Stärkung Betriebsrentengesetz -> Einfluss auf ÖD?

Begonnen von Aleksandra, 27.02.2026 11:20

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Rentenonkel

Zitat von: BAT in Gestern um 10:55Aber zunächst müssen deine Ausführungen konsistent sein bzw. wir dürfen nicht aneinander vorbeireden. Selbstredend werden immer mindestens 15 oder 20 Prozent der Bevölkerung zur Miete wohnen (man danke z. B. nur an Studenten). Aber wenn Du einen perspektivischen Zeitraum von Jahrzehnten für den sozialen Wohnungsbau für Dich in Anspruch nimmst, dann nimm diesen Bitte auch für meine Eigentumsquote. Das geht natürlich nicht von einem auf den anderen Tag. Das braucht auch Jahrzehnte.

Da bin ich bei Dir

Zitat von: BAT in Gestern um 10:55Und die Wohnungsbauprämie war ja wohl allein vom Betrag her nicht einschlagig. Was Du meinst war/ist sicherlich die Eigenheimzulage und das Baukindergeld. Ja, das ist und war alles völliger Unfug. Wie sehr viele Subventionen. In dem Glauben, der Staat könnte einiges besser machen als die Menschen. Wir subventionieren uns noch mal zu Tode.

Ja genau, das meinte ich

Zitat von: BAT in Gestern um 10:55Nehmen wir einfach die Baustandards von vor 30 oder 40 Jahren (ist auch wohl nicht so viel zusammengebrochen in Deutschland) und wahrscheinlich wäre das Wohnen - im Eigentum oder zu Miete - 20 bis 30 Prozent günstiger.

Aber das ist ja hier eigentlich nicht das Thema. Der öffentliche Dienst sollte erstmal anfangen, gemessen an anderen Tarifverträgen, eine vernünftige VL zu zahlen.

Wobei die Kosten für die Miete / Abtragung ja nur die halbe Wahrheit sind. Die Nebenkosten/Heizkosten spielen ja auch eine Rolle, und auch wenn die Immobilien von heute tendenziell teurer sind, spart man bei den Nebenkosten wieder etwas. Das eine wiegt zur Zeit das andere nicht auf, wenn aber die globale Energiekrise sich verschärft, wird das Heizen im Altbau bald nur noch mit einem alten Kachelofen und Kamin bezahlbar sein  ;)

Das Wohnen ist auf jeden Fall ein zentrales Thema und bereitet vielen Menschen Kopfzerbrechen. Es ist an der Politik, das Problem nicht nur zu erkennen, sondern auch zu lösen. Eine höhere Eigentumsquote kann genauso helfen wie mehr sozialer Wohnungsbau. Eigentum ist aber auch nicht für jeden was und je nach Alter kann der Wunsch nach Wohnung (mit oder ohne Garten, Wohnung oder Haus, 2 1/2 Zimmer oder 5 1/2 Zimmer, Ballungsgebiet oder Ostsee) doch stark variieren.

Unser Fokus liegt nur auf anderen Personengruppen. Deine Ideen helfen dem oberen Drittel der Bevölkerung, vielleicht auch ab der Mitte, meine zielen eher auf Lösungen ab für Menschen am unteren Drittel bis hin zur Mitte der Einkommensskala. Vielleicht muss man bei allen einfach etwas genauer hinschauen, damit allen geholfen werden kann.

BAT

Wobei in deiner Kohorte die Lebenserwartung und damit die Rentenzeit (noch) nicht so lange ausfüllt. Bei nüchterner Betrachtung ist die Thematik nicht so einschlägig. Aber auch sonst - verfestigt eine Mietzahlung - nur das Umverteilen von unten nach oben. Für diese Klientel wäre kleinere Einheiten (Tiny Houses, kleine Eigentumswohnungen durchaus eine Lösung).

Auch wenn ich sonst durchaus religiös bin, fehlt mir der Glaube, dass der Staat/ die Kommunen dauerhaft mit Sozialen Wohnungen aber auch mit sozialem Wohnungsbau dauerhaft vernünftig umgeht.

Möglicherweise erzeugt ein großzügig kümmender Staat erst Defizite in der eigenen Lebensplanung. Dauerhaft sowieso.

MoinMoin

Zitat von: BAT in Gestern um 09:23Du hast auch gelesen, dass ich mich auf Einnahmen UND Ausgaben bezog? Das Zitat von Dir geht auf Einnahmen ein. Nicht auf Ausgaben im Alter. Nochmals, da sind wir ganz hinten in Europa. Selbstverschuldet.
Nochmals: Quelle?
Deine Quelle die du verlinkt hast, sagt genau DAS nicht aus.

