Tarifrunde TV-L 2023 - Diskussion

Begonnen von Prüfer SH, 26.04.2023 14:21

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Maggus

Zitat von: Wuppertaler in 06.10.2023 13:32
Als Beispiel BMW-Mitarbeiter:

"Tarifbeschäftigte in Deutschland erhalten für das erfolgreiche Jahr 2022 eine Ergebnisbeteiligung von 6.300 Euro und eine einmalige Anerkennungsprämie von 1.000 Euro. Die Auszahlung von in Summe 7.300 Euro erfolgt mit der Entgeltabrechnung im April 2023."

UND dazu on top:

"BMW zahlt schon im Januar 2023 die erste Hälfte der Prämie in Höhe von 1.500 Euro an die Mitarbeiter aus. Die zweite Hälfte folgt dann bis zum Februar 2024."

Alles ohne Verhandeln oder neuen Tarifabschluss.

Zitat
Wenn man wirklich den Blick in die freie Wirtschaft wagen möchte dann aber auch richtig...

Jupp, genau.
Die 1.500 € Prämie vom Januar 2023 sind u.a. das Ergebnis des IG Metall Tarifabschlusses vom November 2022.
Das gilt auch für den 2. Teil der Prämie, der bis März 2024 ausbezahlt werden muss.
Also gerade doch durch Verhandeln und neuen Tarifabschluss entstanden.

Ohne Tarifverhandlungen - aber vielleicht durch interne Verhandlungen zwischen BR und VS (?) zahlen BMW, Porsche, Daimler, ... auch freiwillige Prämien seit einigen Jahren.

dregonfleischer

öffentlicher dienst und freiwillig das wird nie was an die hamburg zulage glaube ich auch noch nicht man wird doch nur noch verarscht statt das stellen nachbesetzt werden  heisst es kann ja die nachbarabteilung die auch voellig ausgebrandt ist machen  stellen werden wenn erst mal drei monate nicht beseszt 

DerBoss

Es sieht düster aus.

https://www.news4teachers.de/2023/10/tarifstreit-was-haben-lehrkraefte-von-den-finanzministern-zu-erwarten-krach-in-kiel-um-die-beamtenbesoldung-laesst-nichts-gutes-erahnen/

Besonders heftig ist im Artikel dieser Teil: "Hintergrund: 35 Prozent der Ausgaben entfallen auf das Personal, das über Jahre aufgestockt wurde. Die Lage ist so fatal, weil zwei Negativfaktoren zusammenfallen: Die für 2023 erwarteten Steuereinnahmen sinken zum Vorjahr deutlich und Kosten steigen vor allem inflationsbedingt zum Teil dramatisch. ,,Die Lage ist so schwierig, wie ich sie in meiner elfjährigen Amtszeit und zuvor seit 1996 als Abgeordnete noch nicht erlebt habe", sagte Heinold. ,,Wir kommen aus drei Krisenjahren, sind mitten in einer Kriegssituation in Europa, haben eine hohe Inflation und eine schwierige Lage für die Wirtschaft." Das schlage direkt auf den Haushalt durch."

Werde am Wochenende mal Stellenanzeigen sichten. Erstmal nur sichten...

Tagelöhner

Wer seit ein paar Jahren aufmerksam in der Presse liest und die wirtschaftlichen sowie fiskal-/ und geldpolitischen Fehlentwicklungen verfolgt hat und sie zusammen mit allen utopischen Wunschvorstellungen der Politiker in Bezug gebracht hat, konnte ahnen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es soweit kommt.
Nur mit ausgeprägtem Humorsinn weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

MoinMoin

Zitat von: Mondmensch in 06.10.2023 09:02
Warum wird eigentlich immer nur mit der Kaufkraft und Inflation argumentiert?

Es geht auch einfach um Wertschätzung der Arbeit die man verrichtet.
Man muss auch einen gewissen Abstand zum Mindestlohn beibehalten, sonst lohnt sich für manchen auch einfach die Strecke zur Arbeit nicht.
Dumme Frage: Warum soll ein EG1 unterste Stufe wesentlich mehr als Mindestlohn bekommen?


MoinMoin

Zitat von: Meierheim in 06.10.2023 14:34
Ja, aber auch vor 10 oder 20 Jahren war der Kauf eines Hauses in einem Ballungsraum mit einem mittleren Einkommen im öffentlichen Dienst ohne Erbschaft oder Schenkung kaum möglich. In meinem Umfeld haben alle Hausbesitzer ihr Eigentum vorwiegend aus Erbschaften finanziert.
Wenn man also in einer Gegenden lebt, in der man sich mit einem mittleren Einkommen seit 10, 20, 30 ... also mehreren Dekaden kein Haus kaufen kann, dann ist meine Dumme Frage:
Warum sollte das TV-L etwas daran ändern?
Und warum leben dann die Leute dort noch, wenn das Haus so ein wichtiges Gut ist, dann muss doch irgendwann mal eine Generation den Absprung von solch einer Teufelsgegend schaffen.

