Arbeitsklima in Behörden

Begonnen von Riya, 16.08.2026 22:39

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Vollstrecker

Mmmh...wenn ich mich hier nur an der Überschrift orientiere....viele schaffen es unter Kollegen ja noch nicht einmal mehr "Hallo" oder "Guten Morgen" zu sagen, wenn man sich auf dem Parkplatz oder auf dem Flur begegnet. Soviel zum Thema "Arbeitsklima".
Ich verkneife mir jetzt zu erwähnen, welche Personen da sehr häufig auffallen.

Tagelöhner

Ich stimme MoinMoin da zu. Verbeamtungen müssten deutlich selektiver durchgeführt werden, als das weitläufig insbesondere außerhalb der klassischen hoheitlichen Bereiche der Fall ist.

Mir sind genug Fälle bekannt, wo es gar keinen Vorbereitungsdienst gibt, und sogar Vorlaufzeiten zur Anerkennung der Laufbahnbefähigung extrem (teils auf 1 Jahr) verkürzt wurden. Dies betrifft Verbeamtungen insbesondere für Quereinsteiger, die rein zur Personalbindung, Einsparung von Personalkosten und Perspektivenschaffung durchgeführt werden. Da fehlt es dann auch in aller Regel am Grundlagenwissen welche Rechte/Pflichten sich aus dem Beamtenverhältnis überhaupt ergeben. Man versteht sich gerne als Angestellter+, alle Privilegien, aber nicht mehr Pflichten als ein Tarifbeschäftigter.

Dass eine derartige Verbeamtungspraxis keine Bestenauslese ist, und gerade attraktiv für einen gewissen Menschenschlag ist, der nur die maximalen Vorteile für sich rausquetschen will, aber genau diese wichtige "innere Haltung" vermissen lässt, ist naheliegend.

Wenn der Betroffene jetzt allerdings schon im Krankenstand gelandet ist, hat er wahrscheinlich sowieso gewisse mimosenhafte Charakterzüge und tut gut daran, frühzeitig aus dem Dienst auszuscheiden, bevor ein weiterer potenzieller Lowperformer auch noch per Ernennungsurkunde lebenslang alimentiert werden muss.
Nur mit ausgeprägtem Sinn für Humor weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

Autodoc

Aus dem Beitrag kann ich aber nicht entnehmen, ob er das Studium vielleicht einfach berufsbegleitend machen will. Das machen hier bei uns auch einige. Teilweise bekommen Sie sogar ne Freistellung für den Tag der Schule.


Riya

#18
Zitat von: Autodoc in Gestern um 17:36Aus dem Beitrag kann ich aber nicht entnehmen, ob er das Studium vielleicht einfach berufsbegleitend machen will. Das machen hier bei uns auch einige. Teilweise bekommen Sie sogar ne Freistellung für den Tag der Schule.



Ne also beim Studium, was er evtl machen will handelt es sich um einen technischen Studiengang in Vollzeit an einer Uni.

In der Justiz sieht er sich seit diesem Vorfällen nicht mehr.
Evtl nochmal als Ingenieur in den öD, wenn er dort genommen wird und den Abschluss schafft.

Mein Bekannter ist aktuell in einer Tagesklinik.

kittyka

#19
Zitat von: Tagelöhner in Gestern um 17:35Wenn der Betroffene jetzt allerdings schon im Krankenstand gelandet ist, hat er wahrscheinlich sowieso gewisse mimosenhafte Charakterzüge und tut gut daran, frühzeitig aus dem Dienst auszuscheiden, bevor ein weiterer potenzieller Lowperformer auch noch per Ernennungsurkunde lebenslang alimentiert werden muss.

Stimmt. Kann ja nicht angehen, dass jeder macht was er will und bald ein Zustand wie in der Gastronomie ist, wo alle zwei Jahre ein kompletter Personalaustausch stattfindet, weil jeder kommt und geht wie er lustig ist.

Ich finde es nicht überraschend, wie wenig es bedarf, um die Leute sofort gegen sich aufzubringen.
Ich brauchte auch länger um den ganzen Schnack zu verarbeiten.


MoinMoin

Zitat von: Riya in Gestern um 18:57Ne also beim Studium, was er evtl machen will handelt es sich um einen technischen Studiengang in Vollzeit an einer Uni.

In der Justiz sieht er sich seit diesem Vorfällen nicht mehr.
Evtl nochmal als Ingenieur in den öD, wenn er dort genommen wird und den Abschluss schafft.

Mein Bekannter ist aktuell in einer Tagesklinik.
Meine Genesungswünsche hat er und ich hoffe das er bald studieren geht, da das Beamten sein offenbar nichts für ihn ist.
Je nach Ing Studium wird er aber mehr Resilienz brauchen toi toi.

Petar T.

Zitat von: Riya in Gestern um 18:57(...)In der Justiz sieht er sich seit diesem Vorfällen nicht mehr. (...)