ZitatWährend Du und MoinMoin den Leuten die Schuld geben, habe ich oben bereits ausgeführt, die 1. Säule stark zu entschlacken und für alle eine Auskömmlichkeit bereits aus der 1. Säule zu generieren. Auch evtl. mit einem Anspruch erst nach 10 oder 15 Jahren Einzhalung.
Wo gebe ich den Leuten irgendeine Schuld? Da möchte ich mich den Ausführungen von Rentenonkel anschließen.

ZitatEs mag sicherlich Leute geben, die nicht von sich aus vorsorgen. Aber solange der Staat Ihnen Steine in den Weg wirft (Grunderwerbssteuer, Mieter sind fast in Eigentümerrechten, keine Ausweisung von Baugebieten, etc.) sehe ich zumindest die alleinige Schuld nicht bei diesen. Sollte man die 3. Säule für ein Anlageprodukt verpflichtend machen, verbleibt aus der Natur der Sache noch weniger Geld für Wohneigentum.

Es sind und bleiben Entscheidungen: In Deutschland entscheiden sich viele Menschen dagegen sich ein angemessenes Eigenheim anzuschaffen, Punkt. Obwohl sie könnten, Ausrufezeichen. Weil sie lebenslang vom Schloss träumen und nicht Eigentum auf dem Niveau wie ihre Mietskasernenwohnung wollen.

und klar da bin ich voll bei dir, hier könnte der Staat durch weniger Grunderwerbssteuer oder Freibeträge auf dieser, ordentlich den Menschen beim Rechnen helfen. Zumindest bei der ersten Immobilie.
und Subventionen braucht es da eben auch nicht.
die einzige "Subvention", die ich stimmig fände ist, dass der Staat es den mittleren/unteren Einkommen ermöglicht ImmoKredite zu bekommen durch Bürgschaften.
Denn wie erwähnt: Viele könnten mit ihren Mietausgaben Eigentum erwerben, sie bekommen nur kein Geld von der Bank.

Btw: Weniger Mieterschutz für mehr Eigenheim  ::)  ;D ? Aber du willst jetzt doch nicht den Mieterschutz reduzieren, oder? ;)
Zitat von: BAT in Gestern um 10:55Nehmen wir einfach die Baustandards von vor 30 oder 40 Jahren (ist auch wohl nicht so viel zusammengebrochen in Deutschland) und wahrscheinlich wäre das Wohnen - im Eigentum oder zu Miete - 20 bis 30 Prozent günstiger.

Und auch da sind wir uns einig: Die DIN Mafia abschaffen und bezahlbares (eigenverantwortliches) Bauen durchziehen und keine Zwangsbeglückungen, was unendliches Dämmen angeht.

BAT

Du willst einen statistischen Nachweis, dass man im abbezahlten Eigenheim keine Miete zahlt? Mmmh... ;D wird langsam kurios.

Ansonsten das mit "Schuld" bezieht sich doch auf die Aussagen, die Leuten hätten das Geld für die Vorsorge, verkonsummieren es aber.
Da dieser Staat inzwischen alles Wehwechen sozial auffängt: warum sollte ich in einer gewissen Lage weiter vorsorgen. Ich denke Ursache und Wirkung werden hier verwechselt.

Warnstreik

Oha - jetzt kommt das gute Betongold als (offenbar?) Allheilmittel...

Fakt ist eins: Erwirbt man eine Immobilie, die man selbst bewohnt, dann ist das eine Art Zwangssparen und das ist für viele gar nicht so schlecht. Es ist vor allem die große und immernoch breite Mitte bis weit in die letzten beiden Dezentile, die schlicht oft über ihren Verhältnissen leben. Von daher ist das garnicht so schlimm.

Ansonsten ist Eigentum in Deutschland meiner Meinung nach eine eher schlechte Form der Vorsorgen - vor allem wenn man sie selbst nutzt. Selbstgenutztes Wohneigentum ist ein Klumpenrisiko, es ist maximal illiquide, es nimmt nicht an neuer Wertschöpfung und Produktivitätssteigerungen teil und es ist sehr unflexibel bei der Änderung des eigenen Wohnbedarfs.
Seien wir ehrlich: In Deutschland kaufen/bauen die meisten fürs Leben. Die Nebenkosten für einen Verkauf und neuerlichen Kauf sind so enorm, dass es sich kaum lohnt, der Markt gibt es kaum her. Wäre es wie in Irland oder (ich glaube) auch wie in den Niederlanden, dass man supergeringe Nebenkosten hat und sich einfach immer bei einer Änderung was neues kauft, dann würde ich es anders beurteilen. Aber so ist der Markt in Deutschland nicht und die Nebenkosten sind so absurd hoch...

