[Allg] Rentenreform und deren mögliche Auswirkung auf Beamte

Begonnen von Admin, 21.06.2026 18:02

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Admin


Mig82

Wie soll die Anzahl der Verbeamtungen künftig reduziert werden, da es ein großer Attraktivitätsfaktor ist? Es müssten alle Arbeitgeber/Dienstherrn im öffentlichen Dienst bewusst auf Verbeamtungen verzichten? Wie schwierig das ist, hat der Kampf um Lehrkräfte gezeigt, da hier gerade die Verbeamtung oftmals als sehr attraktiv empfunden wird.

Welche Auswirkungen auf die Pensionshöhe ist zu erwarten? Auch hier sollte, ähnlich wie bei der Besoldung, das Alimentationsprinzip im Vordergrund stehen. Insofern ist ein Vergleich mit den Renten nur schwer übertragbar, da es sich um 2 völlig verschiedene Systeme handelt.

Paterlexx

Ich würde die Arbeitsplätze nach Aufgaben organisieren. 90 % der Verwaltungsprozesse lassen sich bereits heute durch KI automatisieren oder zumindest erheblich verschlanken. Es sind immer dieselben Prüfungen und Abläufe. Was nicht passt, wird angepasst.

Das bedeutet: Der öffentliche Dienst wird in den nächsten Jahren schrumpfen, sobald endlich jemand auf die Idee kommt, ihn als digitalen Zwilling abzubilden. Man schaue nach Estland! Rentenversicherung, Arbeitsagentur und viele weitere Verwaltungsbereiche können deutlich vereinfacht oder teilweise ersetzt werden. Es wird so kommen.

Im Gegenzug sollten die Bürger steuerlich entlastet werden. Kein Geld mehr ohne Gegenleistung ins Ausland. Weniger Bürokratie, weniger Verwaltungskosten, schnellere Verfahren und mehr Geld für die Menschen, die es erwirtschaften. Ab geht die Luzi. Es war noch nie so einfach.

Rheini

Zitat von: Mig82 in 21.06.2026 19:29Wie soll die Anzahl der Verbeamtungen künftig reduziert werden, da es ein großer Attraktivitätsfaktor ist? Es müssten alle Arbeitgeber/Dienstherrn im öffentlichen Dienst bewusst auf Verbeamtungen verzichten? Wie schwierig das ist, hat der Kampf um Lehrkräfte gezeigt, da hier gerade die Verbeamtung oftmals als sehr attraktiv empfunden wird.

Welche Auswirkungen auf die Pensionshöhe ist zu erwarten? Auch hier sollte, ähnlich wie bei der Besoldung, das Alimentationsprinzip im Vordergrund stehen. Insofern ist ein Vergleich mit den Renten nur schwer übertragbar, da es sich um 2 völlig verschiedene Systeme handelt.

In NRW will man die pensionierten Lehrer mit einem ca. 15 % Zuschlag locken. Ich frage mich dann nur:

1. Wie finden das die anderen Lehrer?

2. 15% auf was? Zur Pension oder Bezüge +15% + Pension, oder "nur" Bezüge +15% und Pension fällt für die Zeit weg?

Schneewitchen

Nach meiner Auffassung werden die betreffenden Lehrer dann wieder reaktiviert und damit wieder auf "aktiv" gestellt. In diesem Falle bekommen sie wieder die regulären Bezüge ihres Amtes und keine Pension mehr. Hier in ausgehend würden sich dann die 15% wohl auf ihre regulären Dienstbezüge beziehen.

Allgemein zum Thema, siehe hier:https://ulrich-hallermann.com/reaktivierung-von-beamten/

Dieser Zuschlag ist dann wohl als Motivator zu verstehen, damit sich überhaupt noch pensionierte Lehrer wieder aufraffen, um in die Schule zurückzukehren.

Das könnte aber gerade für Lehrer interessant sein, die bislang noch nicht die Höchstpension erreicht hatten, denn nach Rückkehr in den aktiven Dienst werden dann ja auch im Zeitablauf weitere Anwartschaftszeiten erworben.

Rheini

Das Modell dürfte dann aber auch für den DH atraktiv sein.

Schneewitchen

Zitat von: Rheini in 22.06.2026 09:49Das Modell dürfte dann aber auch für den DH atraktiv sein.

Klar, in dem Falle für interessierte und noch dienstfähige Pensionäre und für die DHn eine klassische Win-Win Sache. Ich könnte da jetzt spontan keine Fallstricke erkennen....

Rentenonkel

Zitat von: Rheini in 22.06.2026 08:58In NRW will man die pensionierten Lehrer mit einem ca. 15 % Zuschlag locken. Ich frage mich dann nur:

1. Wie finden das die anderen Lehrer?

2. 15% auf was? Zur Pension oder Bezüge +15% + Pension, oder "nur" Bezüge +15% und Pension fällt für die Zeit weg?

Zu Frage 1: Kommt es darauf an?

zu Frage 2:  Die Summe aus Pension und dem neuen Einkommen darf in der Regel Ihre letzten ruhegehaltfähigen Dienstbezüge (Endstufe der Besoldungsgruppe) nicht überschreiten. Übersteigende Beträge werden von der Versorgungsbezüge-Zahlstelle einbehalten.

Wenn man als pensionierter Beamter nebenbei arbeitet, steht man regelmäßig vor dem Dilemma, dass ab einem bestimmten Betrag die Pension gekürzt wird. Diese Grenze soll für Lehrer nunmehr um 15 % erhöht werden, damit der pensionierte Lehrer etwas mehr dazu verdienen kann, ohne dass die Pension gekürzt werden muss.

