Tarifverhandlungen TVöD 2023 - Diskussion I

Begonnen von ChesterBe, 30.12.2022 15:11

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WasDennNun

Zitat von: Bernstein in 06.01.2023 10:43
Gestreikt wird ja frühestens nach der dritten Verhandlungsrunde Ende März. Somit hätte man die ersten beiden Runden in 2022 legen können um im Januar, wenn man nicht auf einen Nenner gekommen ist, die Warnwesten, Fähnchen und Trillerpfeifen rauszuholen.
Was man in der Freizeit macht nennt sich aber nicht Streik und auch nicht Warnstreik
Und wenn einer während seiner Arbeitszeit zu eine Demo geht, dann kriegt er ne Abmahnung.
Und ein Warnstreik kann nicht vor Ablauf des Vertrages gemacht werden, also gibt es vor dem 1.1. keine Warnstreiks!

Fazit:
Wenn also die Gewerkschaft, die Verhandlungen mit Warnstreiks und Trillerpfeifen begleiten möchte, können sie nicht vor dem 1.1. verhandeln.

Wenn ihr also der Meinung seit, das man auch ohne Warnstreiks (wegen der Presse) verhandeln sollte, dann könnte verdi sicherlich schon vorher mit dem AG reden.

Warnstreiks geht dann aber nicht.
Und dann hat die Tagesschau nichts zu zeigen, außer dickbäuchige alte Männer und Frauen die Kekse essen.

(btw: jeder auch nicht Gewerkschafter dürfen während (Warn)streiks ungestraft der Arbeit fernbleiben )
und sicherlich dürfen dann die

WasDennNun

Zitat von: BAT in 06.01.2023 09:14
Aber: warum sollte man eintreten? Es fehlt doch völlig an der Akquise der Gewerkschaften. In über 30 Jahren öD ist noch NIE ein Gewerkschafter an mich rangetreten. In über 30 Betriebsfesten hat sich ein oder zweimal ein Gewerkschaft zur Ansprache gefunden und diese waren miserabel.
Das kommt da noch hinzu, sind halt selbstgefällig, so scheint es.

bei uns gibt es immerhin Kalender und zum Nikolaus nen Bärtigen Schokomann.

BAT

Es sind ja nicht nur die Gewerkschaften. Auch die internen Listen für Personalratswahlen sowie der Zugang zu diesen Listen. Das da mal irgendwas kommt. Nein. Die Informationen zu allgemeinen Entwicklungen im Recht der AN, sei es zu HO, sei es zu den verfassungswidrigen Beamten - Besoldungen oder auch zu Fahrrad-Leasing, Fitness, etc. kommt alles vom Arbeitgeber.

Wir klagen aber halt wohl auf sehr hohem Niveau.




WasDennNun

Zitat von: BAT in 06.01.2023 12:15
Es sind ja nicht nur die Gewerkschaften. Auch die internen Listen für Personalratswahlen sowie der Zugang zu diesen Listen. Das da mal irgendwas kommt. Nein. Die Informationen zu allgemeinen Entwicklungen im Recht der AN, sei es zu HO, sei es zu den verfassungswidrigen Beamten - Besoldungen oder auch zu Fahrrad-Leasing, Fitness, etc. kommt alles vom Arbeitgeber.

Wir klagen aber halt wohl auf sehr hohem Niveau.
Na, die Infos kommen bei uns via PR-Rundbrief
Da die Gewerkschaft ja keinen Zugang zu unseren Emailadressen hat  ::)

RadWirdKommen

Zitat von: BAT in 06.01.2023 09:14
Als Nichtgewerkschafter ist es sicherlich parasitäres Nutzen von Verhandlungsergebnissen anderer. Man darf doch nicht nur auf die Höhe des Gehalts abstellen, sondern auch auf alle anderen Regelungen zum Wohl der AN. Da kann mir keiner sagen, dass er dies mit 20 oder 25 besser selbst aushandeln kann.

Aber: warum sollte man eintreten? Es fehlt doch völlig an der Akquise der Gewerkschaften. In über 30 Jahren öD ist noch NIE ein Gewerkschafter an mich rangetreten. In über 30 Betriebsfesten hat sich ein oder zweimal ein Gewerkschaft zur Ansprache gefunden und diese waren miserabel.

Warum sind Sie so passiv? Sind sie in einem Verein? Fitnissstudio? Autoclub? Sind dort welche an sie herangetreten um sie zu akquieren? Ich glaube noch immer jeder kann auch selber aktiv werden wenn man etwas möchte.

FearOfTheDuck

Das stimmt schon, aber wenn ich mich für Verein, Fitnessstudio oder Autoclub entscheide, sehe ich einen Nutzen für mich darin. Und den kann ich bei Verdi eben nicht erkennen. Oder welcher wäre das?
Mal abgesehen von den anderen politischen Engagements der Gewerkschaften.