Der einzige Vorteil bei einer Immobilie ist, dass man es günstig finanzieren kann. Was aber auch viele dazu verleitet über ihre Verhältnisse zu kaufen/ zu finanzieren.

Aus meiner Sicht sind genossenschaftliche Wohn- und Bauprojekte deutlich besser. Man hat die Sicherheit wie im Eigentum, muss sich aber nicht Verschulden. Man hat die (leider regional begrenzte) Flexibilität wie im freien Mietmarkt aber nicht die teilweise hohen Mieten.




Ich bin insgesamt ziemlich zwischen euch: Wir brauchen ein System, was ein auskömmliches Leben im Alter sichert. Subventionen nur dort wo es wirklich notwenig ist - gerne auch im Rentensystem mit ein wenig Umverteilung. Und wer mehr will muss eben persönlich vorsorgen. Um das sauber zu machen muss nach meiner Überzeugung ein recht großer Wurf her... 

MoinMoin

Zitat von: BAT in Gestern um 12:13Du willst einen statistischen Nachweis, dass man im abbezahlten Eigenheim keine Miete zahlt? Mmmh... ;D wird langsam kurios.
Nein, ich will einen Nachweis, dass man durch Eigentum monetär besser gestellt ist.

Langsam wird es zäh.
Nur damit wir nicht aneinander vorbei reden:
D ist sicherlich was Mieterquote an geht ganz weit oben und was Eigenheimquote angeht ganz weit unten.
Denn nur weil wir dort hinten sind, heißt es nicht das das finanzielle Auskommen in D bei Rentner hinten ist.

Daher: Deutschland ist EU-weit nicht ganz hinten was die finanziellen Auskömmlichkeit im Alter angeht.





ZitatAnsonsten das mit "Schuld" bezieht sich doch auf die Aussagen, die Leuten hätten das Geld für die Vorsorge, verkonsummieren es aber.
Ich bezog mich nur darauf, dass die Leute die Entscheidung getroffen haben nicht Eigentum zu erwerben.
Da sehe ich auch weiterhin keine Schuld oder Vorwürfe.
Und es ist auch eine Entscheidung vieler Leute, wenn sie keine weitere Altersvorsorge treffen (sei es Eigentum, ETF oder Sparstrumpf)
Und wenn durch diese Entscheidung die Leute schlecht im Alter darstehen, dann ist das so.
Und die die monetär nicht aufgrund der Lebenssituation diese Entscheidung treffen konnten, denen sollte der Staat durchaus die Wehwechen sozial abfedern.

Was Ursache und was Wirkung ist, kann ich noch nicht bei diesen Entscheidungen nicht beurteilen.
Ich kann nur beurteilen, dass die Masse der Menschen sich Eigentum leisten konnten.
Da ich mich seit über 30 Jahren damit persönlich beschäftige und Menschen beim Eigentumserwerb begleite.
Und alle waren mit Mietkosten (plus minimal was dazu packen) in der Lage zu kaufen.

Aber nicht bei allen ist es die monetär beste Wahl gewesen.

BAT

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 13:53Nein, ich will einen Nachweis, dass man durch Eigentum monetär besser gestellt ist.


Also nochmals zu Erinnerung. Wir reden hier über die Rentenzeit, wo nahezu alles Immobilien abbezahlt sind.

Du meinst wahrscheinlich den kompletten Zyklus mit Erwerb, Darlehenstilgung, etc. - aber darum geht es hier nicht.

Solltest Du darauf hinauswollen, dass man vor der Verrentung die Gelder statt in Eigentum in ETF´S etc. gesteckt hat und damit Renditen erzielt, die teils über der "Kaltmiete" liegen können, verweise ich auf meinen schön öfters eingebrachten Einwand, dass ich dem Gesetzgeber in Bezug auf die Versteuerung solcher Produkte nicht (mehr) traue. Auch die Rente war steuerfrei als ich angefangen habe zu arbeiten. Und auf die Direktversicherung waren keine SV-Beiträge zu zahlen; Zinseszinsen wurde bei der "Kapitalertragssteuer" auf die Jahre umgelegt, etc. pp

Ich schätz es aber sicherlich, wenn jemand hier auf Zuverlässigkeit vertraut, ich tue es nicht.


Faunus

Zitat von: Rentenonkel in 02.03.2026 09:58Bisher stellte sich die Frage für diejenigen, die über den vorzeitigen Rentenbeginn hinaus arbeiten möchten, ob sie eine Teil- oder Vollrente beantragen möchten.


