Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion II

Begonnen von Rowhin, 16.01.2026 17:02

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Hannes009

#375
Sorry falscher Thread.. ^^

Faunus

Antwort auf "falschen thread" drüber "mit Beamte arbeiten 41 Stunden im TVÖD-Gebiet und ob die Länder das dann auch wollen."

Es geht in 1. Linie beim TV-L vum die Tarifbeschäftigte der Länder und da ist z.B. in Bayern 40 h (gilt auch für bayer. Beamten) festgelegt, wöhrend die TB im TVöD (Bund und Kommunen/VKA) eine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit im Durchschnitt von 39 Stunden haben.
Also weniger Geld und mehr AZ im TV-L.


Faunus

Zitat von: MoinMoin in Heute um 09:27Ganz einfach:
Wir wollen nicht mehr und nicht weniger, als die Kollegen beim Bund/Kommune.

Das ist eine Forderung und kein Argument.


Zitat von: MoinMoin in Heute um 09:27Leider werden die Mitglieder - wie immer - dann doch zustimmen und sie und die Mitläufer werden dann weiter rumjaulen und es wird sich nichts an ihrer Situation ändern.


Ja! Und die einen klopfen sich auf die Schulter & die anderen trocknen ihre Tränen.

Ingenieur007

Zitat von: Faunus in Heute um 09:10Welche Argumente für eine allg. ordentliche Erhöhung gibt es den aktuell sonst noch?

Sind doch etliche Landtagswahlen. Tarifrunden im Wahljahr sind für Regierungen unangenehm. Wahljahre sind für Gewerkschaften ein Machtfaktor. Auch wenn es wieder systematisch heruntergespielt wird. Ich denke schon dass es ein Faktor ist.

Verdimmtnochmal

Streikaufruf in Dortmund. "Gemeinsam gegen einen öffentlichen Dienst 2. Klasse"

Auf der anderen Seite aber schon zweitklassig fordern (TVÖD 8%, min 350€)
Im Nahverkehr wird sogar schon von Verdi 12% gefordert.

Und dann gibt's den TV-L  mit 7% Forderung.
Mit niedrigeren Forderungen wird man wohl kaum mehr bekommen, als einen Öffentlichen Dienst 2. Klasse

Von der Arbeitszeit je nach Bundesland muss man ja auch garnicht erst anfangen, steht ja schließlich auch garnicht zur Debatte.

UNameIT

Zitat von: sebbo83 in 30.01.2026 14:01Herjeh, wo bist du denn falsch abgebogen? Natürlich arbeiten wir - und andere öffentlichen Einrichtung - gerade sehr intensiv an richtigen KI-Projekten/Lösungen und wir haben auch schon valide Daten für eine Zeitersparnis. 12 Stunden KI-Batch versus 2 Monate Arbeit von 3 Sachbearbeitern. Das ist keine Blase - wer in der Blase lebt sind die - die genau solche Beiträge formulieren (vermutlich in der Hoffnung, nicht ersetzt zu werden, oder warum auch immer - vielleicht keine Ahnung, keine Projekte?!)

KI ist ein tolles Werkzeug und in vielen Fällen sorgt es für Zeitersparnis allerdings kann KI noch keine komplexen Probleme lösen. Wenn irgendwann das Problem mit den Halluzinationen gelöst ist, dann kann man mit KI auch Arbeitsplätze ersetzen, bis dahin schreiben die MA vielleicht den Bescheid nicht mehr, müssen ihn aber auf Richtigkeit überprüfen. Ob das so viel Zeit spart ?! Es gab letztens erst eine Studie, das um die 40% aller KI-Antworten erfunden sind. Warum? Weil ein LLM statistisch plausible Wortketten aneinander reiht - ob wahr oder falsch. Somit muss jede KI-Antwort im beruflichen Kontext auf ihre Richtigkeit überprüft werden. (Ja im Privaten auch, aber wir reden hier von Arbeitsplätzen)

Es gibt tatsächlich sogar schon Unternehmen, die einen Teil der Mitarbeiter zurückgeholt haben, die "wegen KI" entlassen wurden. Es gibt eine Studie von Scale AI und AI Safety, die besagt das nur 3% der Aufgaben, die im Arbeitsalltag anfallen, von KI zuverlässig übernommen werden kann.


Faunus

Zitat von: Ingenieur007 in Heute um 11:00Sind doch etliche Landtagswahlen. Tarifrunden im Wahljahr sind für Regierungen unangenehm. Wahljahre sind für Gewerkschaften ein Machtfaktor. Auch wenn es wieder systematisch heruntergespielt wird. Ich denke schon dass es ein Faktor ist.

