Demo gegen den TV-L-Abschluss

Begonnen von BlackMamba, 19.02.2026 14:12

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DiVO

Zitat von: Zinc in 25.02.2026 07:38Du bist und warst sicherlich noch nie Mitglied im Rahmen des TVL, oder dein Post war reine Satire. Dann gibt es ein kleines Haha und Hihi von mir.

Ich bin kein Gewerkschaftsmitglied und bin ehrlich gesagt mit der sich für mich aus den Tarifverhandlung ergebenden Gehaltserhöhung zufrieden. Warum bin ich damit zufrieden?

Ich erinnere mich nach jeder Tariferhöhung an meine vier Jahre bei einem inhabergeführten Mittelständler. Während dieser vier Jahre gab es nach mehreren zähen Verhandlungen zwischen mir und der Chefin exakt eine Gehaltserhöhung mit 5 %, die anderen drei Jahre gab es jeweils eine Nullrunde.

Nach diesen vier Jahren habe ich mich für einen AG-Wechsel mit entsprechend höherem Gehalt entschieden. Zusätzlich habe ich in seit meinem AG-Wechsel drei Höhergruppierungen und on top eine Zulage verhandelt.

Zusätzlich gibt es im TV-L ohne jeden finanziellen und zeitlichen Aufwand für mich nach jeder Tarifrunde eine Gehaltserhöhung.

Warum sollte ich also unzufrieden sein?

Kaspar

Zitat von: DerUnger in 20.02.2026 15:09zeigt halt dass es extrem viele gibt die halt mit ihrem Gehalt absolut zufrieden sind oder extrem passiv...

Nein, nur desinteressiert. Ich habe genug Kollegen auf der Arbeit die noch nie im Leben eine Steuererklärung abgegeben haben, weil die sich mit sowas nicht auseinandersetzen wollen. Ich kenne auch genug die absolut bedürfnislos sind und wenig Anspruch am Leben haben  Davon gibt es erschreckenderweise sehr viele. Diese Menschen profitieren eben von Menschen die sich aktiv damit auseinandersetzen. Hier könnte halt Verdi mal ansetzen und einfach mal präsent sein, Menschen informieren und für Gewerkschaft gewinnen. Es ist natürlich eine Sache, ob Verdi wirklich anders die Interessen vertreten würde, wenn Sie mehr Mitglieder hätten. Ich kann nur von mir sagen, dass mich Verdi in einer Existenz bedrohenden Situation komplett hat hängen lassen und das war für mich ein Hauptgrund warum ich ausgetreten bin.Der zweite war das ich mich absolut nicht mehr vertreten gefühlt habe, nachdem man jeden schlechten Abschluss als gut verkauft hat und der TVöD immer den Besseren Abschluss hatte.

Thomas09

Zitat von: Kaspar in 26.02.2026 08:42Nein, nur desinteressiert. Ich habe genug Kollegen auf der Arbeit die noch nie im Leben eine Steuererklärung abgegeben haben, weil die sich mit sowas nicht auseinandersetzen wollen. Ich kenne auch genug die absolut bedürfnislos sind und wenig Anspruch am Leben haben  Davon gibt es erschreckenderweise sehr viele. Diese Menschen profitieren eben von Menschen die sich aktiv damit auseinandersetzen. Hier könnte halt Verdi mal ansetzen und einfach mal präsent sein, Menschen informieren und für Gewerkschaft gewinnen. Es ist natürlich eine Sache, ob Verdi wirklich anders die Interessen vertreten würde, wenn Sie mehr Mitglieder hätten. Ich kann nur von mir sagen, dass mich Verdi in einer Existenz bedrohenden Situation komplett hat hängen lassen und das war für mich ein Hauptgrund warum ich ausgetreten bin.Der zweite war das ich mich absolut nicht mehr vertreten gefühlt habe, nachdem man jeden schlechten Abschluss als gut verkauft hat und der TVöD immer den Besseren Abschluss hatte.

Ja und wegen dieser Einstellungen "Die Anderen (Arbeitgeber, Gewerkschaft, Egal) müssen ja mal was machen" während ich hier auf der Couch sitze und ins Internet schreibe sind wir mit dem Abschluss da wo wir sind. Selber mal was auf die Reihe kriegen schaffen nunmal die wenigsten.


sebbo83

Zitat von: DiVO in 25.02.2026 07:30Und was passiert draußen in der realen Welt? Nichts. Ich habe gerade eine Auswertung über unsere Payroll-Daten gemacht (ca. 30.000 Mitarbeiter) - die von vielen angekündigte bzw. prophezeite Kündigungswelle ist nicht eingetreten.


