Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion II

Begonnen von Rowhin, 16.01.2026 17:02

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Faunus

Da wäre ich aber sehr, sehr vorsichtig @sebbo83.
Hast Du eine Ahnung, wie viele Biermarken für's Oktoberfest von den Brauereien zum 0-Tarif ausgegeben werden. Da bekommen so No-Names wie ich welche ab. Das drückt dann den Preis/Maß wieder.
Nur das Trinkgeld für die Bedienung solltest Du besser nicht vergessen!

Ich denke, eine 0,00-EUR-Tarif-Maß Bier will dann doch niemand sein ;)

Warnstreik

Zitat von: sebbo83 in Gestern um 16:52Dazu habe ich festgestellt, das Maß Bier verhandelt besser und härter als unsere Gewerkschaftsvertretung. Also, man sollte eine Maß Bier sein und deren Gewerkschaft beitreten :Prost:
Die Idee:
1: Man kann es sich einreden: "Ich bin ein Maß Bier." - Schon bin ich es - zumindest grammatikalisch
2: Ins Bierzelt setzen, ein Maß Bier bestellen, emotional damit verschmelzen und sie um alles und jeden verteidigen - dann lebt man zumindest für das Maß Bier
3: Wenn ich lange genug über ein Maß Bier nachdenke, denkt das Maß Bier irgendwann über mich nach  :o

Vermutlich gewinnt das Maß Bier den Wertindex eh so lange, wie es knapp, begehrt und nicht ersetzbar ist. Ohh, sind wir Arbeitnehmer das nicht auch? Scheinbar noch nicht genug ...

Vielleicht ist das Maß Bier ein schlechter Lebensstandard-Indikator - nur flüchtig - und daher ein Frustindikator.

Ich würds anders sehen: Da sieht man mal was da für Idioten hingehen und die Preise bezahlen ;-)    Würden die ihre Macht vernünftig einsetzen, würde die Kurve nicht höher sein als der Tarif im TVöD.



Jetzt kommen die Streiks ein wenig ins Laufen - morgen wirds ziemliche Staus am Elbtunnel und auch anderen Tunneln geben. Hier muss man eben nur mal durchhalten und nicht im Februar das erste Angebot annehmen.

Admin

Zitat von: oeffiHansel in Gestern um 16:06At Admin: Danke sehr interessant.

Darf man Fragen, wie die Löhne TV-L TVöD berechnet werden? Mittelwert über alle Gehaltsgruppen und Stufen?

* Mindestbeträge, die ohnehin nur wenige Kollegen betreffen, haben wir gar nicht berücksichtigt
* Sockelbeträge haben wir - wenn vorhanden - mit dem von den Tarifparteien vereinbarten Mittel- bzw Ersatzwert berücksichtigt (zB TVöD 2023: 11,5%)
* Ansonsten haben wir EG9 Stufe 5 als Mittelwert angesetzt (zB TV-L 2024)
* Einmalzahlungen sind nicht tabellenwirksam und damit komplett unberücksichtigt
* Effekte innerhalb eines Jahres verzögerter Entgeltsteigerungen haben wir nicht berücksichtigt (sind ja auch nicht tabellenwirksam)

Diese Hinweise kommen noch auf die zugehörige Seite. Das Diagramm war nur im Forum vorab.

oeffiHansel

Zitat von: Admin in Gestern um 20:22* Mindestbeträge, die ohnehin nur wenige Kollegen betreffen, haben wir gar nicht berücksichtigt
* Sockelbeträge haben wir - wenn vorhanden - mit dem von den Tarifparteien vereinbarten Mittel- bzw Ersatzwert berücksichtigt (zB TVöD 2023: 11,5%)
* Ansonsten haben wir EG9 Stufe 5 als Mittelwert angesetzt (zB TV-L 2024)
* Einmalzahlungen sind nicht tabellenwirksam und damit komplett unberücksichtigt
* Effekte innerhalb eines Jahres verzögerter Entgeltsteigerungen haben wir nicht berücksichtigt (sind ja auch nicht tabellenwirksam)

Diese Hinweise kommen noch auf die zugehörige Seite. Das Diagramm war nur im Forum vorab.

Vielen Dank, für die Erklärung!

Zwockel

Frage aus Interesse wie wahrscheinlich ist es, dass die stufengleiche Höhergruppierung durch kommt?

Rowhin

Zitat von: Zwockel in Heute um 10:40Frage aus Interesse wie wahrscheinlich ist es, dass die stufengleiche Höhergruppierung durch kommt?

Ich würde mal sagen, 20% Chance, so gern ich sie hätte (auch wenn sie mir persönlich nicht viel bringt). ver.di hat kein gesondertes Interesse daran, und für die AG dürfte es Streichmasse sein.

