[SL] Besoldungsrunde 2025-2028 Saarland

Begonnen von Hans Werner Mangold, 20.02.2026 11:25

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Admin


Jekyll

Hallo zusammen,

ich muss mir mal gerade den Frust von der Seele schreiben. Ich bin A 12er Regierungsbeamter im Saarland und habe mir mal den Spaß (oder eher den Masochismus) erlaubt, unsere aktuelle Tabelle mit den neuen Zahlen des Bundes für 2026 zu vergleichen.

Das Ergebnis ist kein bloßer Abstand mehr, das ist eine bodenlose Frechheit.

Während man beim Bund ab Mai 2026 in A 12 mit satten 5.500 € startet, liegt die Saarländische Eingangsbesoldung in A 12 gerade mal auf dem neuen Niveau eines A9 Bundesbeamten. Selbst wenn ich in der Endstufe angekommen bin, liege ich mit rund 5.480 € immer noch unter dem, was ein Bundes-Kollege an seinem ERSTEN Tag nach der Verbeamtung in A 12 bekommt.

Aber hey, unsere Landesregierung findet ja lautstark ,,wertschätzende Worte" für unseren Einsatz. Dass wir laut DGB-Besoldungsreport 2025 das offizielle Schlusslicht der Nation sind – geschenkt! Dass die Inflation uns die Butter vom Brot frisst, während die Politik sich selbst feiert? Normaler Wahnsinn im schönsten Bundesland der Welt.

Und jetzt der absolute Höhepunkt an Zynismus: Man stellt uns die ,,zeitnahe Übertragung der Tarifergebnisse ab Juni" in Aussicht- ein wichtiger Akt der Wertschätzung. Das ist blanker Hohn! Was wird denn da übertragen? Ein paar Prozentpünktchen auf eine Basis, die ohnehin schon hinten und vorne nicht reicht. Das ist so, als würde man einem Verdurstenden in der Wüste gratulieren, dass er demnächst ein Schnapsglas voll Wasser bekommt – aber bitte erst im Juni, man muss ja Prioritäten setzen.

Die folgenden Punkte werden außerdem gerne unter den Tisch gekehrt, da Sie die Problematik jedoch verschärfen, dürfen Sie nicht unerwähnt bleiben:

1.    Stufenlaufzeiten:
  a.    Bund A12 2,3,3,3,4,4,4 = 23 Jahre, da Stufe 1 entfällt künftig 21 Jahre
  b.    Saarland A12 2,2,2,3,3,3,3,4,4,4 = 30 Jahre (Start in Erfahrtungsstufe 2 in A9)
2.    Kostendämpfungspauschale (wurde 2026 großzügigerweise um 50€ abgesenkt)
  a.    A9-A11 100€, A12-A15= 250€
3.    Weggefallene Zulagen z.B. Ministerialzulage die beim Bund noch existiert
4.    Schlechtere Beihilfe im Saarland und daraus resultierender höherer Beitrag in der PKV

Man fühlt sich nicht nur abgehängt, man wird aktiv aussortiert. Wer soll denn unter diesen Bedingungen noch motiviert Dienst leisten, wenn man weiß, dass man bei einer Bundesbehörde wie der Bundesnetzagentur oder das Bundesamt für Güterverkehr in Saarbrücken für die gleiche Arbeit monatlich vierstellig mehr nach Hause bringt?

Wenn ich den Vergleich mit Bundesministerien anstelle muss ich zudem in die Waagschale werfen, dass wir in den kleineren Bundesländern die identische Arbeit leisten jedoch mit einer viel kleineren Personaldecke.

,,Großes entsteht immer im Kleinen" – ja, im Saarland vor allem ein großes Minus auf dem Gehaltszettel im Vergleich zum Rest Deutschlands.

Die Überlegung was dies auf meine gesamte Dienstzeit von 45 Jahren ausmacht, will ich gar nicht erst anstellen. Ich vermute wir liegen hier mittlerweile irgendwo zwischen 1-2 Einfamilienhäusern.

