42-Stunden-Woche im TVöD-Bund "Wer würde sie tatsächlich nutzen?"

Begonnen von Patrick2442, 30.01.2026 15:24

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Lorenzo von Matterhorn

Sofern du auf das unten verlinkte Durchführungsrundschreiben des BMI abhebst, wo wären deine eingangs genannten Voraussetzungen wie "Mitarbeiter-Vakanz" oder ähnliches zu finden?

Durchführungsrundschreiben

MeTe

ZitatUnd dann willst du diese besser vergütete Mehrarbeit (+15%/+30%) durch die weniger gut vergütete Arbeitszeiterhöhung tauschen?

Löblich... oder wohl eher Faulheit. Arbeitszeiterhöhung = automatisch einfach mehr Zeit zur Verfügung und mehr Geld auf dem Konto (so meine naive Annahme damals). Mehrarbeit = Formulare befüllen, Gremien abwarten, Statements, Begründungen, usw. - und zwar jedes mal wieder, ständig, für jede neue Mehrarbeit. Das ist halt auch verschwendete Arbeitszeit.

MeTe

ZitatSofern du auf das unten verlinkte Durchführungsrundschreiben des BMI abhebst, wo wären deine eingangs genannten Voraussetzungen wie "Mitarbeiter-Vakanz" oder ähnliches zu finden?

Pardon mein Fehler, mein AG hat, auf das BMI-Durchführungsrundschreiben aufbauend, noch ein Rundschreiben aufgesetzt mit "Hinweisen" (netter Euphemismus) wie man denn das BMI-Durchführungsrundschreiben zu verstehen bzw. interpretieren habe. Und in diesem wurden dann eine ganze Liste an "Hinweisen" gegeben was alles erfüllt sein muss damit aus Sicht des AG eine Arbeitszeiterhöhung gemäß BMI-Schreiben auch nur in Frage kommen könnte. Diese Liste könnte man auch in wenigen Worten als "bei uns nicht!" zusammenfassen.

MoinMoin

Zitat von: MeTe in 03.02.2026 12:02Löblich... oder wohl eher Faulheit. Arbeitszeiterhöhung = automatisch einfach mehr Zeit zur Verfügung und mehr Geld auf dem Konto (so meine naive Annahme damals). Mehrarbeit = Formulare befüllen, Gremien abwarten, Statements, Begründungen, usw. - und zwar jedes mal wieder, ständig, für jede neue Mehrarbeit. Das ist halt auch verschwendete Arbeitszeit.
Naja, dann verweist man halt auf diesen Umstand und bedankt sich beim AG dafür, dass er bereit ist mehr Geld auszuzahlen und würde mir eben das Geld auszahlen lassen und nicht ein Überstundenkonto füllen.

oder halt mal 3 Monate das Überstundenkonto leeren und ne schöne Kreuzfahrt machen.

wie heißt es so schön: Lernen durch Schmerz.

Admin

wir haben die Entgelterhöhungsmöglichkeit durch die freiwillige 42-Stundenwoche nun mal testweise in den Auswahlzulagen ergänzt:
https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/bund?id=tvoed-bund-2025

Jahressonderzahlung ist nicht berücksichtigt.

henry73

-> Man will es nicht. Zumindest bei uns.
[/quote]

ja da kann ich MeTe nur zustimmen, so kommt es zumindest von den Personalstellen rüber.

Bei uns in der Dienststelle gibt es einige die weit über 50 Überstunden haben, die aber im Rahmen der Gleitzeit erworben wurden und somit fällt in diesem Fall die Mehrarbeit aus.
Genauso find ich es auch schade (wie in meinem Fall) die Bearbeitung fast 3 Monate dauert, obwohl beim vorfühlen schon feststand das es eh abgelehnt wird.


KurzeFrage

Wir hatten heute eine Infoveranstaltung von unseren Hausjuristen zu diesem Thema und dort vermittelte man bereits den Eindruck, dass dieses Instrument nicht wirklich gewünscht ist. Es wurde immer wieder betont, dass die möglichen Kriterien wie bspw. das der Vakanzen eben nur ein Kriterium darstellen KÖNNTE, und dies im Einzelfall dann geprüft werde.
Ich denke ebenfalls, dass es eine Totgeburt ist.
Ich berichte mal, nachdem ich ein Gespräch mit meiner Referatsleitung zu diesem Thema hatte, würde es nämlich gerne nutzen.