Das ist doch unlogisch, 2 Wochen nach Ergebnis zu solch einem Schluss zu kommen. Kündigungen kommen langsam. Man sucht sich was neues, dann kündigt man, dann dauert der Übergang ohnehin min. 3 Monate. Manche kündigen auch innerlich. Nach einem Jahr kann man vielleicht sagen: "okay, 2026 gab es eine signifikante Fluktuation."

Oder bezieht sich die Aussage auf Gewerkschaftsaustritte?

Zinc

Zitat von: DiVO in 25.02.2026 10:09Ich bin kein Gewerkschaftsmitglied und bin ehrlich gesagt mit der sich für mich aus den Tarifverhandlung ergebenden Gehaltserhöhung zufrieden. Warum bin ich damit zufrieden?

Ich erinnere mich nach jeder Tariferhöhung an meine vier Jahre bei einem inhabergeführten Mittelständler. Während dieser vier Jahre gab es nach mehreren zähen Verhandlungen zwischen mir und der Chefin exakt eine Gehaltserhöhung mit 5 %, die anderen drei Jahre gab es jeweils eine Nullrunde.

Nach diesen vier Jahren habe ich mich für einen AG-Wechsel mit entsprechend höherem Gehalt entschieden. Zusätzlich habe ich in seit meinem AG-Wechsel drei Höhergruppierungen und on top eine Zulage verhandelt.

Zusätzlich gibt es im TV-L ohne jeden finanziellen und zeitlichen Aufwand für mich nach jeder Tarifrunde eine Gehaltserhöhung.

Warum sollte ich also unzufrieden sein?

Ich glaube, du hast einfach nicht verstanden, worum es den meisten hier eigentlich geht. In der DDR waren damals auch viele zufrieden :D Die Gewerkschaften tönten intern damit, dass man nicht schlechter als der TVöD abschließen werde und das wurde faktisch weit verfehlt, besonders im Hinblick auf die Unterpunkte.

troubleshooting

Zitat von: sebbo83 in 27.02.2026 08:07Das ist doch unlogisch, 2 Wochen nach Ergebnis zu solch einem Schluss zu kommen. Kündigungen kommen langsam. Man sucht sich was neues, dann kündigt man, dann dauert der Übergang ohnehin min. 3 Monate. Manche kündigen auch innerlich. Nach einem Jahr kann man vielleicht sagen: "okay, 2026 gab es eine signifikante Fluktuation."


Der Witz ist doch immer und, hier meine ich aus Erfahrung ausdrücklich öffentliche und private AG, dass es heißt: Wenn dir unsere Bedingungen nicht passen, kannst ja gehen. Wenn du dann die Kündigung einreichst, heißt es: Man hätte doch drüber reden können, kündigen ist keine Lösung und, du lässt die Kollegen im Stich. Speziell bei den Ländern wird dir dann - gern unter diversen Vorbehalten - plötzlich die Zulage zugesagt, die man im Vorfeld gefordert hat.

Ist natürlich eine Strategie, die man als AG fahren kann. Ob diese insbesondere bei Mangelberufen Sinn macht, ist zumindest diskutabel.


DiVO

Zitat von: Zinc in 27.02.2026 08:18Ich glaube, du hast einfach nicht verstanden, worum es den meisten hier eigentlich geht. In der DDR waren damals auch viele zufrieden :D Die Gewerkschaften tönten intern damit, dass man nicht schlechter als der TVöD abschließen werde und das wurde faktisch weit verfehlt, besonders im Hinblick auf die Unterpunkte.

Ich habe die Schreihälse hier schon verstanden. Sie wollen ohne eigenen Einsatz in Form von Zahlen des Mitgliedsbeitrags oder Zeit, also streiken oder dem Verhandeln persönlicher Zulagen, eine möglichst hohe Gehaltserhöhung, die Verdi gefälligst für sie verhandeln soll. Ihrem Frust über das für sie zu niedrige Ergebnis lassen sie in der Anonymität des Internets freien Lauf.

Aber woran liegt das? Diese Leute haben es sich in ihrer persönlichen Komfortzone sehr bequem eingerichtet. Selbst möchten sie an ihrer Lage nichts ändern, denn sie könnten sich ja in der Gewerkschaft engagieren, persönliche Zulagen verhandeln oder den Arbeitgeber wechseln.

