TVÖD - Regelung zur AU ab dem ersten Arbeitstag?

Begonnen von Aleksandra, 02.07.2026 10:09

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Schnarchnase81

Zitat von: KlammeKassen in 28.07.2026 08:56Selbst wenn es dann 4,1 % sind statt 5 %: Dann steigen die Löhne zwar wie die Preise, aber eben nicht das verfügbare Nettoeinkommen, dies verliert halt zunehmend an Kaufkraft.

Das ist auf Dauer halt problematisch...

Das wollte ich auch nicht bestreiten. Es sind aber nicht die Sozialabgaben, die im Netto-/Nettovergleich die Erhöhung ,,auffressen", da hier die Prozente durch die Erhöhung nicht verändert werden.

Beispiel, stark vereinfacht: Zahle ich auf 1000€ eine Abgabe von 10%, hier: 100€, so bleiben mir 900€.
Erhöhen sich die 1000 um 10% so bekomme ich 1100€. Davon zahle ich wieder 10% Abgabe, was 110€ entspricht, also bleiben mir 990 €, was einer Erhöhung von 10% im Vergleich zu den 900€ zuvor entspricht. Es wäre nicht korrekt, die 100€ Erhöhung des Ausgangsbetrages zu wollen und sich über die ,,nur" 90€ zu ärgern, denn dann würden aus den 10% Brutto mehr, eine tatsächliche Erhöhung des Nettos um 11,11%. Man sollte sich immer vor Augen führen, dass nur das Netto zählt, vom Brutto kann sich niemand was kaufen.
Da sich durch die kalte Progression leider die Steuerlast prozentual erhöht, sich also die Steuerprozente erhöhen, muss eine Lohnerhöhung, die die Inflation ausgleichen soll, immer über der Inflation liegen! Wären die Steuerprozente für jede Einkommenshöhe egal, gäbe es das Problem nicht.

Und wer nun sagt, dass höhere Einkommen höhere Steuern bezahlen sollen: Ja, würden diese auch bei gleichbleibenden Steuersatz. 25% von 2000€ sind als absoluter Betrag mehr als 25% von 1000€... einfache Prozentrechnung...

BAT

Liegt doch am genutzten Verhältnis.

Von dem Bruttobetrag verbleibt durchaus oft weniger als die Hälfte an Netto.

Bei mir z. B. mit LSK 1/ 5 % von 5000 auf 5250 sind netto von 2934 auf 3047. Also brutto 250, netto 113. Es verbleit also lediglich 45 % vom Brutto in der Tasche.

MoinMoin

Zitat von: BAT in 28.07.2026 09:15Liegt doch am genutzten Verhältnis.

Von dem Bruttobetrag verbleibt durchaus oft weniger als die Hälfte an Netto.

Bei mir z. B. mit LSK 1/ 5 % von 5000 auf 5250 sind netto von 2934 auf 3047. Also brutto 250, netto 113. Es verbleit also lediglich 45 % vom Brutto in der Tasche.

Bei mir 49% (wg. PKV) und bei den Niedriglöhnern (2000€) halt 75% in StkIII (oder 56% in I) vom BruttoMEHRBetrag

Aber vom Bruttolohn bleibt dir und mir insgesamt 60%

BAT

Es geht hier doch um die Frage, wie und ob die gestiegenen Lebenshaltungskosten ein Problem sind.

Für mich kann ich nur sagen, dass ich derzeit - obwohl mein Verhalten sich nicht groß geändert hat - fast in den Dispo reinlaufe.

Sehr intensiv war das dieses Jahr z. B. in Holland, wo die Steuern für Übernachtungen von 9 % auf 21 % angehoben wurden. Auch das konnte man deutlich merken. Und auch in D gibt es ja nicht nur die Inflation sondern weiterhin oft Steuererhöhungen. So kann es nicht weitergehen.

MoinMoin

Ja, die Freizeit wird immer teurer und die Basics auch.
Früher gabs die Pizza Margarita als Einstiegsfutter für unter 10 Mark
Jetzt kriegst dafür noch nicht mal mehr eine Halbe Bier.


Ramirez

Und das ist erst der Anfang.
Auf der anderen Seite wird es nun endlich gerechter, weil die welche den Mist aktiv gewählt haben, nun auch endlich selbst von den Folgen betroffen sind.
Daher nicht klagen, freut euch doch das ihr bekommt was ihr gewählt habt.

BAT

Zitat von: Ramirez in 28.07.2026 17:30Und das ist erst der Anfang.
Auf der anderen Seite wird es nun endlich gerechter, weil die welche den Mist aktiv gewählt haben, nun auch endlich selbst von den Folgen betroffen sind.
Daher nicht klagen, freut euch doch das ihr bekommt was ihr gewählt habt.

Haben wir ja nicht wirklich. Ich habe doch schon geschrieben, dass viele an der Basis der CDU ausgetreten sind, nachdem Wahlprogramm und Realpolitik auseinander gefallen sind.

Ramirez

Das ist ja noch schlimmer. Nicht nur gewählt, sondern sogar aktiv mitgemacht. Wenn ich über 20 Jahre etwas zerstöre, kann ich nicht sagen, ich bin vor 4 Jahren aber abgesprungen, nicht meine Schuld.

MoinMoin

Ich lebe in blühenden Landschaften und sehe keine Zerstörung.
Die sehe ich sehr wohl in anderen Landschaften.