NordWest

Ich finde es legitim, wenn ein Bundesland ein - eigentlich wie auch immer geartetes - Angebot zur Weiterbeschäftigung von pensionierten Lehrern macht. Es kann ja jeder selbst entscheiden, ob er es annimmt oder nicht. Soll es der Markt beurteilen!

NWB

Zitat von: Rheini in 22.06.2026 08:58In NRW will man die pensionierten Lehrer mit einem ca. 15 % Zuschlag locken. Ich frage mich dann nur:

Gibt es eine Quelle dazu?
Aktuell gibt es in NRW gem. § 32 LBG NW unter den dort genannten Voraussetzungen die Möglichkeit, den Ruhestandseintritt um bis zu 3 Jahre zu verlängern.
Wenn dann auch noch der Versorgungshöchstsatz erreicht ist, gibt es gem. § 71a LBesG NW einen Zuschlag in Höhe von 10% zur Grundbesoldung, die wiederum nicht pensionswirksam ist.

Also können sich die Menschen aktuell entscheiden, ob sie für 71,75% der Bezüge 0 Stunden die Woche Dienst verrichten oder für 110% der Bezüge (Bezogen auf die Grundbesoldung) Vollzeit arbeiten.
Im Vergleich zu 2000 € steuerfrei für Rentner nicht so sehr erstrebenswert.

Soll das für die Lehrer noch anders sein?


Ozymandias

Die Einbeziehung der Beamten in die GRV ist oftmals diskutiert, aber wird eher nicht stattfinden.
Was man tun wird, sind die Selbständigen zu verknechten. Damit kann man zumindest zeitweise Löcher stopfen, da hier für viele dann erst hohe Ansprüche in 20-40 Jahren fällig werden.

Kann dahin gestellt bleiben, ob es sinnvoll ist Leuten die gerade ein Unternehmen aufbauen wollen 20% abzuknöpfen.. ist nämlich eher nicht sinnvoll und noch mehr finanzielle Freiheitsberaubung ist ebenfalls unnötig.

Schmitti


Mitarbeiter0815

@
Zitat von: Paterlexx in 21.06.2026 20:48Ich würde die Arbeitsplätze nach Aufgaben organisieren. 90 % der Verwaltungsprozesse lassen sich bereits heute durch KI automatisieren oder zumindest erheblich verschlanken. Es sind immer dieselben Prüfungen und Abläufe. Was nicht passt, wird angepasst.

Das bedeutet: Der öffentliche Dienst wird in den nächsten Jahren schrumpfen, sobald endlich jemand auf die Idee kommt, ihn als digitalen Zwilling abzubilden. Man schaue nach Estland! Rentenversicherung, Arbeitsagentur und viele weitere Verwaltungsbereiche können deutlich vereinfacht oder teilweise ersetzt werden. Es wird so kommen.

Im Gegenzug sollten die Bürger steuerlich entlastet werden. Kein Geld mehr ohne Gegenleistung ins Ausland. Weniger Bürokratie, weniger Verwaltungskosten, schnellere Verfahren und mehr Geld für die Menschen, die es erwirtschaften. Ab geht die Luzi. Es war noch nie so einfach.

da muss ich leider deutlich widersprechen. Da wird sich nix tun. Warum?

1. fehlt das nötige Geld für die erheblichen Investitionen in die IT Infrastruktur. 
2. ist das förderale System in Deutschland ein absoluter Bremsklotz. Es mag eine Machtergreifung durch Nazis verhindern. Aber für schnelle einheitliche Entscheidungen ist es Gift.

Schauen sie sich die Entwicklungen mit der E-Akte Justiz an. Nix funktioniert und das nach Jahren der Planung.

3. Deutschland will immer alles perfekt machen. Schreibt Jahre Konzepte und will jedes Problem im Vorfeld berücksichtigen, was unmöglich ist.

4. Wer soll diese KI- Software anbieten? Große Techfirmen +  Serverfarmen  sind aus/in den USA und das will man ja nicht.


Organisator

Man braucht noch nicht einmal KI, Automatisierung (und etwas Mut für neue Ideen) reicht.

Beispiel Verlängerung Personalausweis.
Wessen PA abläuft erhält 3 Monate vorher die Bitte, ein aktuelles Foto zu übersenden und bekommt dann mit einer Rechnung ein paar Monate später den neuen PA. Braucht man noch nicht einmal aufs Amt gehen, dafür.

Zum Ausschließen von Missbrauch werden vorher ein paar Sicherheitskriterien definiert und schwupps sind für bestimmt 90% der Bundesbürger Amtsgänge dieser Art obsolet.

Gleiches gilt für Massengeschäft aller Art; KfZ-Angelegenheiten, Ummeldung usw.

Schneewitchen

Ein schönes Thema. Nicht nur im öD auch in der Wirtschaft könnte man so viele Arbeitsprozessen automatisieren und/oder KI- gestützt abwickeln. Juristen, Ärzte, Architekten bis hinunter zum einfachen Bandarbeiter lassen sich einsparen. Viele Sachbearbeiterjobs im öD können wir überflüssig machen. Im System kann man insofern viel sparen.

Toll, einfach genial diese schöne neue Welt, die da auf uns wartet.

Hat dabei schon einmal überlegt, was das mit einer Gesellschaft macht, wenn die Masse der Menschen nicht mehr benötigt werden, wenn die meisten Jobs nur noch von Maschinen gemacht werden?

Das nur einmal am Rande.