Frustrierte Grüße aus dem (billigen) Südwesten, Ein A 12er, der sich abgehängt fühlt.

Schneewitchen

Zitat von: Jekyll in 29.04.2026 06:07Hallo zusammen,

ich muss mir mal gerade den Frust von der Seele schreiben. Ich bin A 12er Regierungsbeamter im Saarland und habe mir mal den Spaß (oder eher den Masochismus) erlaubt, unsere aktuelle Tabelle mit den neuen Zahlen des Bundes für 2026 zu vergleichen.

Das Ergebnis ist kein bloßer Abstand mehr, das ist eine bodenlose Frechheit.

Während man beim Bund ab Mai 2026 in A 12 mit satten 5.500 € startet, liegt die Saarländische Eingangsbesoldung in A 12 gerade mal auf dem neuen Niveau eines A9 Bundesbeamten. Selbst wenn ich in der Endstufe angekommen bin, liege ich mit rund 5.480 € immer noch unter dem, was ein Bundes-Kollege an seinem ERSTEN Tag nach der Verbeamtung in A 12 bekommt.

Aber hey, unsere Landesregierung findet ja lautstark ,,wertschätzende Worte" für unseren Einsatz. Dass wir laut DGB-Besoldungsreport 2025 das offizielle Schlusslicht der Nation sind – geschenkt! Dass die Inflation uns die Butter vom Brot frisst, während die Politik sich selbst feiert? Normaler Wahnsinn im schönsten Bundesland der Welt.

Und jetzt der absolute Höhepunkt an Zynismus: Man stellt uns die ,,zeitnahe Übertragung der Tarifergebnisse ab Juni" in Aussicht- ein wichtiger Akt der Wertschätzung. Das ist blanker Hohn! Was wird denn da übertragen? Ein paar Prozentpünktchen auf eine Basis, die ohnehin schon hinten und vorne nicht reicht. Das ist so, als würde man einem Verdurstenden in der Wüste gratulieren, dass er demnächst ein Schnapsglas voll Wasser bekommt – aber bitte erst im Juni, man muss ja Prioritäten setzen.

Die folgenden Punkte werden außerdem gerne unter den Tisch gekehrt, da Sie die Problematik jedoch verschärfen, dürfen Sie nicht unerwähnt bleiben:

1.    Stufenlaufzeiten:
  a.    Bund A12 2,3,3,3,4,4,4 = 23 Jahre, da Stufe 1 entfällt künftig 21 Jahre
  b.    Saarland A12 2,2,2,3,3,3,3,4,4,4 = 30 Jahre (Start in Erfahrtungsstufe 2 in A9)
2.    Kostendämpfungspauschale (wurde 2026 großzügigerweise um 50€ abgesenkt)
  a.    A9-A11 100€, A12-A15= 250€
3.    Weggefallene Zulagen z.B. Ministerialzulage die beim Bund noch existiert
4.    Schlechtere Beihilfe im Saarland und daraus resultierender höherer Beitrag in der PKV

Man fühlt sich nicht nur abgehängt, man wird aktiv aussortiert. Wer soll denn unter diesen Bedingungen noch motiviert Dienst leisten, wenn man weiß, dass man bei einer Bundesbehörde wie der Bundesnetzagentur oder das Bundesamt für Güterverkehr in Saarbrücken für die gleiche Arbeit monatlich vierstellig mehr nach Hause bringt?

Wenn ich den Vergleich mit Bundesministerien anstelle muss ich zudem in die Waagschale werfen, dass wir in den kleineren Bundesländern die identische Arbeit leisten jedoch mit einer viel kleineren Personaldecke.

,,Großes entsteht immer im Kleinen" – ja, im Saarland vor allem ein großes Minus auf dem Gehaltszettel im Vergleich zum Rest Deutschlands.

Die Überlegung was dies auf meine gesamte Dienstzeit von 45 Jahren ausmacht, will ich gar nicht erst anstellen. Ich vermute wir liegen hier mittlerweile irgendwo zwischen 1-2 Einfamilienhäusern.

