Eingruppierung TVV (Hilfe?)

Begonnen von dernochgefehlthat, 30.01.2026 01:33

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dernochgefehlthat

Servus zusammen,

Ich versuche es möglichst kurz zu fassen. Sicherlich bin Ich nicht der erste der das Gefühl hat falsch eingruppiert zu sein.
Folgende Ausgangslage:

Seit 9 Jahren in der Ver- und Entsorgung tätig. Seit 4 Jahren im ÖD. Vorerst im Klärwerk beschäftigt gewesen in der EG 5. 1 Jahr später wurde erkannt, dass Ich wesentlich mehr zu bieten habe als handwerkliche Kenntnisse. Mir wurde Angeboten als Technischer Sachbearbeiter tätig zu sein, sprich ich solle neue Tätigkeitsmerkmale ausfüllen bzw. erfüllen. Wir haben eine Zuständigkeitsmatrix in der klar hervorgeht, wer für was Verantwortlich ist.
Ich führe eigenständig das Indirekteinleiterkataster (Erfassung und Erhebung//  Überwachung// Auswertung// Ansprechpartner// komplexe Einzelfallentscheidungen// Entwässerungspläne genehmigen).
TV-Untersuchungen werte Ich aus, vergebe eine Zustandsklasse mit Renovierungs- oder Neubauempfehlung (dabei erfolgt die Auswertung nicht nach einem Punktesystem, sondern nach freiem Wissensstand mit bestem Gewissen und Codes).
Ich bin Ansprechpartner für Grundwasserabsenkungen bzw. Bauwasserhaltungen und Höchstdruckwassestrahlarbeiten, (weise einen Einleitpunkt aus dem städtischen GIS zu also Spartenauskunft// ermittle die höchstzulässige Menge des Mediums in liter/Sekunde// achte auf die Einhaltung der EWS// schließe eine Sondervereinbarung mit dem Antragsteller// kommuniziere mit den Ordnungsbehörden).
Ich arbeite gelegentlich im Kanalbetrieb mit in der Grundstücksentwässerung (Dichtheitsprüfung vor Ort überwachen// Hausakt// Abnahmeprotokoll für das Bauvorhaben// o.ä.).

Ich habe keinen Bachelor oder Master. Ich bin neurodivergent (leichtere Form--Asperger) und daher kann Ich mir bestimmte Dinge viel schneller und besser Merken wie andere normale Menschen die neurotypisch lernen. Ich wirke nach außen wie ein normaler Mensch. Der Nachteil Ich kann mich selbst nicht durchsetzen und kann das auch ärztlich nicht beweisen, da Ich Angst vor Ablehnung habe. Ich wurde in die EG6 eingruppiert, die Zulage für Schmutz wurde natürlich gestrichen (rechtmäßig), so habe Ich ein höheres Maß an Verantwortung und effektiv nur knapp 10 Euro mehr in der Geldbörse. Mein nächster Weg sollte eigentlich Ver.di sein und der Personalrat. Ich möchte meinen Chef nicht schlecht ins Licht rücken bzw. falsch dastehen lassen. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir einen Tipp geben bzgl. besserer Argumentation?

Danke für eure Hilfe.

Organisator

Erfolgversprechend ist hier das Gespräch mit dem AG, im Sinne von: Ich will mehr leisten und mehr Geld bekommen, was können wir tun.

Wenn du Zweifel an der Eingruppierung hast wäre der erste Schritt, deine übertragenen Tätigkeiten (das was du machen sollst, nicht, was du tatsächlich machst) mit den Tätigkeitsmerkmalen abzugleichen und zu einer eigenen Rechtsmeinung zu kommen.

Sollte die zu einer anderen Eingruppierung führen, wäre ein Gespräch mit dem Stellenbewerter sinnvoll um zu schauen, wo es unterschiedliche Meinungen gibt.

Wenn das nicht zu deiner Zufriedenheit läuft wäre der nächste Schritt eine Eingruppierungsfeststellungklage, in der du das Gericht überzeugen musst, warum deine Meinung zur Eingruppierung zutreffend ist.

dernochgefehlthat

Hallo und danke für deine Rückmeldung. Ich war gestern beim PR und habe die Matrix zusammen mit meinem aktuellen Arbeitsvertrag und einer echten neuen Stellenbeschreibung vorgelegt.

Die Antwort war ziemlich eindeutig, diese Tätigkeiten gehören nicht in die EG6. EG7 ist schon unterste Grenze für diese Tätigkeit. Ich werde am Montag nochmal mit meinem Vorgesetzten sprechen und soll Ihm einen schönen Gruß ausrichten. Er soll die Stelle nochmal in der Steuerungsunterstützung vom Hauptamt prüfen lassen, i.d.R. machen diese Prüfungen für VKA nicht TVV. Ggf. muss die Stelle auch durch einen externen Stellenprüfer bewertet werden.
Ich werde dem ganzen Nachdruck verleihen, das bei Ver.di ebenfalls prüfen lassen und das Ergebnis vorlegen. Ein Stichwort hier wäre der "sonstige Tarifbeschäftigte" mit Ingenieursaufgaben in der durchaus eine EG9 bis EG11 möglich ist auch ohne höheren Bildungsabschluss.

Ich werde mit dem Bewerter direkt sprechen und mir deinen Rat zu Herzen nehmen, danke.

Organisator

Wobei es aber auch darauf ankommt, ob der AG überhaupt höherwertige, sprich besser bezahlte Aufgaben übertragen will (siehe mein erster Satz im Vorposting).

Wenn der AG das nicht möchte, dann hilft auch die Meinung des PR nix. Daher wäre meine wiederholte Empfehlung, immer erstmal mit dem AG zu sprechen, statt mit irgendwie "Nachdruck" zu kommen. Das sollte man sich für später aufheben (wenns überhaupt sinnvoll ist und auch die Meinungen der Interessenvertretungen qualitativ taugen)

dernochgefehlthat

Die Aufgaben sind seit dem 10.2024, also mit der Höhergruppierung ohne die Stellenprüfung (2024) vollständig mit Schlagwort Zuständig in der Matrix übertragen worden. Das "Ich will mehr leisten", ist also "Ich leiste bereits höherwertige Aufgaben" und das auch offziell durch die Matrix. Nachfrage beim Bewerter (Steuerungsunterstützung) ergab, dass er noch keine Stelle mit TVV bewertet hat und wenn es zu exotisch ist, er das auch nicht machen würde. Wir sind ein Eigenbetrieb und die einzigen bei uns in der Stadt die den TVV haben.

Nach dem Gespräch mit meinem Vorgesetzen melde Ich mich nochmal zurück, hat heute schon volle Terminplanung.

Organisator

Also verstehe ich das wie folgt richtig:
- dir wurden höherwertige Aufgaben übertragen
- du wurdest höhergruppiert
- du meinst, dass du eine noch höhere Entgeltgruppe erhalten müsstest.

Wenn dem so ist, solltest du dir anhand der Entgeltordnung und des für dich zutreffenden Teils einen Überblick über die anzuwendenden Tätigkeitsmerkmale verschaffen. Dann können wir hier mal diskutieren, welche Tätigkeitsmerkmale erfüllt sind, welche nicht, und welche Eingruppierung sich daraus ableiten ließe.

Daraus ließe sich dann eine Argumentation gegenüber deinem AG entwickeln. Hilfreich ist natürlich auch immer die direkte Führungskraft mit ins Boot zu holen, die aber nach meiner Erfahrung kaum Einflussmöglichkeiten hat.