In der Justiz sah er sich anscheinend vorher schon nicht mehr, denn sonst wäre es ihm nicht in den Sinn gekommen, ein Studium aufzunehmen. Die Unterhaltung darüber hat die Vorfälle überhaupt erst ausgelöst.

Riya

Zitat von: Petar T. in Heute um 07:08In der Justiz sah er sich anscheinend vorher schon nicht mehr, denn sonst wäre es ihm nicht in den Sinn gekommen, ein Studium aufzunehmen. Die Unterhaltung darüber hat die Vorfälle überhaupt erst ausgelöst.

Ich verstehe, dass man hier nicht richtig urteilen kann. Da niemand dabei war.
In der Tagesklinik ist er jedoch tatsächlich explizit deswegen.
Und ob das "mimosenhaft" ist, sollte man lieber den dort behandelnden Ärzten und Therapeuten überlassen finde ich.

Petar T.

Es wird ihn entsprechend stark belasten, sonst wäre er nicht in der Klinik. Niemand wünscht ihm das, sicher auch nicht seine Kollegen. Insofern kann man nur auf baldige Besserung seines Zustands hoffen.

Ob man es so hart formulieren muss, sei dahingestellt. Im Kern stimme ich aber zu.
Wenn ihn die erwartungsgemäße Reaktion der Kollegen derart aus der Spurt bringt, ist zu befürchten, dass sich das im Laufe seines Berufs- und möglicherweise auch Privatlebens wiederholen wird.
Wir kennen die genauen Vorgänge nicht, die Schilderung deutet jedoch nicht auf massivstes Mobbing hin. Unschöne Bemerkungen und auf Distanz gehende Kollegen sind nicht angenehm, allerdings auch keine Extremreaktionen.
Es steht zumindest die Vermutung im Raum, dass dein Bekannter in Stress- und Drucksituationen schnell überfordert sein könnte.

MoinMoin

Zitat von: Riya in Heute um 08:49Ich verstehe, dass man hier nicht richtig urteilen kann. Da niemand dabei war.
In der Tagesklinik ist er jedoch tatsächlich explizit deswegen.
Und ob das "mimosenhaft" ist, sollte man lieber den dort behandelnden Ärzten und Therapeuten überlassen finde ich.
Nein, dass ist mit Sicherheit eine schwere Erkrankung (wahrscheinlich Depression), aber auch das zeigt dann, dass die Auswahl fehlerhaft war und er nicht hätte verbeamtet werden dürfen.

Also volles Versagen bei der Führung.

Schneewitchen

Zitat von: MoinMoin in Heute um 09:35Nein, dass ist mit Sicherheit eine schwere Erkrankung (wahrscheinlich Depression), aber auch das zeigt dann, dass die Auswahl fehlerhaft war und er nicht hätte verbeamtet werden dürfen.

Also volles Versagen bei der Führung.

Der betreffende Kollege hat ja offenbar seinen Vorbereitungsdienst absolviert. Zuvor dürfte er auch zwecks Einstellungsuntersuchung beim Amtsarzt gewesen sein. Was spricht dagegen, dass der zu diesem Zeitpunkt noch gesund war oder die Erkrankung nicht erkannt wurde?

Wenn er jetzt, aufgrund einer Gesamtsituation, die ich nicht bewerten kann, eine psychische Erkrankung davon getragen hat, dann ist das erst einmal sehr bedauerlich. Hier aber darauf zu schließen, dass da bei der Einstellung Fehler gemacht wurden, ist m.E. keine belastbare Feststellung.

Insgesamt haben wir hier nur spärliche Informationen aus zweiter Hand. Niemand von uns hat diese Entwicklung selbst erlebt. Im Grunde können wir uns kein fundiertes Urteil erlauben. Wir können hier nur eine Meinung haben.

Ich habe mal vor sehr vielen Jahren ein belangloses dienstliches Gespräch mit einer Mitarbeiterin geführt. Das Gespräch war ganz normal, freundlich und konfliktfrei. Es war eine sehr gute Mitarbeiterin. Die Kollegin war in keiner Weise auffällig. Es war alles so wie immer. Sie hatte sogar gute Laune, weil sie drei Tage später mit der Familie in Urlaub fahren wollte.

3 Stunden nach diesem Gespräch hat sie einen Suizid-Versuch unternommen, ist jedoch rechtszeitig von der Putzfrau auf der Damentoilette gefunden worden.

Diese Erkrankungen sind tückisch. Niemand hat mitbekommen, dass diese Frau schwere persönliche Probleme und Konflikte mit ihrem Ehemann mit sich herumgeschleppt hat. Sie hat das immer schön an der Schwelle zum Büro abgelegt und sich nichts anmerken lassen, ist aber tatsächlich an ihrer persönlichen Situation kaputt gegangen.