Frustrierte Grüße aus dem (billigen) Südwesten, Ein A 12er, der sich abgehängt fühlt.


Schöne Grüße aus NRW. Ich bin auch A 12 und kann für mich einen ähnlichen Unterschied zum Bund feststellen.

Tja, es kommt aber nicht zur "Massenflucht" vom Land zum Bund. Daher besteht aus der Warte heraus sicher kein Druck bei den DHn, die Differenzen deutlich abzubauen.

Ich teile Deinen Frust. Ich kann dieses Wertschätzungsgerede der Politik kaum mehr ertragen. Das sog. Dienst- und Treueverhältnis ist sehr einseitig ausgelegt.

Nach 36 Dienstjahren muss ich feststellen, dass die DHn stets bemüht waren, ihre Staatsdiener möglichst kostengünstig arbeiten zu lassen, zeitgleich die Anforderungen immer mehr zu erhöhen.

Das Thema ist nicht neu. So hat es in den 70er Jahren auch schon einmal einen großen Knall gegeben und die Besoldungen wurden im zweistelligen Prozentbereich erhöht.

Die DHn werden, davon bin ich fest überzeugt, alle erdenklichen Möglichkeiten nutzen, um bei der aktuellen Besoldungsreform die Kosten im Rahmen zu halten. Das fiktive Partnereinkommen bietet hier gute Möglichkeiten.

Ich erwarte daher nicht viel. Das vermeidet zusätzlichen Frust. Je nach Ausgang der Sache, darf man mir aber nicht mehr mit Motivation kommen. Wenn die Politik dann wieder von Wertschätzung udgl. redet, dann muss ich weg hören, sonst Platze ich.....

Scull

Zitat von: Jekyll in 29.04.2026 06:07Hallo zusammen,

ich muss mir mal gerade den Frust von der Seele schreiben. Ich bin A 12er Regierungsbeamter im Saarland und habe mir mal den Spaß (oder eher den Masochismus) erlaubt, unsere aktuelle Tabelle mit den neuen Zahlen des Bundes für 2026 zu vergleichen.

Das Ergebnis ist kein bloßer Abstand mehr, das ist eine bodenlose Frechheit.

Während man beim Bund ab Mai 2026 in A 12 mit satten 5.500 € startet, liegt die Saarländische Eingangsbesoldung in A 12 gerade mal auf dem neuen Niveau eines A9 Bundesbeamten. Selbst wenn ich in der Endstufe angekommen bin, liege ich mit rund 5.480 € immer noch unter dem, was ein Bundes-Kollege an seinem ERSTEN Tag nach der Verbeamtung in A 12 bekommt.

Aber hey, unsere Landesregierung findet ja lautstark ,,wertschätzende Worte" für unseren Einsatz. Dass wir laut DGB-Besoldungsreport 2025 das offizielle Schlusslicht der Nation sind – geschenkt! Dass die Inflation uns die Butter vom Brot frisst, während die Politik sich selbst feiert? Normaler Wahnsinn im schönsten Bundesland der Welt.

Und jetzt der absolute Höhepunkt an Zynismus: Man stellt uns die ,,zeitnahe Übertragung der Tarifergebnisse ab Juni" in Aussicht- ein wichtiger Akt der Wertschätzung. Das ist blanker Hohn! Was wird denn da übertragen? Ein paar Prozentpünktchen auf eine Basis, die ohnehin schon hinten und vorne nicht reicht. Das ist so, als würde man einem Verdurstenden in der Wüste gratulieren, dass er demnächst ein Schnapsglas voll Wasser bekommt – aber bitte erst im Juni, man muss ja Prioritäten setzen.

