Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion I

Begonnen von Admin, 15.11.2025 17:26

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Tagelöhner

Zitat von: SvenL1975 in 17.11.2025 17:36
Kündigung, in meinem Fall bei der GEW, ist raus. Mit ausdrücklicher Begründung, dass die heutigen Forderungen und besonders der Sockelbetrag der Grund sind. Ich habe in diesem Jahr knapp unter 650€ an die GEW bezahlt, das ist dann mein zusätzlicher "Sockelbetrag" ab dem nächsten Jahr. Wenn sie meinen, nichts für die höheren EGs tun zu müssen, dann können sie auch auf mein Geld verzichten.

Glückwunsch, du hast es endgültig verstanden und vernünftig gehandelt.
Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

winne

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in 17.11.2025 18:07
Kann mir hier noch jemand erklären, warum Verdi für den Bund mehr fordert als für die Länder und warum die Länder im Vergleich zum Bund in den letzten Jahren (Jahrzehnten) derart underperformten?

Da gebe ich dir vollkommen Recht. Wenn man sich die Ausgangsforderungen der letzten TV-ÖD-Tarifrunde anschaut, ist das für mich unverständlich – vor allem, wenn doch immer betont wird, wie groß die Lücke zwischen Ländern sowie Bund und Kommunen sei. Durch diese Forderungen wird sie jedenfalls nicht kleiner.

MoinMoin

Zitat von: winne in 17.11.2025 18:57
Zitat von: IchLiebeBeamtentum in 17.11.2025 18:07
Kann mir hier noch jemand erklären, warum Verdi für den Bund mehr fordert als für die Länder und warum die Länder im Vergleich zum Bund in den letzten Jahren (Jahrzehnten) derart underperformten?

Da gebe ich dir vollkommen Recht. Wenn man sich die Ausgangsforderungen der letzten TV-ÖD-Tarifrunde anschaut, ist das für mich unverständlich – vor allem, wenn doch immer betont wird, wie groß die Lücke zwischen Ländern sowie Bund und Kommunen sei. Durch diese Forderungen wird sie jedenfalls nicht kleiner.
Zunächst einmal, ist es der zeitliche Versatz, der ein underperfomen erscheinen lässt.
Wenn man dann jedoch die entsprechend zeitlich zueinander passenden Ergebnisse anschaut, dann zahlte zum Teil TV-L besser (in den unteren EGs)

Muschebubu

Zitat von: SuperIngo in 17.11.2025 17:15
In NRW arbeiten Landesbeamte schon seit über 20 Jahren 41 Stunden- ohne Ausgleich, dafür aber mit zahlreichen finanziellen Streichungen.

Tut mir leid, der muss aber sein... War da nicht in NRW was mit Lehrern, die verbeamtet sind, 100 Prozent Bezüge erhalten und seit über 16 Jahren nicht mehr im Dienst gesehen wurden? Wir können jetzt lang und breit die Vor- und Nachteile der einzelnen Gruppen besprechen, aber es führt zu nichts. Insbesondere hier nicht, weil es um TARIFVERHANDLUNGEN geht und nicht um die Besoldungsrunden. Ich wüsste nicht, dass die paar Arbeitgebervertreter irgendwie durch die jeweiligen Landesparlamente legitimiert wären hier was ,,auszuhandeln".

Vollender

Sind diese Forderungen nun wirklich geeignet um neue Mitglieder für Gewerkschaften zu gewinnen?

Gerade bei MINT-Berufen ist der Wettbewerb mit anderen Tarifbereichen des ÖD sehr spürbar. Der TV-L-bleibt offenbar gerne dritte Liga bei den höheren EG im ÖD. Warum? Damit der Kuchen artig bei unteren EG verteilt wird?

Angelsaxe

Zitat von: Vollender in 17.11.2025 20:34
Sind diese Forderungen nun wirklich geeignet um neue Mitglieder für Gewerkschaften zu gewinnen?

Gerade bei MINT-Berufen ist der Wettbewerb mit anderen Tarifbereichen des ÖD sehr spürbar. Der TV-L-bleibt offenbar gerne dritte Liga bei den höheren EG im ÖD. Warum? Damit der Kuchen artig bei unteren EG verteilt wird?

Wie polemisch kann eine Frage sein?!  ;D

Diese Forderungen sind beste Werbung NICHT-Mitglied zu werden/bleiben.  :-\
Mit der Berufung in das Beamtenverhältnis erlischt ein Arbeitsverhältnis zum Dienstherrn.