Das ist aber eher ein Argument gegen einen ordentlichen Abschluss, denn ca. über 90% der Wahlberechtigten sind nicht im ÖD beschäftigt und damit eher gegen zu hohe Ausgaben im Personalbereich des ÖD.

NelsonMuntz

Zitat von: Faunus in Heute um 13:07Das ist aber eher ein Argument gegen einen ordentlichen Abschluss, denn ca. über 90% der Wahlberechtigten sind nicht im ÖD beschäftigt und damit eher gegen zu hohe Ausgaben im Personalbereich des ÖD.

Jipp! Der Politiker, der das große Füllhorn über die Beschäftigten des (im ganzen Lande hochbeliebten) öffentlichen Dienst ausschüttet, kann sich breiter Zustimmung, und vielleicht sogar der ein oder anderen (von glücklichen Bürgern veranstalteten) Parade gewiss sein. ;)

Nä, Wahlen sind eher hinderlich für einen guten Abschluss.

Ingenieur007

Das denke ich nicht. Gewerkschaften können Wahljahre sinnvoll nutzen um öffentlichen Druck zu erhöhen. Die Länder reagieren durchaus auf Stimmungsbilder wenn Gewerkschaften klug agieren. Öffentliche Meinung aktiv und klug zu bespielen ist eben ein wichtiger Punkt. Vergleiche mit dem TVöD: ,,Warum sind Beschäftigte der Länder weniger wert? Hier besteht noch erheblicher Spielraum für Gewerkschaften die gefühlt wieder mal viel zu brav auftreten.

Man kann es doch kurz fassen: Ein ordentlicher Tarifabschluss im TV-L ist keine Sonderbehandlung für eine kleine Gruppe, sondern eine Investition in die Leistungsfähigkeit des Staates — und damit in das, was die Mehrheit der Bürger täglich braucht.

Oder wie es derzeit auf Wahlplakaten hier am Ort zu lesen ist: Bildung kostet. Keine Bildung kostet mehr.

Dann soll sich Politik gerne mal ehrlich machen und den Geldbeutel öffnen. 

Warnstreik

Zitat von: Verdimmtnochmal in Heute um 11:05Streikaufruf in Dortmund. "Gemeinsam gegen einen öffentlichen Dienst 2. Klasse"

Auf der anderen Seite aber schon zweitklassig fordern (TVÖD 8%, min 350€)
Im Nahverkehr wird sogar schon von Verdi 12% gefordert.

Und dann gibt's den TV-L  mit 7% Forderung.
Mit niedrigeren Forderungen wird man wohl kaum mehr bekommen, als einen Öffentlichen Dienst 2. Klasse

Von der Arbeitszeit je nach Bundesland muss man ja auch garnicht erst anfangen, steht ja schließlich auch garnicht zur Debatte.

Hohe Forderungen haben nichts mit dem Abschluss zu tun. Im TV-L wäre man mit der Forderung für 12% für 12 Monate doch zu Recht belächelt worden. Auch die 7% wird es nicht geben - weiß auch jeder. Wichtig ist, dass man den Rücken bei seiner Mindestforderung gerade hält - und die kennt nur das Verhandlungsteam.

Kaspar

Zitat von: Warnstreik in Heute um 14:04Hohe Forderungen haben nichts mit dem Abschluss zu tun. Im TV-L wäre man mit der Forderung für 12% für 12 Monate doch zu Recht belächelt worden. Auch die 7% wird es nicht geben - weiß auch jeder. Wichtig ist, dass man den Rücken bei seiner Mindestforderung gerade hält - und die kennt nur das Verhandlungsteam.

Dann muss der TV-L damit rechnen, dass einige in den TVöD abwandern. Warum soll man für die gleiche Tätigkeit, weniger Geld hinnehmen. Es ist auch ein Wettbewerb zwischen den Tarifverträgen. Wenn sich da die Schere zu weit auftut, sehe ich beim TV-L abgedeckten Tätigkeiten noch einen größeren Fachkräftemangel auf alle Bereiche zukommen.

CK7985

Zitat von: Kaspar in Heute um 15:31Dann muss der TV-L damit rechnen, dass einige in den TVöD abwandern. Warum soll man für die gleiche Tätigkeit, weniger Geld hinnehmen. Es ist auch ein Wettbewerb zwischen den Tarifverträgen. Wenn sich da die Schere zu weit auftut, sehe ich beim TV-L abgedeckten Tätigkeiten noch einen größeren Fachkräftemangel auf alle Bereiche zukommen.

