Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion II

Begonnen von Rowhin, 16.01.2026 17:02

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Pädi07

Ich denke nicht, dass etwas rückwirkend erhöht wird. Frühester Zeitpunkt ist meiner Meinung nach ca. März/April. Da gibts dann 2,x %. Und dann wieder im März 2027 2,x%.
Wahrscheinlich wird die JSZ auf die ursprünglichen Niveaus zurückgesetzt. Also ab Ende 2027 gibt es wieder 35% / 50% etc.
So können AG und Verdi eine Erhöhung der JSZ als massiven Pluspunkt verkaufen und zusätzlich mit den Prozenten "verrechnen". Aus bspw. 2,1% werden dann 2,27% und das für immer und für alle. Mit anteilig höherem Gewinn für die unteren EG. Das ist Politik-Wording das alle glücklich macht. Und das billig erkauft.

Aleksandra

Zitat von: Rowhin in Gestern um 09:36Aber eben dort, wo sich Leute für den öD entscheiden - meist ja aus guten, nachvollziehbaren Gründen, und nicht aus Naivität, wie ich hoffe - müssen die Länder konkurrenzfähig bleiben - oder zumindest nicht allzuweit abgehängt.
Wer aus der PW in den ÖD wechselt, dem ist es in der Regel egal, ob das Bund, Kommune oder Land ist. Als Außenstehender blickt man ohnehin durch die ganzen Tarifkonstrukte nicht durch. Ob man im TVL, im TVÖD, TVV oder sonstwo drin steckt, wird man in der Regel erst erfahren, wenn man sich näher mit der Stelle beschäftigt hat. Wer in den ÖD geht, der tut dies aus verschiedensten Gründen (z.B. Arbeitsplatzsicherheit, vermeintlich weniger Stress, bessere Vereinbarkeit mit Familie, etc). Klar, das Geld muss da auch irgendwo stimmen. Aber ob man als E11 dann 81k (TVÖD) oder 77k (TVL+3%) bekommt, das ist bei der Jobwahl dann doch zweitrangig.
Über solche Sachen regt man sich erst auf, wenn man schon ein paar Jahre im ÖD tätig ist und weiß, dass man selbst wahrscheinlich nicht mehr wechseln wird...
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 2,33%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,4% - Verdi 3,00%
2026/7: Inflation 2,75% - Verdi 3,99%

troubleshooting

Nunja, aber auch mit der Stufe 6 belohnt man Absitzen.
Und, auch viele in den kleinen und mittleren EGs fahren, wie allgemein Dienst nach Vorschrift.
Motivierte Mitarbeiter, bei welchen sich das Arbeitsverhältnis in Jahren bemisst?

Nun, den Yeti soll man auch schon gesehen haben.

Wobei es mich auch bei jeder Tarifrunde gewundert hat, dass sich grad zB der BTB so die Butter vom Brot nehmen lässt, wo er doch viel mehr höhere EGs vertritt, als Verdi.


LogiJöw

Meines Erachtens wird nur ein Minimum kommen, das sehe ich bei 2,0% für dieses und 1,8% für nächstes Jahr. Alles andere wird in den Orkus gehen, keine Anpassung JSZ, keine stufengleiche Höhergruppierung, kein Zusatztag Urlaub, keine Wahlmöglichkeit bzgl. 42 Stunden, keine Wahl anteilig Urlaub statt JSZ, auch wenn vielleicht nicht alles zur Debatte steht/stand. Und für Hamburg wird Dressel sich wieder schlapplachen.

Aleksandra

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 10:42JSZ könnte ein Thema für die Arbeitgeber sein
ich gehe da nicht mal unbedingt von aus. Im Gegensatz zum TVÖD sind im TVL deutlich mehr Leute in den höheren EG eingruppiert. Die Anpassung der JSZ würde dem TVL-AG demnach also sehr viel teurer kommen.
Ein Sockel-/ oder Mindestbetrag ist im TVL für den AG hingegen recht günstig zu haben.

Also ich bin wirklich gespannt, inwiefern man im TVL das Thema JSZ anpackt. Das ist für mich die große unklare Variable. Von den reinen face value Prozenten her sollten wir keine große Differenz zum TVÖD erwarten.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 2,33%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,4% - Verdi 3,00%
2026/7: Inflation 2,75% - Verdi 3,99%

troubleshooting

Zitat von: Aleksandra in Gestern um 11:33Wer aus der PW in den ÖD wechselt, dem ist es in der Regel egal, ob das Bund, Kommune oder Land ist. Als Außenstehender blickt man ohnehin durch die ganzen Tarifkonstrukte nicht durch...

