Lohnt sich Arbeit noch?

Begonnen von beamtenjeff, 05.11.2023 13:46

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Bastel

Zitat von: Opa in 13.11.2023 15:46
Dieser Schwachsinn von den Senioren, die zu viel Wohnfläche verbrauchen, geistert nun seit einiger Zeit durch die mediale Diskussion. Und die Freunde einfacher Lösungen wissen natürlich auch, was zu tun ist: Die Alten sollen umziehen.

Dabei ist jedem, der sich mal mit einer Ü70-Person darüber unterhalten hat bekannt, dass es denen im Leben nicht einfällt, ihr gewohntes Umfeld für eine seniorengerechte Wohnung oder gar eine Einrichtung zu verlassen. Schon gar nicht, wenn das gewohnte Umfeld ein eigenes, hart erarbeitetes Häuschen ist.

Die neunmalklugen Umverteiler meinen selbstverständlich immer nur die anderen. Wenn sie selbst mal im Alter allein auf ihren 130 qm leben, soll sich jedoch bloß niemand wagen, sie zum Platz machen aufzufordern.

Genauso ist es in sehr vielen Fällen. Wenigstens wachen die Leute langsam auf und rennen diesen ganzen links rot grünen Ökokommunisten nicht mehr blind hinterher.



Unknown

Meint ihr nicht, dass die Löhne generell zu niedrig sind, besonders im Bereich der Ungelernten im Verhältnis zu Sozialleistungen? Da sollte man eher an die Arbeitgeber ran aus meiner Sicht. Auch wenn natürlich sein kann, dass es insgesamt teurer wird. Die Arbeitgeber konnten jahrelang die Vorgaben bei den Arbeitnehmern bestimmen, jedoch tritt jetzt langsam eine Wende ein, dass viele Arbeitnehmer nicht mehr für Mindestlohn arbeiten werden. Und nun?

Thomber

ZitatMeint ihr nicht, dass die Löhne generell zu niedrig sind, besonders im Bereich der Ungelernten im Verhältnis zu Sozialleistungen?

Wie schon 100mal diskutiert, ja.  ABER... es ist ein Fehler, immer nur die "unten" zu beschenken. Auch der Vorarbeiter, der Schichtleiter, der Abteilungsleiter usw. müssen kann mehr Geld bekommen, damit der Abstand wieder stimmt und darin besteht das Problem. Wenn jeder mehr Geld bekommen soll....woher nehmen, wenn nicht stehlen?

MoinMoin

Zitat von: Bastel in 14.11.2023 07:26


https://www.welt.de/wirtschaft/article248513420/Kindergrundsicherung-Grosszuegigere-Sozialleistungen-Die-Arbeitsmoral-wird-weiter-untergraben.html
Schön das dort klargestellt wird, dass sich Arbeit weiterhin lohnt.
Auch wenn es sich kaum noch lohnt, wie es dort tituliert wird.
Schade das der Verweis, dass sich Arbeit mit mehreren Kindern kaum mehr lohnt fehlt, aber dafür lohnt sich diese Arbeit für die Zeit nach der Kindererziehung und der Rente.

Wer also nur eine kurzen Horizont betrachtet, der kann in der Tat dem glauben verfallen, das diese läppischen 5-10% mehr die man als Vollzeitkraft gegenüber einem BGler in den Grenzregionen bekommt, keine lohnenswerte Investition in die Zukunft ist.

Ein Problem sehe ich allerdings massiv beim erhöhtem Wohngeld.
Die Leute können sich teuerere Wohnungen leisten und der Marktdruck bei den Vermietern nimmt ab.

Bastel

Deine blauen Pillen möchte ich auch nehmen.

MoinMoin

Zitat von: Bastel in 14.11.2023 08:42
Deine blauen Pillen möchte ich auch nehmen.
Gerne hab noch einige über.
Hauptsache die Kinderarmut wird bekämpft.

Thomber

Dachte immer... vom Hörensagen..., dass die blauen Pillen für was anderes sind.   Na ja...   ;D

was_guckst_du

...besser sind sowieso die Ockerfarbigen...die blauen wirken nur 4 Std (hat mir ein freund erzählt)...
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Thomber

Also, damit hier keine Missverständnisse aufkommen....

ICH bin kein Mann für eine Nacht!      (Eine Nacht?  puh... wäre mir zu lang, sorry)   ;D



[Off topic ENDE, verspreche!]

BAT

Zitat von: MoinMoin in 14.11.2023 07:54


Wer also nur eine kurzen Horizont betrachtet, der kann in der Tat dem glauben verfallen, das diese läppischen 5-10% mehr die man als Vollzeitkraft gegenüber einem BGler in den Grenzregionen bekommt, keine lohnenswerte Investition in die Zukunft ist.


