Die neue Heizungsgesetz - Diskussion!!!

Begonnen von BAT, 02.03.2026 19:00

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

BAT

MoinMoin.

Da Du auch nicht alle wirklichen Kosten gelten lassen möchtest: wo ist denn da die Grenze? Wie teuer darf ein Auto sein? Wieviel darf es verbrauchen? Ist der V6 für mich mit E10 zu viel? E 5 nur Polo, aber mit E15 auch gerne Passat?

Faunus

#271
Zitat von: Hugo Stieglitz in 16.04.2026 10:01Über 90% der Menschen essen Fleisch und über 50% essen regelmäßig Fleisch. Für mich ist schwer erkennbar, wie das kein Grundbedarf sein kann. Es sei denn, man hält den Bürger für unmündig Entscheidungen darüber zu treffen, was er als Grundbedarf zu sehen hat.

Auf der anderen Seite ist die Mehrwertsteuer kein Instrument zur Gesunderhaltung der Bevölkerung, sondern ein Weg der Einnahmegenerierung. Die Einnahmen aus Steuern sind nicht zweckgebunden. Wenn die Menschen sich konform der gewünschten Vorgaben verhalten, entgehen dem Staat Einnahmen, mit denen er gerechnet hat und ist in der Folge gezwungen, neue Einnahmequellen zu erschließen, das bisher geförderte Verhalten zu besteuern oder aber Leistungen zu reduzieren. Anders als bei Alkohol oder Tabak lassen sich gesundheitliche Folgekosten in der GKV nicht eindeutig unikausal auf den Konsum z. B. von Fleisch zurückführen.
Daher erkenne ich in der bestehenden Mehrwertsteuerregelung (neben historisch gewachsenden Stilblüten, die ich einräume) keine Verschwörung einzelner Interessengruppen, sondern die Abbildung der gesellschaftlichen Realität.

Ein "zartes Stück Fleisch" ist ein Grundnahrungsmittel - seit es den Menschen gibt (300.000 Jahre) oder doch erst seit knapp 100 Jahren für den Durchschnittseuropäer?
Der demokratische Staat versucht dahingehend zu reguliert, dass möglichst viele am Wohlstand teilnehmen können und versucht diesen auch entsprechend für möglichst viele zu sichern.

Dass dabei Fleisch zu einem Wohlstandmarker wurde ("Kind, iß das Fleisch und lass Kartoffeln und Gemüse auf dem Teller" - die Kindheit meiner Generation!), obwohl es ohne Gewürze und Salz ungenießbar ist, ist bemerkenswert.
In den 60er/70er Jahren galt eine Familie, die sich tägl. Fleisch gönnen konnte, als wohlhabend und das Fleisch wurde immer "günstiger", damit immer mehr Menschen es sich leisten konnten und der klassische Landwirt hat immer weniger daran verdient, weil die aufkommende Agraindustrie über Masse statt Klasse anfing Geld zu drucken. An den familienfgeführten Höfen hing und hängt aber immer noch eine Menge an Landschaft/Tradition/Kultur/usw. dran und damit das uns erhalten blieb, fing der Staat an zu subventionieren. Und wo Geld fließt, ist die Industrie nicht weit, um noch billiger zu produzieren, noch mehr zu verkaufen und zusätzlich über Subventionen den Gewinn zu maximieren.
 
Die Fleischlobby hat ganze Arbeit geleistet, weil Fleisch ansich geschmacklich - genau wie Tofu - eher "dürftig" ist.
Wenn man diesen nur kocht/grillt ist es selbst bei zarter Konsistenz ohne Gewürze und Salz... - bäh!

Aber der Dt. braucht sein Fleisch mit
- der Produktion von 16 % der Treibhausgase weltweit nur durch Fleisch
- einen nicht mehr bezifferbaren Flächenverbrauch (Abholzung)
- einem unvorstellbaren (Trink-) Wasserverbrauch mit gleichzeitiger Verschmutzung (Gülle-Problematik auch in D)
- Artensterben weltweit
- usw.
Alleine das wäre schon ein Grund Fleisch zumindest selten zu verzehren.
Wir können uns nicht mal ansatzweise vorstellen, welche und wie viele Regulierungen nur in unserem Staat alleine oder gar ganz Europa wegen der Folgen der Fleischproduktion bisher erfolgen mussten. Alleien Agrarecht/Lebensmittelrecht/Subentionsrecht/.... mir wird ganz schwummrig!

