Lehrer bald auch in den Schulferien in die Schule?

Begonnen von Rheini, 23.01.2026 12:52

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Rheini

Neuer Vorschlag von der Schulministerien. Lehrer sollen während der Schulferien in die Schule kommen.

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Bodycount02

Zitat von: Rheini in 23.01.2026 12:52Neuer Vorschlag von der Schulministerien. Lehrer sollen während der Schulferien in die Schule kommen.

Um dort genau was zu tun?

Rheini

Zitat von: Bodycount02 in 23.01.2026 14:51Um dort genau was zu tun?

Das müsste man die Schulministerin fragen.

xap

Hortkinder betreuen (Frage für einen Freund)? Man ist ja schließlich weisungsgebunden.

PaddyB

Das muss man aber in den Kontext setzen. Das war eher als Drohung zu verstehen, dass, sofern die Arbeitszeiterfassung kommt, Lehrer einige ,,Freiheiten" aufgeben müssen.

Der komplette Artikel: https://www.fr.de/panorama/bizarrer-vorschlag-aus-nrw-lehrer-auch-in-den-ferien-in-die-schule-zr-94134729.html

HootyMcOwlface

Zitat von: xap in 23.01.2026 15:52Hortkinder betreuen (Frage für einen Freund)? Man ist ja schließlich weisungsgebunden.

Lacht in Anspruch auf amtsangemessene Beschäftigung (Urteil vom 22.06.2006 -
BVerwG 2 C 26.05)

blub1984w

Ich bin keine Lehrkraft, aber kriege doch von dem ein oder anderen Bekannten mit, dass die Schulen für viele Dinge einfach nicht ausgerüstet sind. Schreibtisch mit Pc, Drucker und Scanner...überhaupt ein Arbeitsplatz. Materialien usw ....

Dominic231

Zur Entlastung für die vor Ort Arbeit in den Ferien gibt es bestimmt eine neue speziell dafür angebotene Fortbildung oder KI. 🤣


xap

Zitat von: HootyMcOwlface in 23.01.2026 17:31Lacht in Anspruch auf amtsangemessene Beschäftigung (Urteil vom 22.06.2006 -
BVerwG 2 C 26.05)
Das kannst du auf dem Rechtsweg erstreiten, zuvor folgst du den dir gegebenen Weisungen.

Angelsaxe

Mal interessehalber: wie ist dass denn für die tarifbeschäftigten Lehrer in NRW? Haben die denn auch einfach Ferien?
Mit der Berufung in das Beamtenverhältnis erlischt ein Arbeitsverhältnis zum Dienstherrn.

PushPull

Zitat von: PaddyB in 23.01.2026 16:05Das muss man aber in den Kontext setzen. Das war eher als Drohung zu verstehen, dass, sofern die Arbeitszeiterfassung kommt, Lehrer einige ,,Freiheiten" aufgeben müssen.

Der komplette Artikel: https://www.fr.de/panorama/bizarrer-vorschlag-aus-nrw-lehrer-auch-in-den-ferien-in-die-schule-zr-94134729.html

Sehe ich genau so. Unverblümt sagt Frau Feller: "Wenn ihr weiter fordert, was Euch zusteht, überlege ich mir vielleicht was, das Euch nicht so gut gefällt."

Woanders gibt es ein Konzept, das sich "Vertrauen" nennt. Fände ich gerade bei Beamten (hierzu zählt ja die deutliche Mehrheit der Lehrkräfte) noch mal ein besonderes Konzept. Meine Frau arbeitet bspw. 100% im Home Office und trägt ihre geleisteten Stunden im Online Portal ein. Bremen z.B. erprobt gerade eine niederschwellige Erfassung per App für Lehrkräfte. So viel Vertrauen muss schon da sein.

Eine Schulleitung kann dann ja immer noch Zweifel anmelden und etwas genauer forschen, ob das so plausibel ist.

photosynthese

Interessant ist, dass diese Drohung von Frau Feller ja impliziert, dass Lehrkräfte keine oder nur wenige Überstunden machen würden.

Meine Erfahrung ist, dass selbst bei guter Zeiteinteilung mit einem Korrekturfach und einzelnen weiteren Aufgaben außerhalb der Ferien so viele Überstunden anfallen, dass man sie mindestens in den Ferien "abfeiert", um halbwegs ausgeglichen zu sein. Für freie Ferien hat man außerhalb der Ferien gewöhnlich eine Sechstagewoche.

Rechnerisch werden Kolleginnen und Kollegen mit Erfahrung damit auch auf das Jahr gerechnet  ungf. in einer dienstüblichen Arbeitszeit landen, mit einer Tendenz zu Überstunden, aber nicht im gleichen Maß wie etwa bei der Polizei. Das Problem des Berufs ist vor allem die ungleiche Verteilung von extremen Be- und spürbaren Entlastungsphasen, verbunden mit dem Gefühl, nie wirklich "fertig" zu sein: Man wechselt ständig zwischen extremen Belastungsphasen, in denen 60 Stunden pro Woche durchaus regelmäßig vorkommen (insb. in Korrekturphasen) und auch Tageshöchstarbeitszeiten ignoriert werden (etwa seitdem Elternsprechtage nicht mehr tagsüber angelegt sind, sondern nachmittags/abends mit vorangehendem Unterricht) und bremst von dort massiv ab, um dann wieder extrem hochzufahren.

Kurz: Sie kann damit drohen. Wenn man Arbeitszeiterfassung konsequent umsetzt, wird sich m.E. aber nichts an den Ferien ändern können, weil die Arbeitszeit, die man in den Ferien weniger arbeitet, auf jeden Fall "angespart" wurde. Wenn dann auch noch Ausgleichstage gedeckelt würden, haben wir irgendwann mal die Situation, dass tatsächlich nicht alle Klassenarbeiten für die Halbjahres- oder Versetzungszeugnisse korrigiert sind, was bisher eigentlich nie vorkommt. Und dann?

PushPull

Sie weiß meiner Meinung nach genau um dieses Verhältnis. Darum ist das auch absoluter Quatsch. Man male sich aus, Lehrkräfte müssen Urlaub in den Ferien einreichen und erkranken dann. Dann möchte ich die Schulen sehen, wenn ich die Grippe-Woche als Urlaub in der Schulzeit nachhole. Erhebungen, zumindest für Gymnasien, stellen schon seit Jahrzehnten heraus, dass Lehrkräfte trotz (!) Ferien zu viel arbeiten. Das heißt, hier werden die Schulwochen nicht einmal durch Ferien und Urlaubsanspruch in den Ferien ausgeglichen.

Es ist auch verrückt, wenn plötzlich Arbeitsstättenverordnungen in den Fokus kommen. Hier muss die Schule ja dann ausreichend Arbeitsplätze anbieten, die ergonomisch ausgestattet sind. Hier werden dann auch die Schulträger rebellieren, da Lehrkräfte Landesbeamte sind, aber an Dienstorten der kommunalen Schulträger eingesetzt werden. Man sehe sich die Streiterei zur Ausstattung von Lehrkräften mit Arbeitsgeräten (Danke für das 32GB iPad mit Mini-Bildschirm) an.