BAT

Zitat von: RadWirdKommen in 06.01.2023 13:09

Warum sind Sie so passiv? Sind sie in einem Verein? Fitnissstudio? Autoclub? Sind dort welche an sie herangetreten um sie zu akquieren? Ich glaube noch immer jeder kann auch selber aktiv werden wenn man etwas möchte.

Natürlich. Aber in der Auswahl hat bei mir ganz klar der Beitritt zu einer politischen Partei gewonnen, inklusive  Amt. Weit mir Einfluss bei weit weniger Beiträgen und das in die genau entgegensetzte politische Richtung.

Übrigens ein altes Leid in Deutschland. Da haben ADAC, Tierschutz und NABU weit mehr Mitglieder als die Parteien, obwohl man bei letzteren weit mehr für die eigenen Interessen erreichen kann und sei es auch nur mehr Netto vom Brutto, was eine Gewerkschaft nicht mal wirklich kann.

Und auch die Werbung für ADAC, Fitnesstudio, etc. knallt mir um die Ohren, von Verdi höre und sehe ich abseits verienzelter Pressemitteilungen nix. Ich lese aber nicht die taz.

RadWirdKommen

Zitat von: armerknecht in 06.01.2023 08:50
15% werden für die Tarifbeschäftigten bei der Deutschen Post AG gefordert

10,x% für die Tarifbeschäftigten im tvöd

Wieso klaffen die Forderungen so weit auseinander?

ZitatZweistellige Inflationsraten machen Druck auf die Tarifverhandlungen im kommenden Jahr. Den Auftakt machen Post und Bahn sowie der öffentliche Dienst mit streikmächtigen Berufsgruppen.

Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik/international/inflation-15-prozent-mehr-geld-verdi-eroeffnet-bei-der-deutschen-post-das-jahr-der-tarifkaempfe/28892720.html

Also Verdi hatte letztes mal bei der Post eine Laufzeit von 28 Monaten mit 5% mehr: "Im Einzelnen sieht das Tarifergebnis eine Lohnerhöhung von 3,0 Prozent zum 1. Januar 2021 und weiteren 2,0 Prozent zum 1. Januar 2022 vor.

Für den ÖD waren es auch 28 Monate aber nur 3,2%: "01.09.2020: keine Erhöhung ("Nullrunde"); 1.04.2021: +1,4%, mindestens 50 €;  01.04.2022: +1,8%"



daseinsvorsorge

Zitat von: FearOfTheDuck in 06.01.2023 14:25
Das stimmt schon, aber wenn ich mich für Verein, Fitnessstudio oder Autoclub entscheide, sehe ich einen Nutzen für mich darin. Und den kann ich bei Verdi eben nicht erkennen. Oder welcher wäre das?


Kein persönlicher Nutzen für Gewerkschaften:

1.) Sie verhandeln aktiv für sich selber, benötigen daher keine Interessensvertretung und schließen tatsächlich über den Ergebnissen des Tarifvertrages ab.

2.) Sie verhandeln - wie 95% der Nichtorganisierten - stillschweigend mit ihrem AG und ziehen "parasitären Nutzen" von Verhandlungsergebnissen Dritter. Dass es sich bei der "automatischen" Übertragung der Verhandlungsergebnisse nur um Gnade ihres AG handelt , verklären Sie damit, dass Sie ihre Interessen durch die Gewerkschaften nicht vertreten sehen.

Gleiches bildet sich ja auch bei (Warn-)Streiks ab, die auch gerne hier im Forum gefordert werden, bei denen nach meinen Erfahrungen aber fast ausschließlich nur Organsierte - zumindest wenn es sich um mehrere Tage handelt -mit Steikgeldanspruch teilnehmen.

Diese Denkweise ist ja irgendwie auch menschlich; warum soll ich für etwas bezahlen, dass ich auch so erhalten kann? Und die AGs sind zudem hocherfreut. Also win- wwin !!

RadWirdKommen

Interessant:

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-01/oeffentlicher-dienst-tarifverhandlungen-streik

Also das Streiks kommen werden dürfte sicher sein, aber warum verkündet es derjenige dessen Mitglieder gar nicht streiken dürfen? Wieviele Beamte sind eigentlich in Verdi und tragen somit zur Streikkasse bei?

xap

Beim dbb sind natürlich nicht nur Beamte in den einzelnen Gewerkschaften organisiert, sondern auch viele kommunale Angestellte. Silberbach darf also sehr wohl eine Meinung zu den anstehenden Verhandlungen haben. Und im Übrigen sind derweil auch etliche Beamte gewerkschaftlich organisiert, auch wenn sie nicht streiken dürfen. Sowohl bei den DGB als auch DBB Gewerkschaften.

