Was kann man gewöhnlich im Bewerbungsverfahren realistisch verhandeln?

Begonnen von Modrian, 21.01.2026 18:38

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Bubi11

Ich rede jetzt nicht von der Stufe, da ist natürlich was möglich nach Erfahrung. Es ging aber um Zulagen bzw. Fahrgeld oder Jobticket oder ähnliches. Wie du sagst kann ich einem mit 20 Jahren Berufserfahrung ohne Probleme eine höhere Stufe geben. Aber irgendwelche Goodies gibts halt nicht.

MoinMoin

Zitat von: Bubi11 in 26.01.2026 07:37Ich rede jetzt nicht von der Stufe, da ist natürlich was möglich nach Erfahrung. Es ging aber um Zulagen bzw. Fahrgeld oder Jobticket oder ähnliches. Wie du sagst kann ich einem mit 20 Jahren Berufserfahrung ohne Probleme eine höhere Stufe geben. Aber irgendwelche Goodies gibts halt nicht.
Zitat von: Bubi11 in 22.01.2026 07:14Ich hatte schon einige Einstellungen und auch Gespräche. Ganz ehrlich und nicht abwertend gemeint wenn jemand im Gespräch Forderungen stellt war derjenige schon raus egal wie gut er ist. Selbstbewusstsein ist ok aber wenn die Forderungen im Vordergrund stehen dann passt dieser nicht ins Team. Zumal es bei uns auch keinerlei Verhandlungsspielraum gibt. Die EG steht fest und sonst gibt es bei uns nichts zusätzlich. Stufe kann übernommen werden 1:1. Bei Bewerber die nicht aus dem öffentl. Dienst kommen ist Stufe 3 das maximum.

Ich komme aus der Finanzabteilung und wir stellen eher Leute ein die zum Team passen als die, die eine Top Qualifikation haben. Wenn beides passt dann ist es ideal. Aber Vergütung wird bei uns nicht verhandelt. Das ist aber auch der Personalpolitik geschuldet. Leider sagen natürlich auch viele dadurch ab.

??? Woher der Sinneswandel?

Bubi11

Das ist die Regel und das wird auch in der Regel verhandelt. Ich bin ehrlich und hatte auch noch nie jemanden der eine höhere Stufe bekommen hat bzw. der sich beschwert hätte das er "nur" Stufe 3 bekommt. Bei meinen Gesprächen waren die Vorstellungen entweder utopisch hoch oder sie waren mit dem Entgelt bei Stufe 3 zufrieden.
Wir hatten das Problem eher mit fertigen Studenten die dann min. 60.000EUR brutto wollten bei EG 8 bzw. 9a und da brauche ich mit der Stufe gar nicht anfangen. Ältere Bewerber mit teilweise 15-20 Jahren Erfahrung waren mit Stufe 3 zufrieden.
Ich habe die Erfahrung gemacht das diese einfach in den öffentlichen Dienst wollen und da ist ihnen das Gehalt zweitrangig.
Einen Bilanzbuchhalter habe ich vor zwei Jahren eingestellt der 55 Jahre alt ist auch der war mit EG 10 Stufe 3 einverstanden. Zwei frische BWL Studenten wollten min. 70.000EUR. Da bist du bei uns bei Abteilungsleiter mit Stufe 4.
Was ich sagen wollte dieses Mittel mit höherer Stufe musste ich nie anwenden.

BAT

Also der Finanzbedarf ist bei uns auf dem Land in jüngeren Jahren höher als ab 50 oder 58 (Haus bezahlt).  ;)

MoinMoin

Zitat von: Bubi11 in 26.01.2026 09:03Das ist die Regel und das wird auch in der Regel verhandelt. Ich bin ehrlich und hatte auch noch nie jemanden der eine höhere Stufe bekommen hat bzw. der sich beschwert hätte das er "nur" Stufe 3 bekommt. Bei meinen Gesprächen waren die Vorstellungen entweder utopisch hoch oder sie waren mit dem Entgelt bei Stufe 3 zufrieden.
Wir hatten das Problem eher mit fertigen Studenten die dann min. 60.000EUR brutto wollten bei EG 8 bzw. 9a und da brauche ich mit der Stufe gar nicht anfangen. Ältere Bewerber mit teilweise 15-20 Jahren Erfahrung waren mit Stufe 3 zufrieden.
Ich habe die Erfahrung gemacht das diese einfach in den öffentlichen Dienst wollen und da ist ihnen das Gehalt zweitrangig.
Einen Bilanzbuchhalter habe ich vor zwei Jahren eingestellt der 55 Jahre alt ist auch der war mit EG 10 Stufe 3 einverstanden. Zwei frische BWL Studenten wollten min. 70.000EUR. Da bist du bei uns bei Abteilungsleiter mit Stufe 4.
Was ich sagen wollte dieses Mittel mit höherer Stufe musste ich nie anwenden.
Bei Aufgaben kleiner EG11 brauchten wir das bisher auch nicht. Da gibt es ausreichend Bewerber, so das man dort nicht in Verlegenheit kommt.
Bei den anderen ist es eher die Regel, als die Ausnahme, wenn wir extern ausschreiben.

