Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, Gestern um 09:31

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Muschebubu

Zitat von: seberus in Gestern um 22:00ich bin mit dem Ergebnis auch nicht zufrieden, werde aber zustimmen.
Denn mit wem sollen wir denn ein besseres Ergebnis erstreiten, wenn am Ende nur 1% der Mitarbeiter im TV-L mitsteiken?
Und diese müssen sich dann auch noch von den Kollegen die nicht mitmachen dumme Sprüche anhören, darauf habe ich echt keinen Bock!

Na dann, Hand auf´s Herz und erklär mal, warum die anderen 99 Prozent nun genau in eine Gewerkschaft eintreten sollten.

Frogger

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 18:32Bringst du denn die nötige Qualifikation mit, um als Sachbearbeiter im TVöD arbeiten zu können? Wenn ja, warum wechselst du dann nicht, wenn der Job dir doch so viel besser gefällt?

Dein Hierarchiedenken, dass du mehr bekommen müsstest als eine Person in einem Ausbildungsberuf bei einem anderen Arbeitgeber, der anders zahlt und andere Aufgaben zu erledigen und damit auch ein ganz anderes Stellenprofil hat, ist völlig unangebracht.

Aber ja, wenn ein AG mehr zahlt als andere, dann wird er tendenziell mehr Bewerber als die Konkurrenz erhalten und kann sich dann die besten heraussuchen. Nennt sich dann Bestenauslese im öffentlichen Dienst. Und natürlich wird dann bei gleicher Ausgangslage auf gleicher Stelle ein AG, der den TVöD anwendet, Vorteile haben gegenüber einem, der den TV-L anwendet. Die Frage ist nur, ob Bund/Kommunen auf der einen Seite und die Länder auf der anderen gerade in den höheren Entgeltgruppen so groß in Konkurrenz zueinander stehen. Das sehe ich nicht -- und das sehen die Verhandler der TdL wohl auch nicht, sodass hier der Vergleich gar nicht so zielführend ist. (Der "Brain Drain" dürfte eher Richtung Verrentung bzw. fehlender Nachwuchs, der sich eher Richtung Privatwirtschaft orientiert, gehen... Allerdings sehe ich jetzt auch nicht, wie man gegenüber der Privatwirtschaft konkurrenzfähig werden will.)

Jedenfalls: Wenn das Gras anderswo grüner ist, dann nutze deine Fähigkeiten und wechsle zum besseren Arbeitgeber (wenn er dich denn will)! :)
Du kennst weder mich, meinen Weg, noch meine Qualifikation. Also enthalte dich mit deinen völlig unsinnigen falschen Annahmen. Für dich scheint ein Sachbearbeiter TVÖD ja ganz besondere Qualifikationen zu benötigen,mit hartem Konkurrenzkampf bei den vakanten Stellen. Ich habe mich in mehreren Verfahren TVL und TVÖD durchgesetzt und aufgrund persönlicher Umstände für den Weg in den TVL damals entschieden (damals!) Zeiten ändern sich und damals war die Differenz tragbar..ab dieser Tarifrrunde zeigt sich jedoch ein stark verändertes Bild.
Annahmen solltest du lassen, da du nicht weißt wer hier schreibt.

Es geht nicht um Gras grüner, es geht um Angestellte im Öffentlichen Dienst, die Tür an Tür arbeiten (TVL / Kommune) und gem. EGO gleiche Eingruppierungen für entsprechende Tätigkeiten vornehmen. Wenn wir gleich eingruppieren und alle aus dem Staatsäckel bezahlt werden, sollte hier keine derartige Differenz bestehen.

