Amtsangemessene Alimentation - und die Angestellten?

Begonnen von ahbeha, 15.05.2026 09:40

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Rheini

Es gibt nie eine Lösung für alle und alles. Aber es dann nicht dort machen wo man es machen kann, ist auch keine Lösung. Dafür gibt es in anderen Konstellationen, andere Lösungen usw. Und wenn am Ende es für 15% keine Lösung gibt, muss man dort eine finden. Aber für 85% wurde eine Lösung gefunden .....

Faunus

Zitat von: Rheini in 20.05.2026 20:42Ich habe leider in letzter Zeit häufiger festgestellt das Leute die ganze Zeit darüber nachdenken wer es einem bezahlt und wer einem die Arbeit macht.

Leider hat man es auch zugelassen, dass die Leute damit Erfolg hatten ....

Wie man hier im thread lesen kann ;)

Einer meint, dass die Großeltern länger arbeiten werden (Zum einen ist 70 noch lange nicht beschlossen, zum anderen hören viele früher auf - aber egal)
Einer meint, dass Großeltern nicht vor Ort sind (gehen uns die Autos aus?! Also meine Nachbarin fährt mal kurz 400 km, um den Enkel ein paar Tage zu Beaufsichtigen - bei Karriereambitionen der Eltern geht dann schon was)
Und der nächst meint "HO ist kein Allheilmittel" und zählt dann etliche Berufe mit Schichtdienst auf - Planung/Wechsel mit Kollegen/anderer Elternteil hat andere Schichten oder garkeinen Schichtdienst...

Und das waren 2 von wieviel meiner Vorschläge und noch mehr, die ich nicht genannt habe?!
Einen rauspicken "unmöglich für Eltern, weil... und alle anderen Lösungen ausblenden" = Erfolgsstrategie!
Und ja, es ist individuell, vom Beruf/Ehepartner/Großeltern/Nachbarn/Freunden... abhängig. Kümmern, machen...


KlammeKassen

Zitat von: MoinMoin in 20.05.2026 10:57Stimmt, deswegen ist es auch eine ganz schlechte Idee sich die Kommune als Dienstherr oder Arbeitgeber auszusuchen.
Dafür gibt es nur einen Grund: Der hohe Wunsch ortsnah zu bleiben bzw. nicht flexibel bei der Ortswahl zu sein.

Sagt jemand, der in einer Großstadt wohnt?
In ländlichen Regionen sind diese Spezialisten in der Regel beim Landkreis beschäftigt, die Kreisverwaltung muss nun nicht besonders wohntortsnah sein.

Vielleicht spielt ja auch bei der Entscheidung eine Rolle, etwas "Sinnstiftendes" (okay, das ist starke Auslegungssache) zu tun. Oder in der freien Wirtschaft sind keine entsprechenden Jobs vorhanden.
Du kannst auch neben einem Großunternehmen wohnen und dort keinen Job finden oder dort nicht arbeiten wollen (zum Beispiel, weil schlechte Arbeitsatmosphäre vorherrscht oder was weiß ich...).

Also nur die Wohnortnähe ist sicherlich nicht das einzige Argument

DiVO

Zitat von: Rheini in Gestern um 07:37Es gibt nie eine Lösung für alle und alles. Aber es dann nicht dort machen wo man es machen kann, ist auch keine Lösung. Dafür gibt es in anderen Konstellationen, andere Lösungen usw. Und wenn am Ende es für 15% keine Lösung gibt, muss man dort eine finden. Aber für 85% wurde eine Lösung gefunden .....

85 % der Familien haben, Zitat Bundeskanzler, "Lifestyle-Teilzeit" als Lösung für sich entdeckt. Ein Elternteil, meist die Frau, reduziert ihre Arbeitszeit, um die Kinderbetreuung sicherzustellen. Klasse Lösung, um das Organisationsversagen abzufangen.

Als Dank wurden in Bayern folgende familienfreundlichen Maßnahmen in den vergangenen Jahren umgesetzt:
- Streichung Eigenheimzulage
- Streichung Bayer. Baukindergeld
- Streichung Bayer. Kindergeld
- Streichung Bayer. Krippengeld

Auf Bundesebene wurden folgende Punkte umgesetzt oder befinden sich in Planung:
- Streichung Baukindergeld
- Erhöhung Kindergeld um 4 Euro pro Monat
- Kürzung Elterngeld

Und dann wird verwundert festgestellt, dass die Geburtenrate auf den niedrigsten Stand seit 80 Jahren gefallen ist, was perspektivisch Probleme für den Arbeitsmarkt, Pflege und Rentenversicherung mit sich bringen wird.

Läuft spitze deine Lösung für 85 %.

daseinsvorsorge

Zitat von: clarion in Gestern um 07:16Im KiGa wird doch auch gestreikt. Lehrer muss man nicht verbeamten. Ältere Kinder bedürfen auch keine ständige Aufsicht, so dass Homeoffice dann auch gut möglich sein sollte.
Na klar- Homeoffice auch für Menschen in der Pflege, ÖPNV, Verkauf etc. Es soll noch Berufe geben, die kein Homeoffice machen können. In welcher bubble leben Sie ?

