Arbeitsklima in Behörden

Begonnen von Riya, 16.08.2026 22:39

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Landsknecht

Die Zeiten der Bestenauslese sind schon lange vorbei, wenn Sie denn jemals da waren. So meine Erfahrung aus 40 Dienstjahren. Wenn ich mir so anschaue, was seit ca. 10 Jahren so in der QE 2 als Beamtenanwärter aufläuft, dann gute Nacht. Aber vielleicht ist das auch einfach die neue Generation die uns Boomer ablösen wird. Besser wirds glaub ich nicht mit denen. ???

BAT

Wir haben gerade einen neuen Kollegen, der wurde vor 30 oder 40 Jahren niemals verbeamtet, viel zu hoher BMI.

Organisator

Zitat von: Landsknecht in Heute um 08:34Die Zeiten der Bestenauslese sind schon lange vorbei, wenn Sie denn jemals da waren. So meine Erfahrung aus 40 Dienstjahren. Wenn ich mir so anschaue, was seit ca. 10 Jahren so in der QE 2 als Beamtenanwärter aufläuft, dann gute Nacht. Aber vielleicht ist das auch einfach die neue Generation die uns Boomer ablösen wird. Besser wirds glaub ich nicht mit denen. ???

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten"

Schneewitchen

Zitat von: BAT in Heute um 08:54Wir haben gerade einen neuen Kollegen, der wurde vor 30 oder 40 Jahren niemals verbeamtet, viel zu hoher BMI.

Alles beliebig und offenbar ermessensabhängig.

Ich habe eine Kollegin, die wurde mit Kleidergröße 42 (geschätzt) verbeamtet und wurde mit der Kleidergröße auch auf Lebenszeit ernannt.

Sie hat sich jetzt zu einer anderen Behörde beworben und wurde auch genommen, musste aber wieder zu Einstellungsuntersuchung. Zwischenzeitlich hat sie ordentlich abgenommen und dürfte eine Kleidergröße nach unten gerutscht sein.

Der Amtsarzt hat ihr jedoch attestiert, dass sie wegen ihres BMI und aufgrund einer Reihe von Allergien nicht diebstfähig wäre.

Die Allergien hatte sie aber auch schon bei der ersten Einstellungsuntersuchung...?

Die Kollegin hat in den Jahren bei uns bestenfalls 5 Fehltage angehäuft.

Wenn man als Frau mit Kleidergröße 40-42 nicht für die Beamtenlaufbahn geeignet ist, dann fallen aber schon einige potenzielle Bewerber weg.

Wenn man auch noch alle Allergiker von der Beamtenlaufbahn ausschließt, dann gibt es keine Gestenauslese mehr. Dann muss man nehmen, was man bekommen kann....
Deus hic finitur

Petar T.

Diese anekdotische Evidenz hat wissenschaftlich und statistisch keinen Beweiswert.

Bei der Einstellungsuntersuchung geht es um die Frage, ob der Kandidat gesundheitlich für eine lebenslange Beschäftigung geeignet ist. Es muss eine Prognose für sehr lange Zeiträume abgegeben werden, nicht selten für über 40 Jahre.

Ein Fettsack, der es ohne größere Ausfälle bis zur Pension geschafft hat, ändert nichts an der statistischen Wahrscheinlichkeit, dass Personen mit hohem BMI häufiger aus gesundheitlichen Gründen ausfallen werden. Nur darum geht es, nämlich Risikoprofile.

Tagelöhner

Zitat von: Landsknecht in Heute um 08:34Die Zeiten der Bestenauslese sind schon lange vorbei, wenn Sie denn jemals da waren. So meine Erfahrung aus 40 Dienstjahren. Wenn ich mir so anschaue, was seit ca. 10 Jahren so in der QE 2 als Beamtenanwärter aufläuft, dann gute Nacht. Aber vielleicht ist das auch einfach die neue Generation die uns Boomer ablösen wird. Besser wirds glaub ich nicht mit denen. ???

