Autor Thema: Rente für Beamte  (Read 42427 times)

BAT

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #465 am: 16.04.2024 12:13 »
Wobei die aktuellen Personen, die bei uns im Hause in Rente gehen, ein sehr auskömmliches Alterseinkommen haben, mit der "Rente mit 63" ein großes Grinsen im Gesicht.

Der Grenzverlauf ist doch oft nicht Beamter/ Beschäftigter, sondern öD, nicht öD.

Warnstreik

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #466 am: 16.04.2024 13:00 »
Wenn man also die aktuellen Probleme aus der Demographie durch die Beamten lösen möchte, ist das schon etwas cherry picking und löst das Grundproblem in keiner Weise.

Es geht doch garnicht um das Lösen des Problems durch Beamte - es geht darum diese gesamtgesellschaftliche Problematik auch gesamtgesellschaftlich zu lösen.
Wenn das bedeutet die gesetzliche Rente komplett abzuschaffen, würde ich auch darüber diskutieren. Ersatz schaffen könnte eine steuerfreie Zahlung auf Bürgergeldnivau, die bei Rente und EU zahlt. Der Rest ist dann jedem von dem dann deutlich höheren Gehalt selbst überlassen. 


Rente soll und kann mittelfristig nur eine Art Grundsicherung sein. Und das muss auch so kommuniziert werden.

Das weiß im Grunde doch schon jeder seit ca 25 Jahren - und sollte entsprechend agiert haben. Es bleibt aber dabei, dass diese Umstellung ausnahmslos von angestellten Arbeitnehmern finanziert wird. Das kann und könnte man auf breitere Beine stellen, indem man schlicht alles von Beitrags- auf Steuerfinanzierung umstellt oder eben alle an den Pflicht-Beiträgen teilhaben lässt.

Organisator

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #467 am: 16.04.2024 13:03 »
. Es bleibt aber dabei, dass diese Umstellung ausnahmslos von angestellten Arbeitnehmern finanziert wird

100 Milliarden schießt der Steuerzahler - inklusive Beamte, Selbständige etc. - jährlich zur GRV dazu.

TV-Ler

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #468 am: 16.04.2024 13:05 »
. Es bleibt aber dabei, dass diese Umstellung ausnahmslos von angestellten Arbeitnehmern finanziert wird

100 Milliarden schießt der Steuerzahler - inklusive Beamte, Selbständige etc. - jährlich zur GRV dazu.
Und welchen Anteil an diesen 100 Milliarden umfassen die versicherungsfremden Leistungen - also Leistungen, denen keine Beitragszahlungen gegenüber stehen, die aber vom Gesetzgeber der Rentenversicherung übergestülpt worden sind?

Warnstreik

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #469 am: 16.04.2024 13:07 »
. Es bleibt aber dabei, dass diese Umstellung ausnahmslos von angestellten Arbeitnehmern finanziert wird

100 Milliarden schießt der Steuerzahler - inklusive Beamte, Selbständige etc. - jährlich zur GRV dazu.

Das kürzt sich aber weg, da die Gruppe der Angestellten genauso (eher mehr) Steuern zahlen als Beamte und Selbstständige. Es bleiben Beiträge, die eben nur die Angestellten zahlen.

Organisator

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #470 am: 16.04.2024 13:10 »
. Es bleibt aber dabei, dass diese Umstellung ausnahmslos von angestellten Arbeitnehmern finanziert wird

100 Milliarden schießt der Steuerzahler - inklusive Beamte, Selbständige etc. - jährlich zur GRV dazu.

Das kürzt sich aber weg, da die Gruppe der Angestellten genauso (eher mehr) Steuern zahlen als Beamte und Selbstständige. Es bleiben Beiträge, die eben nur die Angestellten zahlen.

Das verstehe ich nicht. Ein Beamter zahlt Steuern und davon bezogen einen bestimmten Prozentsatz für die GRV, ohne Leistungen in Anspruch nehmen zu können. Was kürzt sich da weg?

BAT

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #471 am: 16.04.2024 13:12 »

Wenn das bedeutet die gesetzliche Rente komplett abzuschaffen, würde ich auch darüber diskutieren. Ersatz schaffen könnte eine steuerfreie Zahlung auf Bürgergeldnivau, die bei Rente und EU zahlt. Der Rest ist dann jedem von dem dann deutlich höheren Gehalt selbst überlassen. 


