Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion I

Begonnen von Admin, 15.11.2025 17:26

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Faunus

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 14:29Die Frage wäre dann eher, wieso man sich dann den Aufriss macht und das Ganze nicht einfach komplett aus Steuermitteln zahlt, quasi ein bedingungsloses Alterseinkommen für jeden. Über die Steuerfinanzierung würden dann auch alle mit Beitragen was indirekt  Arbeit günstiger macht.

Charmanter Gedanke. Jetzt müssten man nur noch den Staat dazubringen, auch von allen die zu leistenden Steuern einzufordern. Die Steuerbelastung von jedem steigt dann natürlich auch.

MoinMoin

Zitat von: DiVO in Gestern um 13:16Hier mein bewusst überspitzter Vorschlag:

Rentenbeitrag auf 10 % reduzieren und dafür eine Einheitsrente auf Höhe des Existenzminimums.
Wer normal bis gut verdient kann mit den frei gewordenen 10 % selbst Vermögen aufbauen
Wurde nicht damals als Riester eingeführt wurde die Rente um 2% abgesenkt, damit die Menschen es in die KapBasiert 3 Säule stecken können???

MoinMoin

Zitat von: Faunus in Gestern um 14:58Charmanter Gedanke. Jetzt müssten man nur noch den Staat dazubringen, auch von allen die zu leistenden Steuern einzufordern. Die Steuerbelastung von jedem steigt dann natürlich auch.
Der eine bekommt die Mindestrente und zahlte die 10% ein, der anderen bekommt die gleich hohe Grundsicherung und zahlte nix ein.

Johann

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 13:00Ich glaube an den Kapitalmarkt, bin aber nicht sicher, ob der in der GRV richtig aufgehoben ist. Man darf nicht vergessen, dass erstmal massiv Kapital abfließen würde (hauptsächlich ins Ausland), befor überhaupt ein relevanter Teil zurückfließen kann. Das macht meines Erachtens auf privater Ebene total Sinn hier vorzusorgen - eben weil man die Zeit hat und dann seinen eigenen Kapitalertrag auch erhält und nutzen kann. Gliedert man das alles an die gesetzliche Rente an, müsste man viel Kapital vorstrecken bevor man etwas rausbekommt. Das macht meines Erachtens nur auf individueller Ebene Sinn.

Wieso nicht die GRV als Umlagesystem behalten, vernünftig bei Auszahlung/Beiträgen/Rentenalter begrenzen und dann eine geschützte und persönliche Möglichkeit der Altersvorsorge in Kapitalmärkte erlauben? 
An sich wäre ich dabei.
Ich fänds auch super, wenn es ein Rentendepot gäbe, in dem man mit beliebigem Anteil des Bruttogehalts investieren könnte und später bei Auszahlung dann erst Steuern und Sozialabgaben erhoben würden. Dann bräuchte es auch keine sonstigen Förderungen, weil die Steuer- und Abgabenstundung schon genug Förderung wären.
Ich kann mir aber vorstellen, dass das regulatorisch schwierig wäre und man auch sämtliche Szenarien für gestalterischen Missbrauch beachten müsste. Den Kapitalstock wie bei der DRV vor Insolvenz schützen ist das eine. Sein Nettogehalt durch freiwillige Rentendepoteinzahlungen zu schmälern, um Unterhaltszahlungen zu eliminieren ist aber das andere.

Aber vom Grundsatz halte ich es durchaus für richtig, einen gewissen Mindestsatz an Rente staatlich abzusichern und alles was darüber hinausgehen soll in gelenktem Rahmen vom Bürger selber investierbar zu machen. Gelenkt deshalb, damit nicht große Teile des Kapitals in einzelne Firmen wie Garnelenverarbeitungsbetriebe oder überteuerte Hotelanlagen auf Ibiza fließen, die anschließend in die Insolvenz gehen und 50% des Kapitals zunichte machen wie bei den Berlin-/Brandenburgischen Zahnärzten neulich.

Was ich aber auch noch wichtig finde ist, dass der Bürger dann auch einen gewissen Mindestsatz anlegen muss und wenn er sich nur entscheidet den übrigen Teil auch im Umlagesystem "anzulegen". Gibt ja einen Grund, wieso bei dem Großteil der Menschen keine Wahlmöglichkeit besteht, sich selbst um die Altersvorsorge zu kümmern, die dann möglicherweise keine haben würden, weil alles verkonsumiert wird.

