Autor Thema: Mit Bachelor Public Management in die Privatwirtschaft?  (Read 1067 times)

OkName311

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Ich studiere aktuell Public Management im Bachelor und habe bereits ein Praktikum im öffentlichen Dienst absolviert. Aktuell befinde ich mich bereits in den Endzügen meines Studiums, bekomme allerdings immer mehr Zweifel, ob das Studium die richtige berufliche Entscheidung war. Ich schaue immer mal wieder nach Stellenangeboten in meiner Region, finde aber wenig, das mich anspricht.

Zudem ist mein Praktikumszeugnis auch eher mittelmäßig und beinhaltet Ausdrücke wie "zurückhaltend", hab das Gefühl, das könnte etwas kritisch gesehen werden. Ich denke, ich habe irgendwie Schwierigkeiten, eine "Amtsautorität" mit meinem Auftreten zu vermitteln und das wird zum Problem. Ich habe vor dem Studium bereits in der Privatwirtschaft gearbeitet, allerdings fachfremd und da wurde mein Auftreten nicht so stark bewertet wie mein Ergebnis und da habe ich das Gefühl, dass ich dort besser abschneiden konnte.

Vielleicht liegt es auch an der aktuellen Arbeitsmarktsituation, dass nicht viel ausgeschrieben wird, aber ich weiß nicht, wie es für mich nach meinem Abschluss weiter gehen soll. Privat bin ich an meine aktuelle Region gebunden und kann nicht umziehen Allerdings wohne ich auch nicht in einer Metropolregion und entsprechend begrenzt sind hier die Stellenangebote.

Daher wollte ich fragen, welche Verwendungsmöglichkeiten mit meinem Abschluss in der Privatwirtschaft existieren. Immerhin beinhaltet mein Studium auch Inhalte wie Kaufmännische Buchführung, KLR, Finanzmanagement.. damit sollte man doch etwas anfangen können oder?

Beruflich möchte ich eher im Hintergrund arbeiten, also eher in einem kleinen Team und wenn möglich wenig Außenkontakt, aber auf interamt finde ich solche Stellen kaum. Ich wäre bereit "unter" meinem Abschluss zu arbeiten, also die Entgeltgruppe ist nicht so entscheidend, ehet die Tätigkeit. Vielleicht hat hier jemand entsprechende Erfahrungen oder eine ähnliche Ausgangslage und kann weiterhelfen.

Adlerauge

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Hm, was genau ist denn Dein Wunsch?
In einen wirtschaftlichen Betrieb zu wechseln oder doch in den öD zu gehen, das klingt zumindest am Ende so.

Hast Du eine abgeschlossene Berufsausbildung oder bist direkt ins Studium eingestiegen?

OkName311

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Ich bin direkt ins Studium eingestiegen, habe also leider keine Berufsausbildung vorher absolviert, was ich im Nachhinein ziemlich bereue. Die Stellen in den einschlägigen Jobportalen setzen meist Berufserfahrung voraus, ich habe allerdings nur einen Abschluss und zwei Praktika vorzuweisen.

Ich wollte fragen, ob ich mit meinem Abschluss grundsätzlich Chancen in der Privatwirtschaft hätte, z.B. bei kaufmännischen Jobs oder anderen "typischen BWL" Tätigkeiten, da ja eine gewisse Schnittmenge mit meinem Studium vorhanden ist. Oder wäre es eher aussichtslos?

Adlerauge

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Deshalb kam meine Frage nach eine vorherigen Ausbildung.
Ich würde sagen: "Kommt drauf an".. auch wenn Dir das jetzt wenig hilft.

Mein aktuelles Problem:
Umschulung als Verwaltungsfachangestellter mit gut abgeschlossen, aber sehr viele Stellen im öD (zumindest in NRW) gibts nicht ohne Berufserfahrung im gewünschten Bereich, bzw. in der FiBu etc. sollte es dann sogar besser ein kaufmännischer Ausbildungsberuf sein, ggfls. sogar mit Fachwirt etc.
Das habe ich mir echt anders vorgestellt, jetzt mus halt eher irgendeine Stelle nehmen, um nichts ins Bürgergeld zu fallen.
 
