Wünsche für die nächste Tarifrunde 2027?

Begonnen von LisaSimpsonÖD, 04.08.2026 11:34

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heiner123

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in Gestern um 08:02Die Tarifvertragsparteien können m.E alles vereinbaren! Es ist eine Frage der Gestaltung.
Mit Hinweis auf die automatischen Diätenerhöhungen ist vieles möglich. Dort scheint es ja auch rechtlich zu funktionieren

Die automatische Erhöhung ist, wie bei den Renten, an den Lohnindex, nicht an die Inflation gekoppelt.

Aus welchen Grund sollten Tarifparteien das vereinbaren dürfen, aber eine nicht tarifgebundene Firma mit seinen Mitarbeitern nicht?

JahrhundertwerkTVÖD

Zitat von: heiner123 in Gestern um 10:05Die automatische Erhöhung ist, wie bei den Renten, an den Lohnindex, nicht an die Inflation gekoppelt.

Aus welchen Grund sollten Tarifparteien das vereinbaren dürfen, aber eine nicht tarifgebundene Firma mit seinen Mitarbeitern nicht?

Aus welchen Grund dürfen automatische und dem Index angepasste Diätenerhöhungen stattfinden?

heiner123

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in Gestern um 10:17Aus welchen Grund dürfen automatische und dem Index angepasste Diätenerhöhungen stattfinden?

Da es einen Unterschied zwischen Lohnindex und Inflation gibt. Nach dem Lohnindex wäre eine regelmäßige Erhöhung vermutlich möglich.

Dem Preisklauselgesetz nach ist ja nur folgendes ausgeschlossen:

Der Betrag von Geldschulden darf nicht unmittelbar und selbsttätig durch den Preis oder Wert von anderen Gütern oder Leistungen bestimmt werden, die mit den vereinbarten Gütern oder Leistungen nicht vergleichbar sind.

Das betrifft den Lohnindex nicht, da dieser nicht von anderen Leistungen oder Gütern abhängig ist.

JahrhundertwerkTVÖD

Also profitieren die Politiker unmittelbar von ihren eigenen Entscheidungen den Mindestslohn regelmäßig zu erhöhen.
Ein Schelm wer böses dabei denkt.

Spaß beiseite, es gibt immer einen Weg wenn beide Parteien es möchten und entsprechend benennen oder argumentieren

MoinMoin

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in Gestern um 07:58Auch diese Fälle wird und kann es geben.
Wer sagt dass nicht genau diese Fälle in den Verhandlungsrunden besprochen und/oder angepasst werden können?
Auch kann es theoretisch sein, dass mittels den bisherigen Verhandlungen mehr als die Inflationsrate verhandelt wurde. Hier spricht ebenfalls nichts dagegen dies in den dann stattfindenden Verhandlungsrunden anzupassen.

Mir ging es lediglich darum, nicht alle 2 oder 3 Jahre darüber diskutieren zu müssen und die Kapazitäten auf andere und wichtige Punkte zu lenken.
Was heißt wird und kann es geben?
Rechne doch mal nach, wo dein Gehalt jetzt stehen würde, wenn wir seit Start des TVx immer den Inflationsausgleich bekommen hättest.
Wir hätte jetzt ~10% weniger Gehalt. (Vergleich 2006-2025)

BAT

Naja, hast sicher anhand irgendwelcher Prozente recht, Moin Moin.

Mit bereits 2006 möglicher stufengleicher Höhergruppierung und der Matrix von heute hätte ich 20 bis 25 Prozent mehr als die Inflation. Der Tarifvertrag besteht ja nicht nur aus einer Tabelle ;)

MoinMoin

Zitat von: BAT in Gestern um 18:33Naja, hast sicher anhand irgendwelcher Prozente recht, Moin Moin.

Mit bereits 2006 möglicher stufengleicher Höhergruppierung und der Matrix von heute hätte ich 20 bis 25 Prozent mehr als die Inflation. Der Tarifvertrag besteht ja nicht nur aus einer Tabelle ;)

Es ging darum, ob wir durch eine reine inflationsgesteuerte Lohnerhöhung alle heute besser dastehen, als durch eine verhandelte.
Und Fakt ist, noch hat verdi beim TVX mehr rausgeholt, als durch ersteres Konzept.
Und das gilt für alle.

JahrhundertwerkTVÖD

Zur Wahrheit gehört aber auch das Gesamtpacket TVÖD und dann hat Verdi unterm Strich nicht geglänzt.
Da gab es doch einige sehr nachteilige Punkte, wie z.B die angesprochene Höhergruppierungsproblematik, die Reduzierung der JSZ und einiges mehr.