Das sind doch Scheinargumente der Gewerkschaften.
Echten Wettbewerb gibt es doch im ö.D. gar nicht.
Schon allein deshalb, weil keine gewinn- und innovationsgetriebenen Unternehmen dahinter stehen, die sich dem internationalen Wettbewerb stellen müssen.
Ob jemand vom TV-L zum TVÖD abwandert, ist insbesondere den Führungskräften doch Wurst.
Der AG-Seite ist es doch im Grunde völlig egal, wie viel Personal die gesetzliche übertragen Aufgaben stemmen muss.
Genau deshalb sind Streiks im ö.D. aus meiner Sicht weitgehend sinnlos ohne durchschlagende Wirkung.
Wenn in einem Industriekonzern tagelang die Bänder still stehen oder Flugzeuge nicht abheben, entstehen enorme wirtschaftliche Schäden, die Handlungsdruck auslösen aber im ö.D.?
Wow der Müll wird 1-2 Tage später geholt, die KITA hat mal zu und der ÖPNV steht mal still.
Auch das tangiert die AG-Seite wirtschaftlich nicht und persönlich haften tut auch keine Person mit Verantwortung.
Diese drei Verhandlungsrunden sind ein Theaterstück, eine Inszenierung und am Ende steht der bereits zu Beginn feststehende Kompromiss.
Man könnte sich diesen "Marathon" sparen und direkt zum Abschluss kommen.
Oder noch besser die Erhöhungen zukünftig einfach an die Inflation oder das TVÖD-Ergebnis koppeln bzw. gleich gemeinsam "verhandeln".

Warnstreik

Zitat von: Kaspar in Heute um 15:31Dann muss der TV-L damit rechnen, dass einige in den TVöD abwandern. Warum soll man für die gleiche Tätigkeit, weniger Geld hinnehmen. Es ist auch ein Wettbewerb zwischen den Tarifverträgen. Wenn sich da die Schere zu weit auftut, sehe ich beim TV-L abgedeckten Tätigkeiten noch einen größeren Fachkräftemangel auf alle Bereiche zukommen.

Das stimmt doch auch - aber eine Kampagne wie von MoinMoin beschrieben "Wir gleichen uns jetzt dem TvöD direkt an und von da an im Gleichschritt" ist derzeit nicht durchzusetzen. Eine Verhandlung führst du immer aus dem Status Quo - und sollte man da z.B. für 12 Monate (auch rückwirkend) 3% bekommen, wäre das derzeit wirklich gut. Auch 6 oder 7% für 24 Monate wären super. Ich denke, dass viele schon halbwegs glücklich wären, wenn man den Abschluss des TvöD erreicht. Die Annährung muss man dann mal über kürzere Laufzeiten erreichen, sodass man mal vor die Lage kommt statt nur hinterherzuhinken. Daher:
- kurze Laufzeiten mit stabilen Prozenten
- Ergebnisse immer rückwirkend.
Nur so kann man es schaffen mal wieder ranzukommen.

Fairerweise muss man aber sagen, dass die wirkliche Konkurrenz zwischen TV-L und TVöD oft "nur" in und um die Stadtstaaten herum existiert. Das zu ändern hätten eben diese Stadtstaaten ganz alleine in der Hand.

NelsonMuntz

Zitat von: Ingenieur007 in Heute um 14:02Das denke ich nicht. Gewerkschaften können Wahljahre sinnvoll nutzen um öffentlichen Druck zu erhöhen. Die Länder reagieren durchaus auf Stimmungsbilder wenn Gewerkschaften klug agieren. Öffentliche Meinung aktiv und klug zu bespielen ist eben ein wichtiger Punkt.

Da hat aber jemand noch großes Vertrauen und Hoffnung in die Kompetenz der Gewerkschaft und den Solidaritätsgedanken ganz allgemein ;)

Ernsthaft: Den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Lande stehen in den kommenden Jahren nicht unerhebliche Steigerungen der SV-Beiträge ins Haus (Zahnarzt soll als Leistung vielleicht komplett entfallen) und die im Wahlkampf versprochene Entlastung bei der EkSt wird auch nicht kommen. Die Unternehmen im Land halten sich bei Einstellungen zurück und die Arbeitslosenquote steigt auf ein 12-Jahreshoch. Die Stimmung ist schlecht. Ein großer Schluck aus der ohnehin nur über Schulden gefüllten Pulle wird im Wesentlichen Unverständnis ernten. Da gibt's leider keinen Blumentopf zu gewinnen.


Oliver1976

Wir haben intern eine extreme Konkurrenzsituation. Bei einem kombinierten Forschungsbetrieb zwischen Universität und z.B. Fraunhofer. Da kann man nicht mehr vermitteln, wieso ein MA als UNI-MA im gleichen Forschungsprojekt bei gleichem Arbeitspensum x-Tausend Euro weniger verdienen soll, als sein Kollege, der nach TVöD bezahlt wird.