Autor Thema: [SN] Angebot zur Verbeamtung  (Read 6785 times)

Studienrat

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #15 am: 26.05.2024 20:42 »
Das habe ich völlig missverstanden, sry...
Aber das was du beschreibst, gibt es überall dort, wo jemanden in der Hierarchie über dir entscheidet, ob du weiterkommst.
Wer glaubt alleine die Leistung reiche aus, verkennt, wer am längeren Hebel sitzt.
Aus der Schule: A14 ist nach außen hin natürlich fair für alle verfügbar, die die Leistung erbringen, aber es wird unter Umständen so ausgeschrieben, dass nur der vorgesehene Kollege auch zu 100% geeignet ist. Das ist wie überall auch geklüngel und Vitamin B.
Für mich ist das Beamtentum reine Hierarchie und wer nach unten hin loyal ist, bleibt unten. Mit anderen Worten: Du hast recht, dass man sich eventuell das eigene Rückgrat brechen muss, möchte man nach oben. Einige aber sind wirbellose Tiere...

Warum nach oben für die paar Mark mehr?
Nische suchen und wohlfühlen!
« Last Edit: 26.05.2024 20:54 von Studienrat »

clarion

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #16 am: 26.05.2024 22:21 »
Also das erlebe ich in meinem Beamtendasein anders. Das Befördert werden ist leicht wie nie, man muss nur besser sein als die ein oder zwei Mitbewerber, sofern es überhaupt Mitbewerber gibt. Und selbst wenn es beim ersten Anlauf mit der Beförderung nicht geklappt hat, dann gibt es zwei, drei Jahre später die nächste Gelegenheit. Solange man sich nicht wie die Idioten auf Sylt aufführt oder goldene Löffel klaut, muss niemand als wirbelloses Wesen sein Dasein in der Beamtenstube fristen.

Ich finde es auch einfach lächerlich, Beamte Duckmäusertum vorzuwerfen. Was meint ihr wohl, wer in einer Privatfirma aufsteigt? Heißer Tip: Bestimmt nicht die Person, die ständig den Chef kritisiert.

MoinMoin

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #17 am: 27.05.2024 06:19 »
Ich sehe das mit dem "Verkaufen" wie erwähnt etwas anders und könnte dazu eine Vielzahl von Beispielen in meinem Berufsleben nennen. Gemeint war damit, dass viele dazu neigen sich selbst zu verkaufen, weil es das System mehr oder weniger von ihnen abverlangt, wenn sie darin erfolgreich bleiben und beruflich voran kommen wollen. Da war manch einer mit Übernahme der Ernennungsurkunde plötzlich nicht mehr charakterlich wieder zu erkennen, man könnte es beinahe vielleicht als "Gehirnwäsche" bezeichnen  ;D.

Wer im Beamtensystem ist, richtet daher sein Handeln etc. sehr oft nur noch nach der hoffentlich bald bevorstehenden Beförderung aus, traut sich daher oftmals auch nicht mehr unangenehme Meinungen oder Positionen für die Führungskräfte zu vertreten, sondern versucht vordergründig unauffällig aber in gutem Licht mit zu schwimmen bzw. oftmals auch die Gunst der Chefetage für sich zu gewinnen.

Daran gehen viele innerlich auf Dauer kaputt (seine Haltung und Persönlichkeit "verkaufen" und unterwürfig zu kuschen) und verfallen dann in intrigantes bzw. heuchlerisches Verhalten. In der freien Wirtschaft würde man in so einem Fall eher mal den Arbeitgeber wechseln, das Beamtensystem ist aber ein auf Lebenszeit angelegtes Dienstverhältnis und berufliche Veränderungen eher schwieriger (Laufbahnprinzip, Pensionsansprüche trotz teils inzwischen bestehenden Ruhegeldmöglichkeiten etc.)

