Die neue Heizungsgesetz - Diskussion!!!

Begonnen von BAT, 02.03.2026 19:00

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Rheini

#60
@ImöDBeschäftigt

Diese Einstellung ehrt dich und niemand verbietet den Leuten es so zu machen, wie Du für dich beschrieben hast.

Allerdings ist das eine andere Motivation als die die @MoinMoin vertritt, nämlich das es sich in jedem Fall amortisiert und besser (und einfach) ist. Als wir uns nach einem Haus umgeschaut haben wurden Häuser aus den 2000 Jahren angeboten, die mit Kohle heizen (nicht als Zentralheizung, sondern jeden Raum und nicht als Einzelfall). Jetzt kann man der Meinung sein das es ein Fehler war so zu bauen oder so ein Haus zu kaufen (haben wir nicht gemacht)), aber Du wirst dich als Politik damit auseinandersetzen müssen.

Wer "nur" dadurch die Zahl auf seinen Konten verringert ohne sich einschränken zu müssen oder es aus moralischen Gründen machen will, sehr gut.

Aber man darf dadurch nicht aus dem Blick verlieren, dass es eben auch viele andere gibt die es vielleicht auch machen wollen, aber wo es sich eben nicht so leicht rechnet und das Bankkonto gut gefüllt ist oder man die Wahl hat zwischen WP und mit den Kids in den Urlaub zu fahren, bzw. es erst sinnvoll ist eine WP zu montieren, wenn das Haus erst umfassender saniert wurde.

Und "Bye the Way". 
Aus moralischen Aspekten frage ich mich, das wenn Katy Perry aus Jux ins All fliegt oder zum Superbowl Spiel der Flughafen vor lauter Privatflieger aus den Nähten platzt, ich wirklich auf meinen Spaß verzichten möchte, weil mein Konto nicht Sanierung und Spaß haben zusammen hergibt (da gibt es übrigens Studien zu dem Co Verbrauch der oberen 10%).

Und ich könnte, wenn ich verzichte. Andere haben auch diese Wahl nicht.

Und genau das ist meine Kritik an dem alten Heizgesetz und auch an vielen anderen Dingen in der Politik. Das was gefordert und umgesetzt wird, sehe ich als sinnvoll an. Allerdings vergisst man dabei größere Bevölkerungsgruppen. Beim Heizgesetz halt die Eigentümer der älteren Häuser in abgelegenen Regionen wo bald durch Europa (Sanierungspflicht der unteren Energieeffizienzklassen) ganze Dörfer wertlos werden und der Grund das auch ist. Fahr mal durch Frankreich. Die alten Dörfer auf dem Land sind heruntergekommen und richtige Geisterdörfer in denen nur noch die alten Leute leben. 3 km weiter steht ein komplettes neues Dorf weil es sich noch nicht mal gelohnt hat, die alten Häuser abzureißen und dort neu zu bauen.

Ne Lösung habe ich nicht, dafür wähle ich aber Politiker, die eine haben sollten ....

MoinMoin

Zitat von: Rheini in 08.03.2026 22:13Also bei mir kommt noch das Fundament der WP dazu, die Leitungen ins Haus, der Umbau der Leitungen im Heizungskeller und sicher fällt den Anbietern noch was ein. WP natürlich auch noch. Dann evtl. neue Heizkörper ..... und das als Investition obwohl die Gasheizung zuverlässig läuft.  Wenn ich dann im Jahr 500 Euro an Kosten bei der Energie spare plus der im vorigen Beitrag geschriebenen Probleme, setze ich derzeit weiter auf das Bewährte und lege das Geld an.
Das Ding mit der Heizkörpertausch hat bei mir auch beim Brennwertkessel zu Einsparungen geführt.
Planungsfehler kosten halt Geld, wenn man sie korrigiert.

MoinMoin

Zitat von: ImöDBeschäftigt in 08.03.2026 23:53Im Sinne unserer Kinder haben wir also umgerüstet, auch wenn das eine finanzielle Last bedeutet, die sich vielleicht nie klassisch "amortisiert"
Eben, es ist ein Investition in die Kinder und Erben und Umwelt.
Wenn es sich dann auch noch nach 20-25 Jahren selbstgetragen hat, dann ist der Zinssatz zwar monetär 0% aber......
Zitat von: Rheini in Gestern um 05:13Allerdings ist das eine andere Motivation als die die @MoinMoin vertritt, nämlich das es sich in jedem Fall amortisiert und besser (und einfach) ist.
Nein, ich bin da voll auf ImöDBeschäftigt, das es sich amortisiert ist nur das Zipfelchen oben drauf.