Wenn nun im TVÖD ein einfacher SB für operative Tätigkeiten ohne weitere personelle Verantwortung und ggf. ohne Studium das gleiche Entgelt im ÖD erhalten soll wie ein Leiter eines Bereiches mit Voraussetzung Studium und personeller Verantwortung (ja die ist da...die Schnittstelle nach oben, die alles abfedert, Einstellungsverfahren durchführt, Beurteilungsgespräche und alle unterstellten Themenfelder als Entscheider verantwortetusw.) Dann läuft was falsch.
Wenn du das als scheinbar hochqualifizierter SB (meine Annahme...so wie deine) so siehst, dann bitte.

Zukünftig werden sich auf diese Stellen mit Personalverantwortung im TVL aber keine brauchbaren Mitarbeiter mehr bewerben. Zumindest nicht, wenn es eine Option gibt als normaler SB 2 Stufen tiefer das gleiche Entgelt zu erhalten.

Hier endet meine Ausführung dazu...


seberus

Zitat von: Muschebubu in Gestern um 22:11Na dann, Hand auf´s Herz und erklär mal, warum die anderen 99 Prozent nun genau in eine Gewerkschaft eintreten sollten.

Man braucht nicht in der Gewerkschaft sein, um sein Streikrecht wahrnehmen zu können.

daseinsvorsorge

Zitat von: Muschebubu in Gestern um 22:11Na dann, Hand auf´s Herz und erklär mal, warum die anderen 99 Prozent nun genau in eine Gewerkschaft eintreten sollten.
Falls Sie es nicht wissen: Streiken dürfen auch Nichtmitglieder - Allerdings auf eigene Kosten. Und da hört der Spass doch für die allermeisten auf. Zumal man auch immer gerade wichtige ,,Projekte" hat, die man nicht unbetreut lassen kann. Gleichwohl sind es nicht selten die Nichtorganisierten, die für wochenlange Streiks trommeln.

cyrix42

Zitat von: Frogger in Gestern um 22:14Du kennst weder mich, meinen Weg, noch meine Qualifikation. Also enthalte dich mit deinen völlig unsinnigen falschen Annahmen.

Nun, in deinen Beiträgen schimmert immer wieder durch, dass du dich als jemand, der studiert hat, im Vergleich zu Personen, die bei einem anderen Arbeitgeber einer Tätigkeit nachgehen, die eine Beurfsausbildung voraussetzt, als besser gestellt ansiehst, die ein Privileg darauf hätte, besser zu verdienen.

Wenn dem nicht so ist, dann nehme ich meine Kritik zurück.

Ich habe nur darauf abgehoben, dass verschiedenste Qualifikationen existieren und dass es hier nicht per se eine Wertigkeit gibt. Ich als promovierter und demnächst (das Verfahren läuft noch) habilitierter Mathematiker habe ziemlich sicher in deinem Kontext eine recht lange und intensive Ausbildung genossen. Dennoch kann ich mir genügend Tätigkeiten vorstellen, die "nur" eine Berufsausbildung voraussetzen, welche ich weder ausüben kann, noch überhaupt wollen würde, egal wie viel dafür bezahlt wird.

ZitatWenn wir gleich eingruppieren und alle aus dem Staatsäckel bezahlt werden, sollte hier keine derartige Differenz bestehen.

Hier vermengst du verschiedene Arbeitgeber, die nichts miteinander zu tun haben. (So unterscheiden sich z.B. auch die Entgeltordnungen; aber das ist hier ja nicht einmal das Problem.) Warum sollte der Bandarbeiter bei Opel irgendein Anrecht darauf haben, dass er den gleichen Lohn wie eine entsprechende Person bei BMW bekommt? Im Zweifelsfall soll er sich halt bei BMW bewerben und dort anfangen, wenn er genommen wird...

ZitatWenn nun im TVÖD ein einfacher SB für operative Tätigkeiten ohne weitere personelle Verantwortung und ggf. ohne Studium das gleiche Entgelt im ÖD erhalten soll wie ein Leiter eines Bereiches mit Voraussetzung Studium und personeller Verantwortung (ja die ist da...die Schnittstelle nach oben, die alles abfedert, Einstellungsverfahren durchführt, Beurteilungsgespräche und alle unterstellten Themenfelder als Entscheider verantwortetusw.) Dann läuft was falsch.