Die folgenden Punkte werden außerdem gerne unter den Tisch gekehrt, da Sie die Problematik jedoch verschärfen, dürfen Sie nicht unerwähnt bleiben:

1.    Stufenlaufzeiten:
  a.    Bund A12 2,3,3,3,4,4,4 = 23 Jahre, da Stufe 1 entfällt künftig 21 Jahre
  b.    Saarland A12 2,2,2,3,3,3,3,4,4,4 = 30 Jahre (Start in Erfahrtungsstufe 2 in A9)
2.    Kostendämpfungspauschale (wurde 2026 großzügigerweise um 50€ abgesenkt)
  a.    A9-A11 100€, A12-A15= 250€
3.    Weggefallene Zulagen z.B. Ministerialzulage die beim Bund noch existiert
4.    Schlechtere Beihilfe im Saarland und daraus resultierender höherer Beitrag in der PKV

Man fühlt sich nicht nur abgehängt, man wird aktiv aussortiert. Wer soll denn unter diesen Bedingungen noch motiviert Dienst leisten, wenn man weiß, dass man bei einer Bundesbehörde wie der Bundesnetzagentur oder das Bundesamt für Güterverkehr in Saarbrücken für die gleiche Arbeit monatlich vierstellig mehr nach Hause bringt?

Wenn ich den Vergleich mit Bundesministerien anstelle muss ich zudem in die Waagschale werfen, dass wir in den kleineren Bundesländern die identische Arbeit leisten jedoch mit einer viel kleineren Personaldecke.

,,Großes entsteht immer im Kleinen" – ja, im Saarland vor allem ein großes Minus auf dem Gehaltszettel im Vergleich zum Rest Deutschlands.

Die Überlegung was dies auf meine gesamte Dienstzeit von 45 Jahren ausmacht, will ich gar nicht erst anstellen. Ich vermute wir liegen hier mittlerweile irgendwo zwischen 1-2 Einfamilienhäusern.

Frustrierte Grüße aus dem (billigen) Südwesten, Ein A 12er, der sich abgehängt fühlt.


Fühl ich, 100%

Meierheim

Zitat von: Jekyll in 29.04.2026 06:07Hallo zusammen,

ich muss mir mal gerade den Frust von der Seele schreiben. Ich bin A 12er Regierungsbeamter im Saarland und habe mir mal den Spaß (oder eher den Masochismus) erlaubt, unsere aktuelle Tabelle mit den neuen Zahlen des Bundes für 2026 zu vergleichen.

Das Ergebnis ist kein bloßer Abstand mehr, das ist eine bodenlose Frechheit.

Während man beim Bund ab Mai 2026 in A 12 mit satten 5.500 € startet, liegt die Saarländische Eingangsbesoldung in A 12 gerade mal auf dem neuen Niveau eines A9 Bundesbeamten. Selbst wenn ich in der Endstufe angekommen bin, liege ich mit rund 5.480 € immer noch unter dem, was ein Bundes-Kollege an seinem ERSTEN Tag nach der Verbeamtung in A 12 bekommt.

Aber hey, unsere Landesregierung findet ja lautstark ,,wertschätzende Worte" für unseren Einsatz. Dass wir laut DGB-Besoldungsreport 2025 das offizielle Schlusslicht der Nation sind – geschenkt! Dass die Inflation uns die Butter vom Brot frisst, während die Politik sich selbst feiert? Normaler Wahnsinn im schönsten Bundesland der Welt.

Und jetzt der absolute Höhepunkt an Zynismus: Man stellt uns die ,,zeitnahe Übertragung der Tarifergebnisse ab Juni" in Aussicht- ein wichtiger Akt der Wertschätzung. Das ist blanker Hohn! Was wird denn da übertragen? Ein paar Prozentpünktchen auf eine Basis, die ohnehin schon hinten und vorne nicht reicht. Das ist so, als würde man einem Verdurstenden in der Wüste gratulieren, dass er demnächst ein Schnapsglas voll Wasser bekommt – aber bitte erst im Juni, man muss ja Prioritäten setzen.