Aber so macht halt jeder seine eigenen Erfahrungen und auch als "Tagelöhner" muss man ja kein schlechtes Leben führen, jeder wie er will  ;D
Trauriges Umfeld in dem du lebst.
Bei mir gänzlich anders:
Ja, absolute Querulanten und Beamte, die alles mögliche machen nur das nicht was angewiesen wurde, die haben es schwer.
Aber wirbellose / unauffällige Beamte bekommen auch nur mäßige Beurteilungen und verharren in ihrer a11 oder a14 oder komme nie auf den 9z
Das was natürlich bei dem pseudo objektiven Bewertungskram immer mitspielt ist, dass es wie überall Nasenfaktoren gibt.

Aber Speichellecker/Duckmäuser habe ich in meinen persönlichen Umfeld nicht wirklich gesehen, aber ich merke, ich bin in einer parallel Welt.

Studienrat

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #18 am: 27.05.2024 10:41 »
Also das erlebe ich in meinem Beamtendasein anders. Das Befördert werden ist leicht wie nie, man muss nur besser sein als die ein oder zwei Mitbewerber, sofern es überhaupt Mitbewerber gibt. Und selbst wenn es beim ersten Anlauf mit der Beförderung nicht geklappt hat, dann gibt es zwei, drei Jahre später die nächste Gelegenheit. Solange man sich nicht wie die Idioten auf Sylt aufführt oder goldene Löffel klaut, muss niemand als wirbelloses Wesen sein Dasein in der Beamtenstube fristen.

Ich finde es auch einfach lächerlich, Beamte Duckmäusertum vorzuwerfen. Was meint ihr wohl, wer in einer Privatfirma aufsteigt? Heißer Tip: Bestimmt nicht die Person, die ständig den Chef kritisiert.

Besser sein? Vielleicht im Kratzen beim Chef. Sorry, aber Leistung setzt sich im Öffi nicht durch.

Studienrat

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #19 am: 27.05.2024 10:43 »
Ich sehe das mit dem "Verkaufen" wie erwähnt etwas anders und könnte dazu eine Vielzahl von Beispielen in meinem Berufsleben nennen. Gemeint war damit, dass viele dazu neigen sich selbst zu verkaufen, weil es das System mehr oder weniger von ihnen abverlangt, wenn sie darin erfolgreich bleiben und beruflich voran kommen wollen. Da war manch einer mit Übernahme der Ernennungsurkunde plötzlich nicht mehr charakterlich wieder zu erkennen, man könnte es beinahe vielleicht als "Gehirnwäsche" bezeichnen  ;D.

Wer im Beamtensystem ist, richtet daher sein Handeln etc. sehr oft nur noch nach der hoffentlich bald bevorstehenden Beförderung aus, traut sich daher oftmals auch nicht mehr unangenehme Meinungen oder Positionen für die Führungskräfte zu vertreten, sondern versucht vordergründig unauffällig aber in gutem Licht mit zu schwimmen bzw. oftmals auch die Gunst der Chefetage für sich zu gewinnen.

Daran gehen viele innerlich auf Dauer kaputt (seine Haltung und Persönlichkeit "verkaufen" und unterwürfig zu kuschen) und verfallen dann in intrigantes bzw. heuchlerisches Verhalten. In der freien Wirtschaft würde man in so einem Fall eher mal den Arbeitgeber wechseln, das Beamtensystem ist aber ein auf Lebenszeit angelegtes Dienstverhältnis und berufliche Veränderungen eher schwieriger (Laufbahnprinzip, Pensionsansprüche trotz teils inzwischen bestehenden Ruhegeldmöglichkeiten etc.)

Aber so macht halt jeder seine eigenen Erfahrungen und auch als "Tagelöhner" muss man ja kein schlechtes Leben führen, jeder wie er will  ;D
Trauriges Umfeld in dem du lebst.
Bei mir gänzlich anders:
Ja, absolute Querulanten und Beamte, die alles mögliche machen nur das nicht was angewiesen wurde, die haben es schwer.
Aber wirbellose / unauffällige Beamte bekommen auch nur mäßige Beurteilungen und verharren in ihrer a11 oder a14 oder komme nie auf den 9z
Das was natürlich bei dem pseudo objektiven Bewertungskram immer mitspielt ist, dass es wie überall Nasenfaktoren gibt.

