Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, Gestern um 09:31

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NelsonMuntz

Ich finde, das Ergebnis passt in den Rahmen der realistischen Erwartungen, die man im Vorfeld der Verhandlungen hat entwickeln können. Die prozentuale Erhöhung liegt auf dem Niveau des TVöD, mit den dort erstrittenen Goodies wie der Erhöhung der JSZ war am Ende nicht zu rechnen.

Es gibt wieder einen Mindestbetrag (was ich aus mathematischer Sicht nicht gut finde), aber perspektivisch werden die kleinsten EG dann einfach irgendwann aus der EGO geworfen - bei den Beamten ist man ja ähnlich vorgegangen.

Die kleine Erhöhung am Ende schafft überdies Raum für eine längere Nullrunde bis zur ersten Erhöhung des nächsten Tarifvertrags ;)

Also: Keine Enttäuschung, aber auch keine positive Überraschung.

... wer jetzt unzufrieden ist, ist aber auch ein Stück weit selbst gefragt, Veränderungen anzustoßen. Ein Tarifvertrag ist ja keine Garantie auf eine ewig währende Komfortzone! ;)

Faunus

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in Heute um 10:56Dein Ernst? Aus welchen Mitteln kaufen? Mit den 50€, die wir jetzt netto mehr kriegen?

Man muss nicht gleich kaufen, sondern kann in eine Immobilie des AG ziehen.
Habe ich vor rund 25 Jahren im Erstbezug gemacht und zahle 1/4 der ortsüblichen Miete plus die normalen NK.

Aber die Ersparnis bei der Miete auf den Nettogehalt gerechnet.... Damit kann man sich dann auch eine Immobile leisten, wenn man möchte.

AngemessenA13limentiert

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 11:21Ich finde, das Ergebnis passt in den Rahmen der realistischen Erwartungen, die man im Vorfeld der Verhandlungen hat entwickeln können. Die prozentuale Erhöhung liegt auf dem Niveau des TVöD, mit den dort erstrittenen Goodies wie der Erhöhung der JSZ war am Ende nicht zu rechnen.

Es gibt wieder einen Mindestbetrag (was ich aus mathematischer Sicht nicht gut finde), aber perspektivisch werden die kleinsten EG dann einfach irgendwann aus der EGO geworfen - bei den Beamten ist man ja ähnlich vorgegangen.

Die kleine Erhöhung am Ende schafft überdies Raum für eine längere Nullrunde bis zur ersten Erhöhung des nächsten Tarifvertrags ;)

Also: Keine Enttäuschung, aber auch keine positive Überraschung.

... wer jetzt unzufrieden ist, ist aber auch ein Stück weit selbst gefragt, Veränderungen anzustoßen. Ein Tarifvertrag ist ja keine Garantie auf eine ewig währende Komfortzone! ;)


Kann mich dir nur anschließen - sehe ich genauso!

Rheini

Was ich mir angewöhnt habe ist, dass ich meine Arbeit mache oder Arbeit von unbesetzten Stellen zu x% mache, dann aber nicht meine zu 100%, sondern minus die x%.

Priorisieten darf mein AG.

Nur das lässt den Druck dort entstehen, wo er hingehört.

Tagelöhner

Zitat von: AngemessenA13limentiert in Heute um 11:35Kann mich dir nur anschließen - sehe ich genauso!

Wundert mich bei dem Username auch nicht...  ;D wieviel bleibt denn netto so als A13 Beamter hängen?
Nur mit ausgeprägtem Sinn für Humor weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

AngemessenA13limentiert

Schon viel, siehe Rechner  ;)

Aber unabhängig vom der Gehaltsstufe - ich hätte tatsächlich mit weniger als den 5,8% wie beim TVÖD gerechnet und finde es unter den ganzen Umständen "in Ordnung" - nicht gut, nicht schlecht, aber in Ordnung.

Ich weiß nicht, was sich die, welche es als total schlecht empfinden, realistisch erwartet hätten, etwa wirklich 7% auf 12 Monate?

MoinMoin

Zitat von: Faunus in Heute um 11:30Man muss nicht gleich kaufen, sondern kann in eine Immobilie des AG ziehen.
Habe ich vor rund 25 Jahren im Erstbezug gemacht und zahle 1/4 der ortsüblichen Miete plus die normalen NK.
Gab es da mal nicht in München so ein Steuernachzahlungsskandal? Weil städtische Wohnungen zu günstig überlassen wurden und es als geldwerter Vorteil zu versteuern war....

also psssss

Ingenieur007

Zitat von: AngemessenA13limentiert in Heute um 11:56Schon viel, siehe Rechner  ;)

Aber unabhängig vom der Gehaltsstufe - ich hätte tatsächlich mit weniger als den 5,8% wie beim TVÖD gerechnet und finde es unter den ganzen Umständen "in Ordnung" - nicht gut, nicht schlecht, aber in Ordnung.

Ich weiß nicht, was sich die, welche es als total schlecht empfinden, realistisch erwartet hätten, etwa wirklich 7% auf 12 Monate?

Als Beamter in A13 kommen Nettovorteile deutlich zum Tragen. Unabhängig davon: Ich fand es taktisch völlig unklug, die JSZ nicht von Anfang an mit zum Thema zu machen.

TVLNeuling

Ich bin leider kein Akademiker. Bin angestellt nach E10 Stufe 5. Ich mag meinen Job wirklich und habe ein tolles Team. Ich bin leider auch ziemlich enttäuscht vom Ergebnis. Aber der Ansatz sich vielleicht nicht nur auf eine Einnahmequelle zu verlassen ist wahrscheinlich richtig und wichtig. Bislang habe ich nur etf sparplane..also nur her mit den vielen Möglichkeiten 8)

Coffee86

Zitat von: Oliver1976 in Gestern um 12:08Das wird so was in den kommenden Tagen werden...