Die folgenden Punkte werden außerdem gerne unter den Tisch gekehrt, da Sie die Problematik jedoch verschärfen, dürfen Sie nicht unerwähnt bleiben:

1.    Stufenlaufzeiten:
  a.    Bund A12 2,3,3,3,4,4,4 = 23 Jahre, da Stufe 1 entfällt künftig 21 Jahre
  b.    Saarland A12 2,2,2,3,3,3,3,4,4,4 = 30 Jahre (Start in Erfahrtungsstufe 2 in A9)
2.    Kostendämpfungspauschale (wurde 2026 großzügigerweise um 50€ abgesenkt)
  a.    A9-A11 100€, A12-A15= 250€
3.    Weggefallene Zulagen z.B. Ministerialzulage die beim Bund noch existiert
4.    Schlechtere Beihilfe im Saarland und daraus resultierender höherer Beitrag in der PKV

Man fühlt sich nicht nur abgehängt, man wird aktiv aussortiert. Wer soll denn unter diesen Bedingungen noch motiviert Dienst leisten, wenn man weiß, dass man bei einer Bundesbehörde wie der Bundesnetzagentur oder das Bundesamt für Güterverkehr in Saarbrücken für die gleiche Arbeit monatlich vierstellig mehr nach Hause bringt?

Wenn ich den Vergleich mit Bundesministerien anstelle muss ich zudem in die Waagschale werfen, dass wir in den kleineren Bundesländern die identische Arbeit leisten jedoch mit einer viel kleineren Personaldecke.

,,Großes entsteht immer im Kleinen" – ja, im Saarland vor allem ein großes Minus auf dem Gehaltszettel im Vergleich zum Rest Deutschlands.

Die Überlegung was dies auf meine gesamte Dienstzeit von 45 Jahren ausmacht, will ich gar nicht erst anstellen. Ich vermute wir liegen hier mittlerweile irgendwo zwischen 1-2 Einfamilienhäusern.

Frustrierte Grüße aus dem (billigen) Südwesten, Ein A 12er, der sich abgehängt fühlt.


A12 hat im Bund nach dem jetzigen Stand rund 10.000€ mehr Jahreseinkommen. Da kommt netto zumindest im Saarland locker ein Einfamilienhaus zusammen.

LehrerinRLP

Umso unterschiedlicher die einzelnen Dienstherrn auf das Urteil reagieren, desto extremer werden diese Unterschiede. Vor allem übel wird es in direkten Grenzgebieten. Ich weise regelmäßig daraufhin, dass der Grundschullehrer in Lampertheim (Hessen) 400€ netto mehr im Vergleich zum Studienrat in Worms (auf der direkt anderen Seite des Rheins) verdient, Erfarhungsstufe 1, ledig, nicht verheiratet. Ähnliches gilt für Polizisten zwischen Mannheim und Ludwigshafen ... Den Dienstherrn ist das weitgehend egal.

Menira

Es geht mir genauso. Ein wenig Hoffnung hege ich noch, dass zumindest, wenn das BVerfG entscheidet, der Unterschied nicht mehr ganz so gravierend ist wie aktuell.

Auch wenn die pauschale Beihilfe käme oder die Kostendämpfungspauschale wegfallen würde, wäre ja auch schon ein kleiner Schritt in die richtige Richtung gemacht. Mal sehen wie lange ich diese Hoffnung noch aufrecht erhalten kann.


Hans Werner Mangold

Nach meiner Auffassung wird es in dieser Legislaturperiode keine substanziellen Verbesserungen der Beamtenbesoldung geben. Die bisherigen Signale deuten vielmehr darauf hin, dass, falls überhaupt Anpassungen vorgenommen werden, der saarländische Besoldungsgesetzgeber mit höchster Wahrscheinlichkeit die günstigste und minimalistische Variante wählen wird.

Konkret rechne ich damit, dass folgende Maßnahmen bevorzugt umgesetzt werden könnten:
• Streichung der ersten Erfahrungsstufen in den Besoldungsgruppen
• Erhöhung der Kinderzuschläge
• Anhebung der Grundbesoldung nur im Bereich von maximal 2 %

Darüber hinaus ist stark anzunehmen, dass auch das Saarland das fiktive Partnereinkommen einführen wird. Ebenfalls nicht auszuschließen ist, dass im Zuge der Haushaltsoptimierung die 41-Stunden-Woche auf den Tisch kommt. Insgesamt sehe ich im Moment wenig Anlass zu Optimismus  :-\

Menira

Gestern war das Gesetz zur Anpassung von Besoldungs-und Versorgungsbezügen in den Jahren 2026, 2027 und 2028 im Landtag (https://www.landtag-saar.de/Downloadfile.ashx?FileId=149822&FileName=Gs17_2205.pdf)

Also nur die Übertragung der Tarifeinigung bisher.