UNameIT

Zitat von: Modrian in 22.01.2026 14:21Steht sich der Arbeitgeber im Vergleich zum Stufenaufstieg nicht wesentlich besser, wenn er mir eine Förderung oder gar das ganze Deutschlandticket als Goddie anbietet? O.o Sind steuerfreie 69 Euro. Mein Argument wäre abgefrühstückt + private Fahrten umsonst. Der Stufenaufstieg kostet ihn 110, langfristig sogar mehr. Verstehe ich nicht. Oder übersehe ich da etwas?

Weil Jobticket und co ist gar nicht so einfach. Das geht nur für alle oder keinen. Hast du mal nachgefragt, ob dein möglicherweise neuer Arbeitgeber da nicht sowieso bezuschusst?
Auch steuerlich ist das mit dem Jobticket nicht so einfach, wie du dir das vorstellst. Selbstbezahltes Deutschlandticket kannst du in der Steuererklärung absetzen oder mit der KM-Pauschale gegenrechnen. Ein Jobticket selber ist nur unter bestimmten Voraussetzungen komplett steuerfrei - wird aber in den meisten Fällen auf deine Entfernungspauschale angerechnet oder sie entfällt ganz. Werden die Voraussetzungen nicht erfolgt wird das ganze mit 15% oder 25% besteuert. 

Mit Stufe 5 sind sie dir ja bereits entgegen gekommen. Auch wenn sie dir "nur" 1 Jahr schenken.

Abgang 2025

Zitat von: Bubi11 in 26.01.2026 09:03Das ist die Regel und das wird auch in der Regel verhandelt. Ich bin ehrlich und hatte auch noch nie jemanden der eine höhere Stufe bekommen hat bzw. der sich beschwert hätte das er "nur" Stufe 3 bekommt. Bei meinen Gesprächen waren die Vorstellungen entweder utopisch hoch oder sie waren mit dem Entgelt bei Stufe 3 zufrieden.
Wir hatten das Problem eher mit fertigen Studenten die dann min. 60.000EUR brutto wollten bei EG 8 bzw. 9a und da brauche ich mit der Stufe gar nicht anfangen. Ältere Bewerber mit teilweise 15-20 Jahren Erfahrung waren mit Stufe 3 zufrieden.
Ich habe die Erfahrung gemacht das diese einfach in den öffentlichen Dienst wollen und da ist ihnen das Gehalt zweitrangig.
Einen Bilanzbuchhalter habe ich vor zwei Jahren eingestellt der 55 Jahre alt ist auch der war mit EG 10 Stufe 3 einverstanden. Zwei frische BWL Studenten wollten min. 70.000EUR. Da bist du bei uns bei Abteilungsleiter mit Stufe 4.
Was ich sagen wollte dieses Mittel mit höherer Stufe musste ich nie anwenden.
Das ist ja krass, die Notlage der Älteren Bewerber mit Jahrelanger Erfahrung ausnutzen, weil Sie natürlich in Ihrem Alter kaum noch Chancen auf einen Job haben und darauf angewiesen sind. Klar das Die auch Stufe 3 annehmen bevor sie in Harz 4 rutschen.

MoinMoin

Zitat von: Abgang 2025 in 28.01.2026 18:55Das ist ja krass, die Notlage der Älteren Bewerber mit Jahrelanger Erfahrung ausnutzen, weil Sie natürlich in Ihrem Alter kaum noch Chancen auf einen Job haben und darauf angewiesen sind. Klar das Die auch Stufe 3 annehmen bevor sie in Harz 4 rutschen.
Wenn es keinen geeigneten Bewerber gibt, der für die Stufe 3 kommt, dann bekommen bei uns die Leute die Stufe vier und so weiter.
Natürlich nur wenn sie die entsprechenden förderliche Zeiten auch haben.
Das ist kein ausnutzen, sondern da sind dem AG die Hände gebunden und da dürfen sich alle bei dem Tarifvertrag bedanken.
Ob das eine Idee von verdi war kann ich nicht sagen, aber hier Veränderungen einzubringen, da kommt zumindest auch von verdi nichts.
im TV-V ist das mW anders geregelt.