MoinMoin

Zitat von: Faunus in Gestern um 07:58Wie man hier im thread lesen kann ;)

Einer meint, dass die Großeltern länger arbeiten werden (Zum einen ist 70 noch lange nicht beschlossen, zum anderen hören viele früher auf - aber egal)
Einer meint, dass Großeltern nicht vor Ort sind (gehen uns die Autos aus?! Also meine Nachbarin fährt mal kurz 400 km, um den Enkel ein paar Tage zu Beaufsichtigen - bei Karriereambitionen der Eltern geht dann schon was)
Und der nächst meint "HO ist kein Allheilmittel" und zählt dann etliche Berufe mit Schichtdienst auf - Planung/Wechsel mit Kollegen/anderer Elternteil hat andere Schichten oder garkeinen Schichtdienst...

Und das waren 2 von wieviel meiner Vorschläge und noch mehr, die ich nicht genannt habe?!
Einen rauspicken "unmöglich für Eltern, weil... und alle anderen Lösungen ausblenden" = Erfolgsstrategie!
Und ja, es ist individuell, vom Beruf/Ehepartner/Großeltern/Nachbarn/Freunden... abhängig. Kümmern, machen...


Wenn Eltern ihre Kinder nicht betreut bekommen, dann müssen sie es selber machen, ganz einfach ist die Lösung.

Das einzige wo ich den Staat da in der Pflicht sehe, ist, dass diesen Eltern keine Kündigung wegen Abwesenheit drohen darf.

Der Rest regelt halt sich selber.
Und der eine kann es easy per HO Regel, den andere per Oma, der dritte per Nachbar, der vierte per Leihopa, der fünfte nimmt sein Kind mit und der sechste bleibt zu hause und hat weniger Geld auf dem Konto, wenn der Ag nicht so familienfreundlich ist und in dieser Situation begrenzt Lohnfortzahlung macht.

Wo war jetzt das Problem?

DiVO

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 09:37Wenn Eltern ihre Kinder nicht betreut bekommen, dann müssen sie es selber machen, ganz einfach ist die Lösung.

Das einzige wo ich den Staat da in der Pflicht sehe, ist, dass diesen Eltern keine Kündigung wegen Abwesenheit drohen darf.

Der Rest regelt halt sich selber.
Und der eine kann es easy per HO Regel, den andere per Oma, der dritte per Nachbar, der vierte per Leihopa, der fünfte nimmt sein Kind mit und der sechste bleibt zu hause und hat weniger Geld auf dem Konto, wenn der Ag nicht so familienfreundlich ist und in dieser Situation begrenzt Lohnfortzahlung macht.

Wo war jetzt das Problem?

Die aktuelle Stigmatisierung durch die Politik. Die Betreuung ist unterm Strich nicht machbar, wenn beide, so wie politisch gewollt und gefordert, Vollzeit arbeiten. Stichwort "Lifestyle-Freizeit".

MoinMoin

Zitat von: DiVO in Gestern um 09:51Die aktuelle Stigmatisierung durch die Politik. Die Betreuung ist unterm Strich nicht machbar, wenn beide, so wie politisch gewollt und gefordert, Vollzeit arbeiten. Stichwort "Lifestyle-Freizeit".
Natürlich ist die Betreuung in Notfällen auch dann machbar.
Es geht nicht um den Regelbetrieb, sondern wenn der KiGa vereinzelnd ausfällt.

DiVO

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 09:56Natürlich ist die Betreuung in Notfällen auch dann machbar.
Es geht nicht um den Regelbetrieb, sondern wenn der KiGa vereinzelnd ausfällt.

Auch der Regelbetrieb ist in Vollzeit schwer leistbar. Die Krippe hat bei uns dieses Jahr 28 Schließtage, Kita ebenfalls. Von diesen Tagen überschneiden sich allerdings nur 20, sodass insgesamt 36 Tage abgedeckt werden müssen.

MoinMoin

Zitat von: DiVO in Gestern um 10:43Auch der Regelbetrieb ist in Vollzeit schwer leistbar. Die Krippe hat bei uns dieses Jahr 28 Schließtage, Kita ebenfalls. Von diesen Tagen überschneiden sich allerdings nur 20, sodass insgesamt 36 Tage abgedeckt werden müssen.
und 40 Tage hat man gesetzlich mindestens zur freien Verfügung als Eltern, nennt sich Mindest-Urlaub. Und wüsste auch nicht, wo es stigmatisiert wird und mir sind kann auch keine politischen Programme bekannt, die 2x Vollzeit Eltern fordern.