Alle drei Möglichkeiten sind allerdings mit eigenem Handeln verbunden. Und das würde bedeuten die Komfortzone verlassen zu müssen und dabei zu riskieren, dass man selbst auch kein besseres Ergebnis als Verdi hinbekommt. Also keine persönliche Zulage erhält oder bei einem anderen Arbeitgeber kein höheres Gehalt oder vielleicht gar keinen anderen Job. Also suhlt man sich lieber weiterhin in der Opferrolle, dass Verdi einen als Nichtmitglied nicht so vertritt wie man es sich für 0 Euro Mitgliedsbeitrag vorstellt und verharrt in seiner Komfortzone bis die nächste Tarifrunde ansteht, um dann wieder zu heulen.

Zitat von: sebbo83 in 27.02.2026 08:07Das ist doch unlogisch, 2 Wochen nach Ergebnis zu solch einem Schluss zu kommen. Kündigungen kommen langsam. Man sucht sich was neues, dann kündigt man, dann dauert der Übergang ohnehin min. 3 Monate. Manche kündigen auch innerlich. Nach einem Jahr kann man vielleicht sagen: "okay, 2026 gab es eine signifikante Fluktuation."

Diese von dir beschriebene Welle müsste es ja dann mit zeitlichem Versatz nach jeder Tarifrunde geben. Gibt es aber nicht. Warum? Weil die Komfortzone immer noch zu bequem ist. Ich prophezeie, dass es auch innerhalb der nächsten zwölf im Bereich der TV-L zu keiner spürbaren Kündigungswelle kommen.

Ich habe noch eine Prophezeiung: Drei Monate vor Ablauf des Tarifvertrags werden sich im Forum wieder die Frustrierten versammeln und skandieren, dass sie als Nichtmitglieder von Verdi nicht ordentlich vertreten werden, die Forderung von Verdi zu niedrig, der Abschluss viel zu niedrig ist und sie deshalb nur noch Dienst nach Vorschrift machen und eine Kündigungswelle den TV-L heimsuchen wird und künftig alle freiwerden Stellen auf Ewig vakant bleiben werden.

Meierheim

Zitat von: Kaspar in 26.02.2026 08:42Nein, nur desinteressiert. Ich habe genug Kollegen auf der Arbeit die noch nie im Leben eine Steuererklärung abgegeben haben, weil die sich mit sowas nicht auseinandersetzen wollen. Ich kenne auch genug die absolut bedürfnislos sind und wenig Anspruch am Leben haben  Davon gibt es erschreckenderweise sehr viele. Diese Menschen profitieren eben von Menschen die sich aktiv damit auseinandersetzen. Hier könnte halt Verdi mal ansetzen und einfach mal präsent sein, Menschen informieren und für Gewerkschaft gewinnen. Es ist natürlich eine Sache, ob Verdi wirklich anders die Interessen vertreten würde, wenn Sie mehr Mitglieder hätten. Ich kann nur von mir sagen, dass mich Verdi in einer Existenz bedrohenden Situation komplett hat hängen lassen und das war für mich ein Hauptgrund warum ich ausgetreten bin.Der zweite war das ich mich absolut nicht mehr vertreten gefühlt habe, nachdem man jeden schlechten Abschluss als gut verkauft hat und der TVöD immer den Besseren Abschluss hatte.
Ich habe einige Kollegen, bei denen die Mieteinnahmen aus geerbten Immobilien die Einkünfte aus der Erwerbstätigkeit bei weitem überschreiten und die sich überhaupt nicht für Tarifverträge interessieren.

troubleshooting

Zitat von: DiVO in Heute um 08:55Ich habe noch eine Prophezeiung: Drei Monate vor Ablauf des Tarifvertrags werden sich im Forum wieder die Frustrierten versammeln und skandieren, dass sie als Nichtmitglieder von Verdi nicht ordentlich vertreten werden, die Forderung von Verdi zu niedrig, der Abschluss viel zu niedrig ist und sie deshalb nur noch Dienst nach Vorschrift machen und eine Kündigungswelle den TV-L heimsuchen wird und künftig alle freiwerden Stellen auf Ewig vakant bleiben werden.