Ich versuche Menschen allerdings zunächst nur mit Sachargumenten zu überzeugen. Wenn sie Glauben geht nicht oder lohnt nicht.

Rheini

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 06:36Das Ding mit der Heizkörpertausch hat bei mir auch beim Brennwertkessel zu Einsparungen geführt.
Planungsfehler kosten halt Geld, wenn man sie korrigiert.


Als Privatmensch darf man dieser Meinung sein. Wenn dies aber von der Politik kommt, empfinde ich das als äusserst arrogant und überheblich.


Und am Ende versteht dann mal wieder keiner, warum Parteien mit einfachen Lösungen wiederehr Prozente erhalten und Altparteien in die Bedeutungslosigkeit versinken.

Ich möchte das nicht ...

MoinMoin

Zitat von: WimmelbuchLeser in 08.03.2026 22:24Alles gut, ich kann verstehen wenn dieses Thema einen emotional sehr antreibt.

Vor drei Jahren haben viele den Wechsel getätigt. Die "grüne Welle" / der Hype war schon groß. Nachbarn von uns haben ihre ca. fünf Jahre alte Gasheizung (Erstheizanlage zum Neubau) abbauen lassen, um dann ein Jahr wartend WP mit PV installieren zu lassen. Leider dauerte die Installation an und sie hatten übergangsweise in der Winterzeit keine Heizanlage, weil der Abbau früher stattfand. Alles wie jeder möchte. Ich sage mir jedoch, lieber den Spatz in der Hand - als die Taube auf den Dach  ;D
Gruselig mit was für Handwerker und anderes sich einige Rumprügeln müssen....
Und noch gruseliger, dass da Menschen eine 5 Jahre alte Heizung ohne Not abbauen lassen.
Aber am gruseligsten ist, dass die überhaupt eine Brennwerttherme eingebaut haben.
Bzw. einbauen durften. In Dänemark war das ja schon vor über 10 Jahren nicht mehr erlaubt. Und darin liegt ja unser Fehler in D.

Keine langfristige Planungssicherheit, weil alles plötzlich und von heut auf morgen passieren muss. Und alle 3 Jahre das Ruder um 180Grad gedreht wird, weil erst ein WP Habeck und dann eine Gas Kathi daher kommt. zK

MoinMoin

Zitat von: Rheini in Gestern um 06:56Als Privatmensch darf man dieser Meinung sein. Wenn dies aber von der Politik kommt, empfinde ich das als äusserst arrogant und überheblich.


Und am Ende versteht dann mal wieder keiner, warum Parteien mit einfachen Lösungen wiederehr Prozente erhalten und Altparteien in die Bedeutungslosigkeit versinken.

Ich möchte das nicht ...
Da sind wir uns einig. Insbesondere weil diese einfach Lösungsparteien keine Lösung haben, mich persönlich zwar wirtschaftlich besser dastehen lassen wird, aber das Groh ihre Wähler im Regen stehen werden und sie es nicht merken, bis es zu spät ist.

Petar Tudzharov

Na das ist doch wunderbar.

Wenn wir mal das Team Wissenschaft bemühen: Deutschlands Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen beträgt ungefähr 1,8%. Keine Sorge, jetzt folgt nicht: "aber China..." - denn das ist durchaus differenzierter zu betrachten. 

Heizen verursacht mit knapp 150 Millionen Tonnen im Jahr ca. 18% der deutschen CO2-Emissionen (Zahlen von 2021, Kühlen von Gebäuden mit inbegriffen).

Demnach beträgt der Anteil des Heizens in Deutschland an den weltweiten CO2-Emissionen ungefähr 0,32%.

Fraglich ist, wie weit der Anteil durch die mit dem Gesetz verfolgten Maßnahmen reduziert werden kann.
Beim alten Heizungsgesetz war sich die Bundesregierung jedenfalls nicht sicher (https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-964020).

Selbst wenn man den Anteil auf Null reduzieren würde, das gilt sowohl für das Heizen als auch den gesamten deutschen Ausstoß, wären wir uns hier wahrscheinlich einig, dass es keine Auswirkungen auf das Klima hätte. Vorbildwirkung, ich weiß  8)

Vor diesem Hintergrund vertrete ich die Meinung, dass wir beim Thema Heizen nichts übers Knie brechen müssen. Wer freiwillig investiert, der kann das gerne tun. Ich habe auch nichts gegen die Förderung bestimmter Technologien, auch wenn diese sich auch so am Markt durchsetzen würden, wenn sie vorteilhaft sind.


