chef Frank Werneke machte bereits deutlich, dass die Mitglieder seiner Gewerkschaft bei einem Scheitern der Schlichtung und einer erfolglosen erneuten Tarifverhandlung zur Urabstimmung über unbefristete Streiks aufrufen werde: ,,Wir machen keinen Bückling vor den Arbeitgebern und werden nicht einknicken. Wir sind auf alles vorbereitet." Nach Informationen des Tagesspiegel gibt es intern einen Streikplan für sechswöchige Arbeitsniederlegungen. Schwerpunkte wären demnach Abfall- und Verkehrsbetriebe sowie Krankenhäuser.

Dann stimmen die Mitglieder für einen Streik, einen Tag nach Ergebnisverkündung setzen sich Arbeitgeber und Verdi dann nochmal zusammen und plötzlich nimmt Verdi ein Angebot an, das nur ein µ besser ist als das Vorherige, weil Verdi Eierflattern bekommt weil es die Mitgliedsbeiträge lieber für Wokeness als für Streiks ausgeben will. Genauso geschehen erst neulich bei der Post.

Petr Rigortzki

wokeness, eierflattern, alle stimmen fuer irgendwas

Ohne Polemik - aber was sagst Du uns da "Johann"
????

Amtsschimmel

Zitat von: Johann in 12.04.2023 13:40
Zitat von: Petr Rigortzki in 12.04.2023 10:21
Verdi-Chef Frank Werneke machte bereits deutlich, dass die Mitglieder seiner Gewerkschaft bei einem Scheitern der Schlichtung und einer erfolglosen erneuten Tarifverhandlung zur Urabstimmung über unbefristete Streiks aufrufen werde: ,,Wir machen keinen Bückling vor den Arbeitgebern und werden nicht einknicken. Wir sind auf alles vorbereitet." Nach Informationen des Tagesspiegel gibt es intern einen Streikplan für sechswöchige Arbeitsniederlegungen. Schwerpunkte wären demnach Abfall- und Verkehrsbetriebe sowie Krankenhäuser.

Dann stimmen die Mitglieder für einen Streik, einen Tag nach Ergebnisverkündung setzen sich Arbeitgeber und Verdi dann nochmal zusammen und plötzlich nimmt Verdi ein Angebot an, das nur ein µ besser ist als das Vorherige, weil Verdi Eierflattern bekommt weil es die Mitgliedsbeiträge lieber für Wokeness als für Streiks ausgeben will. Genauso geschehen erst neulich bei der Post.

Bei der Post wollte Verdi die Beiträge für den öD sparen. Das ist jetzt quasi die Entscheidungsschlacht. ;)

egal01

Zitat von: Amtsschimmel in 13.04.2023 00:34
Zitat von: Johann in 12.04.2023 13:40
Zitat von: Petr Rigortzki in 12.04.2023 10:21
Verdi-Chef Frank Werneke machte bereits deutlich, dass die Mitglieder seiner Gewerkschaft bei einem Scheitern der Schlichtung und einer erfolglosen erneuten Tarifverhandlung zur Urabstimmung über unbefristete Streiks aufrufen werde: ,,Wir machen keinen Bückling vor den Arbeitgebern und werden nicht einknicken. Wir sind auf alles vorbereitet." Nach Informationen des Tagesspiegel gibt es intern einen Streikplan für sechswöchige Arbeitsniederlegungen. Schwerpunkte wären demnach Abfall- und Verkehrsbetriebe sowie Krankenhäuser.

Dann stimmen die Mitglieder für einen Streik, einen Tag nach Ergebnisverkündung setzen sich Arbeitgeber und Verdi dann nochmal zusammen und plötzlich nimmt Verdi ein Angebot an, das nur ein µ besser ist als das Vorherige, weil Verdi Eierflattern bekommt weil es die Mitgliedsbeiträge lieber für Wokeness als für Streiks ausgeben will. Genauso geschehen erst neulich bei der Post.

Bei der Post wollte Verdi die Beiträge für den öD sparen. Das ist jetzt quasi die Entscheidungsschlacht. ;)

da fehlt mir derzeit ein wenig das Säbelrasseln, um dies auch tatsächlich so zu erkennen ...

Während von überall die Info kommt, dass die AG 8 % geboten haben (natürlich bewusst die Nullmonate und Laufzeiten vernachlässigt, da es real nur ca. 3 % p. a. sind) kommt von den Gewerkschaften nichts zur Klarstellung. Die AG und die Berichterstatter haben sich wahrscheinlich als Aufgabe gesetzt, dass die Streiks in der Bevölkerung als inakzeptabel angesehen werden. Schön wäre es wenn die Gewerkschaftsseite hier ein wenig aktiver wäre.

Johann

Zitat von: Petr Rigortzki in 12.04.2023 21:08
wokeness, eierflattern, alle stimmen fuer irgendwas

Ohne Polemik - aber was sagst Du uns da "Johann"
????