Du willst den Ist-Zustand in den Ländern als Prophezeiung zu verkaufen?
Die Kündigungswelle ist meiner Erfahrung nach bereits durch. Nachbesetzungen, auch für die altersbedingten Abgänge, finden nicht mehr statt - es wird größtenteils auch gar nicht mehr ausgeschrieben. O-Ton: Wofür der Aufwand? Es bewerben sich eh keine geeigneten Kandidaten.
Und, das die Qualität der Arbeiten vom verbliebenen Personal massiv abgenommen hat, ist inzwischen schon recht weit oben angekommen - jetzt fehlt nur noch der Sprung bis in die Ministerien. Aber, da ist halt eine Beamtenbubble, die den Zusammenhang nicht in Ihrer Zuständigkeit sehen.

Garfield

Zitat von: troubleshooting in Heute um 10:17Du willst den Ist-Zustand in den Ländern als Prophezeiung zu verkaufen?
Die Kündigungswelle ist meiner Erfahrung nach bereits durch. Nachbesetzungen, auch für die altersbedingten Abgänge, finden nicht mehr statt - es wird größtenteils auch gar nicht mehr ausgeschrieben. O-Ton: Wofür der Aufwand? Es bewerben sich eh keine geeigneten Kandidaten.
Und, das die Qualität der Arbeiten vom verbliebenen Personal massiv abgenommen hat, ist inzwischen schon recht weit oben angekommen - jetzt fehlt nur noch der Sprung bis in die Ministerien. Aber, da ist halt eine Beamtenbubble, die den Zusammenhang nicht in Ihrer Zuständigkeit sehen.

Die Arbeitslosigkeit steigt und die Bewerbungen bei uns nehmen schon seit einiger Zeit massiv zu.
Auch von Leuten die noch in Festanstellung in der Privatwirtschaft sind, aber den rauen Wind zunehmend spüren.
Viele Prognosen sagen Kündigungswellen in der Privatwirtschaft voraus. Davon werden viele Zuflucht im öD suchen.

Mit dem Argument der öD finde keine Leute mehr, wird man in den nächsten Tarifrunden gar nichts gewinnen. Die Zeiten sind vorbei.

Eine Kündigungswelle im öD ist mir nicht bekannt.

DiVO

Zitat von: troubleshooting in Heute um 10:17Du willst den Ist-Zustand in den Ländern als Prophezeiung zu verkaufen?
Die Kündigungswelle ist meiner Erfahrung nach bereits durch. Nachbesetzungen, auch für die altersbedingten Abgänge, finden nicht mehr statt - es wird größtenteils auch gar nicht mehr ausgeschrieben. O-Ton: Wofür der Aufwand? Es bewerben sich eh keine geeigneten Kandidaten.
Und, das die Qualität der Arbeiten vom verbliebenen Personal massiv abgenommen hat, ist inzwischen schon recht weit oben angekommen - jetzt fehlt nur noch der Sprung bis in die Ministerien. Aber, da ist halt eine Beamtenbubble, die den Zusammenhang nicht in Ihrer Zuständigkeit sehen.

Wir haben rund 35.000 Mitarbeiter auf unserer Payroll. Die Fluktuation ist in den vergangenen Jahren sehr konstant.

Du schimpfst über die Beamtenbubble und merkst selbst nicht, dass du dich in einer Bubble befindest. Deine Lösung zur Bewältigung der Aufgaben lautet: Mehr Personal!

Seit Jahren ist zu erkennen, dass es nicht nur an der Menge des Personals liegt. Es haben sich über die Jahrzehnte hinweg Prozesse etabliert, die maximal umständlich sind. An dieser Stelle muss angesetzt werden. Prozesse optimieren, unterstützende IT einführen und wo bereits möglich den Einsatz von KI forcieren. So stellt man eine Verwaltung für die Zukunft auf, die aufgrund des demographischen Wandels den aktuellen Wasserkopf eh nicht mehr lange aufrecht halten kann.

Eine Verwaltung kann sich ein Stück selbst mit Arbeit versorgen, ohne dass überhaupt Arbeit vorhanden ist. Ich beobachte das immer ganz gerne bei großen Industriebetrieben in der Region. Bei Auftragsflaute werden als erstes Mitarbeiter in Produktion und Logistik gekündigt. Die Verwaltung bleibt relativ konstant. Und wenn dann wieder Aufträge reinkommen, werden in Produktion, Logistik und Verwaltung neue Stellen ausgeschrieben und besetzt.