Wie viel % der AN, denen das möglich war, haben bisher das Konstrukt Teilrente beziehen und weiter arbeiten eigentlich tatsächlich in Anspruch genommen? Immerhin ist das seit 2023 möglich. Da muss es doch schon belastbare Zahlen geben.

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 13:13Wäre es wie in Irland oder (ich glaube) auch wie in den Niederlanden, dass man supergeringe Nebenkosten hat und sich einfach immer bei einer Änderung was neues kauft, dann würde ich es anders beurteilen. Aber so ist der Markt in Deutschland nicht und die Nebenkosten sind so absurd hoch...
Nach meinem Kenntnisstand sind sie in D hoch, aber auch hier gibt es Länder wo es höhere Kosten gibt.
Und je nachdem welches Bundesland und ob Makler oder nicht ist auch so ein Kernpunkt. In Bayer kommt man mit 5% Nebenkosten durchaus klar, wenn es ohne Makler gekauft wird.

In D haben wir halt 7-12% Nebenkosten, Niederlande 2-14%
https://wise.com/gb/blog/buying-property-in-europe

MoinMoin

Zitat von: BAT in Gestern um 14:04Also nochmals zu Erinnerung. Wir reden hier über die Rentenzeit, wo nahezu alles Immobilien abbezahlt sind.
Richtig.
Und nach 30 Jahren sind halt Xk€ Investitionen fällig, weil Heizung, Dach undundund, das rechnest du hoffentlich mit ein, wenn du von abbezahlt redest.
ZitatDu meinst wahrscheinlich den kompletten Zyklus mit Erwerb, Darlehenstilgung, etc. - aber darum geht es hier nicht.
Die Frage war doch, wer hat ein auskömmlicheres Leben.
Der Mieter der Geld anspart oder der Eigentümer der Investionsrücklagen braucht.


Bzw. liegen wir mit dem auskömmlichen Leben als Rentner in D vorn hinten oder in der Mitte.
Du sagst ganz weit hinten. Und das was ich mir erlesen kann behauptet wir sind in der Mitte.


Rentenonkel

Zitat von: Faunus in Gestern um 14:14Wie viel % der AN, denen das möglich war, haben bisher das Konstrukt Teilrente beziehen und weiter arbeiten eigentlich tatsächlich in Anspruch genommen? Immerhin ist das seit 2023 möglich. Da muss es doch schon belastbare Zahlen geben.


Immer mehr Beschäftigte im ,,Alterskorridor" zwischen 65 Jahren und dem regulären Rentenalter: 2020 zählte die BA in dieser Altersgruppe 118.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 2025 waren es bereits 312.000. Der Anstieg um rund 165 Prozent ist nur teilweise auf das schrittweise steigende reguläre Rentenalter zurückzuführen und teilweise auf die Abschaffung der Hinzuverdienstgrenze. Es zeigt jedenfalls, dass Erwerbsarbeit bis dicht an das Regelrentenalter heran ist heute deutlich verbreiteter als noch vor wenigen Jahren.

Eine Statistik, wie viele von den 312.000 Menschen auch eine Teilrente in 2025 bezogen haben, habe ich nicht gefunden.

Faunus

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 13:53Aber nicht bei allen ist es die monetär beste Wahl gewesen.


Ein Haus ist wie ein Auto - eine Sparbüchse. Wer da Spass dran hat...
und "Eigentum verpflichtet".

Bsp. Ich habe mir vor 4 Jahren eine Einbauküche auf 8 qm im 5-stelligen Bereich gegönnt und dafür die qualitativ zwar hochwertige aber techn. völlig überholte Einbauküche des Vermieters rausreißen lassen.
Was hat mich nur geritten!
Jetzt muss ich mich um den ganzen Scheiß selber kümmern.
Ich stell mir das bei einem ganzen Haus vor! Bekannte von mir sind in Rente und machen den lieben, langen Tag nichts anderes als Ofen setzten lassen, Boden fließen lassen, Fenster neu einsetzte lassen, PV-Anlage draufpacken lassen, Terasse neu mauern lassen, Garageneinfahrt neu pflastern.... das hört bei denen nicht auf und wäre mein persönlicher Alptraum. Ich habe echt besseres zu tun.
Und Eigentumswohnung mit Eigentümerversammlung ist mein zweite Alptraum.
Aber viel häufiger sind andere, die viel selbst daran rumgebastelt haben, um nicht so viel abbezahlen zu müssen und sich jetzt nicht mal 'ne neue Heizung leisten können und inzw. auch nicht mehr selber basteln können.