Aber Speichellecker/Duckmäuser habe ich in meinen persönlichen Umfeld nicht wirklich gesehen, aber ich merke, ich bin in einer parallel Welt.

Was gibt es Schöneres als auf einer A14 zu, wie du schreibst, verharren?

MoinMoin

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #20 am: 27.05.2024 13:22 »
Ich sehe das mit dem "Verkaufen" wie erwähnt etwas anders und könnte dazu eine Vielzahl von Beispielen in meinem Berufsleben nennen. Gemeint war damit, dass viele dazu neigen sich selbst zu verkaufen, weil es das System mehr oder weniger von ihnen abverlangt, wenn sie darin erfolgreich bleiben und beruflich voran kommen wollen. Da war manch einer mit Übernahme der Ernennungsurkunde plötzlich nicht mehr charakterlich wieder zu erkennen, man könnte es beinahe vielleicht als "Gehirnwäsche" bezeichnen  ;D.

Wer im Beamtensystem ist, richtet daher sein Handeln etc. sehr oft nur noch nach der hoffentlich bald bevorstehenden Beförderung aus, traut sich daher oftmals auch nicht mehr unangenehme Meinungen oder Positionen für die Führungskräfte zu vertreten, sondern versucht vordergründig unauffällig aber in gutem Licht mit zu schwimmen bzw. oftmals auch die Gunst der Chefetage für sich zu gewinnen.

Daran gehen viele innerlich auf Dauer kaputt (seine Haltung und Persönlichkeit "verkaufen" und unterwürfig zu kuschen) und verfallen dann in intrigantes bzw. heuchlerisches Verhalten. In der freien Wirtschaft würde man in so einem Fall eher mal den Arbeitgeber wechseln, das Beamtensystem ist aber ein auf Lebenszeit angelegtes Dienstverhältnis und berufliche Veränderungen eher schwieriger (Laufbahnprinzip, Pensionsansprüche trotz teils inzwischen bestehenden Ruhegeldmöglichkeiten etc.)

Aber so macht halt jeder seine eigenen Erfahrungen und auch als "Tagelöhner" muss man ja kein schlechtes Leben führen, jeder wie er will  ;D
Trauriges Umfeld in dem du lebst.
Bei mir gänzlich anders:
Ja, absolute Querulanten und Beamte, die alles mögliche machen nur das nicht was angewiesen wurde, die haben es schwer.
Aber wirbellose / unauffällige Beamte bekommen auch nur mäßige Beurteilungen und verharren in ihrer a11 oder a14 oder komme nie auf den 9z
Das was natürlich bei dem pseudo objektiven Bewertungskram immer mitspielt ist, dass es wie überall Nasenfaktoren gibt.

Aber Speichellecker/Duckmäuser habe ich in meinen persönlichen Umfeld nicht wirklich gesehen, aber ich merke, ich bin in einer parallel Welt.

Was gibt es Schöneres als auf einer A14 zu, wie du schreibst, verharren?
Nun, derjenige der mit einem A14 RL zufrieden ist und nicht als nächstes den A15 RefPosten und dann irgendwann die B2 Abteilungsleitung will, ist es fein. Aber derjenige, der Karriere machen will, der dürfte mit nur einer Beförderung im ganzen Leben sicherlich nicht zufrieden sein.

Studienrat

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #21 am: 27.05.2024 13:38 »
Geld oder Liebe, Karriere oder Familie? Ich habe mich entschieden;)

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #22 am: 27.05.2024 14:45 »
Ich möchte mal kurz mehrere Aspekte, die man bei einer Entscheidung berücksichtigen sollte, darlegen.

