Leitungsämter, Beförderungsstellen, Fachleitung in NRW

Begonnen von Dominic231, 13.04.2025 14:45

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PushPull

Zitat von: Dominic231 in 28.01.2026 17:23In NRW schließt man im Grundschulbereich seit 2009 mit einem Masterabschluss ab – und damit ist die Mindestbesoldungsgruppe folgerichtig A13.

Wenn man beschließt, dass diejenigen, die davor ausgebildet wurden, diese Angleichung ebenfalls erhalten, ist das aus meiner Sicht auch nicht ungerecht.

Ungerecht ist das vielleicht nicht. Aber es stellt in Frage, warum Grundschullehrkräfte mit Staatsexamen nicht auch vorher A13 bekommen haben. Und warum z.B. Musiklehrkräfte an Gymnasien nicht direkt A15 bekommen, weil man die Absolventen sonst nicht in die Schulen bekommt. Oder warum es Tarifangestellte mit 500 Euro weniger Netto für die gleiche Arbeit gibt.

Entweder man besoldet nach Ausbildungszeit und Kriterien der Beförderungsstellen oder man will konkurrenzfähig in der Besoldung sein.

SuperIngo

#31
Es geht übrigens nicht nur um Grundschullehrkräfte.
Auch zum Beispiel um Sek 1 - Lehrkräfte an Gesamtschulen.
Schülergruppen in der Altersklasse von 10 bis teilw.18 Jahren. Unterricht bis 16.00 Uhr.
Klassengrößen von teilweise über 32.
Alles nach Studiendauer aufzuschlüsseln ist Blödsinn. Dafür haben die älteren Semester 2 Staatsexamen abgelegt, 2 Staatsarbeiten verfasst und ein 24-monatiges Referendariat hinter sich gebracht. Die Arbeit ist quasi identisch mit den Kolleginnen und Kollegen, die ggf noch 2 Oberstufenkurse haben. Oft berichten mir Sek2 Lehrkräfte, dass der Oberstufenunterricht deutlich entspannter läuft als Unterricht im Jahrgang 7 oder 8.
Es werden in der Sek 1 Überstunden ohne Ende gekloppt, Mitbetreuung von weiteren Klassen...usw! Einen Kurs im Jahrgang 12 oder 13 kann man mal alleine lassen. Mach das mal mit ner 8. Klasse....
Und in der Grundschule ist ab 13.00 Uhr quasi kein Mensch mehr zu sehen.
Und die Vollzeitkräfte in der Grundschule sitzen von 12 oder 13 uhr bis 14 oder 14.30 in der OGS bei der Ausgabe vom Mittagessen oder der Hausaufgabenbetreuung mit mehreren Erwachsenen für 12 Kinder pro Gruppe und relaxen dort mit A13, weil sie die 28 Stunden regulär gar nicht verteilt bekommen.
Der Sek1 Kollege ist oft erst um 16.30 Uhr raus aus der Schule. Die Springstunden werden zu Vertretungsstunden. Und dienstags konferiert man sich einen ab.
Teamsitzung, Fachplanung, Fortbildung, Quartalsnotenkonferenzen, Zeugniskonferenzen,Lehrerkonferenzen, Dienstbesprechung, Planungstreffen für den Übergang von Schule und Beruf, KAOA, VERA,....
Jetzt gibt es bestimmt wieder Ärger, weil man die Schulfornen nicht gegenseitig ausspielen soll, aber das musste mal gesagt werden.
Natürlich müssen Grundschullehrkräfte auch Elterngespräche führen oder Vorbereitungen tätigen. Aber das ist alles entspannter, wenn ab 12/13 Uhr kein regulärer Unterricht mehr stattfindet und STILLE herrscht. Das soll hier auch keine Verurteilung von Grundschullehrkräften sein. Es liegt ja in der Natur der Sache, dass es entspannter ist, da der reguläre Unterricht teilweise um 11.30 Uhr schon endet.
Ich beziehe mich auf eine Grundschule in einem 13.000- Einwohner-Ort, 6-zügig.
Ich habe innerhalb der Familie die verschiedenen Sichtweisen unter einem Dach. Kinder in der Oberstufe und der Sek1 der Gesamtschule, ein Familienmitglied in der Grundschule/ OGS und ein Familienmitglied in der Sek1 Ganztagsschule.
Der Horror beim letzteren ist der Unterricht nach dem Mittag zwischen ca 14 und 16 Uhr. Inclusive Spätaufsicht nach Unterrichtsende.
Hauptfach am Nachmittag. Da noch jemandem aus dem Suppoenkoma zu aktivieren fällt schwer.
Oder SuS mit Zuckerschock zu beruhigen, nachdem die in der Pause ne Türe Chips, Schokolade 🍫 und 1,5 Liter Cola verdrückt haben. Dazu noch nen Energiedrink und 5 Zigaretten.
Jeder ist seines Glückes Schmied- aber nicht jeder Schmied hat Glück...! Augen auf bei der Berufswahl.
Zum Glück mögen die SuS mich und meinen Unterricht,- und das Unterrichten fällt mir leicht.
Schlimm ist es, wenn das irgendwann ausbleibt.
Diese Kolleginnen und Kollegen sind dann nicht zu beneiden. Ich kann gut verstehen, dass es einen eklatanten Lehrkräftemangel gibt und sooo viele junge Leute das Studium oder das Referendariat abbrechen.
Von Herzen ❤️ und tiefster Überzeugung kann ich keinem den Job empfehlen.
Mit A13 wurde dieser Beruf nun monetär wenigstens etwas attraktiver. Das war laaaange überfällig!!
Die Sek.1 Leute im 1. Beförderungsamt mit der Übernahme von zusätzlichen, beförderungsrelevanten Aufgaben, müssen eigentlich auf A14 angehoben werden.
So wie die Sek.2 Leute im 1. Beförderungsamt.
Denn die Revision zum 1. Beförderungsamt ist identisch. Die Aufgabenübernahme ebenfalls.