Und dieses System wurde im öD über die Jahrzehnte perfektioniert. Es gibt weder Innovations- noch Konkurrenzdruck mit Mitbewerbern. Warum sollte man also effizienter werden? Die Mitarbeiter wurden doch über Jahrzehnte so sozialisiert, dass Überstundenkonten wie Orden auf der Brust vor sich hergeschoben werden und wenn eine Abteilung nur laut genug über die Arbeitsbelastung jammert, bekommt sie eben eine zusätzliche Stelle. Und diese Party ist jetzt eben vorbei.

daseinsvorsorge

Zitat von: DiVO in Heute um 08:55Ich habe die Schreihälse hier schon verstanden. Sie wollen ohne eigenen Einsatz in Form von Zahlen des Mitgliedsbeitrags oder Zeit, also streiken oder dem Verhandeln persönlicher Zulagen, eine möglichst hohe Gehaltserhöhung, die Verdi gefälligst für sie verhandeln soll. Ihrem Frust über das für sie zu niedrige Ergebnis lassen sie in der Anonymität des Internets freien Lauf.


Wie Sie sicherlich hier schon häufiger lesen durften, gehen auch die Nichtorganisierten davon aus, dass die Gewerkschaften für sie verhandeln.Auch wenn Sie keine Beiträge zahlen.

Grund dafür ist, dass die Gewerkschaften (leider) behaupten, für alle zu verhandeln. Und solange sich daran nichts ändert, sehen sich die Nichtorganierten weiter im Recht, richtig auf die Gewerkschaften einzudreschen.

Da kann man nur hoffen, dass sie im Job wenig Verantwortung tragen müssen.

DiVO

Zitat von: daseinsvorsorge in Heute um 16:47Wie Sie sicherlich hier schon häufiger lesen durften, gehen auch die Nichtorganisierten davon aus, dass die Gewerkschaften für sie verhandeln.Auch wenn Sie keine Beiträge zahlen.

Grund dafür ist, dass die Gewerkschaften (leider) behaupten, für alle zu verhandeln. Und solange sich daran nichts ändert, sehen sich die Nichtorganierten weiter im Recht, richtig auf die Gewerkschaften einzudreschen.

Da kann man nur hoffen, dass sie im Job wenig Verantwortung tragen müssen.
Ich setze da große Hoffnung auf die Themen Demographie, Digitalisierung und KI. Das wird die nächsten zehn Jahre die Belegschaft ordentlich umkrempeln und verkleinern.
Solange die Leute noch so viel zum Jammern haben, haben sie an der Arbeit noch zu viel Leerlauf.

NelsonMuntz

Das wirkliche "Problem" im TB-Bereich des öD hat DiVo hier schön beschrieben:

ZitatEs gibt weder Innovations- noch Konkurrenzdruck mit Mitbewerbern. Warum sollte man also effizienter werden? Die Mitarbeiter wurden doch über Jahrzehnte so sozialisiert, dass Überstundenkonten wie Orden auf der Brust vor sich hergeschoben werden und wenn eine Abteilung nur laut genug über die Arbeitsbelastung jammert, bekommt sie eben eine zusätzliche Stelle.

Das ist der entscheidende Unterschied der TB im öD zu denen in der pW: Wo immer man im Wettbewerb Produkte oder Dienstleistungen gewinnbringend feilbieten möchte, muss man die Effizienz einzelner Abteilungen und Mitarbeiter stetig im Blick haben. In der Realität des öD projizieren sich die Prinzipien der Beamtenlaufbahnen auf die Angestellten. Das funktioniert aber nicht, wenn man wirklich vorwärts kommen möchte.

Obwohl der TV-L wirklich gute Instrumente bietet, um Mitarbeiter zu fördern und für gute Leistungen zu belohnen, sind viele AG dennoch nicht gewillt, diese anzuwenden, weil man a) die "Minderleister" nicht loswird und b) die genehmigenden Ministerien auch einen Riegel davorschieben.

Das Problem ist also eher systemisch - dass die Gewerkschaft in einem Flächentarif wenig Lust auf die Vertretung von MA in der Region 75k p.a.+ haben, erklärt sich mit gewissem Nachdenken von selbst.

Man kann auf die Gewerkschaft schimpfen, oder auch auf die AG, am Ende ist man aber doch selbst für sich und die eigene Zufriedenheit verantwortlich.

Anders: Die höheren EG sollten nicht auf verdi blicken, sondern den eigenen AG in den Fokus stellen. Ist sicher mühsam, am Ende aber vielleicht eher von Erfolg gekrönt, als der Versuch eine Gewerkschaft zu "übernehmen".

Die Kritik an der Aussage, die Gewerkschaft verhandle für alle MA im öD, verbleibt natürlich. ;)