HUK BAP 2026

Begonnen von wildzz, 25.10.2025 10:09

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Mayday

Zitat von: Saxum in Gestern um 10:13Vielleicht wird diese Info überraschend sein, aber auch im Standard- oder Basistarif steigen die Beiträge.

Ist schon klar, die Steigung im Standardtarif ist aber geringer ausgefallen als zuletzt bei der HUK, die bei mir 4 Jahre in Folge mehr verlangte. 20 % mehr auf 250 € sind eben weniger als 20 % auf 400 € (nur als Beispiel), die Schere wird weiter auseinander gehen, zumal sich die noch fortlaufend bildenden Altersrückstellungen Beitragsmindernd auf den Standardtarif auswirken.

Saxum

#31
Ich vermute ein wenig, dass dass man bei den "400 €" (als Beispiel hier) oder beim Vergleich an sich meistens ja auf den gesamten Tarif abstellt. Für den sachgemäßen Vergleich sollte man schon ausschließlich den Grundtarif (ohne Wahl- und / oder Ergänzungstarif, ggf. ohne Pflege) mit dem Standard- oder Basistarif (ggf. ohne Pflege) vergleichen. Falls ich daneben lag entschuldige ich mich, aber hier ist dann meines Erachtens nach immer noch § 204 VVG mit dem internen Tarifwechsel dann das Mittel der Wahl, ggf. mit Abwahl der Wahl- und Ergänzungsbausteine.

Ich bezweifele die monetäre Belastung nicht, die ja auch sehr individuell ausgeprägt ist und manche zu diesem Schritt bewegen. Diese Belastung kann bei manchen tatsächlich Zuviel sein. Ich will nur auf einen sachgemäßen Vergleich hinweisen, der dann ein besseres Entscheidungskriterium ist als ein "Gefühl".

martinmar

Zitat von: Saxum in Gestern um 10:13Vielleicht wird diese Info überraschend sein, aber auch im Standard- oder Basistarif steigen die Beiträge.

und zwar nicht zu knapp. Bei meinen Abfragen an meine PKV (jetzt 54 Jahre alt, Debeka, selbständig, also keine Beihilfe) waren das konkret:
01.05.21: €321
01.07.24: €428
01.01.26: €510

Das ist der reine Standardtarif STN inkl. 10% Zulage, aber ohne Pflege...dabei wurden meine ca. €200 Nachlässe aus Altersrückstellung bereits abgezogen.

Also fast 60% Erhöhung in den letzten 5 Jahren! Deshalb fällt der Standardtarif für mich persönlich weg als letzter Strohhalm...und da er brancheneinheitlich kalkuliert wird ist er bei anderen Versicherungen sicher auch genau so angestiegen. Da er altersabhängig ist wird er auch kräftig weiter steigen, bis zum Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung, welche ja seit einigen Jahren auch jedes jahr kräftig hochgeht.

Saxum

Nein, auch im Standard- oder Basistarif steigen die Beiträge nicht einfach nur, weil jemand älter wird – diese Annahme wäre ein klassischer Fehlschluss von Korrelation auf Kausalität

martinmar

Ok, verstehe...aber es geht mit zunehmendem Alter trotzdem extrem hoch. Der STN wird einfach durch den PKV-Verband anhand der Kosten für jeden Jahrgang kalkuliert. Auf der Webseite von kv-fux gab es mal offizielle Werte für 2021 vom Verband...und die sind heute sicher immer noch ganz ähnlich gestaffelt, was das Alter angeht.
Brutto-Neugeschäftsbeiträge STN
Alter   Beitrag
20       199,87
25       224,48
30       257,62
35       289,13
40       322,70
45       361,71
50       406,85
55       455,80
60       508,31
65       561,98
70       618,54
75       666,30
80       698,92
85       716,12
90       723,71
95       723,71

Ein 75-Jähriger zahlt mehr als das Doppelte eines 40-Jährigen. Da kann man meiner Meinung nach auf jeden Fall ziemlich gut sehen, wo die Reise hingeht...
Ich als 54-Jähriger habe zum 1.1.26 jedenfalls einen Neugeschäftsbeitrag von €669, minus €206 Nachlass aus Altersrückstellung, plus die 10% Zuschlag -> €510
Das ist über €100 mehr als mein normaler PKV Volltarif (welcher allerdings auch eine höhere SB hat).
Früher hat der PKV-Verband die STN-Beiträge jährlich im Rechenschaftsbericht veröffentlicht, aber seit einigen Jahren nicht mehr. Soll niemand wissen, wie sehr die sich erhöht haben! Ich habe den PKV-Verband angefragt und nach den altuellen Werten gefragt. Antwort: Die können wir Ihnen leider nicht liefern...aha  ;D

Saxum

Ein z.B. 75 jähriger zahlt diesen Betrag wenn er Neu (wohl ohne Altersrückstellungen) in den Standardtarif einsteigen würde. Diese Werte spiegeln meines Erachtens nach nicht den Altersverlauf, sondern die Neuabschlüsse wieder - ein Tarifwechsel in den Standard (oder Basistarif) sind wohl eher keine "Neugeschäfte".

Was man da als ,,Brutto‑Neugeschäftsbeitrag" sieht, ist meines Wissens nach eher ein rechnerischer Tarifbeitrag (hier anhand einer brancheneinheitlichen Kalkulation), der nur die Obergrenze bzw. Systematik abbildet; relevant für den Versicherten ist der Zahlbeitrag nach Anrechnung seiner Alterungsrückstellungen.

Ein 20 jähriger hat kalkulatorisch gesehen dann gewöhnlich kaum Altersrückstellungen, aber dafür in der Regel eine Lebenserwartung von mindestens 80 Jahren im Durchschnitt. Da er 60 Jahre Beiträge zahlt, ist das per se eine andere Perspektive, als jemand der mit 80 einsteigt (hier kalkulatorisch abgebildet ohne Altersrückstellungen) und eine erheblich kürzere Lebenserwartung hat. Dabei muss jener, ausgehend von der Kalkulation, all die bisherig verpassten Altersrückstellungen "nachzahlen" und dazu natürlich das wohl unzweifelhaft höhere versicherungsmathematische Kostenrisiko im Alter - da in der Regel der Behandlungsbedarf enorm größer ist als mit 20.

Es ist also hier zu vergleichen zwischen jemanden der 60 Jahre ein "Polster" aufbauen wird und jemand der mit 80 "direkt ohne Polster" einsteigt. Das ist hier also erneut keine "altersbedingte Tarifsteigerung" nur weil man älter geworden ist. Das ist exakt die gleiche versicherungsmathematische Kalkulation, dass jemand der frisch mit 45 in die PKV einsteigt mehr zahlt als jemand der mit 20 einstiegt.