Amtsangemessene Alimentation - und die Angestellten?

Begonnen von ahbeha, 15.05.2026 09:40

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MoinMoin

Zitat von: KlammeKassen in 20.05.2026 10:08Problem ist ja aber, dass gerade die Leute mit Studium (nicht Verwaltung) gesucht werden: IT, Pädagogik, BWL, Naturwissenschaften, Juristen, Bauingenieure/Architekten, Ärzte.
Und im kommunalen Bereich ist auch (außer bei Juristen und vielleicht Ärzten) nichts mit "mal eben verbeamten" lassen. Dafür gibt es auch keine Planstellen.

Der Vergleich macht das ja aber auch ganz deutlich: Kommunen 10-15 % Beamte (und das sind fast alles ehemalige Anwärter allgemeine Verwaltung und keine "Spezialisten"), Bund 70 % Beamte.


Stimmt, deswegen ist es auch eine ganz schlechte Idee sich die Kommune als Dienstherr oder Arbeitgeber auszusuchen.
Dafür gibt es nur einen Grund: Der hohe Wunsch ortsnah zu bleiben bzw. nicht flexibel bei der Ortswahl zu sein.

Schinkensandwich

Zitat von: MoinMoin in 20.05.2026 10:57Stimmt, deswegen ist es auch eine ganz schlechte Idee sich die Kommune als Dienstherr oder Arbeitgeber auszusuchen.
Dafür gibt es nur einen Grund: Der hohe Wunsch ortsnah zu bleiben bzw. nicht flexibel bei der Ortswahl zu sein.

Naja, Kommunen sind halt (und ganz besonders in strukturärmeren Gegenden) zum Einen schon auch zum Teil größere oder zumindest relevante Arbeitgeber die auch immer wieder Personal suchen und auch für bestimmte Tätigkeiten und Ausbildungen besonders prädestiniert.
Außerdem: Der TVöD-VKA im Vergleich zum TV-L immerhin deutlich besser.

Die Ortsnähe als den EINEN Grund für eine Beschäftigung bei einer Kommune halte ich für fernliegend. Ist m.E. auch relativ klar, dass man z. B. als Stadtplaner oder City-Manager v.a. nach Stellen bei einer Kommune sucht und die dort auch nur geboten werden. Aber das gilt auch für alle anderen nicht so spezialisierten Bereiche. Eine Sachbearbeiterstelle oder eine Stelle als Bürokraft kann bei einer Kommune durchaus attraktiv sein, im Vergleich zu dem was man z. B. bei einem kleinen Mittelständler oder Handwerksbetrieb bekommt.
Es kommen halt auch oft mehrere Kommunen im näheren Umkreis in Frage (wenn man nicht sowieso direkt in der betreffenden Stadt wohnt). Bei mir im Umkreis gibt es eine mittelgroße Stadt von der ich jedes Wochenende in der Zeitung immer eine ganze Reihe von ausgeschriebenen Stelle lese. Und dann suchen natürlich auch die kleineren Kommunen immer mal wieder.
Ein weiterer Vorteil: Häufig hat man dort gerade als Angestellter gute Chancen, während meiner Erfahrung nach beim Bezirk oder Landratsämtern in erster Linie Beamte gesucht und auch bevorzugt eingestellt werden.

daseinsvorsorge

Zitat von: Umlauf in 18.05.2026 10:29Und selbst im unteren Bereich ist die Beteiligung beim Streik recht überschaubar...
... was in letzter Konsequenz bedeutet, dass die überwiegende Mehrheit der AN im öd mit den Bedingungen soweit zufrieden sind. Kaum nachvollziehbar - aber leider die Realität

daseinsvorsorge

Zitat von: KlammeKassen in 18.05.2026 07:17Ja eben, das ist das Problem.
Bei Polizisten, Richtern, Staatsanwälten, Zoll kann ich das auch nachvollziehen, dass die eine besodnere Stellung haben (wichtige Positionen, risikobehaftet, sorgen für unsere Sicherheit).
Was ist mit LehrerInnen? Dann nicht nur Streiks in Kitas sondern auch noch in Schulen? Viel spaß mit den Eltern.