Nö, da läuft nur was falsch in deinem Verständnis; verschiedene Arbeitgeber entlohnen verschieden. So what? Als Arbeitnehmer kann man sich aussuchen, wo man arbeitet. Also suche dir doch den Arbeitgeber, der dir das zahlt, was du meinst, erhalten zu müssen.

Und nein, es gibt kein Naturgesetz, dass Leute, die studiert haben und bei Arbeitgeber A arbeiten, automatisch mehr erhalten müssten, als Leute, die nicht studiert haben und bei Arbeitgeber B arbeiten. Das ist noch nicht einmal beim gleichen Arbeitgeber der Fall.

Komm einfach mal von deinem hohen Ross runter, dass dein Studium dir irgendwie garantieren müsste, dass du mehr Geld bekommst als jemand, der nicht studiert hat!


HamburgerJung

Der letzte Satz ist komplett richtig! Das ich sage ich trotz Berufsausbildung, Bachelor und Master!
Kenne Leute die "nur" ne Ausbildung haben und die meisten Akademiker sowas von in den Schatten stellen.
Das ist ein typisch deutsches Phänomen und im ÖD nochmal deutlich verstärkter und wird auch durch Laufbahnverordnungen etc. ja auch sehr deutlich. Dieser eine Zettel wo Master draufsteht verschafft einem viel mehr als Leistung.


Zitat von: cyrix42 in Gestern um 23:49Nun, in deinen Beiträgen schimmert immer wieder durch, dass du dich als jemand, der studiert hat, im Vergleich zu Personen, die bei einem anderen Arbeitgeber einer Tätigkeit nachgehen, die eine Beurfsausbildung voraussetzt, als besser gestellt ansiehst, die ein Privileg darauf hätte, besser zu verdienen.

Wenn dem nicht so ist, dann nehme ich meine Kritik zurück.

Ich habe nur darauf abgehoben, dass verschiedenste Qualifikationen existieren und dass es hier nicht per se eine Wertigkeit gibt. Ich als promovierter und demnächst (das Verfahren läuft noch) habilitierter Mathematiker habe ziemlich sicher in deinem Kontext eine recht lange und intensive Ausbildung genossen. Dennoch kann ich mir genügend Tätigkeiten vorstellen, die "nur" eine Berufsausbildung voraussetzen, welche ich weder ausüben kann, noch überhaupt wollen würde, egal wie viel dafür bezahlt wird.

Hier vermengst du verschiedene Arbeitgeber, die nichts miteinander zu tun haben. (So unterscheiden sich z.B. auch die Entgeltordnungen; aber das ist hier ja nicht einmal das Problem.) Warum sollte der Bandarbeiter bei Opel irgendein Anrecht darauf haben, dass er den gleichen Lohn wie eine entsprechende Person bei BMW bekommt? Im Zweifelsfall soll er sich halt bei BMW bewerben und dort anfangen, wenn er genommen wird...

Nö, da läuft nur was falsch in deinem Verständnis; verschiedene Arbeitgeber entlohnen verschieden. So what? Als Arbeitnehmer kann man sich aussuchen, wo man arbeitet. Also suche dir doch den Arbeitgeber, der dir das zahlt, was du meinst, erhalten zu müssen.

Und nein, es gibt kein Naturgesetz, dass Leute, die studiert haben und bei Arbeitgeber A arbeiten, automatisch mehr erhalten müssten, als Leute, die nicht studiert haben und bei Arbeitgeber B arbeiten. Das ist noch nicht einmal beim gleichen Arbeitgeber der Fall.

Komm einfach mal von deinem hohen Ross runter, dass dein Studium dir irgendwie garantieren müsste, dass du mehr Geld bekommst als jemand, der nicht studiert hat!