PushPull

Hier wird auf unterschiedlichen Ebenen argumentiert. Das macht keinen Sinn.

photosynthese

Zitat von: PushPull in 29.01.2026 13:53Hier wird auf unterschiedlichen Ebenen argumentiert. Das macht keinen Sinn.

Korrekt. Zudem ist "A13 für alle" längst beschlossen und auch nicht Gegenstand dieses Threads.

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Zitat von: photosynthese in 29.01.2026 14:54Korrekt. Zudem ist "A13 für alle" längst beschlossen und auch nicht Gegenstand dieses Threads.

Naja. A13 für alle. A13Z für andere.

photosynthese

Zitat von: PushPull in 30.01.2026 04:50Naja. A13 für alle. A13Z für andere.

Und 25,5 Stunden für manche und 28 Stunden für andere. Dazu kannst du ja einen neuen Thread eröffnen. Das Thema hier ist und bleibt das Problem der Bewertung von Beförderungen bzw. Funktionsstellen als Folge von "A13 (ohne z) für alle".

SuperIngo

Ich habe 13 Jahre an Hauptschulen unterrichtet. Inklusiv + ganztags
Danach dann nun 12 Jahre an der Gesamtschule.
Früher habe ich mich echt über die 28 Stunden an Hauptschulen und nur 25,5 Stunden an Gesamtschulen geärgert.
Heute sage ich: Der Aufwand, an einer Gesamtschule zu unterrichten mit Klassengrößen bis 35 Personen, integrative Klassen mit 30 Leuten ohne Doppelbesetzung oder Inklusionskräfte, dazu diese wahnsinnig vielen Konferenzen, Arbeitstreffen, Übergabesitzungen, Besprechungen und Planungstreffen usw usw, lassen mich manchmal wehmütig auf die Hauptschule mit 28 Stunden aber nur 20 Leuten pro Klasse und fast keinen bekloppten Konferenzen und Zusatzaufgaben zurückblicken.
Und damit es etwas mit dem Thema hier zu tun hat:
Gesamtschullehrer mussten ganz dringend A13 bekommen. Und das 1. Beförderungsamt sollte dringend auf A14 im gehobenen Dienst angehoben werden. Grundsätzlich, egal ob Sek 1 oder Sek 2: 1. Beförderungsamt für ALLE A14. Denn es handelt sich um die identische Übernahme von Aufgaben und die identische Revision.
Und da muss das Besoldungsgesetz eben eine Fußnote erhalten und geändert werden:
1. Beförderungsamt in der Sek.1 = A14 im gehobenen Dienst.
1. Beförderungsamt in der Sek 2 = A14 im höheren Dienst.

Ein Bundesland hat im Zuge von A12 zu A13 für Alle ,die neuen A13er zu Studienräten ernannt. Geht doch.
Wo ein Wille ist.....

Dominic231

Meiner Meinung nach sollte man es vermeiden ständig Schulformen miteinander zu vergleichen. Es bringt nichts.
Jeder findet doch irgendwelche Gründe warum seine Schulform am anstrengendsten ist und zu schlecht besoldet wird.
Am unverschämtesten ist der Philologenverband.
Die kritisieren direkt die Grundschullehrkräfte, wenn nur irgendeine Verbesserungen angedeutet wird.

photosynthese

Zitat von: Dominic231 in 30.01.2026 17:59Meiner Meinung nach sollte man es vermeiden ständig Schulformen miteinander zu vergleichen. Es bringt nichts.
Jeder findet doch irgendwelche Gründe warum seine Schulform am anstrengendsten ist und zu schlecht besoldet wird.
Am unverschämtesten ist der Philologenverband.
Die kritisieren direkt die Grundschullehrkräfte, wenn nur irgendeine Verbesserungen angedeutet wird.


Der Philologenverband macht Klientelpolitik für Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer, die GEW für Lehrerinnen und Lehrer an Gesamtschulen, mit starken Abstrichen für Grundschulen. Haupt- und Realschule haben überhaupt keine Lobby mehr, seitdem der Realschullehrerverband sich größer machen wollte, als er eigentlich ist, und damit gefühlt implodiert ist.

Klientelpolitik ist die ureigenste Aufgabe von Interessensverbänden. Der Philologenverband tut in der Regel, was er verkauft, und ist durch die hohe Mobilisierung auch relativ erfolgreich (sofern Gewerkschaften, die vor allem für Beamte existieren, erfolgreich sein können). Wirklich unverschämt ist bestenfalls die GEW, weil sie sich als Gewerkschaft für alle Unterrichtenden verkauft, letztlich aber absolut gesamtschulorientiert ist und aktiv gegen das mehrgliedrige System arbeitet, wenn sie kann.

Dem Rest der Aussage stimme ich allerdings zu.