Wahlumfrage Bundestagswahl

Begonnen von Onek, 06.05.2026 10:40

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Wer bekommt eure Stimme?

CDU/CSU
AfD
SPD
GRÜNE
BSW
FDP
Sonstige

Landsknecht

Hab letztens in der ARD-Mediathek die Doku "Die da unten" gesehen. Sehr interessant. Da weiß man wieder wo die eigentlichen Probleme sind. Aber bitte selber schauen, sonst werde ich gleich als linksgrünversiffter Umverteiler geschmäht 8)

Warnstreik

Zitat von: Mamba in 31.08.2026 10:21Und trotzdem wird vom Michel immer die selbe Grütze gewählt. Warum eigentlich? Selbst wenn man kein Fan von der AfD ist, wählt man doch beim nächsten Mal eine andere Partei in der Hoffnung, dass sie es besser oder anders macht.

So einfach ist das nicht. Zum einen sind es oft andere Menschen, die eine Partei prägen - und das ziemlich unterschiedlich. Dazu kommt, dass das Parteiensystem mittlerweile sehr fragmentiert ist. Wäre die Ampel nicht auf die FDP angewiesen gewesen, hätten wir (wie immer wenn Schwarz nicht dabei ist) eine ziemlich durchsetzungsfreudige, progressive Regierung gehabt. Auch schwarz-grün und schwarz-gelb hätten eine einheitliche Politik machen können.
Das wählen von "anderen Parteien" überlegen sich viele, da hier die Stimme vielleicht durch die 5%-Hürde nicht repräsentiert ist. Am Ende wird man nie alle Aspekte einer Partei mittragen - aber dann wählt man einfach die größte Schnittmenge.

Rowhin

Eben. Man wählt eine Partei, aber die wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht alleine regieren, und damit nicht den ganzen Katalog durchsetzen können, von dem man sowieso nur einem gewissen Anteil zustimmt...

Wahrscheinlich könnte sie aufgrund diverser Hürden, rechtlichen Rahmenbedingungen und neuen Entwicklungen es nicht mal, wenn sie alleine regieren würde.

Hugo Stieglitz

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 10:47So einfach ist das nicht. Zum einen sind es oft andere Menschen, die eine Partei prägen - und das ziemlich unterschiedlich. Dazu kommt, dass das Parteiensystem mittlerweile sehr fragmentiert ist. Wäre die Ampel nicht auf die FDP angewiesen gewesen, hätten wir (wie immer wenn Schwarz nicht dabei ist) eine ziemlich durchsetzungsfreudige, progressive Regierung gehabt. Auch schwarz-grün und schwarz-gelb hätten eine einheitliche Politik machen können.
Das wählen von "anderen Parteien" überlegen sich viele, da hier die Stimme vielleicht durch die 5%-Hürde nicht repräsentiert ist. Am Ende wird man nie alle Aspekte einer Partei mittragen - aber dann wählt man einfach die größte Schnittmenge.

Ohne jetzt in der vergossenen Milch herumzurühren. Die FDP gehörte ebenfalls zu den ,,progressiven" Parteien. Hat sie doch das 9 Euro Ticket erfunden und massiv am Selbstbestimmungsgesetz mitgearbeitet.
Auch gab es einen Konsens zwischen den Parteiführungen der Ampel, dass man ein Wachstumschancengesetz auf den Weg bringen wollte, was dann durch den Ressortvorbehalt von Frau Paus gekippt wurde, die damit die Einführung der Kindergrundsicherung erpressen wollte. Im Nachhinein wird eine Verklärung betrieben, das alles hätte so wunderbar sein können, hätte es die FDP nicht gebraucht. Die hatte massive Bauchschmerzen was neue Steuern und Schulden anbelangt. Wenn man sieht, dass über 90% des Sondervermögens für andere Zwecke ausgegeben wurden, darf sich die FDP in meinen Augen als rehabilitiert betrachten, ist doch alles genau so eingetreten wie von ihr vorhergesagt.

Auf Landesebene funktioniert Schwarz/grün z. B. sehr gut, wodurch ich auch die Aussage ,,immer, wenn schwarz nicht dabei ist" nicht nachvollziehen kann. Was im Bund natürlich anders ist, hier sind es zwei Parteien und somit mindestens Dreierkoalitionen. Das macht jede Regierung schwierig, wie auch die Ampel demonstriert hat.