Ich bin ja durchaus für Radikallösungen zu haben. Beim Rentensystem ist es aber halt schwierig, weil das über Jarhzehnte umgestellt werden muss. Es muss ja für die Leute, die nun zig Jahren im Beruf sind, eine Verlässlichkeit geben.

Nein, das dauert alles zu lange. Alleine die Umstellung von vor- zu nachgelagerter Besteuerung nimmt ja Jahrzente in Anspruch und könnte trotzdem noch nicht mal rechtsfest sein.

NelsonMuntz

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #472 am: 16.04.2024 13:18 »

Wenn das bedeutet die gesetzliche Rente komplett abzuschaffen, würde ich auch darüber diskutieren. Ersatz schaffen könnte eine steuerfreie Zahlung auf Bürgergeldnivau, die bei Rente und EU zahlt. Der Rest ist dann jedem von dem dann deutlich höheren Gehalt selbst überlassen. 


Ich bin ja durchaus für Radikallösungen zu haben. Beim Rentensystem ist es aber halt schwierig, weil das über Jarhzehnte umgestellt werden muss. Es muss ja für die Leute, die nun zig Jahren im Beruf sind, eine Verlässlichkeit geben.

Nein, das dauert alles zu lange. Alleine die Umstellung von vor- zu nachgelagerter Besteuerung nimmt ja Jahrzente in Anspruch und könnte trotzdem noch nicht mal rechtsfest sein.

Korrekt. Wie ich ja schon geschrieben habe: Mit einer solchen Reform hätte man Mitte der Neunziger beginnen müssen. Die Entwicklung der Demographie war seinerzeit auch bereits absehbar.

BAT

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #473 am: 16.04.2024 13:28 »
Hat denn konkret jemand hier im Forum ernsthafte Probleme mit seiner Altersversorgung?

Johann

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #474 am: 16.04.2024 14:20 »
Hat denn konkret jemand hier im Forum ernsthafte Probleme mit seiner Altersversorgung?
Das nicht. Aber solange die Boomer in Rente sind und noch nicht auf den Respawn warten, wird es verdammt haarig, für alle, die die Ruhestandsgehälter bezahlen müssen. Wenn dann irgendwann eine 1:1 Beziehung zwischen Arbeitnehmer und zu unterhaltendem Ruheständler, können Arbeitnehmer nur über jeden Alten froh sein, der sein Leben durchgespielt hat und ins Ziel gelangt.

Es wäre einfach sinnig gewesen, schon vor vielen Jahrzehnten schrittweise die Umlagefinanzierte Rente zumindest durch ein Kapitalgedecktes Verfahren zu ergänzen. Das würde die Arbeitnehmer entlasten, während der Boomer-Rentenphase.

Sobald diese Beule in der Grafik abgeebbt ist, dürfte es hingegen wieder etwas besser aussehen und eher frische Arbeitnehmer belasten in ihrem Ruhestand die dann arbeitenden Menschen nicht so stark. Dennoch braucht es eine unterstützende Form, die über die Umlage hinausgeht.

JC83

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #475 am: 16.04.2024 16:05 »
Hat denn konkret jemand hier im Forum ernsthafte Probleme mit seiner Altersversorgung?

Ganz frisch aus der Digitalen Rentenauskunft für das Jahr 2050 - jeweils Brutto versteht sich:

Garantiert erreichbare Rente + VBL: 3183 €

Prognostiziert erreichbare Rente + VBL: 4951 € (also mit moderaten Steigungen der letzten Jahre)

Grundsätzlich dürfte beides noch steigen weil ich noch ein paar Stufen-Steigerungen und mindestens eine Höhergruppierung erwarte.

Jetzt die Frage: Ist das viel, wenig, mittel?

Faunus

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #476 am: 16.04.2024 17:45 »

Eine gute und faire Variante wäre, wenn man die GRV entweder komplett steuerfinanziert oder eben alle mit aufnimmt.


...ergibt ein System, dessen Verwaltung schlanker ist, als bei zwei oder mehr Systemen und damit schon Mal der 1. Schritt zu finanzierbar "halten" bei Pensionen, Renten, Bürgergeld darstellt.

Unser Nachwuchs ist im Vergleich zu  früher weder besser im Internationalen Vergleich ausgebildet noch leistungswillig.
Dauerbrenner: verkürzte AZ bei zu wenig AN mit überhöhten Ansprüchen bedeutet doch letztlich, dass  Unternehmen in Länder abwandern, die vergleichbar gut/schlecht ausbilden, aber leistungswillere & anspruchslosere AN bieten.  Sogar Schwellenländer halten inzw. mit uns diesbezüglich mit.