Tante Hilde

Also ich weiß ja nicht, wie jetzt das Maß Bier hier reinspielt, evtl. habe ich das überlesen. Aber dass ich mit einem Netto-Zuwachs von 45 Euro rechnen kann und in 2 Jahren dann 160 Euro, ohne dass die JSZ angehoben wird, ist doch ein Witz! Unser Wocheneinkauf ist wesentlich teuer geworden als die 50 Euro mehr, und das jede WOCHE! Über Nebenkosten fürs Wohnen rede ich mal gar nicht. Ich bin nicht in der Gewerkschaft, gehe aber natürlich zum Streik, am Freitag streiken hier die Angestellten der Berufsschulen. Das sind dann v.a. die Älteren, die nicht verbeamtet werden konnten, den Laden seit Jahrzehnten aber am Laufen gehalten haben und dafür die Altersstunden gestrichen bekamen. Danke für NICHTS! 

dregonfleischer

Zitat von: Rowhin in Heute um 11:02Ich würde mal sagen, 20% Chance, so gern ich sie hätte (auch wenn sie mir persönlich nicht viel bringt). ver.di hat kein gesondertes Interesse daran, und für die AG dürfte es Streichmasse sein.

null die steht gar nicht zu verhandlung

Zwockel

Steht aber doch in den Eckpunkten für einen Einigungskorridor.

Warnstreik

Zitat von: Tante Hilde in Heute um 11:44Also ich weiß ja nicht, wie jetzt das Maß Bier hier reinspielt, evtl. habe ich das überlesen. Aber dass ich mit einem Netto-Zuwachs von 45 Euro rechnen kann und in 2 Jahren dann 160 Euro, ohne dass die JSZ angehoben wird, ist doch ein Witz! Unser Wocheneinkauf ist wesentlich teuer geworden als die 50 Euro mehr, und das jede WOCHE! Über Nebenkosten fürs Wohnen rede ich mal gar nicht. Ich bin nicht in der Gewerkschaft, gehe aber natürlich zum Streik, am Freitag streiken hier die Angestellten der Berufsschulen. Das sind dann v.a. die Älteren, die nicht verbeamtet werden konnten, den Laden seit Jahrzehnten aber am Laufen gehalten haben und dafür die Altersstunden gestrichen bekamen. Danke für NICHTS! 

Bei allem Ärger: Von welchem Zeitraum reden wir denn? 2025 gab es 5,5%, 2024 200€ Brutto, für die meisten bedeutete das eine Erhöhung von 10-11% in den zwei Jahren. Wenn du den Wocheneinkauf ansprichst: Der ist in dieser Zeit maximal um 5% gestiegen. Diese Erhöhung war über die verschiedenen Branchen ganz ok - hat aber die krasse Steigerung aus den Jahren 22 und 23 nicht ausgeglichen. Und hier ist das Problem: Ich kann mich bei Verhandlungen nur auf das ist und jetzt konzentrieren wenn ich Argumente suche: JETZT haben wir ein Problem mit der Preissteigerung JETZT ist Personalsituation angespannt...  Ist die Verhandlungsrunde durch, ist das alles gegessen. 

Wenn man etwas hätte lernen können, dann folgendes: Kein Einlassen mehr auf Tariflaufzeiten deutlich über einem Jahr. Die Verhandlungen sollten zumindest informell starten bevor der Vertrag ausläuft UND es muss immer eine rückwirkende Zahlung gefordert werden. Dann passiert es nämlich nicht, dass man ohne die Chance auf Neuverhandlung in eine Hochinflationsphase läuft wie im Jahr 2022.

 

cyrix42

Zitat von: Zwockel in Heute um 12:52Steht aber doch in den Eckpunkten für einen Einigungskorridor.

Ja, sie wird von der AG-Seite angeboten (und war auch Teil der "Erwartungen" der AN-Seite). Insofern bestehen durchaus noch Chancen, dass sie diesmal kommt. Natürlich wird es nur ein Gesamt-Paket zum Abschluss geben. Und wenn ver.di z.B. im Gegenzug für einen Mindestbetrag diese Forderung fallen lässt, dann könnte die TdL durchaus sagen, dass eine mit dem anderen aufrechnen. (Was die erwarteten Kosten im Falle der stufengleichen Höhergruppierung wären, kann ich aber überhaupt nicht abschätzen, habe also überhaupt keinen Schimmer, um welche Beträge es dabei geht...)

ignaz

Gültigkeit der Tabelle: 01.05.2026 - 31.03.2027
Quelle: https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/bund?id=tvoed-bund-2026&matrix=1
Entgelttabelle TVÖD Bund 2026
€    1    2    3    4    5    6
E 15Ü    7062.92    7814.11    8525.72    9000.15    9110.86   
E 15    5827.86    6208.96    6634.05    7214.39    7811.37    8204.11
E 14    5298.27    5643.35    6094.01    6594.12    7151.57    7551.78
E 13    4901.11    5279.32    5709.87    6177.31    6727.38    7025.87
E 12    4415.70    4850.91    5359.50    5923.82    6586.00    6900.18
E 11    4269.64    4669.92    5046.03    5454.10    6012.56    6326.77
E 10    4124.53    4438.16    4794.69    5181.37    5611.95    5753.35
E 9c    3978.29    4249.97    4589.09    4958.59    5359.19    5487.80
E 9b    3833.50    3956.17    4267.03    4608.13    4983.57    5297.75
E 9a    3691.52    3917.37    3981.07    4196.35    4590.80    4746.88