Petar T.


MoinMoin

Zitat von: Petar T. in Gestern um 08:01Ja, das nennt sich Elfenbeinturm  8)
Geh einfach mal raus und schaue dich in der realen Welt um, da sehe ich Zerstörungen.
Bei uns sehe ich nur zu hohes Anspruchsdenken bei zu niedriger Leistungen! insbesondere in den Führungsebenen in der Wirtschaft wo Deutschland mehr und mehr seine führenden Rollen abgibt, weil man die Zeichen der Zeit nicht sieht!
Oder warum können wir plötzlich nicht mehr Auto?
Oder in der Politik, wo wir bei der Betrugsbekämpfung ganz weit hinten liegen und dreistellige Millardenbeträge nicht einnehmen.
(oder ist das ein Teil der Subventionspolitik und ich verstehe es nur nicht??)

Ansonsten lebe ich persönlich somit gerne in meinem blühenden Elfenbeinturm mit vielen Freunden zusammen und habe eine gute Zeit, sofern nicht der Russe kommt.

BAT

Zitat von: Ramirez in 28.07.2026 22:42Das ist ja noch schlimmer. Nicht nur gewählt, sondern sogar aktiv mitgemacht. Wenn ich über 20 Jahre etwas zerstöre, kann ich nicht sagen, ich bin vor 4 Jahren aber abgesprungen, nicht meine Schuld.

Woher kommt diese Unzufriedenheit ganz konkret? Was treibt dich an. Ich möchte es wirklich wissen, wieso Du in dieser Schärfe antwortest?
Engagierst Du Dich denn selbst aktiv für das Land?

Faunus

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 08:34Bei uns sehe ich nur zu hohes Anspruchsdenken bei zu niedriger Leistungen! insbesondere in den Führungsebenen in der Wirtschaft wo Deutschland mehr und mehr seine führenden Rollen abgibt, weil man die Zeichen der Zeit nicht sieht!


Es mag bei Deinem Forschungsbereich "toll" sein (behaupten übrigens alle schon aus Marketinggründen) und ich wiederhole mich: es geht nur noch um Gelder mit viel heißer Luft ranholen. Wer "gottbegnadet Blubbern" kann erreicht in unserem System mehr, als ein leistungsorientierter AN. Der hat keine Zeit zum Blubbern!

Jeder Systemwechsel, jede Änderung im Bildungssystem hat dazu geführt, dass Lehrenden für sich selbst das Beste rausgeholt haben - ob durch reduzierten Unterricht durch kleinere Gruppen (splitten/spalten - 5 Lernende in 6 Stunden machen weniger Arbeit wie 20 - Messparameter der zu leistende Stundenzahl bleibt konstant), Inhalte werden abgespeckt / Übungen daraus gemacht / Prüfungsfragen zur Arbeitsersparnis KI-generiert (praktisch für "Ray Ban Meta"-Träger ;)), die Noteninflation...

MoinMoin

Zitat von: Faunus in Gestern um 10:02Es mag bei Deinem Forschungsbereich "toll" sein (behaupten übrigens alle schon aus Marketinggründen)
Mag nicht nur Toll gewesen sein und nix Marketing, sondern da ich seinerzeit in einem Bereich gearbeitet habe, wo realen Menschen real das Überleben gesichert wurde. Ja! Toll!
Ansonsten, klar Blender, erreichen oft mehr... und klar, Forschung nur der Forschungsgelder wegen macht kein Spaß, aber bevor mir das passieren konnte, war ich schon weg von der Uni-Forschung. Bin halt Praktiker, der auch labern kann, aber lieber was reales schaffen will.

KaiBro

Zitat von: BAT in 28.07.2026 10:30Es geht hier doch um die Frage, wie und ob die gestiegenen Lebenshaltungskosten ein Problem sind.

Für mich kann ich nur sagen, dass ich derzeit - obwohl mein Verhalten sich nicht groß geändert hat - fast in den Dispo reinlaufe.

Sehr intensiv war das dieses Jahr z. B. in Holland, wo die Steuern für Übernachtungen von 9 % auf 21 % angehoben wurden. Auch das konnte man deutlich merken. Und auch in D gibt es ja nicht nur die Inflation sondern weiterhin oft Steuererhöhungen. So kann es nicht weitergehen.

Die gestiegenen Lebenshaltungskosten dürften für viele ein Problem sein.
Und dann kommen Schlaumeier wie Merz und sagen, man müsste privat vorsorgen oder Mitarbeiter aus Spahns Büro, die einer krebskranken Frau vorwerfen nie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen zu haben und sie doch ihr Haus verkaufen solle.
Nur viele wissen gar nicht, wie sie all diese Versicherungen zusätzlich zahlen sollen. Mit Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit, Zahnzusatz etc. ist man schnell bei mehreren hundert Euro im Monat.

Vielmehr sollte man Förderungen massiv abbauen, Steuern senken, um dem Bürger wieder die Möglichkeit geben zu entscheiden, was dieser mit seinem Gehalt macht.

Von Merz und auch vielen anderen Politikern erwarte ich nichts mehr. Merz würde es nicht mal schaffen die Bingorunde im Pflegeheim zu reformieren und zu leiten. Bin gespannt ob Merz es überhaupt bis zur nächsten Bundestagswahl durchhalten wird oder ob Deutschland zu einem 2. Italien wird.