Auch ein Hausarzt hätte an dem Tag nicht bemerkt, wie es der Frau tatsächlich geht. Leute mit Depressionen liegen nicht immer nur weinend in der Ecke herum. Insofern kann es vielleicht auch sein, dass der betreffende Beamte bei der seinerzeitigen Einstellungsuntersuchung vielleicht schon krank gewesen ist und es aber nicht entdeckt wurde (vor allem wenn er bis dahin deswegen nicht in Behandlung gewesen ist).

Wie auch immer. Man kann hier nur spekulieren. Ansonsten sollte man hier nicht über Leute, die in irgendeiner Form mittelbar oder unmittelbar beteiligt waren/sind, den Stab brechen.

Und mal ganz allgemein: Mich hat das Thema lange Jahre auch privat verfolgt, da Personen in meinem persönlichen Umfeld von dieser Krankheit betroffen waren bzw. betroffen sind: Generell wünsche ich uns allen immer eine gute Gesundheit. Was ich aber definitiv auch nicht meinem größten Feind an den Hals wünsche, dass sind eben diese Depressionen. Diese Erkrankung ist nicht nur die Hölle für die Erkrankten. Es ist auch eine unglaublich Belastung für alle Menschen im unmittelbaren Umfeld des Erkrankten. Bei dieser Erkrankung habe ich bei den Leuten dann immer gute und schlechte Phasen erlebt. Ich persönlich kenne aber keinen Betroffenen, der wirklich nachhaltig von dieser Erkrankung geheilt worden wäre.....
Deus hic finitur

Tante Hilde

Zitat von: Riya in 16.08.2026 22:39Hallo,

ich habe in meinem Umfeld gerade den Fall, dass eine unbedarfte Äußerung dafür gesorgt hat, dass jemand nach Übernahme ins Beamtenverhältnis auf Probe Landesjustizverwaltung quasi auf der Abschussliste steht und aktuell krank geschrieben ist.
Grund dafür, dass diese Person einem Kollegen im Vertrauen erzählt hat, eventuell nächstes Jahr ein Studium aufnehmen möchte.
Das machte die Runde und seitdem wird mein Bekannter schlecht behandelt.

Gab wohl schon mehrere Termine bei der Amtsleitung, wo ihm vorgeworfen wurde, seine Arbeit nicht zu verstehen und das er wohl vorher alle verarscht hat und was er überhaupt hier will. Für alles wird ihm die Schuld gegeben.

Er ist jetzt krankgeschrieben.
Kennt ihr sowas.



Was sind das für Kollegen, die aus einem privaten Gespräch Interna weitergeben? Finde ich echt gruselig! Und nur deswegen steht er auf der Abschussliste? Wir kennen die Geschichte ja nur von einer Seite, aber wenn das in dieser Behörde so läuft, kann er froh sein, dort den Absprung zu schaffen. Alles Gute für ihn und Gute Besserung! Das riecht mir sehr nach toxischem Arbeitsklima, solche Behörden kenne ich selber auch und bin heilfroh, dort weg zu sein.

Vielleicht ist das aber noch nicht alles und er hat sich eben nicht von seiner besten Seite gezeigt, sodass man schon gemerkt hat, dass es "irgendwie doch nicht passt"? Alles reine Spekulation... Am besten konzentriert er sich auf jetzt seine Behandlung und alles andere muss warten. In der Tagesklinik gehen sie solche Dinge i. d. R. auch an, wenn es soweit ist.

MoinMoin

Zitat von: Schneewitchen in Heute um 11:23Und mal ganz allgemein: Mich hat das Thema lange Jahre auch privat verfolgt, da Personen in meinem persönlichen Umfeld von dieser Krankheit betroffen waren bzw. betroffen sind: Generell wünsche ich uns allen immer eine gute Gesundheit. Was ich aber definitiv auch nicht meinem größten Feind an den Hals wünsche, dass sind eben diese Depressionen. Diese Erkrankung ist nicht nur die Hölle für die Erkrankten. Es ist auch eine unglaublich Belastung für alle Menschen im unmittelbaren Umfeld des Erkrankten. Bei dieser Erkrankung habe ich bei den Leuten dann immer gute und schlechte Phasen erlebt. Ich persönlich kenne aber keinen Betroffenen, der wirklich nachhaltig von dieser Erkrankung geheilt worden wäre.....
Ich bin da absolut bei dir und möchte den Vorwurf des Versagens der Vorgesetzten insofern zurück nehmen, dass es halt ein Versagen der "Bestenauslese" war.
Ob es erkennbar gewesen wäre sei dahingestellt.

Und ich hoffe für den Betroffenen, dass er keine bleibende Schäden hat und sich erholt und seinen Weg gehen wird.

Warnstreik

Zitat von: MoinMoin in Heute um 12:38Ich bin da absolut bei dir und möchte den Vorwurf des Versagens der Vorgesetzten insofern zurück nehmen, dass es halt ein Versagen der "Bestenauslese" war.

Ferndiagnose? Dass man durch gezieltes Mobbing der "Besten" krank wird, kommt dir nicht in den Kopf?