Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion I

Begonnen von Admin, 15.11.2025 17:26

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Rowhin

Zitat von: Faunus in 10.01.2026 19:30Welchen Grund hat der AG die Erhöhung der JSZ massiv einzufordern?

Wenn dann stattdessen die allgemeinen Prozente niedriger ausfallen: Geld.

Wenn die AG meinen, dass sie dadurch ein etwaiges erkanntes Problem der Arbeitgeberattraktivität ausgleichen können, selbigen Grund.

Wenn beides nicht der Fall ist: eher keinen.

cyrix42

@Faunus: Nur um auf Nummer sicher zu gehen: Du hast mir in deinem letzten Beitrag eine Aussage von MoinMoin untergeschoben. Insofern solltest du ihn fragen und nicht mich.

NelsonMuntz

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in 10.01.2026 19:16Ich freue mich schon auf die neue Berechnung der Alimentation und zusätzlich noch die Übernahme des Tarifergebnisses auf uns. Dann kann ich endlich mal mit Champagner und nicht diesen billigen Fusel anstoßen.

Freu Dich mal lieber nicht zu früh, denn man könnte:

a) die Rekrutierung neuer Beamter auf das absolut wesentliche Minimum herunterschrauben.
b) für die verbliebenen Beamten die Wochenstunden anheben.
c) attraktive "Aussteiger-Programme" auf den Weg bringen.

Das gilt natürlich nur dann, wenn die althergebrachten Grundsätze des Beamtentums weiter auf der Lebensrealität des Kaiserreichs aufbauen. Knackpunkte sind da im Prinzip die Kinder, das Recht auf eine vollbezahlte "Hausfrau und Mutter" für den Beamten, und final die Idee, die dafür notwendigen Bezüge müssten auch dem kinderlosen Single zustehen.

... aber(!): Das ganze aA-Thema gehört hier doch eigentlich gar nicht hin.

MoinMoin

Zitat von: Faunus in 10.01.2026 19:30Welchen Grund hat der AG die Erhöhung der JSZ massiv einzufordern?
Es gibt inzwischen einige AGs, die erkannt haben, dass sie die oberen EGs monetär fördern müssen und eine Angleichung der JSZ Prozente auf x% für alle EGs ist für einen AG besser zu verkaufen als eine Anhebung des Lohns ab EG9 um 2,5% und für EGs drunter um 2%.


Rowhin

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 13:31[...]eine Angleichung der JSZ Prozente auf x% für alle EGs ist für einen AG besser zu verkaufen als eine Anhebung des Lohns ab EG9 um 2,5% und für EGs drunter um 2%.



Zumal man letzteres vielleicht noch den AN allgemein, aber garantiert nicht ver.di verkaufen könnte. Dort lehnt man ja grundsätzlich alles ab, was unmittelbar einer Stauchung der Tabelle entgegenwirkt.

Mario Nette

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 13:31Es gibt inzwischen einige AGs, die erkannt haben, dass sie die oberen EGs monetär fördern müssen und eine Angleichung der JSZ Prozente auf x% für alle EGs ist für einen AG besser zu verkaufen als eine Anhebung des Lohns ab EG9 um 2,5% und für EGs drunter um 2%.



Wäre ein guter Grund.

Ein weiterer wäre, dass bei unterjährigen Kündigungen die JSZ für den Mitarbeitenden entfällt. Demnach auch die Erhöhung. Legt man diese anteilig aufs Tabellenentgelt um, würde der Mitarbeitende diese auch entsprechend anteilig bekommen.

Faunus

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 09:23@Faunus: Nur um auf Nummer sicher zu gehen: Du hast mir in deinem letzten Beitrag eine Aussage von MoinMoin untergeschoben. Insofern solltest du ihn fragen und nicht mich.

Üps. Stimmt! Tut mir leid, das war nicht beabsichtigt.

Faunus

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 13:31Es gibt inzwischen einige AGs, die erkannt haben, dass sie die oberen EGs monetär fördern müssen und eine Angleichung der JSZ Prozente auf x% für alle EGs ist für einen AG besser zu verkaufen als eine Anhebung des Lohns ab EG9 um 2,5% und für EGs drunter um 2%.

Dein Wort in Gottes Ohr, aber so recht glauben mag ich es nicht ;)

Rentenonkel

Im TVÖD Bund können die AN zwischen einer höheren JSZ und mehr Urlaub wählen.

Ein Verzicht auf einen Teil der JSZ statt einem Teilverzicht auf das monatlich zu zahlende Gehalt verringert die Gefahr, dass durch den Verzicht andere, einkommensabhängige Leistungen, die das monatliche Einkommen betrachten, entsprechend erhöht werden müssten und sich so der "Kauf" von weiteren Urlaubstagen durch höhere Transferleistungen für den Mitarbeitenden fast vollständig refinanzieren würde.

Mit einer höheren JSZ will der AG bei Mitarbeitenden, die ergänzende Transferleistungen erhalten, Fehlanreize vermeiden und dennoch dem Wunsch der Gewerkschaften, sich mehr Urlaubstage erkaufen zu können, nachkommen.

