Amtsangemessene Alimentation - und die Angestellten?

Begonnen von ahbeha, 15.05.2026 09:40

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DiVO

Zitat von: BAT in 25.05.2026 16:24Sie gehen ja nicht später in Rente. 70 ist die neue 60, die Leute sind gesünder.
Gesünder als wer oder was? Ich glaube nicht, dass sich die Gesundheit zwischen Jahrgang 1943 und 1983 so sehr zum Positiven entwickelt hat wie du hier in den Raum wirfst.

BAT

Statistiken können deinen Glauben erschüttern.

MoinMoin

Zitat von: BAT in 25.05.2026 18:46Statistiken können deinen Glauben erschüttern.
Richtig.
Und auch die Restlebenserwartung ist beachtlich gestiegen.
Wobei ich tatsächlich interessiert, ob es über alle Berufsgruppen auch der Fall ist.
Die Kumpels mit der Kohlestaublunge verzerren jetzt nicht mehr die Statistik und die Bitterfelder Lungen dürften auch nicht mehr so relevant sein.

DiVO

Zitat von: BAT in 25.05.2026 18:46Statistiken können deinen Glauben erschüttern.
Ich sehe bei unseren Mitarbeitern die Krankenquoten und stelle dabei fest, dass die Gruppe der 60- bis 65jährigen die meisten Krankheitstage hat.

MoinMoin

Zitat von: DiVO in 25.05.2026 20:21Ich sehe bei unseren Mitarbeitern die Krankenquoten und stelle dabei fest, dass die Gruppe der 60- bis 65jährigen die meisten Krankheitstage hat.
Und? Das ist nicht überraschend. Immerhin sind sie noch Mitarbeiter und nicht Tot oder erwerbsunfähig.
Und wie war da die Quota vor 20 Jahren, bist ja langegenug dabei.

ohjeee

Zitat von: daseinsvorsorge in 24.05.2026 11:59Dann schreiben Sie es auch so- und schon gibt es weniger Missverständnisse
"witzigerweise habe ich schon vor Jahren intern das Wort "Lifestyle-Freizeit" benutzt. Das sind für mich die Fälle (hauptsächlich junge KiTa-MA), die ohne "Not"/Grund Teilzeit arbeiten. Also nicht, weil sie familiäre Verpflichtungen haben, auf Kinder aufpassen müssen, kranke Eltern pflegen, etc. Da gehts nicht um die Kollegin, die nur halbtags arbeiten kann, weil die Grundschule (noch) keine Randzeitenbetreuung anbietet, oder an einem bestimmten Tag die Woche nicht arbeiten kann, weil die Tagesmutter nur 4 von 5 Tagen betreut.
 
Sondern weil es so stressig ist, 39h zu arbeiten. Weil man lieber mittags gar nicht arbeiten will. Weil man lieber ins Freibad oder Café sitzen will um dann tolle Selfies auf Insta hochzuladen. Weil mans sich leisten kann, wenn man bei den Eltern für Umme im Kinderzimmer oder Einliegerwohnung wohnen kann und außer 150€ Essen nichts für den Lebensunterhalt braucht."

hatte ich doch explizit geschrieben.
aber egal, ist ja jetzt geklärt.

DiVO

Zitat von: ohjeee in 26.05.2026 09:28"witzigerweise habe ich schon vor Jahren intern das Wort "Lifestyle-Freizeit" benutzt. Das sind für mich die Fälle (hauptsächlich junge KiTa-MA), die ohne "Not"/Grund Teilzeit arbeiten. Also nicht, weil sie familiäre Verpflichtungen haben, auf Kinder aufpassen müssen, kranke Eltern pflegen, etc. Da gehts nicht um die Kollegin, die nur halbtags arbeiten kann, weil die Grundschule (noch) keine Randzeitenbetreuung anbietet, oder an einem bestimmten Tag die Woche nicht arbeiten kann, weil die Tagesmutter nur 4 von 5 Tagen betreut.
 