Rheini

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 06:40Ich versuche Menschen allerdings zunächst nur mit Sachargumenten zu überzeugen. Wenn sie Glauben geht nicht oder lohnt nicht.


Was ist den dein Sachargument bei Leuten die mehr als 5k investieren müssen (siehe meine vorherigen Beiträge) und das Geld dafür nicht rumliegen haben, sondern finanzieren müssen?

Petar Tudzharov

Das Sachargument kann in Ermangelung eines signifikanten Einflusses jedenfalls nicht sein, dass sonst das Klima unumkehrbar geschädigt wird.

Daher ist die Frage, ob wir politisch-ideologisch motivierten Aktionismus brauchen, der die Privathaushalte unnötig viel Geld kostet oder lieber langfristige Strategien, die sozialverträglich sind.



Rheini

#69
Ich finde man muss alles betrachten und man darf über tatsächliche Probleme nicht einfach nonchalant als "Pech" bezeichnen.

Auch sollte man mit einbeziehen, dass man vorhandenes Geld tatsächlich dort einsetzen sollte, wo es den größten Effekt hat. Ob man vielleicht besser jetzt eher die Kläranlagen umrüstet als Leute Ihrer Immobilien zu berauben, weiß ich nicht und ich weiß auch nicht, ob es überhaupt mal jemand geprüft hat (https://www.focus.de/earth/millionenfach-unterschaetzt-klaeranlagen-stossen-mehr-emissionen-aus-als-luftverkehr_d8701c55-5462-4fec-a38c-c67c8ce2626f.html).

Und ich sehe da halt die Politik im Focus alle Interessen im Blick zu haben und ausgleichend zu wirken. Wenn alles abgebügelt wird was den Leuten auf den Nägeln brennt (Bas weiß lt. eigener Aussage das einige Aufstocker seit min. 10 Jahren den Staat betrügen, die Erbschaftssteuer nur den Mittelstand betrifft, Kerosin leider nicht besteuert werden kann, die Steuern in der Mitte besonders hoch sind, in München es egal ist ob Du 3k oder 5k verdienst usw. usw. usw.) und am Ende übrig bleibt das jemand der gerade über die Runden kommt obwohl er seit Jahren jeden Morgen für kleines Geld aufsteht, nun seine Immobilie mit der Aussicht auf eine möglichen Armotisierung in 20 Jahren sanieren soll und bis dahin noch weitere Einschränkungen im Leben hinnehmen muss wundert es mich nicht, das Parteien gewählt werden, die einfache Lösungen anbieten.

Rheini

Zitat von: Petar Tudzharov in Gestern um 07:37Das Sachargument kann in Ermangelung eines signifikanten Einflusses jedenfalls nicht sein, dass sonst das Klima unumkehrbar geschädigt wird.


Volle Zustimmung. Die Frage ist nur wie man alle Leute mitnehmen kann und niemand zurückgelassen wird. Das ist meine Kritik, nicht der Klimawandel und die Einsicht etwas tun zu müssen.

Und genau da finde ich, ist die Politik sehr arrogant. Und das rächt sich z. B. gerade bei der SPD. Hätte Fr. Bas ihr Interview von gestern Abend am Samstag vor der Wahl gebracht bin ich der festen Überzeugung, das die SPD nicht mehr im Landtag vertreten gewesen wäre.

MoinMoin

Zitat von: Rheini in Gestern um 07:32Was ist den dein Sachargument bei Leuten die mehr als 5k investieren müssen (siehe meine vorherigen Beiträge) und das Geld dafür nicht rumliegen haben, sondern finanzieren müssen?
Das eine Argument ist, dass sie eben diese Mehrausgaben durch geringe Ausgaben und weniger Abhängigkeiten von Gaspreisen langfristig einsparen.
Sofern die geplante CO2 Bepreisung auch kommt und die Spreizung Strom/Gaspreis sich weiterhin vergrößert. Also das ist halt der spekulative Anteil.

Das 2. Sachargument ist, dass es falsch ist, andere Investments einzurechnen (Dämmung, neue Heizkörper und soweiter), weil behauptet wird, dass sie für die WP notwendig sind, sie sind auch für die BHW notwendig und sinnvoll.
Also sollte man natürlich damit anfangen (wie gesagt, ich habe Heizköper ausgetauscht und konnte dadurch auf 40 Grad VL bei -7 Grad in meinem Altbau die BHW fahren. Hat ca. 5% Gaseinsparung gebracht.)