Kann ich bestätigen, auch wenn ich nicht auf 40 Dienstjahre zurückblicken kann, so ist es immerhin gut zweistellig. Ich würde aber auch die QE 3 hinzuzählen. Wenn man das mündliche und vor allem schriftliche Ausdrucksvermögen genauer anschaut, stellen sich einem die Nackenhaare auf. Da korrelieren dann auch gerne Anspruchsdenken und Leistungsvermögen invers  ;D
Nur mit ausgeprägtem Sinn für Humor weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

Warnstreik

Zitat von: Petar T. in Heute um 09:34Ein Fettsack, der es ohne größere Ausfälle bis zur Pension geschafft hat, ändert nichts an der statistischen Wahrscheinlichkeit, dass Personen mit hohem BMI häufiger aus gesundheitlichen Gründen ausfallen werden. Nur darum geht es, nämlich Risikoprofile.

Wieso? Arschlöcher, die andere als Fettsack bezeichnen schaffen es doch auch durch die "Bestenauslese"?

Petar T.

Ein allgemeiner, kontextbefreiter oder personenbezugsfreier Ausdruck besitzt kein direktes syntaktisches Objekt und stellt somit rein logisch keine Zuschreibung oder personenbezogene Prädikation dar. Da ohne konkreten Referenten die intentionale Bezugnahme fehlt, ist die Behauptung, es seien spezifische Personen bezeichnet worden, eine semantische Fehldeutung. Ich habe niemanden bezeichnet.

Warnstreik

Zitat von: Petar T. in Heute um 10:33Ein allgemeiner, kontextbefreiter oder personenbezugsfreier Ausdruck besitzt kein direktes syntaktisches Objekt und stellt somit rein logisch keine Zuschreibung oder personenbezogene Prädikation dar. Da ohne konkreten Referenten die intentionale Bezugnahme fehlt, ist die Behauptung, es seien spezifische Personen bezeichnet worden, eine semantische Fehldeutung. Ich habe niemanden bezeichnet.

Genauso allgemein und unspezifisch war meine Aussage. Es darf sich natürlich jeder gemeint fühlen, genauso wie sich jeder "Übergewichtige" gemeint fühlen kann/darf.

UNameIT

Zitat von: Petar T. in Heute um 09:34Ein Fettsack, der es ohne größere Ausfälle bis zur Pension geschafft hat, ändert nichts an der statistischen Wahrscheinlichkeit, dass Personen mit hohem BMI häufiger aus gesundheitlichen Gründen ausfallen werden. Nur darum geht es, nämlich Risikoprofile.

Jemand der Kleidergröße 40 trägt ist garantiert kein Fettsack - sondern Größe M bzw. Normalgröße. Muskeln sind übrigens schwerer als Fett - deswegen haben die meisten Sportler einen furchtbaren BMI. BMI als Messinstrument gilt heutzutage als absolut veraltet.

UNameIT

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 16:18Doch. Und wenn die Besten durch gezieltes Mobbing krank gemobbt werden, dann hat um so mehr die Bestenauslese versagt, weil die Besten niemals mobben würden.


Ich finde es auch erschreckend, wie für manche hier gezieltes Mobbing in Ordnung zu sein scheint - weil ist halt blöd das er überlegt sich was anderes zu suchen.

Passt leider zu der Athmosphäre in vielen Bereichen des ÖDs - grade von Führungskräften, die es persönlich nehmen, wenn sich ein MA entscheidet sich weiterentwickeln zu wollen.

Petar T.

Ich habe mich nicht auf die Person mit der entsprechenden Kleidergröße bezogen, sondern auf die Aussage hinter diesem Beispiel.

"Alles beliebig und offenbar ermessensabhängig." (...) "Der Amtsarzt hat ihr jedoch attestiert, dass sie wegen ihres BMI und aufgrund einer Reihe von Allergien nicht diebstfähig wäre."

Ein abweichender Einzelfall ändert nichts an der grundsätzlichen erhöhten statistischen Wahrscheinlichkeit, dass bestimmte Probleme, Merkmale, Besonderheiten -  wie man es auch bezeichnen möchte - zu Ausfällen führen.