Hans Werner Mangold

Zitat von: Menira in 21.05.2026 09:16Gestern war das Gesetz zur Anpassung von Besoldungs-und Versorgungsbezügen in den Jahren 2026, 2027 und 2028 im Landtag (https://www.landtag-saar.de/Downloadfile.ashx?FileId=149822&FileName=Gs17_2205.pdf)

Also nur die Übertragung der Tarifeinigung bisher.

Das war aber auch ziemlich klar gewesen. Ich denke nicht, dass vor der Sommerpause noch ein Entwurf kommen wird.

Schneewitchen

Zitat von: Hans Werner Mangold in 21.05.2026 09:45Das war aber auch ziemlich klar gewesen. Ich denke nicht, dass vor der Sommerpause noch ein Entwurf kommen wird.

Das läuft in NRW auch so, wenn auch leicht vom Tarifergebnis abgewichen wird. In NRW hat der FM verkündet, dass er im Sommer ein Gesetz zur Reform der Besoldung vorlegen will. Gleichzeitig wurde ein Dispens für 2026 ausgesprochen, so dass niemand individuell für 2026 gegen seine Besoldung Widerspruch einlegen muss. Daraus schließe ich, dass das Thema in 2026 nicht geregelt sein wird.

Bei Euch verfährt man offensichtlich auf der Zeitschiene ähnlich. Man möchte vielleicht erst einmal abwarten, wie sich NRW des Themas entledigt. Wenn NRW z.B. das fiktive Partnereinkommen massiv erhöhen sollte, wovon ich ausgehe, dann würde man sich bei Euch mit Sicherheit daran orientieren wollen.

Beste Grüße vom Niederrhein🙂

Hans Werner Mangold

Ich habe so langsam das Gefühl, dass wir von den Verantwortlichen keine schnellen Lösungen mehr erwarten können.
Meiner Meinung nach werden die jetzigen Landesregierungen in NRW und im Saarland das Thema einfach aussitzen. Der Grund dafür liegt eigentlich auf der Hand: In beiden Bundesländern stehen im Frühjahr 2027 die nächsten Landtagswahlen an.

CK7985

Zitat von: Jekyll in 29.04.2026 06:07Hallo zusammen,

ich muss mir mal gerade den Frust von der Seele schreiben. Ich bin A 12er Regierungsbeamter im Saarland und habe mir mal den Spaß (oder eher den Masochismus) erlaubt, unsere aktuelle Tabelle mit den neuen Zahlen des Bundes für 2026 zu vergleichen.

Das Ergebnis ist kein bloßer Abstand mehr, das ist eine bodenlose Frechheit.

Während man beim Bund ab Mai 2026 in A 12 mit satten 5.500 € startet, liegt die Saarländische Eingangsbesoldung in A 12 gerade mal auf dem neuen Niveau eines A9 Bundesbeamten. Selbst wenn ich in der Endstufe angekommen bin, liege ich mit rund 5.480 € immer noch unter dem, was ein Bundes-Kollege an seinem ERSTEN Tag nach der Verbeamtung in A 12 bekommt.

Aber hey, unsere Landesregierung findet ja lautstark ,,wertschätzende Worte" für unseren Einsatz. Dass wir laut DGB-Besoldungsreport 2025 das offizielle Schlusslicht der Nation sind – geschenkt! Dass die Inflation uns die Butter vom Brot frisst, während die Politik sich selbst feiert? Normaler Wahnsinn im schönsten Bundesland der Welt.