- Pension ... im Vergleich zur Rente (Zusatzversorgung und Rente) etwas besser.
- priv. KV ... ggf. bei einigen Ärzten etwas schneller ein Termin, nicht schön die Abrechnerei
- Versetzungsmöglichkeit...kaum relevant plus Du kannst mit Deiner Vorbildung schnell eine schönere Stelle finden
- Beurteilung, Schleim und Beförderung ...nimmt sich alles nichts...außerdem hast Du mit der Vorbildung alle Karten in der Hand...
- was viele nicht auf dem Schirm haben...Entgeltfortzahlung bei Krankheit...habe leider 2 Kolleginnen die schwer erkrankt waren...1,5 Jahre volles Gehalt und keine Sorge wie komme ich finanziell über die Runden.

Also mein Urteil...gerade wenn Du schon mit A11/7 startest und das mit der priv. KV halbwegs finanziell passt...würde ich nur zuraten!!!

Grandia

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #23 am: 27.05.2024 15:12 »
Geld oder Liebe, Karriere oder Familie? Ich habe mich entschieden;)

Das schließt sich gegenseitig nicht aus. Irgendwie ist in deinem Kopf fest verankert, dass nur mit mehr Zeitaufwand mehr erreicht werden kann. Dass es einfach Menschen gibt, die schneller, effizienter und schlauer arbeiten und somit Familie + Karriere schaffen, scheint weltfremd zu sein.
Ich sehe allein bei 100 Kollegen schon sehr deutliche Unterschiede im Leistungsvermögen, von Kaffee+Reden in jeder erdenklichen Minute hin zur Produktivität in allen Pausen.
Vielleicht interpretiere ich das falsch,  aber deine Statements klingen so nach s/w: Karriere=Speichellecken ODER Familie=Selbstreue. Dabei gibt es sehr wohl Grautöne.
Vielleicht ist es auch einfach nur eine Selbstrechtfertigung....

Studienrat

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #24 am: 27.05.2024 19:58 »
Geld oder Liebe, Karriere oder Familie? Ich habe mich entschieden;)

Das schließt sich gegenseitig nicht aus. Irgendwie ist in deinem Kopf fest verankert, dass nur mit mehr Zeitaufwand mehr erreicht werden kann. Dass es einfach Menschen gibt, die schneller, effizienter und schlauer arbeiten und somit Familie + Karriere schaffen, scheint weltfremd zu sein.
Ich sehe allein bei 100 Kollegen schon sehr deutliche Unterschiede im Leistungsvermögen, von Kaffee+Reden in jeder erdenklichen Minute hin zur Produktivität in allen Pausen.
Vielleicht interpretiere ich das falsch,  aber deine Statements klingen so nach s/w: Karriere=Speichellecken ODER Familie=Selbstreue. Dabei gibt es sehr wohl Grautöne.
Vielleicht ist es auch einfach nur eine Selbstrechtfertigung....

In meiner Branche bewerben sich nur die letzten Deppen auf Beförderungsstellen. Vielleicht, weil sie die „eigentlichen“ Anforderungen nicht antizipieren können und sich gern überschätzen. Mit Leistung hat das gar nichts zu tun. Alle Kollegen dürfen dann die von ihnen fabrizierten Scheißhaufen wegwischen. Natürlich denken Sie von sich, sie sind der Stein des Weisen und die unendliche Weisheit in einer Person, weil sie ja auf der Beförderungstelle sitzen. Und man muss natürlich auch immer sehen, welche Volldeppen sie auf diesen Posten hoben.

Studienrat

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #25 am: 27.05.2024 19:59 »
Ich möchte mal kurz mehrere Aspekte, die man bei einer Entscheidung berücksichtigen sollte, darlegen.

- Pension ... im Vergleich zur Rente (Zusatzversorgung und Rente) etwas besser.
- priv. KV ... ggf. bei einigen Ärzten etwas schneller ein Termin, nicht schön die Abrechnerei
- Versetzungsmöglichkeit...kaum relevant plus Du kannst mit Deiner Vorbildung schnell eine schönere Stelle finden
- Beurteilung, Schleim und Beförderung ...nimmt sich alles nichts...außerdem hast Du mit der Vorbildung alle Karten in der Hand...
- was viele nicht auf dem Schirm haben...Entgeltfortzahlung bei Krankheit...habe leider 2 Kolleginnen die schwer erkrankt waren...1,5 Jahre volles Gehalt und keine Sorge wie komme ich finanziell über die Runden.