MoinMoin

Zitat von: KurzeFrage in 11.03.2026 16:23Ich denke ebenfalls, dass es eine Totgeburt ist.
Ich berichte mal, nachdem ich ein Gespräch mit meiner Referatsleitung zu diesem Thema hatte, würde es nämlich gerne nutzen.
Also ich denke, diese Totgeburt, kann nur aus dem Grab geholt werden, wenn man konkrete Situationen ausnutz.

Also Kollege aus Abteilung geht (ist) auf Teilzeit. Arbeit war als da. Du bist bereit die Arbeit zu übernehmen und gehst auf Übervollzeit (oder wie nennt man sowas?  8) )



KurzeFrage

Zitat von: MoinMoin in 11.03.2026 19:13Also ich denke, diese Totgeburt, kann nur aus dem Grab geholt werden, wenn man konkrete Situationen ausnutz.

Also Kollege aus Abteilung geht (ist) auf Teilzeit. Arbeit war als da. Du bist bereit die Arbeit zu übernehmen und gehst auf Übervollzeit (oder wie nennt man sowas?  8) )





Genau das wird mein Argument. Meine Kollegin arbeitet nämlich seit Kurzem nur noch 80%. Und Arbeit ist meiner Meinung nach mehr als genug da. Mal sehen, was bei rumkommt.

MeTe

Kurzes Update dazu:

Argumentation war bei uns sehr ähnlich (Kollege geht, Aufgaben bleiben). Wurde trotzdem abgelehnt. Erst als man die Personalstelle erheblich unter Druck gesetzt bzw. "gezwungen" hat, indem diverse Führungskräfte (bis einschließlich B-Besoldungsgruppe) eine Stellungnahme abgegeben haben, dass eine Arbeitszeiterhöhung notwendig und alternativlos ist, wurde es zähneknirschend jetzt doch abgenickt.

Also ja, bei uns ist es doch möglich - aber wirklich auch nur wenn sich jemand aus der B-Ebene einschaltet... (was wohl eher ein Beleg dafür ist dass es eigentlich nicht gehen soll). Mir ist aus meinem Arbeitsumfeld daher auch kein anderer bekannt der den Aufwand betrieben hätte...

Aleksandra

Absolutes Armutszeugnis für die Verhandlungsführer der VKA auf deren Druck es diese 42h Regel ja überhaupt erst gibt. Für wen haben die da eigentlich verhandelt? Die sitzen da tatsächlich in den Verhandlungsrunden und beharren auf diese Mehrarbeitsregel. Und in der Praxis gibt es so gut wie keinen Arbeitgeber der das nutzen will.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 1,96%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,2% - Verdi 3,00%
2026: Inflation 2,2% - Verdi 3,99%

TVOEDAnwender

Zitat von: Aleksandra in Gestern um 10:20Absolutes Armutszeugnis für die Verhandlungsführer der VKA auf deren Druck es diese 42h Regel ja überhaupt erst gibt. Für wen haben die da eigentlich verhandelt? Die sitzen da tatsächlich in den Verhandlungsrunden und beharren auf diese Mehrarbeitsregel. Und in der Praxis gibt es so gut wie keinen Arbeitgeber der das nutzen will.


Diese Regelung ist nur als Showelement für Fritze Merz aufgenommen worden. Sein Kumpel Koch war ja der (entscheidende) Schlichter in dieser Verhandlung. Es ging Merz nur darum (am Abend vor dem Ende der Schlichtung!) im Heute-Journal verkünden zu können "...endlich wird im öffentlichen Dienst mehr gearbeitet!". Diese Regelung passt in die von der CDU angestoßenen "Leistung muss sich wieder lohnen" / "Lifestyle Teilzeit" Diskussionen. Das sie in der Praxis keine Folgen haben wird, war allen Beteiligten schon beim Abschluss klar - deshalb konnte sie sogar Verdi mittragen.