Wie vermittle ich dem einen Kollegen im Forschungsteam, dass er für die gleiche Arbeit ab dem 01.04. nur 88.674,12 € (TV-L EG 14/6) bekommt und sein Kollege beim Bund in der Forschung (Fraunhofer) mit 96.285,20 € (TVöD) entlohnt wird.

Ich liebe ja diese Gespräche mit halte aus, du wirst irgendwann dann auch durch unseren kombinierten Betrieb in den TVöD wechseln können, mit dem Wissen, dass das dann doch nicht passieren wird...



Das Beispiel ist aber auch an den Haaren herbeigezogen. Wenn jemand (egal ob Uni oder Fraunhofer) in der 14/6 ist, dann weiß er/sie wie der Hase läuft und das es Unterschiede zwischen den Arbeitgebern gibt. In der 14/6 bist du entsprechend selbst mit optimaler Höhergruppierung von der 13 in die 14 und möglichen Stufenlaufzeitverkürzungen wenigstens 12 Jahre dabei, realistisch eher 15-20.

Hier wird ja auch der öffentliche Dienst mit einem Arbeitgeber verglichen, der den tvöd anwendet, aber auch einige Sonderermächtigungen hat (bspw. Lob und Leistungsprämien oder manchmal sogar Exzellenzprämien). Realistisch wird jemand in der 14/6 beim Fraunhofer eher 6-stellig verdienen. Dafür hat er aber einen unsicheren Arbeitsplatz da hier nur 1/3 der Finanzierung durch Bund und Länder gesichert ist. Jemand mit einer Dauerstelle an der Uni wird sich nie wieder Gedanken machen müssen.

Beispiel veranschaulicht zwar die Diskrepanz, dürfte aber real eher selten stattfinden. Und wenn doch kann sich jeder seinen Arbeitgeber aussuchen, egal ob öffentlicher Dienst oder anderweitig.


Ansonsten - das Ergebnis ist natürlich eine bodenlose Frechheit. 5 Monate Nullrunde, keine Anpassung der JSZ, keinen zusätzlichen Urlaubstag. Die Schere im öffentlichen Dienst geht immer weiter auseinander.

Bin nur froh das ich mittlerweile nicht mehr im TV-L bin. Meine ehemaligen Kolleg:innen tun mir dennoch Leid.

HinzKunz

Das Ergebnis ist noch schlechter als erwartet. Hinzu kommt, dass man als Gewerkschafter offensichtlich nicht rechnen können muss und dann auch noch das Märchen von +5,8% verbreitet wird.
Mit Nullrunde und der Erhöhung in drei Stufen komme ich über diese viel zu lange Laufzeit von 27 Monaten lediglich auf eine Erhöhung von 3,1%.
Meine Hoffnung ist, dass genügend Gewerkschaftsmitglieder gegen diese Einigung stimmen und in die nächste Verhandlungsrunde Leute entsandt werden deren Mathematikkentnisse über die Addition mit Zahlen kleiner 10 hinausgehen.

Oliver1976

Zitat von: Coffee86 in Heute um 14:00Das Beispiel ist aber auch an den Haaren herbeigezogen. Wenn jemand (egal ob Uni oder Fraunhofer) in der 14/6 ist, dann weiß er/sie wie der Hase läuft und das es Unterschiede zwischen den Arbeitgebern gibt. In der 14/6 bist du entsprechend selbst mit optimaler Höhergruppierung von der 13 in die 14 und möglichen Stufenlaufzeitverkürzungen wenigstens 12 Jahre dabei, realistisch eher 15-20.

Hier wird ja auch der öffentliche Dienst mit einem Arbeitgeber verglichen, der den tvöd anwendet, aber auch einige Sonderermächtigungen hat (bspw. Lob und Leistungsprämien oder manchmal sogar Exzellenzprämien). Realistisch wird jemand in der 14/6 beim Fraunhofer eher 6-stellig verdienen. Dafür hat er aber einen unsicheren Arbeitsplatz da hier nur 1/3 der Finanzierung durch Bund und Länder gesichert ist. Jemand mit einer Dauerstelle an der Uni wird sich nie wieder Gedanken machen müssen.

Beispiel veranschaulicht zwar die Diskrepanz, dürfte aber real eher selten stattfinden. Und wenn doch kann sich jeder seinen Arbeitgeber aussuchen, egal ob öffentlicher Dienst oder anderweitig.


Ansonsten - das Ergebnis ist natürlich eine bodenlose Frechheit. 5 Monate Nullrunde, keine Anpassung der JSZ, keinen zusätzlichen Urlaubstag. Die Schere im öffentlichen Dienst geht immer weiter auseinander.

Bin nur froh das ich mittlerweile nicht mehr im TV-L bin. Meine ehemaligen Kolleg:innen tun mir dennoch Leid.

Wir können gerne auch 14/3 (71750) mit 14/3 (77698) vergleichen. Ich habe einfach einmal die Endstufe genommen. Eigentlich müsste man 13 TV-L mit 14 TVoD vergleichen. Einstellung an der Uni erfolgt immer in 13. EG 14 ohne Personalverantwortung bei Fraunhofer ist Standard. Personalverantwortung dann mit EG 15. Da sind die wenigstens 15-20 Jahre dabei.

Regelfall wäre/ist 6 Jahre im TV-L bis Stufe 3, dann Wechsel in TVöD mit Stufenaufstieg in die EG14 ohne Rückfall.

Ob das selten ist, kann ich nicht beurteilen. Bei uns sind es in Summe über beide Institut 700 MA.