Und jetzt: völlig richtig, die Arachidonsäure wird im menschl. Körper selbst produziert. Er ist ja auch ein Säugetier, wie das Rindvieh - das produziert aber u.a. über viel (menschliche) Kraftfutterzufuhr für den  Muskelaufbau viel mehr. Soweit, so gut.

Das Fundament der Gesundheit sind grob umrissen: Genetik, Bewegung, Ernährung und Resilienz.
Genetik lässt sich (eher) nicht beeinflussen.
Aber Bewegung, Ernährung und Resilienz kann der Mensch bei sich selbst beeinflussen.
Das sind 3 Mega-Baustellen, die den "Verbraucher" zur eierlegenden Wollmilchsau des dt. /europ./internat. Geldadels machen. Da wird gelogen, betrogen, prozessiert,.. um noch mehr Gewinn zu machen - Lobbyismus halt.

Fleisch schmeckt nicht nur nach nichts und ist umweltzerstörend - wie oben schon geringfügig ausgeführt,
es fördert u.a. Darmkrebs - warum?
Geräuchteres/Gepökeltes ist bekannt mit Nitrosaminen. Durch Häm-Eisen aus rotem Fleisch (wo sonst noch enthalten?!) und Nitrit (aus Nitrat & wird auch in gewissen Mengen vom Körper benötigt) entstehen krebserregender Verbindungen im Darm und das Mikrobioms ist daran beteiligt, produziert deswegen auch vermehrt "schlechte Bakterien". Das Ganze ist ein extrem komplexer Vorgang - am Ende werden die Darmzellen/Wand geschädigt. Was wiederum zur Folge hat, dass lebenswichtige Stoffe (Ballaststoffe) nicht mehr verarbeitet werden können. Das zieht einen Rattenschwanz von enzymatischen Reaktionen nach sich, die nicht mehr stattfinden können bzw. es finden Reaktionen statt, die den Stoffwechsel weiter massiv schädigen.
Ein intakter Dickdarm mit jeder Menge positiver Bakterien sorgt für viel geringere Entzündungsvorgänge im ganzen Körper. Ein ganz winziger Unterbaustein für entzündungsfördernde Botenstoffe im Darmbereich ist die Arachidonsäure, wenn diese im Übermaß vorhanden ist.
Du hast es ja selbst geschrieben: der menschliche Körper produziert in geringen Mengen diese Säure. Der Körper benötigt diese für die Immunabwehr, Zellaufbau... und ist bei moderatem Fleischverzehr wahrscheinlich auch noch keine Problem
Bei zu hoher Zufuhr über rotes Fleisch werden aber unerwünschte Reaktionen im Körper mit den oben bereits genannten negativen Folgen hervorgerufen.

Die WHO empfiehlt eher 300 g rotes Fleisch/woche und rät von Schinken & Wurst vollständig ab, da als krebserregend eingestuft.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schließt sich dem an und setzt noch eins drauf mit "ein vollständiger Verzicht auf Fleisch wird als gesundheitlich unproblematisch angesehen"


Und bevor es zu einem Misverständnis kommt: ich bin mit "viel" Fleisch groß geworden, habe dann ca. 20 Jahre lang kein Fleisch mehr gegessen, weil mir davor graute - warum auch immer.
Irgendwann habe ich wieder kleine Stücke in Ausnahmefällen gegessen. In den letzten 3-4 Jahren habe ich 2-4x so 150 g/Monat an ausgesuchten Fleisch mit Appetit gegessen und seit 1/2 Jahr wieder den Appetit daran verloren. Vielleicht reißt es mich nächste Woche wieder oder nächsten Monat, vielleicht nie mehr  ;)
Der Fleischkonsum liegt bei ca. 54 kg/Kopf in 2024 - Säuglinge und Vegetarier haben auch Köpfe.

Und am Ende: Eine Regulierung durch den Staat halte ich für notwendig - angefangen bei der Bildung unserer Kinder und deren Eltern, um den ganzen Lobbyismus zurückzudrängen (Geldgier frisst Hirn)
Schau Dir doch mal die ganzen Influenzer-Scheißdreck (von wem wohl finanziert) auf dem Ernährungssektor alleine für Kinder an. Da wird Bildung alleine als Regulierung nicht mehr reichen, wenn in 20 Jahren nicht 50% der unter 40-jährigen adipös sein sollen.

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 16:01Aber nicht für private KFZ, und um die geht es hier doch.
Also weil es irgendwie durcheinander geht:
Es gibt 4 Fallkonstellationen bei der Nutzung eines Fahrzeuges für Fahrten zur ersten Betriebsstätte :

1.) Betriebliches Fahrzeug vom Angestellten genutzt -> %1 Regelung oder Fahrtenbuchregelung (was der Angestellte machen würde, wenn er mit der Pauschalregelung schlechter gestellt ist).
 