Tagelöhner

Zitat von: RadWirdKommen in 07.01.2023 07:24
Also das Streiks kommen werden dürfte sicher sein, aber warum verkündet es derjenige dessen Mitglieder gar nicht streiken dürfen? Wieviele Beamte sind eigentlich in Verdi und tragen somit zur Streikkasse bei?

Guter Punkt. Beamte sind unmittelbare Nutznießer von Tarifverhandlungen und deren Ergebnissen, obwohl sie nichts dazu beitragen. Tarifergebnisse kommen schießlich meistens auch bei der Anpassung ihrer Alimentation (automatisch) zur Anwendung. Dafür wird gerne mantrahaft Solidarität mit Tarifbeschäftigten vorgetäuscht, obwohl sie genau wissen, dass gute Tarifergebnisse auch ihre Dienstherren stark finanziell belasten und damit die eigene amtsangemessene Alimentation erschweren. Aber man nimmt halt gerne erstmal mit, was man mitnehmen kann.

Mich würde es sogar nicht wundern, wenn eine außerordentliche Streikbereitschaft später argumentativ zur Verteidigung des Beamtenverhältnisses herhalten muss, eigentlich schon fast zynisch  ;D
Nur mit ausgeprägtem Humorsinn weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

Bastel

Zitat von: Tagelöhner in 07.01.2023 08:09
Zitat von: RadWirdKommen in 07.01.2023 07:24
Also das Streiks kommen werden dürfte sicher sein, aber warum verkündet es derjenige dessen Mitglieder gar nicht streiken dürfen? Wieviele Beamte sind eigentlich in Verdi und tragen somit zur Streikkasse bei?

Guter Punkt. Beamte sind unmittelbare Nutznießer von Tarifverhandlungen und deren Ergebnissen, obwohl sie nichts dazu beitragen. Tarifergebnisse kommen schießlich meistens auch bei der Anpassung ihrer Alimentation (automatisch) zur Anwendung. Dafür wird gerne mantrahaft Solidarität mit Tarifbeschäftigten vorgetäuscht, obwohl sie genau wissen, dass gute Tarifergebnisse auch ihre Dienstherren stark finanziell belasten und damit die eigene amtsangemessene Alimentation erschweren. Aber man nimmt halt gerne erstmal mit, was man mitnehmen kann.

Mich würde es sogar nicht wundern, wenn eine außerordentliche Streikbereitschaft später argumentativ zur Verteidigung des Beamtenverhältnisses herhalten muss, eigentlich schon fast zynisch  ;D

Nein. Oft gibts Abzüge für Altersrückstellungen, zeitliche Verzögerungen oder manche Länder machen ihr eigenes Ding bei den Beamten.

Tagelöhner

Natürlich gab es gelegentlich Abweichungen von der Norm, vor allem wenn z.B. mal eine Landesregierung einen restriktiveren Sparkurs verfolgt hat. Derartige Eskapaden wurden ja aber jetzt dank Rückendeckung durch das BVerfG mal etwas in die Schranken gewiesen und mussten teilweise auch rückabgewickelt werden.

Daher bleibe ich bei meiner Aussage oben, Ausnahmen von der Regel hat es natürlich immer mal gegeben. Aber Bastel jammert halt mal wieder gerne auf hohem Niveau.
Nur mit ausgeprägtem Humorsinn weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

WasDennNun

Zitat von: Tagelöhner in 07.01.2023 08:33
Natürlich gab es gelegentlich Abweichungen von der Norm, vor allem wenn z.B. mal eine Landesregierung einen restriktiveren Sparkurs verfolgt hat. Derartige Eskapaden wurden ja aber jetzt dank Rückendeckung durch das BVerfG mal etwas in die Schranken gewiesen und mussten teilweise auch rückabgewickelt werden.

Daher bleibe ich bei meiner Aussage oben, Ausnahmen von der Regel hat es natürlich immer mal gegeben. Aber Bastel jammert halt mal wieder gerne auf hohem Niveau.
Nein, die Aussage oben stimmt nicht, denn die Beamten sind never ever unmittelbarer Nutznießer!
Das waren sie in der Vergangenheit nicht einmal!
Das Tarifergebnis, so wie jede Lohnerhöhung in Deutschland, fließt sicherlich in die Bewertung der notwendig Erhöhung der Alimentation ein, so vom BVerG gefordert.
Somit sind sie natürlich indirekte Nutznießer, so wie sie Nutznießer der IGM Tarifänderungen, Erhöhung des Mindestlohns, des Bürgergeldes etc. sind.