Der lange Horizont ist wichtig, aber nicht auf der Seite der Arbeiter. Sondern auf der anderen Seite, HartzIV/ Bürgergeld ist nur für einen kurzen Zeitraum gedacht. Genau hieran besteht dein Denkfehler. und sowas erkennen die Leute intuitiv. Die Stimmung kippt.

Welche Partei muss man wählen, um diesen ausufernden Umverteilungswahn zu stoppen?

Warnstreik

Zitat von: BAT in 14.11.2023 09:02
Zitat von: MoinMoin in 14.11.2023 07:54


Wer also nur eine kurzen Horizont betrachtet, der kann in der Tat dem glauben verfallen, das diese läppischen 5-10% mehr die man als Vollzeitkraft gegenüber einem BGler in den Grenzregionen bekommt, keine lohnenswerte Investition in die Zukunft ist.


Der lange Horizont ist wichtig, aber nicht auf der Seite der Arbeiter. Sondern auf der anderen Seite, HartzIV/ Bürgergeld ist nur für einen kurzen Zeitraum gedacht. Genau hieran besteht dein Denkfehler. und sowas erkennen die Leute intuitiv. Die Stimmung kippt.

Welche Partei muss man wählen, um diesen ausufernden Umverteilungswahn zu stoppen?

Die CDU hat sich just jetzt in Stellung gebracht und will die Bürgergeldreform wieder zurückdrehen. Ich bin aber gespannt, ob die ersten 3 Jahre Bürgergeldreform das gebracht haben, was sich die Verantwortlichen gedacht haben. Hoffentlich gibt es da eine wissenschaftliche Begleitung und dementsprechend eine Anpassung der Strategie.

"Umverteilungswahn" würde ich es nicht nennen - wir liegen beim Gini-Koeffizienten auf euroäischem Durchschnitt, andere Länder, die hier wohl eher hohes Ansehen genießen (Skandinavien, Benelux) liegen hier noch unter uns.
Was mich an vielen Themen in der Umverteilung stört ist die massive Bürokratie. Von daher fände ich es besser Hilfen eher höher aber dafür deutlich pauschalisierter zu gewähren. Die Kindergrundsicherung ist hier ein Weg in die richtige Richtung aber auch das erste Jahr im Bürgergeld kann durchaus viel Bürokratie verhindern. (wenn man sich bedenkt wie viele Stellen man für 15€ Teilhabezuschuss für Kinder beschäftigt...)

MoinMoin

Zitat von: BAT in 14.11.2023 09:02
Zitat von: MoinMoin in 14.11.2023 07:54


Wer also nur eine kurzen Horizont betrachtet, der kann in der Tat dem glauben verfallen, das diese läppischen 5-10% mehr die man als Vollzeitkraft gegenüber einem BGler in den Grenzregionen bekommt, keine lohnenswerte Investition in die Zukunft ist.


Der lange Horizont ist wichtig, aber nicht auf der Seite der Arbeiter. Sondern auf der anderen Seite, HartzIV/ Bürgergeld ist nur für einen kurzen Zeitraum gedacht. Genau hieran besteht dein Denkfehler. und sowas erkennen die Leute intuitiv. Die Stimmung kippt.

Welche Partei muss man wählen, um diesen ausufernden Umverteilungswahn zu stoppen?
Worin liegt mein Denkfehler?
Das Bürgergeld nur für kurzzeitige Probleme und der restliche SGB kram für die Langfristigen sind?

FGL

Zitat von: Unknown in 14.11.2023 07:33
Meint ihr nicht, dass die Löhne generell zu niedrig sind, besonders im Bereich der Ungelernten im Verhältnis zu Sozialleistungen? Da sollte man eher an die Arbeitgeber ran aus meiner Sicht.
Nein, meine ich nicht.

MoinMoin

Zitat von: Bastel in 14.11.2023 07:26


https://www.welt.de/wirtschaft/article248513420/Kindergrundsicherung-Grosszuegigere-Sozialleistungen-Die-Arbeitsmoral-wird-weiter-untergraben.html
btw:
Die Aussage, dass die Lohnerhöhung bei der Mittelstandsfamilie, die jetzt Wohngeld bekommen kann, nichts bringt, ist natürlich auch schlecht recherchiert von den Schreibern.
Das Wohngeld sinkt zwar, aber nicht 1:1 mit dem gestiegenem Nettolohn, wenn man den Rechner glauben schenken darf.

Interessant bleibt aber der Gedanke, ob sich die Arbeitsmoral steigert, wenn man die Sozialleistungen wieder runterschraubt und dadurch der Mittelstandfamilie weniger Geld zum Leben bleibt.

Was sicherlich notwendig ist, dass man sich stärker damit beschäftigt, was im Warenkorb, nachdem das Bürgergeld bemessen wird, rein muss.
Für erwerbsfähige Arbeitslose kann man da bestimmt einige Punkte streichen (was soziale Teilhabe angeht), so dass da dann nur noch reine Grundbedürfnisse über bleiben.
Bei den anderen sieht es moralisch wieder anders aus.