Sondern weil es so stressig ist, 39h zu arbeiten. Weil man lieber mittags gar nicht arbeiten will. Weil man lieber ins Freibad oder Café sitzen will um dann tolle Selfies auf Insta hochzuladen. Weil mans sich leisten kann, wenn man bei den Eltern für Umme im Kinderzimmer oder Einliegerwohnung wohnen kann und außer 150€ Essen nichts für den Lebensunterhalt braucht."

hatte ich doch explizit geschrieben.
aber egal, ist ja jetzt geklärt.

Und was genau ist daran verwerflich, dass man lieber ins Freibad gehen oder im Café sitzen möchte? Ich persönlich finde beides ehrlich gesagt deutlich angenehmer und schöner als mein Büro.

Wenn heute ein Boomer mit Anfang 60 das sagt und deshalb mit Abschlägen frühzeitig in Rente geht, wirft ihm doch auch keiner an den Kopf, dass er stinkefaul ist und lieber weiterhin arbeiten soll.

Faunus

Zitat von: DiVO in 26.05.2026 11:38Und was genau ist daran verwerflich, dass man lieber ins Freibad gehen oder im Café sitzen möchte? Ich persönlich finde beides ehrlich gesagt deutlich angenehmer und schöner als mein Büro.

Wenn heute ein Boomer mit Anfang 60 das sagt und deshalb mit Abschlägen frühzeitig in Rente geht, wirft ihm doch auch keiner an den Kopf, dass er stinkefaul ist und lieber weiterhin arbeiten soll.


Wir leben nicht um zu arbeiten, sondern arbeiten um zu leben.
Das steht jedem zu. Nur müssen wir dann auch damit leben, dass andere "günstiger produzieren" und unsere Einnahmen wegbrechen, weil wir in einer globalen, aber auch in einer sehr ungleichen Welt leben.

ohjeee

Zitat von: DiVO in 26.05.2026 11:38Und was genau ist daran verwerflich, dass man lieber ins Freibad gehen oder im Café sitzen möchte? Ich persönlich finde beides ehrlich gesagt deutlich angenehmer und schöner als mein Büro.

Wenn heute ein Boomer mit Anfang 60 das sagt und deshalb mit Abschlägen frühzeitig in Rente geht, wirft ihm doch auch keiner an den Kopf, dass er stinkefaul ist und lieber weiterhin arbeiten soll.
ein letztes mal:
das ist das, was ich unter "Lifestyle-Freizeit" verstehe. Für mich war es als Berufsanfänger nie nachvollziehbar, weniger Geld verdienen zu wollen, weil ich lieber mehr ansparen wollte, um mir verschiedene Dinge leisten zu können.
20-25% weniger arbeiten, nur um früher ins Freibad liegen zu können, käme für mich nicht in Frage und fände ich auch bei meinen Kindern nicht toll, wenn es mal so weit ist.
Dennoch: wer es sich leisten kann und einen Anspruch auf Teilzeit hat, soll es halt so machen. Mehr Freizeit haben zu wollen ist persönlich nachvollziehbar, aber wahrscheinlich wirtschaftlich nicht. Ich bin aber kein Politiker und wirke auch nicht auf unsere MA mit Teilzeitwunsch ein. Eine (private) Meinung dazu darf ich ja zu Glück trotzdem haben.

Faunus

Zitat von: ohjeee in 26.05.2026 13:31Für mich war es als Berufsanfänger nie nachvollziehbar, weniger Geld verdienen zu wollen, weil ich lieber mehr ansparen wollte, um mir verschiedene Dinge leisten zu können.
20-25% weniger arbeiten, nur um früher ins Freibad liegen zu können, käme für mich nicht in Frage und fände ich auch bei meinen Kindern nicht toll, wenn es mal so weit ist.

In "jungen Jahren" war es für mich normal im Wintersemester bis zu 60 Stunden zu arbeiten (keine Diskussion um Recht). Ich hatte Spass dabei, die Arbeit hat Freude gemacht und wir waren ein tolles engagiertes Team. Forschung & Lehre muss Spass machen und geht nicht mit 9to5. Die Boomer-Generation hat nicht nach ihren Rechten gefragt oder darüber nachgedacht, sondern gemacht.
Davon hat in den 80/90/00er Jahren unsere Wirtschaft profitiert.