Johannes1893

Hat man beim TVÖD nicht 8% ,,Volumen" gefordert und hier 7% linear?

Sei's Drum. Am Ende geht es in erster Linie um Sockelbeträge und das Ergebnis wird leicht unter Bund und Kommunen im ,,Volumen" sein. Da es mehr Beschäftigte in den höheren EG's bei den Ländern gibt, dürfte der Abstand zu den Kommunen weiter wachsen, indem beispielsweise die JSZ geringfügiger oder gar nicht angehoben wird.

thesisko

Kannst du dir nicht ausdenken...

Hatte nicht eine andere Gewerkschaft errechnet, dass man 16,4% durchsetzen muss, damit man alle Rückstände aufholt?
Und Verdi geht mit 7% und dieser unsäglichen Mindesterhöhung von 300,- € ins Rennen?

Beim letzten Mal bin ich den Aufrufen gefolgt und mit bei den Umzügen und Kundgebungen gewesen. Für diese Forderung würde ich das warme Gebäude nicht verlassen. Was soll dabei rauskommen? Maximal 2,x auf 28 Monate....

Zum Glück unterliege ich nicht mehr dem TV-L. Ich wünsche allen viel Erfolg!

Zerot

Die Gewerkschaften schaffen sich selber ab da sie den Blick auf die Realität verloren haben und reihen sich somit in den aktuellen Zeitgeist ein. aber sei es drum, was mich nur max. wundert, die Bildzeitung hat keinen Artikel über die Forderungen veröffentlicht. in 95% der Fälle gibt es direkt eine Kolumne wie gut es dem ÖD und den Beamten geht und jetzt nochmal x,xx % mehr fordern.

Frank Förster

Zitat von: Ddockz in 17.11.2025 16:10
In den Erwartungen stehen neben den Forderungen noch folgende Punkte:
...
-Mitgliedervorteilsregelung: ein zusätzlicher freier Tag für Gewerkschaftsmitglieder
...


Bezieht sich das nur auf Verdi-Mitglieder, oder auch andere Gewerkschaften (vdla zum Beispiel)?

frank459

AG: Forderung von 7% sind bei eine Inflationsrate von 2% völlig überzogen.

Wieviel haben wir denn 2023 oder 2022 bei 6% bzw. 7% Inflationsrate bekommen? Das sollte erstmal noch ausgeglichen werden!

TVLNeuling

Ich verstehe es auch nicht, wie man so tief die Forderung setzen kann. Da wird doch so weit nach unten verhandelt und dann dauert es auch wieder Monate bis ein mögliches Ergebnis umgesetzt wird.

Also ich hoffe darauf, dass man sich von den geforderten 7 % nicht zu weit nach unten verhandeln lässt oder aber die JSZ noch irgendwie ins Spiel kommt.
Vielleicht findet man ja auch mal einen Kompromiss schon in der 2. Verhandlungsrunde? Wahrscheinlich einfach nur naiv so etwas zu denken?

Man ist gespannt!

frank459

Das bleibt wohl ein Traum.

Die ersten zwei Verhandlungsrunden wird es nicht mal ein Angebot der Arbeitgeberseite geben.
Bei der dritten Runde kommt dann ein kleines Angebot und in der Verlängerung der dritten Runde (Nachtsitzung) wir haben es geschafft und einen tollen Abschluss erreicht. Das Schauspiel ist doch jedes Mal das gleiche.

Doppelkeks

Zitat von: frank459 in 18.11.2025 08:11
AG: Forderung von 7% sind bei eine Inflationsrate von 2% völlig überzogen.

Wieviel haben wir denn 2023 oder 2022 bei 6% bzw. 7% Inflationsrate bekommen? Das sollte erstmal noch ausgeglichen werden!
Da gab es doch den Inflationsausgleich  ;)

Wir müssen sparen im Land! Verdi und Poltik sind eng verzahnt. Es wird schwieriger Erhöhungen durchzusetzen, noch schwieriger, wenn man mit den Forderungen so weit nach unten geht.

Doppelkeks

Zitat von: frank459 in 18.11.2025 08:23
Das bleibt wohl ein Traum.

Die ersten zwei Verhandlungsrunden wird es nicht mal ein Angebot der Arbeitgeberseite geben.
Bei der dritten Runde kommt dann ein kleines Angebot und in der Verlängerung der dritten Runde (Nachtsitzung) wir haben es geschafft und einen tollen Abschluss erreicht. Das Schauspiel ist doch jedes Mal das gleiche.

100% wird es so kommen.