Muschebubu

Ich
Zitat von: IchLiebeBeamtentum in 13.01.2026 21:28,,Nur Steuern" auf ein niedrigeres Grundgehalt. Dein ,,Vertiefen" wäre nicht ratsam, da Detailrecherche nicht jedermanns Stärke ist. Deine Stärke hier (oder Sünde) ist offensichtlich: Neid! Chapeau, das ist diese Debatte betreffend nicht hilfreich.

Genau, wenn man Texte nur liest und nicht versteht, dann schreibt man genau so, wie du! Mir ging es überhaupt nicht drum eine Neiddebatte zu führen und mit nicht vertiefen meinte ich lediglich, dass ich keine Absicht hatte, nun die Vor- und Nachteile oder Unterschiede zwischen TB und Beamten zu diskutieren, weil es nichts neues mehr zu diskutieren gibt, die Unterschiede sind hinlänglich bekannt. Ich habe einzig festgestellt, dass weder in dem einen, noch anderem System aktuell irgendwas angespart würde und das die einen für dieses Nichts eben noch Beiträge zahlen und Steuern und die anderen eben nur Steuern. Auch das hat nichts mit Neid zu tun, ist nur eine Feststellung.

Und zum Neid, nö... mich ärgert nur dieses von dir ständig anderen unter die Nase zu reiben, wie gut es dir als Beamten zu gehen scheint. Sei dir gegönnt, aber brauchst du das wirklich oder willst oder musst du damit irgendwas kompensieren? Also Größenvergleiche können wir uns doch wirklich sparen, aus dem Alter sollten wir doch nun wahrlich raus sein.

teclis22

Eine Schlichtung gibt es ja im TV-L automatisch.
Aber ist es nicht für die AG vorteilhaft in die Schlichtung zu gehen? Das verlängert ja die Verhandlungen um ca. 1 Monat (Termin finden, Vorbereitung etc.) und verlängert damit die Dauer ehe es zur Auszahlung etwaiger Erhöhungen kommt.
Und für Verdi ist dies immer noch ein Grund die Streikkassen nicht allzu sehr zu plündern. Sprich: Auch wenn das nicht im Automatismus gibt - es würde doch de-facto immer zur Schlichtung kommen oder nicht ?

IchLiebeBeamtentum

Soweit kommt es nicht. Im März werden 5,8% in 2 Stufen beschlossen. Morgen gibt's noch ein wenig schlechtes Schauspiel mit Drama nebst Schnittchen.

Zinc

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in Gestern um 21:16Soweit kommt es nicht. Im März werden 5,8% in 2 Stufen beschlossen. Morgen gibt's noch ein wenig schlechtes Schauspiel mit Drama nebst Schnittchen.

Als ob am Ende mehr als 3 Prozent rumkommen werden, das hast du wohl geträumt.

AngemessenA13limentiert

Beim letzten Abschluss von Tvöd / TvL war es doch das gleiche Theater und es kam im Endeffekt das gleiche raus. (Okai, etwas zeitliche Verzögerung). Warum sollte es jetzt anders sein?

GillBates

Zitat von: AngemessenA13limentiert in Heute um 06:49Beim letzten Abschluss von Tvöd / TvL war es doch das gleiche Theater und es kam im Endeffekt das gleiche raus. (Okai, etwas zeitliche Verzögerung). Warum sollte es jetzt anders sein?
Es ist doch jedesmal der gleiche Spuk, AG jammern und winden sich. Am zweiten oder dritten Tag der dritten Verhandlungsrunde kommt dann oh Wunder eine Einigung (ähnlich TVöD) zustande. Alle klopfen sich auf die eigene Schulter was sie da geleistet haben. Warum kann man nicht in der ersten Runde als AG sagen lasst uns das vom TVöD übernehmen und man spart viel Zeit und Geld!!!
P.S. Der Mindestlohn erhöht sich in 2 Stufen um 13%

cyrix42

Zitat von: GillBates in Heute um 07:08P.S. Der Mindestlohn erhöht sich in 2 Stufen um 13%

Jep, und als ungelernter Hilfsarbeiter und Berufsanfänger in EG 1 kannst du davon sogar noch profitieren. Für alle anderen Situationen ist diese Info nur reichlich nutzlos, da du sicherlich mehr als den Mindestlohn erhalten willst.