Und mein zweiter Gedanke ist: ist in diesen Gegenden den das Kaufpreis-Mietverhältnis schon immer bei weit über 30?
Denn in der Tat, ab einem gewissen Verhältnis ist Mieten billiger als kaufen.
Ansonsten muss ich seit mehreren Dekaden die Erfahrung machen, dass die Leute vom Haus träumen und es sich nicht leisten können (weder als Eigentum, noch als Mietobjekt) und nicht auf die Idee kommen, sich ein Eigentum anzuschaffen, was ihren aktuellen Wohnverhältnissen entspricht, denn das hätten sie in oftmals, in den letzten Dekaden, sehr wohl mit einem geringen Aufschlag zu den Mietausgaben finanzieren können.
Auch in Ballungsräumen.     Nu ists aber aktuell zu spät dafür.

Wobei ich mich schon vor 35 Jahren gefragt haben, warum man nach München zieht, bei den dortigen Preisen und dann dort nach dem Studium auch noch bleibt.
Lebenswert ist es da ja, tolle Lage.

Ddockz

Dressel: "Kein Grund zum Ausruhen"
Die guten Zahlen sind außerdem kein Grund zum Ausruhen für die kommenden Jahre, sagte Dressel. "Der aktuelle Jahresabschluss 2022 hilft uns, die aktuellen Krisen besser zu meistern - nicht mehr und nicht weniger", erklärte er. Denn die Konjunktur bricht gerade ein und im Herbst stehen außerdem die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst an. Bislang sind im Haushalt nur anderthalb bis zwei Prozent höhere Löhne eingeplant. :-X

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Hamburg-haelt-Schuldenbremse-ein-und-macht-Plus,geschaeftsbericht138.html

Steve 69

Im laufenden Haushalt 1,5 bis 2% Erhöhung einzuplanen,  zeigt ja schon mit welcher Einstellung und Dreistigkeit die AG in die Verhandlungen gehen werden. Zudem pünktlich wie immer, das Aufzählen der Kosten und der Hinweis auf leere Kassen....hier in NRW haben sich die Abgeordneten vor kurzem eine Diätenerhöhung von 5,5% gegönnt.  Und dann speist man die Angestellten mit 1,5 bis 2% ab? Da ist man nur noch sprachlos

Verwaltungsbetriebswirt

Zitat von: DerBoss in 06.10.2023 18:29
Es sieht düster aus.

https://www.news4teachers.de/2023/10/tarifstreit-was-haben-lehrkraefte-von-den-finanzministern-zu-erwarten-krach-in-kiel-um-die-beamtenbesoldung-laesst-nichts-gutes-erahnen/

Besonders heftig ist im Artikel dieser Teil: "Hintergrund: 35 Prozent der Ausgaben entfallen auf das Personal, das über Jahre aufgestockt wurde. Die Lage ist so fatal, weil zwei Negativfaktoren zusammenfallen: Die für 2023 erwarteten Steuereinnahmen sinken zum Vorjahr deutlich und Kosten steigen vor allem inflationsbedingt zum Teil dramatisch. ,,Die Lage ist so schwierig, wie ich sie in meiner elfjährigen Amtszeit und zuvor seit 1996 als Abgeordnete noch nicht erlebt habe", sagte Heinold. ,,Wir kommen aus drei Krisenjahren, sind mitten in einer Kriegssituation in Europa, haben eine hohe Inflation und eine schwierige Lage für die Wirtschaft." Das schlage direkt auf den Haushalt durch."

Werde am Wochenende mal Stellenanzeigen sichten. Erstmal nur sichten...

Aus dem Link:
"2022 hatte das Land 1,3 Milliarden Euro mehr an Steuereinnahmen als geplant, und 2023? In den ersten sieben Monaten flossen 6,63 Milliarden Euro an Steuern in die Landeskasse, 676 Millionen weniger als im gleichen Zeitraum 2022."
Also nur eine Glättung der ungeplanten Mehreinnahmen aus 2022. Kein Grund zu lamentieren.

Tariflas

Zitat von: DerBoss in 06.10.2023 18:29
Es sieht düster aus.
,,Wir kommen aus drei Krisenjahren, sind mitten in einer Kriegssituation in Europa, haben eine hohe Inflation und eine schwierige Lage für die Wirtschaft." Das schlage direkt auf den Haushalt durch."