Schneewitchen

Zitat von: Warnstreik in Heute um 10:20Wieso? Arschlöcher, die andere als Fettsack bezeichnen schaffen es doch auch durch die "Bestenauslese"?

Ein schlechtes Benehmen ist manchmal schlimmer als ein schlechter BMI.....
Deus hic finitur

Schneewitchen

Zitat von: Petar T. in Heute um 09:34Diese anekdotische Evidenz hat wissenschaftlich und statistisch keinen Beweiswert.

Bei der Einstellungsuntersuchung geht es um die Frage, ob der Kandidat gesundheitlich für eine lebenslange Beschäftigung geeignet ist. Es muss eine Prognose für sehr lange Zeiträume abgegeben werden, nicht selten für über 40 Jahre.

Ein Fettsack, der es ohne größere Ausfälle bis zur Pension geschafft hat, ändert nichts an der statistischen Wahrscheinlichkeit, dass Personen mit hohem BMI häufiger aus gesundheitlichen Gründen ausfallen werden. Nur darum geht es, nämlich Risikoprofile.

Meinetwegen wird hier nach statistischen Erfahrungswerten entschieden. Dann aber bitte konsequent. Mit meinem Beitrag wollte ich lediglich zum Ausdruck bringen, dass es ja ganz offensichtlich bei den Entscheidungen der Amtsärzte zu erheblich unterschiedlichen Untersuchungsergebnissen kommt.

Wenn die Statistik sagt, dass alle Frauen mit einer Kleidergröße von 42 ab einem bestimmten Alter erhebliche gesundheitliche Probleme zu gewärtigen haben, dann kann man hieraus eine grundsätzliche Entscheidung ableiten, dass Frauen mit Kleidergröße 42 eben nicht verbeamtet werden.

In dem von mir geschilderten Fall ist die Kollegin aber mit dieser Kleidergröße verbeamtet worden. Bei der jetzt erfolgten amtsärztlichen Untersuchung hat der zuständige Amtsarzt aber aus Ihrer Statur ein Problem gemacht, obgleich ihr BMI mit Sicherheit jetzt besser war als bei der ersten amtsärztlichen Untersuchung (zumindest die Kleidergröße war jetzt kleiner).

Bei der Verbeamtung darf der Dh gerne recht hohe Maßstäbe an die Gesundheit des Bewerbers anlegen. Das ist nachvollziehbar und es ist sogar seine Pflicht, da hier sonst finanzielle Risiken "eingekauft" werden, die letztlich der Steuerzahler zu zahlen hat.

Diese Maßstäbe müssen aber einheitlich gehandhabt werden.

Und zum Thema "Fettsäcke": Mit derartigen Bemerkungen oder Bewertungen von Personen wäre ich vorsichtig. Nicht jeder "Fettsack" hat sich das in Maßlosigkeit angefressen. Es gibt Tausend medizinische Gründe, weshalb die Figur raumfüllender wird. Die Betroffenen leiden darunter, zumal es in vielen Fällen auch keine echte Lösung gibt. Es ist oft nicht damit getan, dass man einfach mal FdH machen muss und schon purzeln die Pfunde.

Insofern ist die Wortwahl nicht nur undifferenziert, sie ist im Ganzen absolut daneben.
Deus hic finitur

kittyka

Zitat von: Warnstreik in Heute um 10:20Wieso? Arschlöcher, die andere als Fettsack bezeichnen schaffen es doch auch durch die "Bestenauslese"?

Weil asoziales Verhalten kein Beurteilungskriterium beim Amtsarzt ist.
Für Beamte auf Lebenszeit hat es ja auch keine Konsequenzen, sich zb mies gegenüber Anwärtern zu verhalten.
Hab mal wörtlich von einem Beamten eines anderen Platzes im Amt gehört: Schon wieder wird mir ein Anwärter geschickt. Kein Bock ey, wann begreifen die das endlich mal?! Hab auch so genug zu tun! Und der Anwärter steht quasi daneben.