2.) Betriebliches Fahrzeug vom Selbständigen genutzt -> %1 Regelung oder Fahrtenbuchregelung. Die Gesamten Kosten des Fahrzeuges mindern den Gewinn des Betriebes (das Einkommen des Selbstständigen).
(damit das Fahrzeug als Betriebsmittel anerkannt wird muss die betrieblich Nutzung über 50% liegen, er muss zwar für diesen Nachweis nicht unbedingt ein Fahrtenbuch führen, aber wenn dieser Nutzungsgrad vom Betriebsprüfer angezweifelt wird, ist es hilfreich.)

Hier ist der Selbständige und der Angestellte gleichgestellt (1% Regelung/Fahrtenbuch), der Selbständige hat aber weiterhin den Vorteil, dass er zwar via 1% was versteuern muss, dafür mindert sich sein Einkommen um die gesamten Fahrzeugskosten, was kein Problem ist, solange seine GuV positiv ist. Da kann man mE nicht dran rütteln und die Fahrtenbuch Option zu ziehen macht da auch idR keinen Sinn.

3.) Privates Fahrzeug vom Angestellten genutzt -> Kilometer Pauschale

4.) Privates Fahrzeug vom Selbständigen genutzt -> Fahrzeug ist kein Betriebsmittel (da weniger als 50% betriebliche Nutzung), betriebliche Nutzung darf nur per Fahrtenbuch als Betriebsausgaben verbucht werden. Die Fahrten zur ersten Betriebsstätte sind Betriebsausgaben! Bingo er darf für diese Fahrten alles geltend machen!!

Lösung zur Gleichstellung:
a) Um den Selbständigen gleichzustellen muss verboten werden, dass diese Fahrten als Betriebsfahrten gelten, dann wäre eine Gleichstellung erreicht. Und der Selbständige müsste dann die Kosten via Pauschale steuerlich geltend machen dürfen. Oder aber diese Kosten dürfen nur mit der Pauschale betrieblich abgerechnet werden.

b) Oder es muss dem Angestellten erlaubt werden ebenfalls die Fahrtenbuchmethode anzuwenden.

Lösung a) wäre in der Tat aus diversen genannten Gründen zu bevorzugen.


Und gleiches sollte auch für die betriebliche Nutzung eine Heizung gelten (upss doch noch den Kontextbogen geschafft.)

MoinMoin

Zitat von: BAT in Gestern um 16:50MoinMoin.

Da Du auch nicht alle wirklichen Kosten gelten lassen möchtest: wo ist denn da die Grenze? Wie teuer darf ein Auto sein? Wieviel darf es verbrauchen? Ist der V6 für mich mit E10 zu viel? E 5 nur Polo, aber mit E15 auch gerne Passat?
So wie es bei angeblichen Betriebsfahrzeugen auch geregelt und durch Urteile präzisiert ist. Und die Kosten vom Luxusfahrzeug limitiert werden.
Also für die Steuerverwaltung ist das längst kein Neuland mehr.

BAT

Könntest Du  mir da eine grobe Abgrenzung geben, was Luxus in diesem Zusammenhang ist? Ist der absolut? Was ist mit Fahrgemeinschaften? Gibt es die bei Selbständigen auch öfters?
Wenn ich den 7er BMW mit vier Leuten nutze bin ich von den Kosten bei einem Polo oder drunter..



MoinMoin

#275
Nein, es ist in der mir bekannten steuerlichen Rechtssprechung nicht absolut.
Sondern hängt natürlich von den Randbedingungen ab.
Hier mal ein Leitsatz
Ob solche Aufwendungen unangemessen sind, beurteilt sich sodann danach, ob ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer angesichts der erwarteten Vorteile und Kosten die Aufwendungen ebenfalls auf sich genommen hätte.
Wenn man alleine nur 10 Km fahren muss, dann ist der 7er sicherlich nonsens.
Wenn man häufig Langstrecke mit mehreren Personen fährt nicht.

Wie bei Fahrgemeinschaften die Kosten steuerlich verteilt werden kann ich dir nicht sagen.
Ich persönlich würde sagen, dass man inzwischen den Pauschbetrag immer ansetzen kann, egal welches Verkehrsmittel man einsetzt.
Und wenn der Selbstständige die tatsächlichen Kosten ansetzt, aber von der Fahrgemeinschaft Geld kassiert, dann mindert diese Kostenbeteiligung seine Ausgaben.