Bundesalimentationsgesetz

Begonnen von Admin, 15.04.2026 14:03

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AltStrG

Zitat von: Pumpkin76 in 09.05.2026 14:01Ich weiß, dass schon seit über 50 Jahren keineswegs nur die Überflieger in einer Behörde für den hD ernannt werden. Für ein Ministerium? Klar, anderes Thema. Alles darunter? Da ist so ein bisschen der Wunsch der Vater der elitären Denke.

Vllt. sollte man also auch von Seite des hD hier weniger große Töne gegenüber den Kollegen des mD spucken, es ist etwas ermüdend, wenn man Einblicke über das Personalgefüge der letzten 50 Jahre hat  ::)

Nachtrag: Was natürlich nicht heißt, dass auch die mit durchschnittlicher Note nicht ganz exzellente Verwaltungsjuristen sein können. Nur geht mir das Gerede von der Bestenauslese des hD so langsam ein wenig auf die Nerven.

Die Bestenauslese ist ein Prinzip ALLER Laufbahnen und Statusämter. Das sollte jedem klar sein; ein klarer Ausfluss des Artikel 33 GG.

Pumpkin76

Zitat von: AltStrG in 09.05.2026 14:11Die Bestenauslese ist ein Prinzip ALLER Laufbahnen und Statusämter. Das sollte jedem klar sein; ein klarer Ausfluss des Artikel 33 GG.

Na gut, dann tut man halt so als wüsste man nicht, was ich meine. Hier stellt man es teilweise so dar, als hätte jeder, der im hD angefangen hat, auch problemlos bei den big four unterkommen können. Das ist eben nicht so, heute nicht und auch vor 40 Jahren schon nicht. Diese bewarben und bewerben sich nämlich weniger für den Staatsdienst.

DrStrange

wenn man mich fragt, erbringt der Streifenpolizist oder aktive Feuerwehrmann die wertvollsten Leistungen. Eigentlich müssten die das Meiste bekommen.

Pumpkin76

Zitat von: DrStrange in 09.05.2026 15:07wenn man mich fragt, erbringt der Streifenpolizist oder aktive Feuerwehrmann die wertvollsten Leistungen. Eigentlich müssten die das Meiste bekommen.

Finde ich schwierig, es muss schon einen Unterschied machen, welchen (Bildungs)Weg jemand zurücklegen musste, um ernannt zu werden.


ChrisD

Der Bildungsweg ist doch schon in der Laufbahngruppe drin.

Die Forderung, dass die Abstände bei allen prozentual gleich sind, finde ich fair. Alle bekommen immer noch mehr. Die Tabelle in einem der vorherigen Threads war da sehr anschaulich. Es geht ja um den Karriereweg innerhalb einer Laufbahnen. Da es prozentual ist, haben die höheren Laufbahngruppen in den tatsächlichen Beträgen mehr.

Ich bin hD und spreche mich ausdrücklich für gleiche Abstände in allen Laufbahngruppen aus und für eine Bevorzugung des eD und mD. Denn diese Gruppen leiden am Meisten unter Reallohnverlusten und Inflation.

Bitte bleibt fair - vor allem wir untereinander.
Der Gesetzesentwurf bietet genug Material, um gegen den Gesetzgeber zu schimpfen. Das ist die richtige Zielscheibe.

Schneewitchen

Zitat von: DrStrange in 09.05.2026 15:07wenn man mich fragt, erbringt der Streifenpolizist oder aktive Feuerwehrmann die wertvollsten Leistungen. Eigentlich müssten die das Meiste bekommen.

Das ist ein Gedankengang, der insgesamt nichts bringt. Wenn man verschiedene Berufe miteinander vergleicht und dann die Frage stellt, weshalb man in dem einen Beruf mehr verdient als in dem anderen, dann führt das zu nichts.

Grundsätzlich kann man das nur an objektiven Kriterien fest machen. Das wären z.B. die notwendigen Qualifikationen, die man braucht, um den Beruf ausüben zu können. Daran kann man z.B. fest machen, dass ein Arzt eben mehr verdient als eine Pflegekraft, ein Ingenieur mehr als ein Bauzeichner etc.....!

Das Empfinden, dass Feuerwehrleute immens wichtig sind, dass ist zwar grundsätzlich nicht falsch, lässt sich aber nicht objektivieren.

Wichtig sind auch alle anderen Berufe. Jeder auf seine Art. Welches "Wichtig" ist denn wichtiger als andere?

Ein Mensch, der noch nie die Feuerwehr nötig gehabt hat, der empfindet die Wichtigkeit der Feuerwehr eher auf einer abstrakten Ebene, während eine andere Person die Hilfe schon in Anspruch nehmen musste und die Wichtigkeit der Feuerwehr aus konkret erlebten ableitet.

