BAG-Urteil zur Arbeitszeiterfassung: Adé mobiles Arbeiten?

Begonnen von Kaldron, 15.09.2022 15:26

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Herbert Meyer

Unsere Abfallwirtschaftsgesellschaft ist auf jeden Fall schon am Zittern: Es hatte sich rumgesprochen, dass bei einem entsprechenden Arbeitstempo die vorgesehen Dienstzeiten bei der Müll- und Sperrmüllabholung deutlich unterschritten werden können, was in diesem Berufsfeld nicht in dem Erhalt neuer Aufgaben mündet, sondern in einem frühen Feierabend. Das hatte den positiven Nebeneffekt, dass dieser städtische Bereich bisher vollkommen immun gegenüber Arbeitskräftemangel war und sogar eine Art Warteliste für potenziell neue Mitarbeiter besaß.

Wenn die neuen Regelungen nun dazu führen, dass nach einer Tour noch im Betriebshof die Wand angestarrt werden muss bis die Fredfeuerstein-Sirene ertönt, nähern sich die Vakanzzeiten wahrscheinlich dem allgemeinen, unerfreulichen Durchschnitt an.


JesuisSVA


Organisator

Zitat von: Britta2 in 17.09.2022 13:17
@Hanseatin - wenn Du weißt, dass Kameras bis vors Klo hängen (aber per Anweisung versteckt und kaum jemand weiß es) und Du ganztags minutiös überwacht wirst - zugleich aber der morgendliche Start bestritten (trotz Stechkarte seit vielen Jahren) - und Du siehst, welch ausschweifende Kaffeerunden die Personalverwaltung in der Arbeitszeit genießt - dann reagierst Du vermutlich  NICHT wie ich ... soviel Baldrian kann man gar nicht trinken, um derart gelassen zu bleiben.
Die IT hat zudem keine Langeweile sondern führt Befehle aus.

Sehr schön, endlich mal eine Kombination von Verschwörungstheorie + Neidebdatte. Exklusives Wissen über besondere Überwachung und die da oben.

Herbert Meyer

Es ist allgemein bekannt, dass Britta2 beim Beelzebub persönlich beschäftigt ist, von dort aber nicht fliehen kann.

JC83

Zitat von: Herbert Meyer in 19.09.2022 10:33
Es ist allgemein bekannt, dass Britta2 beim Beelzebub persönlich beschäftigt ist, von dort aber nicht fliehen kann.

Ich wusste gar nicht, dass Britta2 und Spid Kollegen sind?!

Kaiser80


JC83


Rumo1895

Zitat von: Herbert Meyer in 19.09.2022 08:55
Unsere Abfallwirtschaftsgesellschaft ist auf jeden Fall schon am Zittern: Es hatte sich rumgesprochen, dass bei einem entsprechenden Arbeitstempo die vorgesehen Dienstzeiten bei der Müll- und Sperrmüllabholung deutlich unterschritten werden können, was in diesem Berufsfeld nicht in dem Erhalt neuer Aufgaben mündet, sondern in einem frühen Feierabend. Das hatte den positiven Nebeneffekt, dass dieser städtische Bereich bisher vollkommen immun gegenüber Arbeitskräftemangel war und sogar eine Art Warteliste für potenziell neue Mitarbeiter besaß.

Wenn die neuen Regelungen nun dazu führen, dass nach einer Tour noch im Betriebshof die Wand angestarrt werden muss bis die Fredfeuerstein-Sirene ertönt, nähern sich die Vakanzzeiten wahrscheinlich dem allgemeinen, unerfreulichen Durchschnitt an.

Diese Regelungen  - "wenn die Tour fertig ist ist Feierabend" - führen gerne dazu dass vorhandene Hilfsmittel zur ergonomischen Arbeitsgestaltung nicht genutzt werden. Schließlich gewinne ich ja u.a.  30 Sekunden pro Tonne wenn ich nicht die Hebevorrichtung nutze sondern die Tonne bei gehobenen Zustand manuell entleere. Der frühe Feierabend ist u.U. schon für Nebentätigkeiten eingepreist und wird entsprechend hartnäckig verteidigt.
Das böse Erwachen kommt dann wenn mit Anfang 40 die Gelenke und der Rücken durch sind und es leider nicht mehr so viele "Schon"-Arbeitsplätze gibt.

Das ist quasi die "interessierte Selbstausbeutung" der Wirtschaft 4.0 in analoger Form.

Armin

Und wie soll wie soll das dann in den Schulen laufen? Die Lehrkräfte müssen keine 40 Stunden unterrichten. 24 Unterricht in der Woche und der Rest auf Vertrauensbasis zu Hause. Kontrolle von Klausuren, Unterrichtsvorbereitungen ect. Ich bin gespannt..

JesuisSVA

Wo sollte da ein Problem bestehen? In eine Liste oder Exceltabelle einzutragen, dass man von 17:16 bis 18:41 Klausuren korrigiert hat, sollten selbst Lehrer hinbekommen. Naja, zumindest ein größerer Teil davon.

FGL

Zitat von: JesuisSVA in 22.09.2022 13:16
Wo sollte da ein Problem bestehen? In eine Liste oder Exceltabelle einzutragen, dass man von 17:16 bis 18:41 Klausuren korrigiert hat, sollten selbst Lehrer hinbekommen. Naja, zumindest ein größerer Teil davon.
Fixed it.

was_guckst_du

...warum sollten Lehrer das tun...der AG ist gehalten, die Arbeitszeit zu erfassen ;D
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

JesuisSVA

Und wie bewältigt der öffentliche Arbeitgeber, der ja keine natürliche Person ist, seine Aufgaben? Er bedient sich dazu seines Personals. Zu dem gehören u.a. auch die Lehrer.

was_guckst_du

...indem er dafür die techn. Voraussetzung schafft...das willkürliche Eintragen irgendwelcher (Phantasie)Werte in Excelltabellen reicht für eine Erfassung im Sinne der EugH-Entschridung jedenfalls nicht aus...
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Herbert Meyer

Zitat von: Armin in 22.09.2022 13:06
Und wie soll wie soll das dann in den Schulen laufen? Die Lehrkräfte müssen keine 40 Stunden unterrichten. 24 Unterricht in der Woche und der Rest auf Vertrauensbasis zu Hause. Kontrolle von Klausuren, Unterrichtsvorbereitungen ect. Ich bin gespannt..

Also fernab von der Frage ob es sinnvoll ist oder nicht, aber: Für Zeiterfassung gibt es Software. Jede Wald-und-Wiesen-Werbeagentur dokumentiert damit minutengenau Tätigkeiten. Das ist nun wirklich keine Zauberei und wäre auch mit Leichtigkeit von Lehrern einsetzbar.