Und erst dann wenn die BHW wirklich nicht mehr läuft, sich überlegen ob man in Wp oder BHW investiert.
So ein Scheiß wie 5 Jahre alte Heizungen rausreißen geht mir nicht in die Birne.

MoinMoin

Zitat von: Petar Tudzharov in Gestern um 07:37Das Sachargument kann in Ermangelung eines signifikanten Einflusses jedenfalls nicht sein, dass sonst das Klima unumkehrbar geschädigt wird.

Daher ist die Frage, ob wir politisch-ideologisch motivierten Aktionismus brauchen, der die Privathaushalte unnötig viel Geld kostet oder lieber langfristige Strategien, die sozialverträglich sind.
Da bin ich bei dir. Einfach die CO2 Bepreisung planbar erhöhen und die Wirtschaftlichkeitsberechnung wird den Rest erledigen.
Ohne ad hoc Vorschriften und so ein dämlichen Aktionismus.

Was deine Rechnung angeht:
15-20% des CO2 Ausstoßen kommt aus dem Wohngebäude Sektor davon fällt 70% angeblich aufs heizen.
Also ist so 10-15% des ausstoßen reduzierbar. Daher fühlt sich die Politik genötigt hier was zu machen, insbesondere weil die sich nicht wehren können.

Rheini

#73
Zitat von: MoinMoin in Gestern um 09:43Das 2. Sachargument ist, dass es falsch ist, andere Investments einzurechnen (Dämmung, neue Heizkörper und soweiter), weil behauptet wird, dass sie für die WP notwendig sind, sie sind auch für die BHW notwendig und sinnvoll.
Also sollte man natürlich damit anfangen (wie gesagt, ich habe Heizköper ausgetauscht und konnte dadurch auf 40 Grad VL bei -7 Grad in meinem Altbau die BHW fahren. Hat ca. 5% Gaseinsparung gebracht.)


Das habe ich so nicht geschrieben. Ich habe geschrieben das es nicht sinnvoll ist heute eine WP einzubauen, wenn Du in den nächsten Jahren weitere energetische Sanierungen an der Immobilie vornimmst. Begründung siehe oben .... Daher wird geraten, erst die notwendigen Sanierungen vorzunehmen und dann eine WP einzubauen. Das verursacht aber eine Klumpenbildung bei dem benötigten Kapital, was früher zeitlich gestreckt investiert werden konnte.

Allerdings widerspreche ich Dir bei der Behauptung das durch Umrüstung auf WP, möglicherweise keine Anpassungen im Haus notwendig sind bzw. dein vorgetragener Einspareffekt in dieser Größe, falls überhaupt vorhanden, eintreten. Das mag bei Dir und deinen fünf Bekannten so gewesen sein, allerdings in einem Haus was bisher mit Kohle oder (Direkt) Strom beheizt wurde frage ich mich, wie das warme Wasser, ausser Du hast ne geniale Idee, aus dem Heizungsraum in die Räume gelangen soll.

Da wirst Du ohne Wände und Decken aufstemmen incl. der Materialien, der Arbeit und Renovierung der Räume nach den Arbeiten, nicht auskommen.

Rheini

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 09:53Da bin ich bei dir. Einfach die CO2 Bepreisung planbar erhöhen und die Wirtschaftlichkeitsberechnung wird den Rest erledigen.
Ohne ad hoc Vorschriften und so ein dämlichen Aktionismus.

Was deine Rechnung angeht:
15-20% des CO2 Ausstoßen kommt aus dem Wohngebäude Sektor davon fällt 70% angeblich aufs heizen.
Also ist so 10-15% des ausstoßen reduzierbar. Daher fühlt sich die Politik genötigt hier was zu machen, insbesondere weil die sich nicht wehren können.


Natürlich kann man die Wirtschaftlichkeit dadurch erhöhen, dass man den Co Preis steigert. Das kann allerdings dazu führen, dass sich die Leute die dann wirtschaftlich sinnvolle Umrüstung, immer noch nicht leisten können. Und wenn dann die Leute der Meinung sind das nur sie betroffen sind weil sie keine Lobby haben oder nicht gesehen werden passiert nach meiner Meinung genau das, was wir gestern am Wahlergebnis ablesen konnten. Und ich meine nicht das die Grünen die Wahl gewonnen haben, wobei insbesondere beim ehemaligen MP sehr wenig grün drin war und der zukünftige jetzt auch nicht auf Parteilinie ist (zumindest bisher).