Die Wichtigkeit einer Berufsgruppe leitet sich insofern vor allem von subjektiven Faktoren ab. Daher ist die Wichtigkeit eben kein objektivierbares Kriterium.

matthew1312

Zitat von: Schneewitchen in 09.05.2026 16:00Das ist ein Gedankengang, der insgesamt nichts bringt. Wenn man verschiedene Berufe miteinander vergleicht und dann die Frage stellt, weshalb man in dem einen Beruf mehr verdient als in dem anderen, dann führt das zu nichts.

Grundsätzlich kann man das nur an objektiven Kriterien fest machen. Das wären z.B. die notwendigen Qualifikationen, die man braucht, um den Beruf ausüben zu können. Daran kann man z.B. fest machen, dass ein Arzt eben mehr verdient als eine Pflegekraft, ein Ingenieur mehr als ein Bauzeichner etc.....!

Das Empfinden, dass Feuerwehrleute immens wichtig sind, dass ist zwar grundsätzlich nicht falsch, lässt sich aber nicht objektivieren.

Wichtig sind auch alle anderen Berufe. Jeder auf seine Art. Welches "Wichtig" ist denn wichtiger als andere?

Ein Mensch, der noch nie die Feuerwehr nötig gehabt hat, der empfindet die Wichtigkeit der Feuerwehr eher auf einer abstrakten Ebene, während eine andere Person die Hilfe schon in Anspruch nehmen musste und die Wichtigkeit der Feuerwehr aus konkret erlebten ableitet.

Die Wichtigkeit einer Berufsgruppe leitet sich insofern vor allem von subjektiven Faktoren ab. Daher ist die Wichtigkeit eben kein objektivierbares Kriterium.
Es gibt halt systemrelevante Felder. Wer Leib und Leben beruflich für andere einsetzt, sollte schon als "The Republic's Finest" behandelt werden.

Als Akademiker im höheren Dienst habe ich kein Problem damit, weniger als ein Feuerwehrmann zu verdienen. Hinsichtlich körperlicher Eignung muss diese Person auch schlicht mehr nachweisen als ich.

Mir ist Abstand wichtig, wenn es um die "kleinen" Unterschiede in der akademischen Laufbahn geht. Und zwar gerade zum Schreibtischtäter im gehobenen Dienst. Nennt es gerne Narzissmus der kleinen Unterschiede. Das macht es nicht falsch.

MaDa

Zitat von: ChrisD in 09.05.2026 15:30Der Bildungsweg ist doch schon in der Laufbahngruppe drin.

Die Forderung, dass die Abstände bei allen prozentual gleich sind, finde ich fair. Alle bekommen immer noch mehr. Die Tabelle in einem der vorherigen Threads war da sehr anschaulich. Es geht ja um den Karriereweg innerhalb einer Laufbahnen. Da es prozentual ist, haben die höheren Laufbahngruppen in den tatsächlichen Beträgen mehr.

Ich bin hD und spreche mich ausdrücklich für gleiche Abstände in allen Laufbahngruppen aus und für eine Bevorzugung des eD und mD. Denn diese Gruppen leiden am Meisten unter Reallohnverlusten und Inflation.

Bitte bleibt fair - vor allem wir untereinander.
Der Gesetzesentwurf bietet genug Material, um gegen den Gesetzgeber zu schimpfen. Das ist die richtige Zielscheibe.

Das ist doch die sinnvollste Lösung. Jede Besoldungssstufe hat mehr als die davor, jede Laufbahngruppe hat mehr als die davor.

Es ist nicht zu erklären, warum die Abstände oben höher sein soll...
Bis man daran denkt, dass der Großteil der Beamtenplanstellen im mD mit 40% und im gD mit 41% und die dann noch überwiegend in den nachgelagerten Behörden sind.

Bundeshaushalt 2026 veröffentlicht- Personalhaushalt Planstellen

B   3.395   2%
hD    33.003   16%
gD   83.727   41%
mD    82.750   40%
eD    1.852   1%
alle   204.727   


   obere      nachg.   Gesamt   Gesamt
B    2.247 66%   1.148 34%      3.395
hD    10.400 32%  22.603 68%   33.003
gD    8.226 10%  75.501 90%    83.727
mD     4.400  5%  78.350 95%    82.750
eD       723 39%   1.129 61%     1.852

Nur ein weiterer fieser Rechentrick um die Gesatkosten zu drücken zu Lasten der großen Mehrheit der Beschäftigten.

Und ja, ich bin gD und bin ebenfalls sauer. Viel besser als mD kommen wir nämlich auch nicht weg.

tochris06

#878
Man sollte sich mal ehrlich machen. Der Großteil der Beamten würden mir ihrer Arbeitsweise auf keine 2500€ Netto kommen in der freien Wirtschaft. Insbesondere im gD und hD. Muss immer wieder lachen, wenn mir einer dieser "High Performer" erzählt, dass er in der freien Wirtschaft so viel mehr verdienen würde.