In "BWL-lastigen" Stellen wäre Dein Studium sicher hilfreich.
Das sehe ich in der Privatwirtschaft auch so, aber das kommt drauf an sollte heissen: Das entscheidet das Unterenhmen selbst, wie es den Abschluss ansieht und welche Bewerber gibt es sonst noch so.

Also einfach mal in der freien Wirtschaft bewerben..

OkName311

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Uns wurde im Studium gesagt (und man liest es ja eigentlich überall), dass im öffentlichen Dienst händeringend Personal gesucht wird, aber deine Erfahrungen bestätigen mir, dass es für Bewerber trotzdem schwierig bleibt.

Ich würde dann im Zweifel auch lieber irgendeine Stelle annehmen, egal ob öD oder Privatwirtschaft, um nicht in die Arbeitslosigkeit zu fallen.

Wünsche dir jedenfalls noch viel Erfolg bei der Suche und dass du eine Stelle findest, die dir zusagt.

KaiBro

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Uns wurde im Studium gesagt (und man liest es ja eigentlich überall), dass im öffentlichen Dienst händeringend Personal gesucht wird, aber deine Erfahrungen bestätigen mir, dass es für Bewerber trotzdem schwierig bleibt.


Es wird auch händeringend Personal gesucht. Gibt Behörden, da gehen auf Stellenausschreibungen genau 0 Bewerbungen ein.

Für Bewerber ohne Berufserfahrung ist es allerdings durchaus schwierig, mit Berufserfahrung umso leichter. Deswegen sollte man bei Einstieg in den öffentlichen Dienst nicht auf die EG schauen, sondern darauf, erstmal Berufserfahrung zu sammeln. Hat man Berufserfahrung und ist im öffentlichen Dienst drin, ist es umso einfacher eine neue Stelle zu finden.


OkName311

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Ja, Berufserfahrung ist sehr wichtig für den Einstieg. Jedoch liegt genau da das Problem: Ich brauche Berufserfahrung, um Berufserfahrung (einen Job) zu bekommen. In meinem Studium muss ich zwei Praxissemester (Praktika) absolvieren, aber mehr kann ich als Einsteiger erstmal nicht vorweisen. Auch sind Werkstudenten-Stellen im öffentlichen Dienst seltener als in der Privatwirtschaft zu finden.

Hätte ich damals dual studiert oder eine klassische Ausbildung gemacht, hätte ich mein jetziges Problem in der Form wahrscheinlich nicht. Aber ich kann leider die Zeit nicht zurückdrehen und muss mein Studium jetzt zu Ende bringen. Ein weiteres Studium oder Ausbildung kann ich mir finanziell auch nicht mehr leisten. Entweder es klappt mit dem Einstieg in den öD oder nicht, dann muss ich irgendwas anderes annehmen.

Adlerauge

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Was ich dazu sagen möchte:
In vielen Stellenanzeigen wird auch eine einschlägige Berufserfahrung gefordert und nicht einfach "irgendetwas" im öD.
Aber das schrieb ich ja vorher schon Mal.
Also man sollte dann schon schauen, dass man in einem Bereich unterkommt, der einen auch interessiert und liegt.
Sonst landet man nachher z.B. in einer Landesbehörde mit EG6 und tritt auf der Stelle und kann sich schlecht wegbewerben.

Aber natürlich gibt es auch Bereiche, die grundsätzlich eher beliebt sind und andere, die entweder vom Aufgabengebiet nix sind, schlecht bezahlt und ggfls. auch noch schwieriges Klientel bedeuten.

kittyka

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Aber natürlich gibt es auch Bereiche, die grundsätzlich eher beliebt sind und andere, die entweder vom Aufgabengebiet nix sind, schlecht bezahlt und ggfls. auch noch schwieriges Klientel bedeuten.

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