TVÖD aktuell bis 2027

--------------------------------------------------------

Gültigkeit der Tabelle: Beispielrechnung 2028a Laufzeit: 29 Monate bis 31.03.2028
Quelle: https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/tr/2025?id=tv-l-pr-2028a&matrix=1

Entgelttabelle TV-L Bsp 2028a +1,64% +1,64% +1,64%
€    1    2    3    4    5    6
E 15Ü    7003.96    7749.79    8457.64    8921.86    9036.06   
E 15    5779.53    6197.20    6417.92    7201.85    7795.48    8022.70
E 14    5253.72    5634.01    5946.05    6417.92    7140.92    7348.53
E 13Ü        5215.41    5481.80    6417.92    7140.92    7348.53
E 13    4861.28    5215.41    5481.80    5999.32    6714.73    6909.54
E 12    4403.20    4697.89    5321.97    5869.95    6577.74    6768.43
E 11    4267.81    4540.03    4850.11    5321.97    6006.94    6180.51
E 10    4124.89    4392.02    4697.89    5009.91    5603.60    5765.05
E 9b    3696.15    3953.68    4121.47    4585.10    4979.49    5122.25
E 9a    3696.15    3953.68    4009.64    4121.47    4585.10    4714.59


Würde das TV-L Ergebnis wirklich so desaströs kommen, wie der Beispielrechner 2028a zeigt, dann wäre meines Wissens seit Jahren zum ersten mal das TV-L Ergebnis sogar verzögert deutlich schlechter als TVÖD. Das die nächste Tarifrunde TVÖD 2027 schon stattfindet ist bekannt. Sprich wir werden dann nicht nur zeitlich wie bisher abgehängt, sondern zeitlich + prozentual + durch die Arbeitszeit.

Wo das hinführen soll kann man nur erahnen....

Die ganzen Nebenvorteile des TVÖD
  • oft weniger Wochenstunden (39 statt 40)
  • ab 27 1 Tag Urlaub mehr
  • ab 2026 freiwillige Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 42 Wochenstunden möglich
  • "Zeit-statt-Geld-Wahlmodell"
  • Umwandlungsmöglichkeit von Teilen der Jahressonderzahlung in bis zu 3 freie Tage
  • JSZ  E 9a bis E 12: von 80% auf 90%, E 13 bis E 15: von 60% auf 75%

Durch die höhere JSZ verlieren höhrere EGs im TV-l vs. TVÖD übrigens mehr als 2000 Brutto aufs Jahr gerechnet.

JSZ EG 13 Stufe 6 TVÖD (ab Mai 2026)        5269.40 €
JSZ EG 13 Stufe 6 TVL (2028a!)              3210.86 €


Schaut man sich die Möglichkeit der Umwandlung der JSZ in freie Tage an, so könnte man folgende Aussage treffen:
TVÖD hat neben aktuell 7-10% mehr Entgelt, ab 2027 1 Tage mehr, 39 statt 40 Wochenstunden (bei 40 Arbeitswochen im Jahr = ca. 1 Arbeitswoche weniger im Jahr) und dann noch die Umwandlung in Anspruch nimmt -> kosten 3 Tage bei EG 13 Stufe 6 323.18 * 3 = ca. 970€Brutto

= 1 Tag mehr Urlaub + 3 Tage JSZ umgewandelt zu 970€ + 1 Woche mehr frei durch 1h weniger 
= 9 Tage mehr Urlaub im TVÖD plus 10% mehr Brutto + ca. 1100€ mehr JSZ (trotz Abzug der 3 Tage)

Nice!

Danke liebe Verhandler...



   

cyrix42

btw: Ich habe mal überschlagen, dass die stufengleiche Höhergruppierung im Volumen so ca. 0,1% höhere Personalkosten pro Jahr für die AG bedeuten würde. Nur, um da mal ein Preisschild dranzuhängen...

Warnstreik

Zitat von: cyrix42 in Heute um 14:11btw: Ich habe mal überschlagen, dass die stufengleiche Höhergruppierung im Volumen so ca. 0,1% höhere Personalkosten pro Jahr für die AG bedeuten würde. Nur, um da mal ein Preisschild dranzuhängen...

Dafür könnte man das Thema endlich mal vom Tisch nehmen, oder?

teclis22

Das ist vermutlich schon lange zu einem praktischen Chip geworden. Und völlig losgelöst von der inhaltlichen Bedeutung.