DeltaR95

#880
Zitat von: tochris06 in 09.05.2026 19:35Man sollte sich mal ehrlich machen. Der Großteil der Beamten, würden mir ihrer Arbeitsweise auf keine 2500€ Netto kommen in der freien Wirtschaft. Insbesondere im gD und hD. Muss immer wieder lachen, wenn mir einer dieser "High Performer" erzählt, dass er in der freien Wirtschaft so viel mehr verdienen würde.

Der Großteil der "High-Performer" in der Wirtschaft sollte auch nicht das bekommen, was man ihnen heute bezahlt. In den meisten Fällen ab dem "mittleren Management" zahlt der Arbeitgeber viel Geld für heiße Luft.

Diese Aussage hat genau den gleichen Wert, wie deine Pauschalisierung.

Ich stelle immer wieder fest, dass hier in Deutschland nicht mehr zwischen Anlass und Ursache unterschieden wird.

Wer hat denn an der fehlenden Digitalisierung Schuld? Der Beamtenapparat oder die Politik, die nicht ausreichend Finanzmittel und den gesetzlichen Rahmen bereitstellt? Ist natürlich einfach für die Politik, denn der deutsche Stammtisch-Michel in seinem "Beamtenhass" hinterfragt sein tradiertes Feindbild halt nicht - genau das kommt jetzt in der Diskussion zur Beamtenbesoldung überall wieder hoch.

Der Bürger bringt die schleppende Verwaltung direkt mit der "mangelhaften Arbeitsleistung" des Beamten in Verbindung. Könnte aber vielleicht auch einfach an dieser fehlenden Digitalisierung in Verbindung mit einem kaputtgesparten öffentlichen Dienst liegen, oder? Deutschland gibt nachweislich am wenigsten Geld für seine öffentliche Verwaltung aus. Dort liegt der Ursprung allen Übels.

Deutschland ist ein Rechtsstaat - damit gilt, dass den Beamten nach dem Grundgesetz nun mal derzeit noch eine Vollalimentation zusteht. Egal, welche anekdotischen "Erfahrungen" hier in dieser Debatte gerne mal vorgebracht werden.

In einem Rechtsstaat gibt es nur eine zulässige Möglichkeit, dies zu verändern - eine Änderung des Grundgesetzes. That simple...

GoodBye

#881
Zitat von: Pumpkin76 in 09.05.2026 14:17Na gut, dann tut man halt so als wüsste man nicht, was ich meine. Hier stellt man es teilweise so dar, als hätte jeder, der im hD angefangen hat, auch problemlos bei den big four unterkommen können. Das ist eben nicht so, heute nicht und auch vor 40 Jahren schon nicht. Diese bewarben und bewerben sich nämlich weniger für den Staatsdienst.

Wer will denn zu den Big Four?! 😂

Übrigens, großes Geheimnis: Bestenauslese gilt auch für den mD und gD. Spannend, wer sich da teilweise so vorstellt.

Vielleicht sollte man da auch mal eine Grenze ziehen z.B. bei 8 Punkten in der Laufbahnprüfung.
,,Man kann alles begründen, selbst die Wahrheit." Oscar Wilde

,,Wer die Menschen betrügen will, muss das Absurde plausibel machen." Johann Wolfgang von Goethe

Rheini

Wenn jemand bauen will, ist das Bauamt ein Problem. Wenn das Nachbargrundstück dadurch verschattet wird, soll das Bauamt gefälligst genaustens prüfen und ablehnen.

LerchigeEule

Zitat von: tochris06 in 09.05.2026 19:35Man sollte sich mal ehrlich machen. Der Großteil der Beamten würden mir ihrer Arbeitsweise auf keine 2500€ Netto kommen in der freien Wirtschaft. Insbesondere im gD und hD. Muss immer wieder lachen, wenn mir einer dieser "High Performer" erzählt, dass er in der freien Wirtschaft so viel mehr verdienen würde.


Die Performance im ÖD ist genauso normalverteilt wie die in der freien Wirtschaft.

In meinem Umfeld kenne ich nur Beamte die über das Maß des nötigen arbeiten und jeden Cent übermäßig verdient haben, mir ist aber bewusst dass das anekdotische Evidenz ist. Also wie wäre es mit ein wenig differenzierteren Posts?
Das Vorurteil vom faulen Beamten darf gerne langsam begraben werden.

Seppo84

Zitat von: AltStrG in 09.05.2026 14:11Die Bestenauslese ist ein Prinzip ALLER Laufbahnen und Statusämter. Das sollte jedem klar sein; ein klarer Ausfluss des Artikel 33 GG.

Klappt bei der Bundeswehr übrigens richtig gut. Nasenfaktor spielt da keine Rolle... und so 😂😂😂