Was ich sage ist, dass die Ankündigungen und Drohungen bezüglich eines unbefristeten Streiks eben das bleiben werden: Ankündigungen und Drohungen.

egal01

Zitat von: Johann in 13.04.2023 12:20
Zitat von: Petr Rigortzki in 12.04.2023 21:08
wokeness, eierflattern, alle stimmen fuer irgendwas

Ohne Polemik - aber was sagst Du uns da "Johann"
????

Was ich sage ist, dass die Ankündigungen und Drohungen bezüglich eines unbefristeten Streiks eben das bleiben werden: Ankündigungen und Drohungen.

sehe ich leider auch so...., wir haben es bei der Post gesehen... :(. Gern lasse ich ich überraschen. Kommt es wirklich zu solch einer Aktion wäre das auch gleich eine Warnung für die Folgejahre an die AG.

Petr Rigortzki

Inflation Deutschland

Jahresschnitt 2022 7,9%
Erwartung 2023 6%
Erwartung 2024 3-4%

Gesamt (Nachholbedarf) ca 17%........

Für die generelle Diskussion:
Energie kostete nur noch 3,5 Prozent mehr als vor einem Jahr, nach rund 19 Prozent im Februar. Dabei spielte ein Statistikeffekt eine Rolle. So waren vor einem Jahr nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine die Energiepreise in die Höhe geschnellt. Nun werden sie erstmals mit den schon erhöhten Preisen verglichen, nicht mehr mit den niedrigeren vor Kriegsausbruch. Das wird als Basiseffekt bezeichnet.

Gegenüber dem Vorjahresmonat verteuerten sich Nahrungsmittel um 22,3 Prozent. Der Preisauftrieb verstärkte sich damit.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/benzin-und-heizoel-guenstiger-inflation-sinkt-in-deutschland-auf-7-4-prozent-18817351.html


Knarfe1000

Zitat von: Hummel2805 in 11.04.2023 23:39
Wenn man als "Haushälter" in einer Behörde, ob beim Bund oder in der Kommune bei der Haushaltsplanung z.B. für das Haushaltsjahr 2023 nur 2% an Kostensteigerungen eingeplant hat, ist das nicht nur dumm sondern auch grob rechtswidrig. Es gibt ja die Haushaltsgrundsätze wie Haushaltswahrheit, Klarheit oder auch Bruttoveranschlagung.
Bei der Planung des Haushalts in 2022 für 2023 war doch jedem bekannt, dass wir Infaltionsraten von um die 10% haben. Und das muss im Folgehaushalt auch Gestalt annehen, ob bei Personalausgaben, Konsumtiven Ausgaben oder bei Investitonsausgaben.

Wer als Kämmerer in einer Stadt dies einfach ignoriert, müsste sofort rausgeschmissen werden!
Zumal die Steuereinnahmen mit der Inflation deutlich steigen - auch in den Kommunen.

Johann

Zitat von: Knarfe1000 in 13.04.2023 13:53
Zitat von: Hummel2805 in 11.04.2023 23:39
Wenn man als "Haushälter" in einer Behörde, ob beim Bund oder in der Kommune bei der Haushaltsplanung z.B. für das Haushaltsjahr 2023 nur 2% an Kostensteigerungen eingeplant hat, ist das nicht nur dumm sondern auch grob rechtswidrig. Es gibt ja die Haushaltsgrundsätze wie Haushaltswahrheit, Klarheit oder auch Bruttoveranschlagung.
Bei der Planung des Haushalts in 2022 für 2023 war doch jedem bekannt, dass wir Infaltionsraten von um die 10% haben. Und das muss im Folgehaushalt auch Gestalt annehen, ob bei Personalausgaben, Konsumtiven Ausgaben oder bei Investitonsausgaben.

Wer als Kämmerer in einer Stadt dies einfach ignoriert, müsste sofort rausgeschmissen werden!
Zumal die Steuereinnahmen mit der Inflation deutlich steigen - auch in den Kommunen.

Ja oder durch so aufkommensneutrale Dinge wie eine Grundsteueränderung, die zumindest bei mir zur Verdoppelung (pardon, sind nur 98%) des hierfür von mir abzuführenden Steueraufkommens führen werden, solange die Gemeinde den Hebesatz nicht halbiert, was in einer selbstverschuldeten* überschuldeten Gemeinde sicher nicht passieren wird.



*In den letzten 20 Jahren gab es hier zwei Unternehmen, die wirtschaftlichen Erfolg hatten und für ihre Expansion mehr Platz brauchten. Aus ökologischen Gründen wurde das von der Gemeinde jeweils abgelehnt.
Ein Unternehmen verkauft Bioprodukte im Kosmetikbereich und ist mittlerweile international sehr erfolgreich mit einer Viertelmilliarde Umsatz und das andere verkauft zumindest national Leuchtmittel bei etwa 50 Millionen Umsatz. In beiden Fällen freuen sich nun die Nachbargemeinden, die ohne zu zucken Fläche geschaffen haben.