Von EG9 auf A9

Begonnen von Kaspar, Heute um 14:14

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Kaspar

Hallo zusammen,

ich habe zur Zeit eine unbefristete Stelle EG 9b und bin in der Stufe 5, aber hätte jetzt die Möglichkeit in eine A9 Beamtenstelle zu wechseln.

Ich habe jedoch eine Behinderung die 40% anerkannt ist und daher mit Versicherung sicher schwierig werden würde. Auch die Frage, wie es dann später mit den eingezahlten Beträgen im VBL aussähe, stellt sich mir.

Würde sich ein Wechsel in Hinblick auf diese Fragestellungen auch in Finanzieller Hinsicht lohnen?

LG
Kaspar

Rowhin

Wie alt bist du, wenn wir fragen dürfen - nur um einzuschätzen, wieviel Erwerbstätigkeit noch bevorsteht. Wie lange hast du bereits in den VBL eingezahlt? Ist die Wartezeit von 60 Monaten erreicht (siehe hier)?

Organisator

Zitat von: Kaspar in Heute um 14:14Würde sich ein Wechsel in Hinblick auf diese Fragestellungen auch in Finanzieller Hinsicht lohnen?

Den Unterschied E9b / A9 kannst du hier im Rechner leicht prüfen. Relevanter wäre wohl das berufliche Vorankommen. Da hängt es ganz wesentlich von deiner Behörde und deinem Aufgabenfeld ab wo - soweit gewollt - Karrierechancen vorhanden sind.

Ansonsten kommts natürlich darauf an, ob du dich lebenslang an einen Dienstherren binden willst oder den Job im öD nur temporär siehst.

Johann

Kommt durchaus auf mehrere Faktoren an. Jeder Dienstherr hat bei der Verbeamtung bei Details teilweise enorme Unterschiede, die sich auswirken können. Warst du beispielsweise schon 15 Jahre als Tarifbeschäftigter in der "Laufbahn" des mittleren Dienstes bei deinem Arbeitgeber unterwegs und führt diese "Laufbahn" jetzt zur Verbeamtung, ist es beispielsweise in Niedersachsen möglich und soll auch so gemacht werden, dass dir diese 15 Jahre Stand heute für die Pension angerechnet werden. Dadurch kriegst du einmal die gesetzliche und die VBL-Rente und für die selben Jahre auch noch Pension bis zum Maximalsatz. Da die Summe davon in Vollzeit erheblich über dem Maximalsatz liegen würde, könntest du dann irgendwann, beispielsweise mit 55 Jahren in Teilzeit gehen und würdest am Ende trotzdem den äquivalenten Maximalpensionssatz erhalten. Darüber hinaus wird in Nds die Laufbahn fiktiv nachgebildet, also geschaut, wo du heute stehen würdest, wenn du die ganzen Jahre vorher als TB schon Beamter gewesen wärst. Nach 15 Jahren wärst du da wahrscheinlich A8 oder ggf. sogar schon A9 und könntest entsprechend direkt ins Endamt verbeamtet werden.

Ob das auch in anderen Bundesländern möglich ist, kann ich dir aber nicht sagen. Das müsstest du dann prüfen (lassen).

Wegen der PKV ist es bei dir eigentlich nur wichtig, dass du dich gut beraten lässt. Je nach Behinderung kannst du durchaus noch auf dem normalen Wege in eine PKV kommen und falls nicht, kannst du die Öffnungsaktion nutzen. Seit diesem Jahr ist zwar leider die Barmenia weggefallen, die auch in der Öffnungsaktion einen starken Tarif angeboten hat, aber auch andere Versicherer bieten je nach deinem persönlichen Bedarf ganz gute Grundtarife an. Mit der Öffnungsaktion kannst du dich auch schon bspw. in Chemotherapie befinden und würdest für maximal 30% Risikozuschlag trotzdem aufgenommen werden. Damit liegst du dann derzeit bei ca. 500€ monatlichem PKV-Beitrag statt der üblichen 350€ für gesunde Leute. Wenn man aber aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen sehr regelmäßig zum Arzt muss, ist das ein sich absolut lohnender Aufpreis.

Kaspar

Zitat von: Rowhin in Heute um 14:24Wie alt bist du, wenn wir fragen dürfen - nur um einzuschätzen, wieviel Erwerbstätigkeit noch bevorsteht. Wie lange hast du bereits in den VBL eingezahlt? Ist die Wartezeit von 60 Monaten erreicht (siehe hier)?

Ich bin 42 und habe schon 12 Jahre im ö.D. gearbeitet. Ich vermute mal stark, man kann sich diese Erfahrung in keinster Weise mit anrechnen lassen.

Zitat von: Organisator in Heute um 15:36Den Unterschied E9b / A9 kannst du hier im Rechner leicht prüfen. Relevanter wäre wohl das berufliche Vorankommen. Da hängt es ganz wesentlich von deiner Behörde und deinem Aufgabenfeld ab wo - soweit gewollt - Karrierechancen vorhanden sind.

Den Verdienst habe ich mir schon angeschaut fraglich ist eben, wegen meiner Behinderung, ob sich das finanzielle eben lohnt, da ich ja einiges an Aufschlag bei PKV zahlen muss. Ich hätte da kein Problem, mich an den Dienstherrn zu binden, wenn man hier die finanzielle Sicherheit und letztlich auch Sicherheit im Job hat. Soweit ich es gesehen habe und verstanden habe gibt es die Möglichkeit in die A11 aufzusteigen. Müsste ich aber noch abklären.

Organisator

Den Aufschlag bei der PKV hat Johann zutreffend skizziert. 150 € mehr oder weniger sollten nicht deine Entscheidung beeinflussen.

Maßgeblich ist aus meiner Sicht eher, ob man sich das enge Korsett des Berufsbeamtentums antun will (Vor- und Nachteile wurden hier schon reichlich diskutiert) und ob dies für die Zukunft bessere Chancen verspricht.

Die Sicherheit im Job hat man als Durchschnittsperformer genauso als Angestellter wie als Beamter.

Bis A11/E11 nimmt sich die Höhe der Altersbezüge auch nicht entscheidend viel. Wenn du allerdings vielen Kinder hast oder planst, wärst du als Beamter finanziell besser dran.