Also mein Urteil...gerade wenn Du schon mit A11/7 startest und das mit der priv. KV halbwegs finanziell passt...würde ich nur zuraten!!!

Absolute Zustimmung! Schön zusammengefasst!

Casa

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #26 am: 27.05.2024 21:14 »
Zitat
Warum nach oben für die paar Mark mehr?
Nische suchen und wohlfühlen!

Zitat
Geld oder Liebe, Karriere oder Familie? Ich habe mich entschieden;)

Zitat
Vielleicht interpretiere ich das falsch,  aber deine Statements klingen so nach s/w: Karriere=Speichellecken ODER Familie=Selbstreue. Dabei gibt es sehr wohl Grautöne.
Vielleicht ist es auch einfach nur eine Selbstrechtfertigung....

So vielseitig wie das Beamtentum ist, so vielseitig sind auch die eigenen Wünsche und Möglichkeiten. Der hDler, also ab A13, hat ganz andere Möglichkeiten, als der mDler, ab A6. Das fängt beim Einkommen und der Möglichkeit sich zeitliche Freiräume zu schaffen (bspw. Teilzeit) an, geht über die grundlegende freie Arbeitsgestaltung (bei A13 systemisch praktisch immer gegeben, bei A6 eher nicht) und endet bei der Möglichkeit sich von etwaigen Problemen zu lösen. Mir fällt spontan nicht viel ein, welche Möglichkeiten der durchschnittliche mDler, laufbahnunabhängig, in der freien Wirtschaft hat. Der durchschnittliche hDler wird in der freien Wirtschaft deutlich mehr Möglichkeiten haben. Die vorgenannten Umstände, salopp gesagt, lassen einen hDler deutlich ruhiger Schlafen, als einen mDler.

Vielleicht wird es mit einem Vergleich deutlicher.
Bspw. bin ich Heizungsinstallateur, im Umkreis von 50km gibt es nur meinen Arbeitgeber, der Heizungsinstallateure beschäftigt und ich bin inhaltlich, finanziell und sozial unzufrieden. Wie wirkt sich dies aus?

Wie wirkt es sich aus, wenn ich Physiker und unzufrieden bin, morgen aber statt vorgegebenen Versuchen, in einem 300m entfernten Technologiekonzern neuen und spannenden "Physikkram" entwickeln kann? Dabei verdiene ich nicht mehr, aber immer noch genug (finanziell gut), bin unter Gleichgesinnten Menschen die wenig meckern (sozial gut) und nunmehr auch thematisch interessiert (inhaltlich gut).

Die Aussage mit der Nische, also die Änderung eines einzigen Unzufriedenheitsfaktors, ist deutlich einfacher, als die Änderung mehrerer Faktoren die unzufrieden machen. Dabei muss unzufrieden nicht absolut verstanden werden, sondern abgeschichtet (sehr, mittel, wenig unzufrieden).

Die Aussage vom nunmehr Oberstudienrat und auch MoinMoin kann ich daher verstehen.

Für MoinMoin hier das Zitat.

Zitat
Trauriges Umfeld in dem du lebst.
Bei mir gänzlich anders:
Ja, absolute Querulanten und Beamte, die alles mögliche machen nur das nicht was angewiesen wurde, die haben es schwer.
Aber wirbellose / unauffällige Beamte bekommen auch nur mäßige Beurteilungen und verharren in ihrer a11 oder a14 oder komme nie auf den 9z
Das was natürlich bei dem pseudo objektiven Bewertungskram immer mitspielt ist, dass es wie überall Nasenfaktoren gibt.

Aber Speichellecker/Duckmäuser habe ich in meinen persönlichen Umfeld nicht wirklich gesehen, aber ich merke, ich bin in einer parallel Welt.