Warnstreik

Zitat von: Hugo Stieglitz in Gestern um 11:23Im Nachhinein wird eine Verklärung betrieben, das alles hätte so wunderbar sein können, hätte es die FDP nicht gebraucht.

Das ist keine Verklärung - das wäre wohl eher eine Politik "aus einem Guß" gewesen. Das wäre es im Übrigen auch, wenn Schwarz-Gelb eine Mehrheit gehabt hätte. Eventuell sogar bei Schwarz-Grün, wobei das im Bund natürlich kribbeliger ist als in den Ländern.
Die Menschen rennen zu den extremen Parteien weil sie enttäuscht von der Politik sind, damit machen sie es am Ende aber nur noch schlimmer weil immer mehr Parteien zusammenarbeiten müssen, die eigentlich andere Vorstellungen haben. Das ist ein Dilemma - ich wüßte auch keine Lösung wenn es so bleibt wie es ist. Eventuell besinnen sich wieder mehr Menschen darauf eine Seite der Mitte zu wählen.

Vorhin kam die Frage was die "Sonstigen" so wären. Ich finde zum Beispiel, dass Volt ein superinteressantes Angebot macht. Progressiv, europäisch, sozial und mit vielen tollen Ideen. Aber auch hier die Frage: Ist die Stimme anderswo besser aufgehoben?

Am Ende aber egal. Vielleicht gibt es nach den Landtagswahlen größere Veränderungen in der Bundespolitik. Ich bin mir aber nicht sicher, ob wir einen Kanzler haben, der das Notwendige tun würde um Schaden vom Land abzuhalten. (also seinen Posten freimachen) 

Hugo Stieglitz

Zitat von: Warnstreik in Heute um 08:54Das ist keine Verklärung - das wäre wohl eher eine Politik "aus einem Guß" gewesen. Das wäre es im Übrigen auch, wenn Schwarz-Gelb eine Mehrheit gehabt hätte. Eventuell sogar bei Schwarz-Grün, wobei das im Bund natürlich kribbeliger ist als in den Ländern.
Wie gesagt, ich bin da anderer Meinung. Der Ampel-Unfrieden ging – wie beschrieben – nicht nur von der FDP aus, sondern auch von den Grünen und der SPD. Um ein weiteres Beispiel zu nennen gab es häufig unterschiedliche Auffassungen zwischen Scholz und Habeck. Da herrschte deutlich Konkurrenz. In der Schwarz/gelben Koalition von 2009-2013 herrschte auch viel Unfrieden und wie aus einem Guss wirkte da nichts. Es sind alte Gewissheiten, die in der Gegenwart leider ihre Gültigkeit verlieren.
Zitat von: Warnstreik in Heute um 08:54Die Menschen rennen zu den extremen Parteien weil sie enttäuscht von der Politik sind, damit machen sie es am Ende aber nur noch schlimmer weil immer mehr Parteien zusammenarbeiten müssen, die eigentlich andere Vorstellungen haben. Das ist ein Dilemma - ich wüßte auch keine Lösung wenn es so bleibt wie es ist. Eventuell besinnen sich wieder mehr Menschen darauf eine Seite der Mitte zu wählen.
Die Frage ist ja, inwiefern die Parteien sich zu ändern bereit sind, zum Wohlgefallen des Souveräns. Meine Beobachtung: Überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich nehme Trotz wahr. Es wirkt auf mich so, dass es einen Konflikt zwischen Wählern und Repräsentanten gibt, bei dem der Wähler Druck aufbaut, indem er die AFD wählt (die ganz offenkundig überhaupt keine Lösung für irgendein Problem hat). Die übrigen Parteien stehen nun vor dem Problem, wenn sie ihre Position ändern, holt der Wähler bei jeder unbeliebten Entscheidung die AFD aus der Kiste. Um das zu verhindern wird das parlamentarische Commun aufgekündigt, in der Hoffnung, dass der Wähler sich irgendwann fügt. Bisher geht das nicht auf.
Wobei man sagen muss, dass sich ,,die Mitte" in der Vergangenheit durch einen ständigen Wechsel moderat rechter und moderat linker Regierungen ergeben hat und weniger durch Regierungen, die sich perfekt in der Mitte austariert haben. Dieses System ist durch Wegfall der FDP und der mangelnden Beweglichkeit der anderen Parteien zerbrochen. Es gibt defacto nur Optionen Mitte/links.