Und jetzt der absolute Höhepunkt an Zynismus: Man stellt uns die ,,zeitnahe Übertragung der Tarifergebnisse ab Juni" in Aussicht- ein wichtiger Akt der Wertschätzung. Das ist blanker Hohn! Was wird denn da übertragen? Ein paar Prozentpünktchen auf eine Basis, die ohnehin schon hinten und vorne nicht reicht. Das ist so, als würde man einem Verdurstenden in der Wüste gratulieren, dass er demnächst ein Schnapsglas voll Wasser bekommt – aber bitte erst im Juni, man muss ja Prioritäten setzen.

Die folgenden Punkte werden außerdem gerne unter den Tisch gekehrt, da Sie die Problematik jedoch verschärfen, dürfen Sie nicht unerwähnt bleiben:

1.    Stufenlaufzeiten:
  a.    Bund A12 2,3,3,3,4,4,4 = 23 Jahre, da Stufe 1 entfällt künftig 21 Jahre
  b.    Saarland A12 2,2,2,3,3,3,3,4,4,4 = 30 Jahre (Start in Erfahrtungsstufe 2 in A9)
2.    Kostendämpfungspauschale (wurde 2026 großzügigerweise um 50€ abgesenkt)
  a.    A9-A11 100€, A12-A15= 250€
3.    Weggefallene Zulagen z.B. Ministerialzulage die beim Bund noch existiert
4.    Schlechtere Beihilfe im Saarland und daraus resultierender höherer Beitrag in der PKV

Man fühlt sich nicht nur abgehängt, man wird aktiv aussortiert. Wer soll denn unter diesen Bedingungen noch motiviert Dienst leisten, wenn man weiß, dass man bei einer Bundesbehörde wie der Bundesnetzagentur oder das Bundesamt für Güterverkehr in Saarbrücken für die gleiche Arbeit monatlich vierstellig mehr nach Hause bringt?

Wenn ich den Vergleich mit Bundesministerien anstelle muss ich zudem in die Waagschale werfen, dass wir in den kleineren Bundesländern die identische Arbeit leisten jedoch mit einer viel kleineren Personaldecke.

,,Großes entsteht immer im Kleinen" – ja, im Saarland vor allem ein großes Minus auf dem Gehaltszettel im Vergleich zum Rest Deutschlands.

Die Überlegung was dies auf meine gesamte Dienstzeit von 45 Jahren ausmacht, will ich gar nicht erst anstellen. Ich vermute wir liegen hier mittlerweile irgendwo zwischen 1-2 Einfamilienhäusern.

Frustrierte Grüße aus dem (billigen) Südwesten, Ein A 12er, der sich abgehängt fühlt.


Ein Thüringer Beamter hier.

Diese massive Kluft war mir so gar nicht bewusst.

Aber klar durch den Entwurf des BAlimentG kommt es eben zu Besoldungserhöhungen zwischen 9% und 16%.
Ein solche verfassungsgemäße Ausgestaltung der saarländischen Besoldung steht ja zumindest aus und lässt zumindest auf ein gewisses Schließen des enormen Gaps hoffen.

In Thüringen sind zumindest die Familienzulagen (Ehe, Kinder vor allem ab Kind 2) deutlich überdurchschnittlich ausgestaltet auch im Vergleich zum Bund wobei davon eben auch nur Familien (befristet) profitieren und das Besoldungsgefüge verzerrt wird.
Und die Zulagen sind befristet und i.d.R. nicht pensionswirksam.

Bin nun auf den erstellten Entwurf des neuen Besoldungsgesetzes gespannt.
In Thüringen will man zur Beseitigung der Verfassungswidrigkeit wohl wieder eine Jahressonderzahlung einführen. Bin gespannt, wie diese konkret ausgestaltet ist und ob untere Besoldungsgruppen stärker profitieren was das Abstandsgebot verletzen würde.

Klar die Haushalte kleinen Länder lächzen im Gegensatz zum Bund unter der Last des Personalkosten auch mit Blick auf die schwache Konjunktur gerade im Saarland und die generell strukturschwache Region.
Daher wird der Abstand wohl eher größer als kleiner.

Die Gesetzgeber der kleinen Länder gehen hier den günstigsten Weg mit dem Risiko erneuter Klagen.