Der Vorschlag war einzig und allein darauf gemünzt das emotionale Thema Geld in einem Automatismus auszulagern und nicht als Verhandlungspunkt.
In den Verhandlungen selbst kann immer noch korrigiert werden, wenn es nicht mehr passt.
Auch die öffentliche Meinung über die überbezahlten und viel zu teuren Bediensteten des öffentlichen Dienstes sind dann nicht mehr so medial präsent.
Es wird doch bei jeder Tarifverhandlung in den Medien und Kommentaren ausschließlich über die viel zu hohen und unverdienten  Abschlüsse debatiert

Aleksandra

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 17:41Was heißt wird und kann es geben?
Rechne doch mal nach, wo dein Gehalt jetzt stehen würde, wenn wir seit Start des TVx immer den Inflationsausgleich bekommen hättest.
Wir hätte jetzt ~10% weniger Gehalt. (Vergleich 2006-2025)
die Inflationsanpassung soll ja auch nur das Minimum darstellen. Die Tarifparteien können dann ja noch mehr aushandeln, wenn sie es für angemessen erachten.

Davon ab sprichst Du von Zahlen aus der Vergangenheit. Aus Zeiten wo DE wettbewerbsfähiger gewesen ist und höhere Produktivitätsfortschritte erzielt wurden. Ich blicke diesebezüglich nicht so rosig in die Zukunft. In den wesentlichen Zukunftstechnologien sind wir um Jahrzehnte abgehängt. In Technologie und und Rohstoffe sind wir komplett abhängig von ausländischen Importen. Und das wird dauerhaft negative Auswirkungen auf die Inflation haben (bestes Beispiel Öl und Gas). Die Preise werde immer weiter steigen hier in DE. Und wenn wir keine Lösung finden die Reallohnverluste einzudämpfen wird es mittel- bis langfristig auch hier knallen (noch geht es uns zu gut).
Von daher wäre eine Anpassung an die Inflation für alle Beschäftigten wohl eher ein wahres Geschenk.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 1,96%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,2% - Verdi 3,00%
2026: Inflation 2,2% - Verdi 3,99%

MoinMoin

Zitat von: Aleksandra in Heute um 10:08die Inflationsanpassung soll ja auch nur das Minimum darstellen. Die Tarifparteien können dann ja noch mehr aushandeln, wenn sie es für angemessen erachten.
Klar wäre es schön die INf Anpassung immer als Untergrenze zu haben.
Aber entweder man sagt: Wir verhandeln oder wir verhandeln nicht, sondern haben einen Automatismus.
Ein Automatismus als Minimum ist irgendwie seltsam.

ZitatDavon ab sprichst Du von Zahlen aus der Vergangenheit.
Klar, ich spreche von der gesamten Zeit der Existenz des TV Vertrages.
Also den einzigen seriösen Zeitraum, den man nehmen kann um zu schauen, ob wir besser mit dem Konzept gefahren wären, immer (nur) den Infausgleich zu erhalten.
Alle anderen Betrachtungen sind doch Rosinenpickereien.

ZitatUnd wenn wir keine Lösung finden die Reallohnverluste einzudämpfen wird es mittel- bis langfristig auch hier knallen (noch geht es uns zu gut).
Von daher wäre eine Anpassung an die Inflation für alle Beschäftigten wohl eher ein wahres Geschenk.
Daher mein Hinweis, dass wir innerhalb des TVs, wenn man es ganzheitlich betrachtet, noch 10% über den Reallohnverlustes sind und der zu den guten Zeiten aufgebaute Buffer abgeschmolzen wird.

Das es sich für die, die zu einem ungünstigen Zeitpunkt eingestiegen sind, sich anders darstellt ist verständlich, aber nicht objektiv, sondern eben eine Rosine.
Das man auf der Basis des eigenen Starteinkommens seine Lebensplanung gemacht hat, ist halt dann ein Problem, wenn die Inflation am Plan nagt.

Flying

Mit Zahlen der Vergangenheit zu spielen, wird aber in Zukunft nicht funktionieren (Sagt mein Blick in die Glaskugel).

Ich halte es nach wie vor für viel effektiver und planbarer für alle - käme vielleicht auch auf einen Versuch an. Für die nächsten 3-5 Jahre wird das mal getestet und dann reflektiert. Ich bin mir für mich sicher, dass ich damit viel besser planen kann als mit diesem monatelangen "Wir wollen 3%" - "Ihr bekommt aber nur 0,3%" hin und her.
Zudem hätte ich dann hoffentlich weniger von diesen Verdi Heinis im Büro, die streiken und querschießen wollen.

derMupf

Ist eigentlich der Fortbestand von leistungsorientierter Bezahlung und Jahresendzeitgeld gesichert? Angestellte in der Privatwirtschaft verzichten derzeit reihenweise 'freiwillig' auf solche Zahlungen...

MoinMoin

Zitat von: Flying in Heute um 11:25Ich halte es nach wie vor für viel effektiver und planbarer für alle - käme vielleicht auch auf einen Versuch an. Für die nächsten 3-5 Jahre wird das mal getestet und dann reflektiert.
Keine Lohnverhandlung wäre in der Tat effektiver.

TVOEDAnwender

Der dbb - beamtenbund und tarifunion hat gestern seine Befragung zur Einkommensrunde 2027 Bund/Kommunen gestartet. Aufgerufen sind alle betroffenen Tarifbeschäftigten. Also auch (noch)Nichtmitglieder:

https://www.dbb.de/artikel/onlinebefragung-zur-einkommensrunde-2027-gestartet.html