Wer geht denn so naiv eine doch recht weitreichende vertragliche Bindung ein? Anders ausgedrückt, man sollte sich schon ein wenig informieren, wer der potentielle AG ist und auf welcher Grundlage er zahlt. Und grad im ÖD ist es einfach, sich dann die Tabellen anzuschauen. Ganz ehrlich, ein klein wenig Mühe darf man sich schon machen und, wer es nicht versteht, fragt halt nach.

Rowhin

Zitat von: Aleksandra in Gestern um 11:33Wer in den ÖD geht, der tut dies aus verschiedensten Gründen (z.B. Arbeitsplatzsicherheit, vermeintlich weniger Stress, bessere Vereinbarkeit mit Familie, etc). Klar, das Geld muss da auch irgendwo stimmen. Aber ob man als E11 dann 81k (TVÖD) oder 77k (TVL+3%) bekommt, das ist bei der Jobwahl dann doch zweitrangig.

Auch zweitrangige Gründe können zu Entscheidungen führen, wenn alle anderen Faktoren gleich sind. Ich kann natürlich nicht sagen, wieviele potenzielle Kolleginnen und Kollegen gar nicht erst bei uns landen, weil sie sich gleich nur in die anderen Tarifverträge bewerben.

Aber wie oben beschrieben kann ich sehr wohl sagen, wieviele Kolleginnen und Kollegen wir in Richtung Bund und Kommunen verlieren. Da scheinen also solche vermeintlich geringen Unterschiede durchaus ausschlaggebend.

WikingerBrot

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 10:25Ich erwarte ein Ergebnis, was von den Prozenten sehr nah am TVöD Ergebnis ist, aber 0 JSZ Anpassungen beinhaltet. Uu wird der Garantiebetrag höher ausfallen, da es dem TV-L weniger weh tut.
Mit großen taram taram wird dann auch noch die Stufengleiche HG als Erungenschaft gefeiert.

Alles natürlich am 4. Tag, da man so hart verhandeln musste.

01.10.2025: keine Erhöhung (9 Monate "Nullrunde")
01.06.2026: +3,0%, mindestens 200 €
01.05.2027: +2,8%



Wow also das ist ja sehr optimistisch "mindestens 200 Euro"

dregonfleischer

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 10:42Mit dem Ergebnis braucht aus den Verhandlungen niemand rauskommen. Vor allem die vermeintlich lange Laufzeit und die Nullrunden sind ein No-Go. Mit den Prozenten kann ich leben:

1.11.25 2,x % rückwirkend
1.10.26 3%

Laufzeit bis 30.10.27

Somit würde man zeitlich wieder ein wenig zum TVöD aufholen. Andere Sonderlocken nimmt man nebenbei natürlich gerne mit, JSZ könnte ein Thema für die Arbeitgeber sein, die Stufengleiche Höhergruppierung ein billiges Gimmick für die Arbeitnehmer.
Billiges gimmick ist gut gibt viele die warten zb in der 8 6 das sind mehrere hundert euro im monat mehr

MoinMoin

Zitat von: troubleshooting in Gestern um 11:41Wer geht denn so naiv eine doch recht weitreichende vertragliche Bindung ein? Anders ausgedrückt, man sollte sich schon ein wenig informieren, wer der potentielle AG ist und auf welcher Grundlage er zahlt. Und grad im ÖD ist es einfach, sich dann die Tabellen anzuschauen. Ganz ehrlich, ein klein wenig Mühe darf man sich schon machen und, wer es nicht versteht, fragt halt nach.
Wie viele Bewerbungsgespräche >EG9 hast du begleitet? Man muss sich wundern.....kann ich dir nur sagen.

Zinc

Zitat von: Rowhin in 02.02.2026 17:41Längst nicht nur da, eigentlich in allen (Universitäts-)Städten ab einer bestimmten Größe. Wir verlieren hier in München oft Personal von der Uni zu den Außeruniversitären Forschungseinrichtungen und noch mehr an die Stadt München.

Und ich spreche hier eben nicht von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern - die halten wir tatsächlich gut - sondern vom Verwaltungspersonal.

Also intern vom Buschfunk wird die Abwanderung zum TVöD nicht wirklich als Problem gesehen, zumindest auf Arbeitgeberseite. Die Anzahl der Stellen, wo Angestellte tatsächlich dieselbe Arbeit nur bei unterschiedlichen Arbeitgebern im ö. D. verrichten, sei wohl marginal. Wenn am Ende der Verhandlung eine 2 vor dem Komma stehen wird, können wir uns wohl schon glücklich schätzen. Eine Angleichung zum TVöD muss ja unabhängig von den finanziellen Mitteln auch gewollt sein.

sebbo83

https://www.n-tv.de/panorama/So-verhoehnt-man-bibbernde-Steuerzahler-id30318286.html

Die Forderungen von Verdi stammen aus einer Parallelwelt, in der die Lehren von Volks- und Betriebswirtschaft unbekannt sind. Die Gewerkschaft und die egoistischen Streikenden offenbaren: Die meisten im Land haben noch immer nicht erkannt, dass Deutschlands fette Jahre vorbei sind und so schnell nicht wiederkommen werden. Und dass überzogene Lohnforderungen Teil der Spirale sind, die sich dreht und dreht und dreht.