Dieser Neid gegenüber den Leuten am Existenzminimum ist schon irgendwie immer wieder erstaunlich. Keiner hält dich davon ab, dich nicht auch auf deren Stufe zu begeben, wenn deren Leben für dich so begehrenswert erscheint...

Rowhin

Zitat von: AngemessenA13limentiert in Heute um 06:49Beim letzten Abschluss von Tvöd / TvL war es doch das gleiche Theater und es kam im Endeffekt das gleiche raus. (Okai, etwas zeitliche Verzögerung). Warum sollte es jetzt anders sein?

Zitat von: GillBates in Heute um 07:08Warum kann man nicht in der ersten Runde als AG sagen lasst uns das vom TVöD übernehmen und man spart viel Zeit und Geld!!!

Na irgendwie müssen wir ja auch die Zeit hier rumdiskutieren können ;)

Aber (größtenteils) ernsthaft:

  • Wenn wir immer nur das Ergebnis des TVöD übernehmen würden, würden alle Abstände zu selbigem (in positiver und negativer Richtung) immer gleich bleiben. Das ist für einige nicht erstrebenswert. Also hofft man sogar teils auf ein besseres Ergebnis als das des öD! ;)
  • Natürlich wäre es einfacher, eine Verhandlung für alle zu führen bzw. das Ergebnis zu übernehmen. Aber das Aufsplitten des BAT kam auch nicht von ungefähr.
  • Die Länder argumentieren genauso wie die Kommunen gerne, ihre Kassen seien diesmal *besonders* leer. Das muss man sie schon auch verlauten lassen, dass sie mal ihr Leid klagen können.


Verdimmtnochmal

Zitat von: Rowhin in Heute um 07:47Na irgendwie müssen wir ja auch die Zeit hier rumdiskutieren können ;)

Aber (größtenteils) ernsthaft:

  • Wenn wir immer nur das Ergebnis des TVöD übernehmen würden, würden alle Abstände zu selbigem (in positiver und negativer Richtung) immer gleich bleiben. Das ist für einige nicht erstrebenswert. Also hofft man sogar teils auf ein besseres Ergebnis als das des öD! ;)
  • Natürlich wäre es einfacher, eine Verhandlung für alle zu führen bzw. das Ergebnis zu übernehmen. Aber das Aufsplitten des BAT kam auch nicht von ungefähr.
  • Die Länder argumentieren genauso wie die Kommunen gerne, ihre Kassen seien diesmal *besonders* leer. Das muss man sie schon auch verlauten lassen, dass sie mal ihr Leid klagen können.



Naja, wenn man schon weniger als im TVÖD fordert, wird das Ergebnis wahrscheinlich nicht höher ausfallen. Man hätte schon mehr fordern sollen, aber das orientiert sich ja auch an der Mitarbeiterbefragung.
Zumal der Druck bei uns bei Streiks ja auch viel geringer ist. In den Medien bekommt man weitaus weniger davon mit, als es bei Streiks im TVÖD war.

Verdimmtnochmal

Wenn man schon etwas "hohes" fordert , aber schon selber vor den Verhandlungen so etwas von sich gibt:


Frank Werneke (ver.di-Vorsitzender): Er hat wiederholt erklärt, dass die Länderbeschäftigten nicht von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelt werden dürfen. Das TVöD-Ergebnis aus dem Vorjahr (mit einem Gesamtplus von rund 5 % über 27 Monate) gilt hierbei als Mindestmaßstab.


Mit anderen Worten:

Wir hätten gerne 7% bei 12 Monaten Laufzeit, aber mindestens 5% auf 27 Monate wären auch Ok


Es kann nicht sein das TV-L immer nur nach zieht. Es wäre eigentlich auch im Interesse des TVÖD wenn man Kopf an Kopf immer höher als der andere abschließt.

Aleksandra

Sicher dass Wernecke das genau so gesagt hat?
Der TVÖD Abschluss liegt bei 5,8% (3,0 + 2,8) über 27 Monaten, und da ist die erhöhte JSZ nicht einmal mit drin. Sind also effektiv mehr als die 5,8% (in meinem Fall z.B. 6,99% auf 27 M.).

Sollte Wernecke jetzt auf einmal 5% als Anker rausholen, dann wäre das schon sehr dumm. Daher nochmal die Frage: hat er das wirklich so gesagt? Bzw. gibt es eine Quelle dazu?
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