42-Stunden-Woche im TVöD-Bund "Wer würde sie tatsächlich nutzen?"

Begonnen von Patrick2442, 30.01.2026 15:24

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MeTe

ZitatMich würde wirklich sehr interessieren, ob es überhaupt jemanden gibt, der die freiwillige Erhöhung auf bis zu 42 Wochenstunden nach TVöD Bund in seiner Behörde nutzen darf bzw. genehmigt bekommen hat.

Ich kann nur wiederholen: Ja. Aber ich kenne tatsächlich in der ganzen Behörde, abgesehen von mir, sonst niemanden (insofern ist "Anträge" übertrieben, m.W. gibt es genau einen einzigen der "durchgedrückt" wurde) und zweitens war das ein echter Kampf/Krampf. Mit Ablehnung, Widerspruch, Stellungnahmen, und erheblichen Druck aus höheren Ebenen (bis zur B-Besoldungs-Ebene). Dann hat man es irgendwann sehr zähneknirschend abgenickt.

Das - finde ich - bestätigt aber eher was du sagst: Es ist definitiv nicht gewünscht und man muss den AG wirklich mit harten Argumenten und durch entsprechende Personen in entsprechenden Positionen unter Druck setzen, bis dieser praktisch keine andere Wahl mehr hat als es abzunicken. Ich möchte mich hier keinesfalls als "besonders" herausstellen, aber ich habe erhebliche Zweifel ob das für Mitarbeiter in der Masse realistisch ist (um nicht zu sagen, ich halte es für absolut unrealistisch) solche Argumentationen und Druckmittel aufbauen zu können.

Daher halte ich es im Allgemeinen in meiner Behörde für nicht möglich die Regelung in Anspruch zu nehmen. Abgesehen von absoluten Einzelfällen mit entsprechender Droh- und Druckkulisse.

KlammeKassen

Zitat von: MeTe in 07.08.2026 12:08Ich kann nur wiederholen: Ja. Aber ich kenne tatsächlich in der ganzen Behörde, abgesehen von mir, sonst niemanden (insofern ist "Anträge" übertrieben, m.W. gibt es genau einen einzigen der "durchgedrückt" wurde) und zweitens war das ein echter Kampf/Krampf. Mit Ablehnung, Widerspruch, Stellungnahmen, und erheblichen Druck aus höheren Ebenen (bis zur B-Besoldungs-Ebene). Dann hat man es irgendwann sehr zähneknirschend abgenickt.

Das - finde ich - bestätigt aber eher was du sagst: Es ist definitiv nicht gewünscht und man muss den AG wirklich mit harten Argumenten und durch entsprechende Personen in entsprechenden Positionen unter Druck setzen, bis dieser praktisch keine andere Wahl mehr hat als es abzunicken. Ich möchte mich hier keinesfalls als "besonders" herausstellen, aber ich habe erhebliche Zweifel ob das für Mitarbeiter in der Masse realistisch ist (um nicht zu sagen, ich halte es für absolut unrealistisch) solche Argumentationen und Druckmittel aufbauen zu können.

Daher halte ich es im Allgemeinen in meiner Behörde für nicht möglich die Regelung in Anspruch zu nehmen. Abgesehen von absoluten Einzelfällen mit entsprechender Droh- und Druckkulisse.

Der größte Witz an der Sache ist, dass die Arbeitgeber-Seite diese Regelung wollte. Die Gewerkschaften wollten das ums Verrecken nicht.... deshalb kam ja auch doppelte Freiwilligkeit und dass es erstmal nur eine festgesetzte Zeit möglich ist.

Wer sind also die Verhandler da vor Ort bein den Tarifverhandlungen? Dort wird lange um so etwas gerungen... und dann wird es nicht genutzt. Sinn?

MoinMoin

Zitat von: KlammeKassen in 08.08.2026 15:39Der größte Witz an der Sache ist, dass die Arbeitgeber-Seite diese Regelung wollte. Die Gewerkschaften wollten das ums Verrecken nicht.... deshalb kam ja auch doppelte Freiwilligkeit und dass es erstmal nur eine festgesetzte Zeit möglich ist.