Das ist ja schon mal schiefgegangen, als man Bahnbedienste nicht mehr verbeamtet hat und sich nun wundert, warum diese jetzt streiken.

UNameIT

Zitat von: daseinsvorsorge in 20.05.2026 12:09... was in letzter Konsequenz bedeutet, dass die überwiegende Mehrheit der AN im öd mit den Bedingungen soweit zufrieden sind. Kaum nachvollziehbar - aber leider die Realität

Ich glaube es ist eher der absolute Verdruss der Mitarbeiter mit Verdi. Wenn ich an unseren Personalrat und an Verdi denke, weiß ich genau das sind zahnlose Tiger. Man hat sogar manchmal das Gefühl das unser PR (zu über 90% bestehend aus Verdimitgliedern) dem AG eher noch hilft sein Personal zu gängeln oder einfach auch nur machtlos zuschaut.

Faunus

Zitat von: daseinsvorsorge in 20.05.2026 12:17Was ist mit LehrerInnen? Dann nicht nur Streiks in Kitas sondern auch noch in Schulen? Viel spaß mit den Eltern.

Das ist ja schon mal schiefgegangen, als man Bahnbedienste nicht mehr verbeamtet hat und sich nun wundert, warum diese jetzt streiken.

Eben und die ÖPNV-Nutzer kommen auch damit klar!
Muss man dem jeden beim kleinsten Problem den Wertesten abwischen!

Wenn Lehrer streiken, könnte das Bildungssysten/Kinderwohl auch nicht mehr schlechter werden.
Warum zerreißt es uns regelmäßig in den ganzen Bildungsstudien? Für mich ein Grund mehr (Hochschul-)Lehrer nicht mehr zu verbeamten.

DiVO

Zitat von: daseinsvorsorge in 20.05.2026 12:17Was ist mit LehrerInnen? Dann nicht nur Streiks in Kitas sondern auch noch in Schulen? Viel spaß mit den Eltern.

Das ist ja schon mal schiefgegangen, als man Bahnbedienste nicht mehr verbeamtet hat und sich nun wundert, warum diese jetzt streiken.

Nach deine Logik müsste man das Kita-Personal ebenfalls verbeamten. Ich sehe weder in Kita, noch in Schulen den Bedarf für Beamte.

daseinsvorsorge

Die Öffentlichkeit zeigt sich empört, wenn Eltern ihre Kinder unbetreut lassen müssen. Frau Connemann von der aMittelstandsunion will deshalb auch das Streikrecht im ÖD begrenzen. Wenn Kita, Schulen, Bahn etc. Zur Daseinsvorsorge gehört, sollte die Politik alles dafür tun, das es in diesen Bereichen zu keinen Streiks kommt.

Faunus

Zitat von: daseinsvorsorge in 20.05.2026 18:17Die Öffentlichkeit zeigt sich empört, wenn Eltern ihre Kinder unbetreut lassen müssen. ..

Ich gehöre zur Öffentlichkeit und bin empört, wenn Eltern Ihre Kinder unbetreut lassen!
Es gibt inzw. so viele Regelungen in der Arbeitswelt mit Gleitzeit/Home-Office/Urlaub/Freistellung... und Eltern schaffen es nicht bei Kita-Streik sich zu organisieren? Vielleicht mal in der Nachbarschaft fragen/sich mit anderen Eltern abwechseln/haben diese Kinder alle keine Großeltern mehr?
Wie unflexibel sind wir eigentlich inzwischen oder anders: muss man eigentlich inzw. jedem in diesem Land den Hintern abwischen?

Rheini

Ich habe leider in letzter Zeit häufiger festgestellt das Leute die ganze Zeit darüber nachdenken wer es einem bezahlt und wer einem die Arbeit macht.

Leider hat man es auch zugelassen, dass die Leute damit Erfolg hatten ....