Unter dem Stichwort "Lifestyle-Freizeit" findet sich das nicht, dort geht es eben exakt darum, dass man ohne Gründe wie Kinderbetreuung nur TZ arbeiten will.

daseinsvorsorge

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 09:56Natürlich ist die Betreuung in Notfällen auch dann machbar.
Es geht nicht um den Regelbetrieb, sondern wenn der KiGa vereinzelnd ausfällt.
Der ,,Regelbetrieb" sieht mittlerweile so aus, dass Eltern von Kitakindern jeden Morgen gepsannt aufs handy schauen müssen, ob ihr Kind wegen Unterbesetzung, Krankheit etc. nicht vollumfänglich oder gar nicht betreut werden kann. Und ja- da wird sich bestimmt sicherlich kurzfristig was regeln lassen. Man sagt seinem Chef einfach ab oder die Grosseltern, die auch noch arbeiten, sagen ihren Chefs ab.

Faunus

Zitat von: DiVO in Gestern um 08:5485 % der Familien haben, Zitat Bundeskanzler, "Lifestyle-Teilzeit" als Lösung für sich entdeckt. Ein Elternteil, meist die Frau, reduziert ihre Arbeitszeit, um die Kinderbetreuung sicherzustellen. Klasse Lösung, um das Organisationsversagen abzufangen.

Als Dank wurden in Bayern folgende familienfreundlichen Maßnahmen in den vergangenen Jahren umgesetzt:
- Streichung Eigenheimzulage
- Streichung Bayer. Baukindergeld
- Streichung Bayer. Kindergeld
- Streichung Bayer. Krippengeld

Auf Bundesebene wurden folgende Punkte umgesetzt oder befinden sich in Planung:
- Streichung Baukindergeld
- Erhöhung Kindergeld um 4 Euro pro Monat
- Kürzung Elterngeld

Und dann wird verwundert festgestellt, dass die Geburtenrate auf den niedrigsten Stand seit 80 Jahren gefallen ist, was perspektivisch Probleme für den Arbeitsmarkt, Pflege und Rentenversicherung mit sich bringen wird.

Läuft spitze deine Lösung für 85 %.

Das gab es alles udn trotzdem sind wir auf einem Tiefststand? Warum dann weiterzahlen?

DiVO

Zitat von: Faunus in Gestern um 11:27Das gab es alles udn trotzdem sind wir auf einem Tiefststand? Warum dann weiterzahlen?

Dann bitte anschauen, wann was gestrichen wurde:
- Streichung Eigenheimzulage: 2020
- Streichung Bayer. Baukindergeld: 2021
- Streichung Bayer. Kindergeld: 2025
- Streichung Bayer. Krippengeld: 2025
- Streichung Baukindergeld Bund: 2021
- Kürzung Elterngeld Bund: seit 2007 auf bisherigem Level, faktisch entwertet, Herabsetzung Bezugsgrenze, weitere Kürzungen geplant

2020 lag die Geburtenrate bei 1,53 Kindern je Frau. 2025 bei 1,35. Aktuelle Prognosen gehen von einem weiteren Rückgang in 2026 aus. Läuft.

MoinMoin

Zitat von: DiVO in Gestern um 11:482020 lag die Geburtenrate bei 1,53 Kindern je Frau. 2025 bei 1,35. Aktuelle Prognosen gehen von einem weiteren Rückgang in 2026 aus. Läuft.
Und 1995 lagen wir bei 1,25 und 2005 bei 1,34. Läuft!

Faunus

Zitat von: daseinsvorsorge in Gestern um 11:25Der ,,Regelbetrieb" sieht mittlerweile so aus, dass Eltern von Kitakindern jeden Morgen gepsannt aufs handy schauen müssen, ob ihr Kind wegen Unterbesetzung, Krankheit etc. nicht vollumfänglich oder gar nicht betreut werden kann. Und ja- da wird sich bestimmt sicherlich kurzfristig was regeln lassen. Man sagt seinem Chef einfach ab oder die Grosseltern, die auch noch arbeiten, sagen ihren Chefs ab.

Donnerstag Abend kam der Anruf meiner Freunde, Freitag Morgen dem Chef "abgesagt", um dann 50 km weiter auf der Matte zu stehen und das Kiddy zu übernehmen. Das war vor 20-25 Jahren. O.K. ich hatte eine ganze Nacht Vorlaufzeit.

Ich habe schon Windpocken-Kids von Freunden gepflegt, oder 2 Wochen meines Urlaubs genommen, weil die Urlaubsttage beider Eltern für Schulferien und Kitaschließzeiten einfach nicht ausreichten.

Alles geht, allerdings nicht mehr 5 Sekunden vor 12 Uhr, das Problem lösen zu wollen. Warum machen die Eltern einer Kita nicht alle 4 Wo. einen Notfallplan - wer hat HO, wer kann Gleitzeit nehmen, wer hat frei wegen Schichtdienst, wessen Gorßeltern würden einspringen...was weiß ich denn schon von Euren Möglichkeiten, die Ihr nicht sehen wollt oder könnt.