Das bedeutet aber, dass Steuereinnahmen von abgewanderten Unternehmen wegfallen und AN-Gehälter geringer ausfallen und damit Sozialkassen und Finanzamt weniger erhalten. Gleichzeitig aber sind die Boomer (Beamte wie Rentner) im Ruhestand - so in 15 Jahren fast vollständig!

BAT

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #477 am: 16.04.2024 18:42 »

Garantiert erreichbare Rente + VBL: 3183 €

Prognostiziert erreichbare Rente + VBL: 4951 € (also mit moderaten Steigungen der letzten Jahre)

Grundsätzlich dürfte beides noch steigen weil ich noch ein paar Stufen-Steigerungen und mindestens eine Höhergruppierung erwarte.

Jetzt die Frage: Ist das viel, wenig, mittel?

Natürlich ist das ausreichend, da gibt es sicherlich andere. Also ich halte die Rentenpolitik ebenso missraten wie die Cassandra - Rufe übertrieben.

Warnstreik

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #478 am: 16.04.2024 19:52 »
"Das ist kompliziert weil es langwierig ist" lass ich nicht gelten. Politische Entscheidungsträger sind dafür da, genau sowas durchdenken zu lassen und mutig zu entscheiden. Natürlich sind aber auch Politiker getriebene - sie müssen sich vielen Gruppen gegenüber rechtfertigen. Solche Generationenentscheidungen sollten vielleicht doch eher durch geloste statt gewählte Gremien ausgearbeitet werden. Ideen gibt es genug.




ElBarto

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Antw:Rente für Beamte
« Antwort #479 am: 17.04.2024 08:15 »

Garantiert erreichbare Rente + VBL: 3183 €

Prognostiziert erreichbare Rente + VBL: 4951 € (also mit moderaten Steigungen der letzten Jahre)

Grundsätzlich dürfte beides noch steigen weil ich noch ein paar Stufen-Steigerungen und mindestens eine Höhergruppierung erwarte.

Jetzt die Frage: Ist das viel, wenig, mittel?

Natürlich ist das ausreichend, da gibt es sicherlich andere. Also ich halte die Rentenpolitik ebenso missraten wie die Cassandra - Rufe übertrieben.


Ob das ausreichend ist weiß man erst in einigen Jahren, wenn man näher an der Rente ist.
Bis dahin gibt es noch soviele Veränderungen durch Kaufkraftverlust, allgemein gestiegenen Unterhaltskosten, Abgaben, Beitragsänderungen, Kind(er zieht/ziehen aus, Kostenfalle E-Auto und Fernwärme, Rentenbesteuerung...

Außerdem ist hier die VBL mit reingerechnet. Ohne diese sähe der ÖD wirklich schlecht aus, ist doch das Einkommen gegenüber der Wirtschaft ohnehin kastriert.

Ich denke es gibt derzeit zwei Hauptprobleme bei der Altersversorgung.

1. Die Rentenhöhe
2. Die Ungerechtigkeit

48% oder was vom letzten Brutto ist ein nicht greifbarer Wert der auch noch irreführend ist.
Setzt sich die gesetzliche Rente doch aus den Anwartschaften zusammen die man im gesamten Arbeitsleben angesammelt hat.
Der Beamte hingegen bekommt mit ein paar Jährchen bereits 70 % vom letzten Gehalt und oder eine Mindestpension von 1800 EUR.
Das allein ist ein Wer der über dem Durchschnitt der Renten liegt.
Jemand der nichts tut und nur den Steuerzahler Geld kostet erhält mehr Rente als jemand der 30 Jahre+ am unteren Ende der Gehaltstabellen gearbeitet hat.

Und das bei steigenden Steuereinnahmen des Staats und immer noch mehr Geld das vom Verdiener abfließt und anderweitig verwendet wird.
Gleichzeitig wird der Wohlstandsmotor Wirtschaft vernichtet.

Die Beamten mit in die Rentenkasse einzahlen zu lassen wäre auch nur Geld umhergeschiebe.
Es gibt m.E. überhaupt zuviele Beamte in zuvielen Bereichen wo sie nicht nötig sind.
Und auch Angestellte im ÖD schieben nur Steuergelder hin und her.
Es gibt also nur zwei Möglichkeiten um die Renten gesichert zu steigern.
Mehr Wirtschaft, weniger Steuern/Abgaben und dafür mehr Zuschüsse zur Rente durch den Staat.