Fettschwanzmaki

Willkommen in der kapitalistischen Verwertungslogik...  ;D

Um es mit den Worten meines Ansprechpartners aus der PA zu sagen: "Möglich ist fast alles im öD.".

Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, sofern man nicht mit Mond-Forderungen in das Bewerbungsgespräch geht.

Wird man gebraucht, ist sehr viel möglich. Ist es eine "08/15-Stelle" mit entsprechender Bewerberlage kann ich als AG auf dicke Hose machen und alles abschmettern.

Halt Angebot und Nachfrage - warum sollte der öD hier eine Ausnahme bilden?!

Edit: Zwei Dumme, ähnliche Gedanken...  ;D

Bubi11

Naja, wir nehmen tatsächlich lieber ältere Erfahrene Bewerber und ich sehe das anders. Wo jedes Unternehmen in der freien Wirtschaft diese Leute vermutlich nicht einmal zum Bewerbungsgespräch einlädt haben wir eine offene Tür. Mit ausnutzen hat das in meinen Augen nichts zu tun sondern eher das Gegenteil. Wir bieten ihnen eine Chance.
Ich bin selber so im Mittelalter und froh um jeden Erfahrenen auch wenn er vielleicht nur noch 5-10 Jahre bei uns ist.

Abgang 2025

Zitat von: Bubi11 in 29.01.2026 07:02Naja, wir nehmen tatsächlich lieber ältere Erfahrene Bewerber und ich sehe das anders. Wo jedes Unternehmen in der freien Wirtschaft diese Leute vermutlich nicht einmal zum Bewerbungsgespräch einlädt haben wir eine offene Tür. Mit ausnutzen hat das in meinen Augen nichts zu tun sondern eher das Gegenteil. Wir bieten ihnen eine Chance.
Ich bin selber so im Mittelalter und froh um jeden Erfahrenen auch wenn er vielleicht nur noch 5-10 Jahre bei uns ist.

Zitat: Selbstbewusstsein ist ok aber wenn die Forderungen im Vordergrund stehen dann passt dieser nicht ins Team. Interessant dass er dann nicht in Team passt......ich dachte es kommt auf andere Werte an in einem Team. Oder sucht Ihr eher Duckmäuser die sich fügen und den Mund nicht aufmachen. Wenn ich das schön höre passt nicht in Team....

Bubi11

Nein mit Sicherheit keine Duckmäuser. Aber wenn jemand im Gespräch das Gehalt oder irgendwelche Bonis in den Vordergrund stellt dann passt es halt nicht. Abgesehen davon das wir eh kaum Verhandlungsspielraum haben außer vielleicht eine Stufe höher oder niedriger. Das passt diesen Bewerben ohnehin nicht und sie winken gleich ab weil sie in der freien Wirtschaft deutlich mehr verdienen.

MoinMoin

Wir müssen den Menschen im VG immer erstmal erklären, was verhandelbar ist und wo die GRenzen sind. Und dann redet man darüber.
Die sagen uns ihre Grenzen und wir loten aus was geht.

Und klar gibt es Nasen die Sagen: Ich komme für das Gehalt der VZ e13/6, wenn ich nur 50% arbeiten muss.
Und tschüß

Modrian

Mal eine grundsätzliche Verständnisfrage, daher Nachfrageüberhang, Personalrat und Haushaltssicherung ausgeklammert. Kurz gesagt: Wenn man wollen würde.
WER meckert eigentlich WESWEGEN, wenn man z.b. schon bei der Ausschreibung offensichtlich übertariflich bezahlen würde oder man in der Verhandlung rein budgettechnisch tatsächlich Luft nach oben hätte?
Oder ist die einzige Argumentationsgrundlage der "Nein-Sager", dass es nunmal so im TVÖD drinsteht? ^^ Hat das überhaupt Konsequenzen?

Quereinsteiger sind meiner Erfahrung nach je nach Fachbereich nicht immer das Gelbe vom Ei und einigen Ausschreibungen würde es sehr gut tun, wenn man eine Schippe draufpacken würde. 10er Stellen scheinen ein Trauerspiel zu sein.

MoinMoin

Also im Bereich Länder haben sich die TdL Mitglieder mW verpflichtet nicht übertariflich zu zahlen. Berlin hat es mal gemacht und wurde ausgeschlossen, wenn ich es recht in Erinnerung habe.
Und dann ist da noch der Rechnungshof, der da evtl. du du du sagt.

Bei Kommunen könnte ein Verstoß gegen Kommunalrecht bestehen oder die Aufsichtsbehördern könnte da ums Eck kommen.

Ansonsten wo keine Kläger ....
aber wenn man es schon öffentlich offensichtlich ausschreibt, dann kommen da bestimmt diverse Neider um die Ecke