DiVO

Zitat von: Faunus in 20.05.2026 20:18Ich gehöre zur Öffentlichkeit und bin empört, wenn Eltern Ihre Kinder unbetreut lassen!
Es gibt inzw. so viele Regelungen in der Arbeitswelt mit Gleitzeit/Home-Office/Urlaub/Freistellung... und Eltern schaffen es nicht bei Kita-Streik sich zu organisieren? Vielleicht mal in der Nachbarschaft fragen/sich mit anderen Eltern abwechseln/haben diese Kinder alle keine Großeltern mehr?
Wie unflexibel sind wir eigentlich inzwischen oder anders: muss man eigentlich inzw. jedem in diesem Land den Hintern abwischen?

Ich bin grundsätzlich bei dir und gehöre zu denen, die die Kinderbetreuung gut organisiert bekommen. Und jetzt kommt das Aber:

In der aktuellen, und in der künftigen noch mehr, Arbeitswelt sind die Großeltern häufig selbst noch im Erwerbsleben. Das aktuelle Renteneintrittsalter liegt bei 67 Jahren und wird wohl auf 70 angehoben werden. Bei uns sind die Großeltern der Kinder zwischen 57 und 63 und alle noch voll im Arbeitsleben. Diese Option scheidet also aus und wird es bei künftigen Eltern vermutlich auch. Außer man bekommt seine Kinder künftig erst mit 40+, dann könnte das wieder eine Option werden.

MoinMoin

Zitat von: DiVO in Gestern um 07:01In der aktuellen, und in der künftigen noch mehr, Arbeitswelt sind die Großeltern häufig selbst noch im Erwerbsleben.
Und nicht zu vergessen, sie sind immer seltener Ortsnah ansässig.

Rheini

Dennoch kann man ja überlegen, wie man manche Situation selber bewältigen kann, ohne immer auf jemanden zu warten / sich zu verlassen. Meistens leben junge Familien in Siedlungen mit gleicher Altersstruktur.

Warum können z. B. sich nicht 5 Elternpaare zusammen tun und reihum die Kinder betreuen? Dann fällt nur eine Person aus, statt 5 ....

Usw. usw. .....

Das meine ich mit meinem Post. Es wird erstmal geschaut wer es macht bevor man überlegt, wie man es selber hinbekommt.

Und falls jetzt jemand einwirft das 5 Kinder zu betreuen nicht einfach ist, ja ist es nicht. Arschbacken zusammen kneifen und los ......

clarion

Im KiGa wird doch auch gestreikt. Lehrer muss man nicht verbeamten. Ältere Kinder bedürfen auch keine ständige Aufsicht, so dass Homeoffice dann auch gut möglich sein sollte.

Alien1973

HO ist doch nicht das Allerheilmittel.

Nicht homeofficefähig sind z. B.:

Pflege
Produktion
Handwerk
Industrie
Gastronomie
Einzelhandel
Logistik
Bau

Sehr gut homeofficefähig sind dagegen:

IT
Verwaltung
Buchhaltung
Consulting
Marketing
viele akademische Bürojobs

Daraus resultiert, dass ca. 35 % der Jobs in Deutschland überhaupt HO-fähig sind. Genutzt wird HO aktuell von ca. 25 % der Arbeitenden. Die Diskrepanz kommt daher, dass es Leute gibt, die nicht im HO arbeiten wollen. Oder die Fa. Präsenz verlangt....oder....
Jetzt muss man natürlich nüchtern betrachten und korrekt einordnen, weil die allermeisten nicht 100 % HO arbeiten sondern nur 1-3 Tage die Woche. Ausnahmen gibt es natürlich, aber es bleiben trotzdem Ausnahmen und damit die wenigsten.

Kann man natürlich entgegen halten, eine Kita wird ja nicht wochenlang bestreikt. Mal einen oder zwei Tage hintereinander, länger doch kaum.

Trotzdem ist HO nicht das Allerheilmittel für alles, nur das wollte ich damit sagen.