Das könnte ich heute garnicht mehr! Es geht gesundheitlich/alterstechn. nicht mehr, mir ist die Motivation dazu abhanden gekommen und begeisterungsfähige Menschen um mich sind auch nicht nachgekommen.
Deswegen gehe ich lange vor dem mir aufgedrückten 67 Jahr in Rente - und ja, ich habe für diesen Lifestyle vorgesorgt.
Allerdings kann ich es nicht lassen und habe mir adher eine neue Spielwiese gesucht, weit weg vom Staat und meinem Beruf und scheinbar auch gefunden ;)

BAT

Zitat von: Faunus in 26.05.2026 14:26Das könnte ich heute garnicht mehr! Es geht gesundheitlich/alterstechn. nicht mehr, mir ist die Motivation dazu abhanden gekommen und begeisterungsfähige Menschen um mich sind auch nicht nachgekommen.
Deswegen gehe ich lange vor dem mir aufgedrückten 67 Jahr in Rente - und ja, ich habe für diesen Lifestyle vorgesorgt.


Genau deswegen gibt es die Höchstarbeitszeiten. Nicht um weniger, sondern um mehr zu arbeiten. Das verstehen die meisten nicht oder wissen als Unternehmer, dass die Kosten dieser erhöhten Arbeitszeiten durch die Sozialversicherungssysteme vergesellschaftet werden.

Oder du machst es wie meine Eltern in der Landwirtschaft mit 80 Wochenstunden, machst es als Ausgleich aber im "geschlossenen" System der landwirtschaften Alterskasse.

Insofern wäre ja auch eine Versicherung von Beamten oder Selbständigen streng mit einer Deckelung deren Arbeitszeiten verbunden.

JahrhundertwerkTVÖD

Zitat von: BAT in 26.05.2026 16:49Insofern wäre ja auch eine Versicherung von Beamten oder Selbständigen streng mit einer Deckelung deren Arbeitszeiten verbunden.

Du meinst bei Beamten bestimmt Anwesenheitszeiten  8)  ::)

Landesknecht

Um nochmal auf den Ausgangspost einzugehen.
 
Ich bin auch extrem gefrustet als Tarifangestellter in einer Landesverwaltung. Wir sind 14 Leute in der Arbeitsgruppe, machen alle dieselben Tätigkeiten und je nach Einstellungszeitraum und damaligen Alter ist man verbeamtet oder nicht. Wir haben alle einen (Fach)hochschulabschluss. Alle Angestellten sind in E9 und die Beamten sehr schnell befördert in A10 oder A11. Die selbe Tätigkeit, die selbe Arbeitszeit von 40h. Ich habe letztens einen Blick auf den GEhaltszettel eines Kollegen ( 18 Jahre jünger, aber selber Familienstand, selbe Kinderzahl) geworfen, da wurde mir schlecht - Locker 1300 Euro mehr Gehalt. Abzüglich nur 210 Euro private Krankenkasse, dafür mit deren Vorteilen. Ist das fair?

troubleshooting

Zitat von: Landesknecht in Heute um 10:55Um nochmal auf den Ausgangspost einzugehen.

Ist das fair?

Die Frage ist eher, welche Konsequenz du daraus ziehst.
a) Keine -> hat der Ag gewonnen, denn genau darauf setzen dieser
b) Verringerte Arbeitsleistung aufgrund Frust -> auch hier hat der AG gewonnen, denn du bedienst ja die Stelle. Das Weniger ist dem Ag in der Regel völlig egal.
c) du verhandelst über einen Zuschlag - viel Erfolg, aber was wenn er nein sagt? Damit zu
d) schau dich anderweitig um und wechsle.

AG zahlen seltenst mehr, als sie müssen. Angebot und Nachfrage halt. Solange sich jemand findet, der dafür den Job macht, warum mehr zahlen?

Rheini

Auf welche Aspekte / Teilaspekte beziehst Du dein "Fair"???????? Welche Aspekte findest Du im Angestelltenverhältnis besser, als wenn Du in einem Beamtenverhältnis wärst? Warum bist Du nicht Beamter geworden (beworben - nicht genommen, nie beworben usw.).