Aussicht auf Erfolg bei Vermerk in der Personalakte?

Begonnen von Lena12, 25.02.2026 01:25

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Lena12

Hallo ihr Lieben!

Ich war für ca. 1,5 Jahre befristet bei einer Bundesbehörde angestellt und der Vertrag wurde beidseitig Ende letzten Jahres auslaufen gelassen. Es hat von beiden Seiten nicht gepasst, näheres erspare ich mir und euch. Als mit von meiner RL mitgeteilt wurde, dass er/sie mir kein Go für eine Entfristung gibt, wurde von ihm/ihr erwähnt, dass er/sie dem Personalmanagement schriftlich darlegen muss, wieso ich nicht entfristet werde und wieder ausgeschrieben werden soll. Ich habe im selben Gespräch mitgeteilt, dass ich auch zum Tag X gehen werde und war somit nicht enttäuscht über die Nichtentfristung.

Auf zweimalige Nachfrage unter vier Augen meinerseits, was denn in dem Vermerk drin steht, wurde es von ihm/ihr herunter gespielt, gemeint dass es "neutral geschrieben" sei und man "zwischen den Zeilen lesen kann, dass es einfach hier nicht gepasst hat" und er/sie mir "keine Steine in den Weg legen" würde.

Nach ein paar Monaten bin ich meinem Bauchgefühl nachgegangen und habe mir Einsicht in die Personalakte geben lassen. Der Vermerk zur Nichtentfristung hat mich hintenüber kippen lassen. Es wurden Situationen sehr überspitzt oder falsch dargestellt, mit wurden Kompetenzüberschreitungen unterstellt usw. Ein Mitglied des Personalrates bekam große Augen und kommentierte, dass er/sie sowas noch nicht gelesen hat und ich es schwer werden habe im öD nochmal Fuß zu fassen. Mir wurde zu einer Gegendarstellung geraten, diese ich auch erstellt habe.

Nun ist es so, dass ich mich auf eine Stelle bei einer anderen Behörde beworben habe (die zu meiner alten Behörde dazugehörig ist), bevor ich Einsicht in meine Akte nahm. Diese besagte Behörde meldete sich nun nach über vier Monaten und lud mich letzte Woche zum Vorstellungsgespräch ein. Momentan bin ich arbeitslos und habe mich da einfach nur noch vorgestellt, um dem "Protokoll des Arbeitsamtes" zu entsprechen, da ich wenig Aussicht auf Erfolg mit diesem Vermerk in meiner Akte sehe.

Nun hat die Behörde, bei der ich mich letzte Woche vorgestellt habe, mich angerufen und mir auf die Mailbox gesprochen, dass sie mich nochmals anrufen werden oder ich mich gerne telefonisch zurückmelden kann. Nun kann man davon ausgehen, dass sie Interesse an mir haben, ansonsten hätten sie sich nicht per Telefon gemeldet.

Ich habe im Vorstellungsgespräch bereits erwähnt, dass ich den Vertrag bewusst auslaufen lassen habe, da mir die Arbeitsumgebung nicht gut tat, es meinerseits zum Abfall meiner Arbeitsleistung gekommen ist und ich nun selber den Augenmerk auf kleinere Büros (vorher Großraum) und Homeoffice lege.

Nun meine Fragen:

Wie würdet ihr nun mit der Behörde weiter verfahren? Also progressiv auf den Vermerk + Gegendarstellung in der Personalakte hinweisen oder es einfach erstmal aussitzen?

Ist überhaupt mit einem positiven Ergebnis mit so einem desaströsen Vermerk zu rechnen? (Die Stelle wäre auf 2 Jahre befristet)

Danke fürs Lesen und eure Antworten im Voraus!



Petar Tudzharov

Ich habe Nachfragen zum Sachverhalt.

Wie viel Wahrheit steckt in dem Vermerk? Wenn Situationen überspitzt oder falsch dargestellt worden sind, hat es die Situationen wohl aber zumindest gegeben. Was ist zu den unterstellten Kompetenzüberschreitungen zu sagen?
Was bleibt für einen neutralen Dritten nach deiner Gegendarstellung am Ende übrig, das dich schlecht dastehen lässt? Wie überzeugend konntest du die Vorwürfe widerlegen? Konntest du "Beweise" liefern (z.B. "Termin wurde entgegen der Darstellung eingehalten, siehe E-Mail vom...")?

Welche Rolle spielt dabei der Abfall der Arbeitsleistung, den du selbst zugegeben hast?

Die richtige Taktik hängt meiner Einschätzung nach davon ab, wie gut du den Vermerk entkräften konntest.





oberhaeo

Du kannst unwahre Tatsachenbehauptungen aus der Akte entfernen lassen! (§§ 242, 1004 BGB)
Dazu  ... siehe Petars Fragen ... das Vorgehen selbst ist im Netz ausgiebig beschrieben.