Tante Hilde

Zitat von: ignaz in 09.01.2026 12:20Nicht nur das die Schere zwischen TVÖD und TVL immer weiter auseinander geht. Nun werden die TBs im TV-L aufgrund der ganzen Nebenvorteile für Beamte (Fam. Zuschlag, allg. Zuschläge, 12h statt 10h schreiben, bessere Kreditzinsen, Pension....) immer weiter abgehängt.

Gerade der Familienzuschlag sollte völlig neu überdacht werden. Gerade da, wo der Partner eines Beamten arbeitet und selbst hohe Einkünfte hat. Der TB mit 2 oder mehr Kindern ist dem Beamten gerade hier so viel schlechter gestellt, dass wir mit Blick zum TVL über eine Summe von teilweise 3 Entgeltgruppen mehr sprechen.

Sicher alles sehr vereinfacht dargestellt und gedacht, aber so kommt es ganz unten bei den Mitarbeitern an.


Zumal bei uns in der Landesbehörde in der Tätigkeit kein Unterschied gemacht wird, verbeamtete und angestellte Kolleginnen und Kollegen munter nebeneinander und gemeinsam arbeiten und oft gar nicht wissen, ob die anderen nun angestellt oder verbeamtet sind. Man merkt es dann nur, wenn die verbeamteten Kollegen Freistellungsphasen haben, gern mehrmals hintereinander ein paar Monate. Für die TB gibt es das nicht, man darf natürlich ein Sabbatical machen, aber das muss Jahre zuvor vereinbart und angespart werden. Und wenn die Kollegin in derselben Position mit derselben Familienkonstellation (3 Kinder) fast das Doppelte bekommt, fühlt sich das schon unfair an. Klar, ich hatte keine Gelegenheit zur Verbeamtung, da ich erst in höherem Alter eingestiegen bin. Aber ich hätte dies auch gar nicht gewollt, da es mir zu sehr in mein Privatleben eingreift. Ich muss aber feststellen, dass die jungen Leute, die hier verbeamtet werden und mit denen ich gesprochen habe, das eigentlich nur des Geldes wegen machen. Das besondere Treueverhältnis ist ihnen oft nicht bewusst oder schlicht egal.
Na ja, und dann stehe ich mit meiner E11 da und mache höherwertige Aufgaben, ohne mich zu beschweren, weil ich erstmal in die Stufe 5 will, bevor wir das angehen. Meine Führungskraft ist immerhin gewillt, das mit mir durchzusetzen und hat dem Personalreferat schon signalisiert, dass hier im nächsten Jahr was kommt.
ich habe eine Weile ernsthaft überlegt, Verdi beizutreten, aber für 600 Euro im Jahr ist mir die "Ausbeute" zu mager. Mit den Vertretern hier habe ich auch schon bei Personalversammlungen gesprochen, aber meine Themen fanden keine offenen Ohren, die da z. B. wären:
Reduzierung der Stufen auf 3
stufengleiche Höhergruppierung
Mitnahme der Stufenlaufzeit bei Wechsel
JSZ für alle auf 100 %

Das sind die Themen, die viele umtreiben, denn es ist immer unwahrscheinlicher, dass man sein ganzes Erwerbsleben bei einer Stelle bleibt. Da würde das wirklich helfen.


Warnstreik

Zitat von: Tante Hilde in Heute um 09:55ich habe eine Weile ernsthaft überlegt, Verdi beizutreten, aber für 600 Euro im Jahr ist mir die "Ausbeute" zu mager.

Falls es hier nur ums Geld geht: Durch die neue STeuerreform kannst du Gewerkschaftsbeiträge außerhalb des Pauschbetrages absetzen - damit sind es nur 350 ;-)

Johann

Zitat von: Tante Hilde in Heute um 09:55Zumal bei uns in der Landesbehörde in der Tätigkeit kein Unterschied gemacht wird, verbeamtete und angestellte Kolleginnen und Kollegen munter nebeneinander und gemeinsam arbeiten und oft gar nicht wissen, ob die anderen nun angestellt oder verbeamtet sind.
Ist in meiner Behörde ebenfalls so. Dass jemand Beamter ist, merkt man eigentlich nur daran, dass er es irgendwann mal anspricht, von der langen Bearbeitungsdauer der Beihilfe spricht oder dass seine Krankenversicherung wieder teurer geworden ist. Ansonsten übernehmen wir hier exakt die selben Aufgaben.