Ich les nur mimimi...

daseinsvorsorge

Zitat von: Steve 69 in 06.10.2023 19:07
Im laufenden Haushalt 1,5 bis 2% Erhöhung einzuplanen,  zeigt ja schon mit welcher Einstellung und Dreistigkeit die AG in die Verhandlungen gehen werden. Zudem pünktlich wie immer, das Aufzählen der Kosten und der Hinweis auf leere Kassen....hier in NRW haben sich die Abgeordneten vor kurzem eine Diätenerhöhung von 5,5% gegönnt.  Und dann speist man die Angestellten mit 1,5 bis 2% ab? Da ist man nur noch sprachlos ...

,,, und die meisten AN machen deshalb was ? Genau- gar nichts. Anstatt den AGs ihre jetzt schon absehbaren "Argumente" bei Streikaufrufen um die Ohren zu hauen, bleibt man lieber im warmen Büro und ruft im Forum aber gleichzeitig zu "Genralstreiks" auf.Wer will schon mit einer Trillerpfeife und Warnweste rumlaufen ?

Tja- und dann wird´s ein Ergebnis so um die 70% des TVÖD- Abschlusses; man schäumt wieder ein Mal vor Wut umd muß natürlich einen Schuldigen für den schlechten Abscchluss finden. Tja- so geht´s seit Jahrzehnten im ÖD und die AGs freuen sich diebisch.


seberus

Zitat von: daseinsvorsorge in 06.10.2023 22:32
Zitat von: Steve 69 in 06.10.2023 19:07
Im laufenden Haushalt 1,5 bis 2% Erhöhung einzuplanen,  zeigt ja schon mit welcher Einstellung und Dreistigkeit die AG in die Verhandlungen gehen werden. Zudem pünktlich wie immer, das Aufzählen der Kosten und der Hinweis auf leere Kassen....hier in NRW haben sich die Abgeordneten vor kurzem eine Diätenerhöhung von 5,5% gegönnt.  Und dann speist man die Angestellten mit 1,5 bis 2% ab? Da ist man nur noch sprachlos ...

,,, und die meisten AN machen deshalb was ? Genau- gar nichts. Anstatt den AGs ihre jetzt schon absehbaren "Argumente" bei Streikaufrufen um die Ohren zu hauen, bleibt man lieber im warmen Büro und ruft im Forum aber gleichzeitig zu "Genralstreiks" auf.Wer will schon mit einer Trillerpfeife und Warnweste rumlaufen ?

Tja- und dann wird´s ein Ergebnis so um die 70% des TVÖD- Abschlusses; man schäumt wieder ein Mal vor Wut umd muß natürlich einen Schuldigen für den schlechten Abscchluss finden. Tja- so geht´s seit Jahrzehnten im ÖD und die AGs freuen sich diebisch.

Perfekt zusammengefasst, dem ist nichts mehr hinzu zu fügen.

Iunius

Aus Ba-Wü wird, Seitens der GEW, am 11.10. folgende Forderung zur Bundestarifkommision getragen werden:

Aufschluss zum TVöD - weil die Leute davonlaufen:
15% Lohnerhöhung für 2024
Einmalzahlung als Infaltionsausgleich nur für 2023
Anhebung der Jahressonderzahlung auf 100%
SuE Zulage entsprechend dem TVöD
Nächste Verhandlungsrunde: Januar 2025 (1 Jahr + 3 Monate Laufzeit)


FearOfTheDuck

Im TVÖD war die Streikbereitschaft sehr hoch und im Zuge der Verhandlungen hat Verdi viele Zugänge verzeichnet. Man hat aber zum End hin mehr oder weniger alle seine Forderungen verkauft und ist auf ein Schlichtungsergebnis eingestiegen, dass kaum besser war als das Angebot zuvor. Auch wenn m.E. das Ergebnis dort gerade noch ok war, sehe ich jetzt nicht, dass Verdi die Situation um eine hohe Mobilisierung von Mitgliedern großartig zu ihrem Nutzen ausgespielt hätte.

Mal davon ab, dass Streik erstmal recht wenig mit Trillerpfeifenfolklore und Warnwestenpolonaise zu tun hat.

Erpelente

Zitat von: Iunius in 07.10.2023 10:40
Aus Ba-Wü wird, Seitens der GEW, am 11.10. folgende Forderung zur Bundestarifkommision getragen werden:

Aufschluss zum TVöD - weil die Leute davonlaufen:
15% Lohnerhöhung für 2024
Einmalzahlung als Infaltionsausgleich nur für 2023
Anhebung der Jahressonderzahlung auf 100%
SuE Zulage entsprechend dem TVöD
Nächste Verhandlungsrunde: Januar 2025 (1 Jahr + 3 Monate Laufzeit)

Vielen Dank für den ersten nützlichen Beitrag seit vielen Seiten!

Klingt doch nach etwas. Das wird letztlich beim TVöD-Ergebnis landen. Schön wäre es, wenn die Laufzeit bis 01/25 tatsächlich umgesetzt würde.