Zitat
Ich sehe allein bei 100 Kollegen schon sehr deutliche Unterschiede im Leistungsvermögen, von Kaffee+Reden in jeder erdenklichen Minute hin zur Produktivität in allen Pausen.
Vielleicht interpretiere ich das falsch,  aber deine Statements klingen so nach s/w: Karriere=Speichellecken ODER Familie=Selbstreue. Dabei gibt es sehr wohl Grautöne.

Das Problem ist doch, dass im öD Leistung praktisch nicht belohnt wird.
Finanziell? Na vielleicht bei der übernächsten Stelle oder in 5 Jahren.
Inhaltlich? Der Bürger meckert oder ich muss unangenehme Entscheidungen treffen.
Sozial? Lieber hier, als woanders. Und wenn der Chef hier schon scheiße ist*, wird er woanders nicht besser sein.

* Und warum ist er scheiße? Weil er nicht zwingend nach Fähigkeit als Chef befördert wurde, sondern weil er zuvor fachlich gut war (Grundproblem). Oder weil er dran war oder weil ihn Jemand als Chef will oder die Alternativen schlechter sind. Zu befürchten hat der Chef auch nichts, wenn er nicht der komplette Totalausfall ist. Das ist er aber nicht, weil er schon 20 Jahre zuvor kein Totalausfall war. Besser wird er aber auch nicht, weil er keinen Anreiz hat.

Jetzt habe ich vergessen was ich final sagen wollte...
Gib mir ein Minus, wenn dir meine Beiträge gefallen. :-)

clarion

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #27 am: 27.05.2024 21:22 »
Ein mDler hat durchaus die Möglichkeit, in die PW zu wechseln. Allerdings wird er in vielen Fällen Abstriche beim Gehalt hinnehmen müssen: Auch ein Fakt, für das man als mDler gelegentlich mal dankbar sein dürfte, statt über "die da oben" zu meckern.

Leistung lohnt sich meiner Beobachtung mehr denn je, eben weil man nicht einer von 20 anderen tollen Hechten im Teich ist, sondern einer von zweien oder ganz allein.

Zum Nasenfaktor: Menschelt es nicht auch in der Privatwirtschaft?? Im ÖD gibt es immerhin noch die Personalräte und Gerichtsurteile, die ein zu willkürliches Gebaren bei der Personalauswahl einhegen.



Tagelöhner

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #28 am: 27.05.2024 21:56 »
In meiner Branche bewerben sich nur die letzten Deppen auf Beförderungsstellen. Vielleicht, weil sie die „eigentlichen“ Anforderungen nicht antizipieren können und sich gern überschätzen. Mit Leistung hat das gar nichts zu tun. Alle Kollegen dürfen dann die von ihnen fabrizierten Scheißhaufen wegwischen. Natürlich denken Sie von sich, sie sind der Stein des Weisen und die unendliche Weisheit in einer Person, weil sie ja auf der Beförderungstelle sitzen. Und man muss natürlich auch immer sehen, welche Volldeppen sie auf diesen Posten hoben.

Da wurde wohl gerade der Dunning-Kruger-Effekt beschrieben  ;D

Grandia

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Antw:[SN] Angebot zur Verbeamtung
« Antwort #29 am: 27.05.2024 22:05 »
Ich gehe da vollkommen mit. hD > gD oder mD. Der im hD ist aber dort, weil? Richtig, weil er mehr Leistung erbringt. Wenn nicht, dann weil er eine höher angesehene Leistung für seine Eignung erbracht hat. Das System ist dermaßen durchsichtig, was die Anforderungen betrifft, dass man doch nicht einfach außer Acht lassen kann, dass höhere Leistungsfähigkeit in eine bessere Position münden kann...
Ich kann Frust, Ärger, Intoleranz und Wut verstehen. Das darf doch aber nicht davon abhalten von außen raufzuschauen und zu sagen: Ich leiste mehr, bilde mich fort und bewerbe mich um, damit es mir besser geht.
Im übrigen bin ich aufgestiegen, weil ich mich in einem Themengebiet fortgebildet habe, in dem kein anderer in der Schule fähig oder willig war. Das war ein Spiel auf Glück, hat aber funktioniert. Es geht, wenn man möchte.