Wenn da jdn. drauf steht, soll er/sie damit glücklich werden. Aber ich möchte dann meine Wertpapiere, etc.endlich genauso gefördert sehen, wie das Betongold.

Es ist eine Sache der Bevölkerung klipp und klar zu sagen "wenn Du nicht vorsorgst, dann lebst du im Alter in Armut". Wenn Du nicht vorsorgen kannst, dann gibt es Unterstüzung zu Deinen machbaren Anstrengungen. Aber vorzuschreiben, wie man für das Alter vorzusorgen hat = Bevormundung und linkes Gesülze!





Faunus

Zitat von: Rentenonkel in Gestern um 14:40Immer mehr Beschäftigte im ,,Alterskorridor" zwischen 65 Jahren und dem regulären Rentenalter: 2020 zählte die BA in dieser Altersgruppe 118.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 2025 waren es bereits 312.000. Der Anstieg um rund 165 Prozent ist nur teilweise auf das schrittweise steigende reguläre Rentenalter zurückzuführen und teilweise auf die Abschaffung der Hinzuverdienstgrenze. Es zeigt jedenfalls, dass Erwerbsarbeit bis dicht an das Regelrentenalter heran ist heute deutlich verbreiteter als noch vor wenigen Jahren.

Eine Statistik, wie viele von den 312.000 Menschen auch eine Teilrente in 2025 bezogen haben, habe ich nicht gefunden.

Das inzw. immer mehr AN in Rente gehen ist schon klar. Das immer weniger bereits bis 2 Jahre vor der Regelaltersrente ohne Abschläge gehen ist auch noch nachvollziehbar bei den Diskussionen zur Zeit.
Es lässt sich aber aktuell also nicht aufdröseln, wer nach Erreichen der Regelaltersgrenze trotzdem weiterarbeitet und eine Teilrente bezieht um die steuerlichen Vorteile von bis zu 2000 EUR mitzunehmen? Habe ich das so richtig verstanden?


BAT

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 14:38Bzw. liegen wir mit dem auskömmlichen Leben als Rentner in D vorn hinten oder in der Mitte.
Du sagst ganz weit hinten. Und das was ich mir erlesen kann behauptet wir sind in der Mitte.


Dann zeige doch dem Forum mal was Du Dir erlesen hast.

Ich denke aber mal, der Vergleich ist so komplex, dass es schwierig wird, hier überhaupt Studien zu machen. So bezahlen wohl die meisten Nationen ab, bei den Holländer wird neben der Immobilie auch öfters das Darlehen mitvererbt.

(Immobilien sollten natürlich spätestens zum Beginn der Rente durchsaniert sein, habe ich aber auch schon zehnmal geschrieben und ist zumindest im Bekanntenkreis der Standard).

(Wobei ich lieber keine Vererbung sehen würde, sondern einen Kapitalverbrauch, aber das machen die Leute auch einfach nicht; Verkaufen mit 66 für 300, 400 K und dann ETFs)

Rentenonkel

Die steuerlichen Vorteile gibt es ja erst, wenn man über die Regelaltersgrenze hinaus, also über 67 Jahre hinaus, arbeitet und diese Regelung kennen wir ja erst wenige Monate. Daher bleibt abzuwarten, ob sich die Anzahl der berufstätigen Menschen über 67 Jahre signifikant durch die gesetzliche Neuregelung verändert. Ehrlicherweise bezweifle ich das.

Bei der von mir zitierten Statistik geht es eher um den Wegfall der Hinzuverdienstgrenzen, also die Möglichkeit, über den vorzeitigen Rentenbeginn hinaus zu arbeiten und gleichzeitig eine Rente beziehen zu können. Das war 2020 noch nicht möglich, daher haben sich in der passenden Alterskohorte sich "nur" 118.000 Menschen gegen Rente und für Arbeit entschieden. (Wobei auch das fraglich ist, weil nicht jeder, der in der Kohorte arbeitet, tatsächlich auch Rente beziehen konnte).

Im Jahre 2025 haben dagegen bereits 312.000 Menschen sozialversicherungspflichtig zwischen 65 und der Regelaltersgrenze gearbeitet, also 194.000 Menschen mehr. Ob diese sich auch dafür entschieden hätten, weiter zu arbeiten, wenn sie dann keine Rente bekommen würden, ist statistisch nicht so einfach herauszufinden. Es ist jedenfalls eine Tendenz, die dazu führt, dass heute mehr Menschen zwischen 65 und 67 Jahren arbeiten also noch vor 5 Jahren, es gibt also einen zählbaren Effekt.