Zitat von: Tante Hilde in Heute um 09:55Und wenn die Kollegin in derselben Position mit derselben Familienkonstellation (3 Kinder) fast das Doppelte bekommt, fühlt sich das schon unfair an. Klar, ich hatte keine Gelegenheit zur Verbeamtung, da ich erst in höherem Alter eingestiegen bin. Aber ich hätte dies auch gar nicht gewollt, da es mir zu sehr in mein Privatleben eingreift. Ich muss aber feststellen, dass die jungen Leute, die hier verbeamtet werden und mit denen ich gesprochen habe, das eigentlich nur des Geldes wegen machen. Das besondere Treueverhältnis ist ihnen oft nicht bewusst oder schlicht egal.
Ich wäre gerne verbeamtet worden. Wurde aber abgelehnt, weil Verbeamtung wohl nur eine Belohnung für die ganz besonders guten Mitarbeiter darstellt. Oder für die Kollegen, die Verwaltungsinformatik studiert haben und nicht bloß reine Informatik wie ich. Mit Verwaltungsinformatikstudium "soll" man auf Wunsch des Mitarbeiters verbeamtet werden, demnach müsste der Arbeitgeber genau darlegen, wieso jemand nicht verbeamtet werden sollte. Bei normalen Informatikern muss der Arbeitgeber hingegen genau begründen, wieso man ihn verbeamten will. Da meine Behörde in der Hinsicht eher faul ist, wird jeder Verwaltungsinformatiker verbeamtet, der sein Studium gerade so bestanden hat, und kein normaler Informatiker, sofern er kein absoluter Überflieger ist.
Ich finds schade, weil ich mir eigentlich vorstellen konnte, bis zum Ruhestand hier zu bleiben und auch irgendwann den nebenbei erlangten Master zu nutzen und Führungsaufgaben zu übernehmen. Nur als Tarifbeschäftigter im Landesdienst ist es mit das Dümmste, was man machen kann, wenn man das Aufwand/Nutzenverhältnis betrachtet.
Jetzt ist mein Ziel anstelle der Verbeamtung dann in den nächsten Jahren den Sprung zum lokalen Energieversorger zu schaffen. Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass es da statt E11 TV-L für die gleichen Aufgaben E12 TV-V gibt. Das sind immerhin gute 30-38% mehr, ohne mehr Druck zu haben als bisher.

Zitat von: Tante Hilde in Heute um 09:55ich habe eine Weile ernsthaft überlegt, Verdi beizutreten, aber für 600 Euro im Jahr ist mir die "Ausbeute" zu mager.
Ich bin ebenfalls aus Gründen nicht eingetreten, investiere dafür aber alle 3 Jahre mal 1-2 unbezahlte Tage und schließe mich den Warnstreiks an.

Zinc

Zitat von: Johann in Heute um 16:02Ist in meiner Behörde ebenfalls so. Dass jemand Beamter ist, merkt man eigentlich nur daran, dass er es irgendwann mal anspricht, von der langen Bearbeitungsdauer der Beihilfe spricht oder dass seine Krankenversicherung wieder teurer geworden ist. Ansonsten übernehmen wir hier exakt die selben Aufgaben.
Ich wäre gerne verbeamtet worden. Wurde aber abgelehnt, weil Verbeamtung wohl nur eine Belohnung für die ganz besonders guten Mitarbeiter darstellt. Oder für die Kollegen, die Verwaltungsinformatik studiert haben und nicht bloß reine Informatik wie ich. Mit Verwaltungsinformatikstudium "soll" man auf Wunsch des Mitarbeiters verbeamtet werden, demnach müsste der Arbeitgeber genau darlegen, wieso jemand nicht verbeamtet werden sollte. Bei normalen Informatikern muss der Arbeitgeber hingegen genau begründen, wieso man ihn verbeamten will. Da meine Behörde in der Hinsicht eher faul ist, wird jeder Verwaltungsinformatiker verbeamtet, der sein Studium gerade so bestanden hat, und kein normaler Informatiker, sofern er kein absoluter Überflieger ist.
Ich finds schade, weil ich mir eigentlich vorstellen konnte, bis zum Ruhestand hier zu bleiben und auch irgendwann den nebenbei erlangten Master zu nutzen und Führungsaufgaben zu übernehmen. Nur als Tarifbeschäftigter im Landesdienst ist es mit das Dümmste, was man machen kann, wenn man das Aufwand/Nutzenverhältnis betrachtet.
Jetzt ist mein Ziel anstelle der Verbeamtung dann in den nächsten Jahren den Sprung zum lokalen Energieversorger zu schaffen. Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass es da statt E11 TV-L für die gleichen Aufgaben E12 TV-V gibt. Das sind immerhin gute 30-38% mehr, ohne mehr Druck zu haben als bisher.
Ich bin ebenfalls aus Gründen nicht eingetreten, investiere dafür aber alle 3 Jahre mal 1-2 unbezahlte Tage und schließe mich den Warnstreiks an.

Ich frage mich, warum überhaupt ein Informatiker verbeamtet werden soll/kann...aber diese Diskussion starte ich lieber gar nicht erst  :D

IchLiebeBeamtentum

Naja klar.
Zurück zur Tarifrunde: Wird es diese Woche ein Ergebnis geben? Und wird es zeit- und wirkungsgleich auf uns Beamte übertragen? Was glaubt ihr?

PiratJack1991

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in Heute um 16:46Naja klar.
Zurück zur Tarifrunde: Wird es diese Woche ein Ergebnis geben? Und wird es zeit- und wirkungsgleich auf uns Beamte übertragen? Was glaubt ihr?

Guter Witz. Wir bekommen wahrscheinlich im März ein Ergebnis, dass das ab Januar 2027 gilt.
Liebe Grüße
PiratJack1991