Ich gehe von 2,X im ersten Jahr - frühsten April aus. Mindestbetrag vermutlich weniger als 150 €. Ich mag den Mindestbetrag ohnehin nicht. Ja, vielleicht wird was an der JSZ gedreht.
Im zweiten Jahr glaube ich nicht mehr als 1,X. Ich könnte es mir sehr gut vorstellen, dass keine 2 vor dem Komma stehen wird. TV-L verhandelt halt ein Jahr zu spät, das gehört zur Wahrheit/zum Ergebis dazu.

Aleksandra

Zitat von: sebbo83 in Gestern um 13:10https://www.n-tv.de/panorama/So-verhoehnt-man-bibbernde-Steuerzahler-id30318286.html

Die Forderungen von Verdi stammen aus einer Parallelwelt, in der die Lehren von Volks- und Betriebswirtschaft unbekannt sind. Die Gewerkschaft und die egoistischen Streikenden offenbaren: Die meisten im Land haben noch immer nicht erkannt, dass Deutschlands fette Jahre vorbei sind und so schnell nicht wiederkommen werden. Und dass überzogene Lohnforderungen Teil der Spirale sind, die sich dreht und dreht und dreht.


Ganze zehn Absätze wo man sich über die vollkommen überzogenen Gewerkschaftsforderungen und deren Realitätsferne beschwert. Und im gesamten Text findet sich auch nicht nur ein mal eine konkrete Zahl aus dieser Forderung...

Zu Deinen Erwartungen: Mindestbeitrag bei 150 wäre schon recht viel. Beim TVÖD waren es nur 110 EUR. Aber durchaus denkbar, dass man im TVL etwas höher geht als die 110 EUR, einfach weil die unteren EG im TVL mehr verdienen als im TVÖD.
2,x und 1,x in 24 (+) Monaten wär aber als absolute Frechheit zu werten. Damit läge man deutlich unter dem TVÖD Ergebnis
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 2,33%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,4% - Verdi 3,00%
2026/7: Inflation 2,75% - Verdi 3,99%

Warnstreik

Zitat von: sebbo83 in Gestern um 13:10https://www.n-tv.de/panorama/So-verhoehnt-man-bibbernde-Steuerzahler-id30318286.html

Die Forderungen von Verdi stammen aus einer Parallelwelt, in der die Lehren von Volks- und Betriebswirtschaft unbekannt sind. Die Gewerkschaft und die egoistischen Streikenden offenbaren: Die meisten im Land haben noch immer nicht erkannt, dass Deutschlands fette Jahre vorbei sind und so schnell nicht wiederkommen werden. Und dass überzogene Lohnforderungen Teil der Spirale sind, die sich dreht und dreht und dreht.

Was für ein dämlicher Kommentar - bescheuert, selbstgerecht und großteils inhaltlich falsch. (natürlich streikt auch das Klinikpersonal in Krankenhäusern und natürlich darf JEDER Arbeitnehmer streiken, das ist sein in der Verfassung verbrieftes Recht)
Aber was erwartet man auch von einem RTL-Sender :-)

ignaz

Die Medien interessieren sich sowieso nicht für Details. Für fast alle nicht ÖD Bürger sind Tarifbeschäftigte auch Beamte (Pension, Familienzuschläge.....).
Hinzu kommt, dass externe auch nicht zwingend zwischen TVÖD und TVL unterscheiden können/wollen.
"Die haben doch erst letztes Jahr gestreikt und haufenweise Geld abgegriffen, warum dieses Jahr schon wieder (usw. usw.)."

Gierige Staatsdiener!

Wenn ich z.B. auf Reddit die geposteten Gehaltszettel der Beamten sehe, wird auch mir auch teilweise klar warum und  manchmal auch schlecht (liegt zumeist an krassen Familienzuschlägen, die eine A9 besser stellen als ne e13). Wenn dann da über 4k Netto auf der Uhr stehen, fasst man sich an den Kopf.

Einen netten Spruch dazu habe ich letzten gelesen-> "was haben Beamte und Biber gemeinsam" - >Die Antwort findet ihr im Post.  ;)   (liebe Beamte nicht persönlich nehmen)

https://www.reddit.com/r/Finanzen/comments/1l5j3zf/bekommen_beamte_wirklich_so_viel_mehr_geld_f%C3%BCr/



Das zeigt nach außen oftmals leider ein absolut falsches Bild und eine korrekte Differenzierung der unterschiedlichen Berufsgruppen in mehreren ÖD-Tarifen findet kaum statt.