Wer sind also die Verhandler da vor Ort bein den Tarifverhandlungen? Dort wird lange um so etwas gerungen... und dann wird es nicht genutzt. Sinn?
Wie will man es denn sonst regeln? Ein AN meint er will 2h mehr arbeiten und kann das dann durchdrücken? Obwohl der AG überhaupt keinen Bedarf an diese 2 h hat?

KlammeKassen

Zitat von: MoinMoin in 08.08.2026 16:01Wie will man es denn sonst regeln? Ein AN meint er will 2h mehr arbeiten und kann das dann durchdrücken? Obwohl der AG überhaupt keinen Bedarf an diese 2 h hat?


Nö, aber gibt durchaus in der Industrie Anordnung zur Mehrarbeit.... deshalb hat die Gewerkschaft gefordert, dass auch der Arbeitnehmer zustimmen muss.

Aber wie gesagt, die Arbeitgeberseite wollte unbedingt, dass eine Aufstockung möglich ist.
Den Erfahrungen zufolge ist es - wenn dann - in der Praxis ja eher so, dass vereinzelt Arbeitnehmer es in Anspruch wollen nehmen würden, die Arbeitgeber es aber nicht nutzen.
Daher die Frage, warum diese Option extra eingehandelt wurde, wenn in der Praxis arbeitgeberseitig kein Interesse daran besteht.

MeTe

ZitatNö, aber gibt durchaus in der Industrie Anordnung zur Mehrarbeit..

Das ist kein Industrie-Exklusiv. Auch im öD kann der Arbeitgeber doch Mehrarbeit andordnen - was er bei uns auch regelmäßig macht. Und zwar deutlich über die diskutieren 42h pro Woche hinaus.  Was es übrigens noch absurder macht, dass die Arbeitszeiterhöhung abgelehnt wurde, während er gleichzeitig Mehrarbeit anordnet.

Die Möglichkeit zur Anordnung von Mehrarbeit bestand schon vor dieser Regelungen und besteht neben dieser Regelung auch immer noch. Und wird auch in Zeiten dieser Regelung bei uns immer noch regelmäßig genutzt, gleichzeitig die Arbeitszeiterhöhung aber abgelehnt...

Finanziell ergibt das ja wenig Sinn (Mehrarbeit ist ja deutlich teurer als die Zusatzstunden), daher vermute ich einfach mal irgendeine andere mysteriöse Motivation für dieses Verhalten.

MoinMoin

Zitat von: KlammeKassen in Gestern um 10:33Nö, aber gibt durchaus in der Industrie Anordnung zur Mehrarbeit.... deshalb hat die Gewerkschaft gefordert, dass auch der Arbeitnehmer zustimmen muss.

Aber wie gesagt, die Arbeitgeberseite wollte unbedingt, dass eine Aufstockung möglich ist.
Den Erfahrungen zufolge ist es - wenn dann - in der Praxis ja eher so, dass vereinzelt Arbeitnehmer es in Anspruch wollen nehmen würden, die Arbeitgeber es aber nicht nutzen.
Daher die Frage, warum diese Option extra eingehandelt wurde, wenn in der Praxis arbeitgeberseitig kein Interesse daran besteht.
Also, da wie von MeTe schon dargelegt, Mehrarbeit schon immer auch gegen den Willen vom AN angeordnet werden kann, wie willst du es anders regeln? Es ist doch Humbug, wenn der AN bestimmen könnte, wieviel mehr an Arbeit vom AG benötigt wird, die er auch bezahlen will!

KlammeKassen

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 19:27Also, da wie von MeTe schon dargelegt, Mehrarbeit schon immer auch gegen den Willen vom AN angeordnet werden kann, wie willst du es anders regeln? Es ist doch Humbug, wenn der AN bestimmen könnte, wieviel mehr an Arbeit vom AG benötigt wird, die er auch bezahlen will!

Ich bin eher überrascht, dass die AG-Seite es nicht nutzt.... obwohl sie es haben wollte