Umfrage Tarifergebnis TV-L

Begonnen von Admin, 15.02.2026 15:59

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Sind Sie mit dem Tarifergebnis TV-L zufrieden?

ja
19 (6.6%)
nein
240 (83.9%)
unentschieden
27 (9.4%)

Stimmen insgesamt: 286

Umfrage schließt: 22.02.2026 15:59

Warnstreik

Zitat von: AVP in Heute um 11:50Die Rechnung mit der Rente verstehe ich nicht. In Relation zu 2016 bekommt man in E10 Stufe 3 0,1094 Rente punkte pro Jahr weniger. Das sind nur in den 10 Jahren schon 1,1 Rentenpunkte und mit diesem Stand hochgerechnet auf 40 Arbeitsjahre knapp 4,4 Rentenpunkte. Also knapp 180 € im Monat weniger Rente.

Da hast du einen Denkfehler in deiner Rechnung. Rentenpunkte bekommst du genau einmal pro Jahr gutgeschrieben, eben das Verhältnis deines Jahresgehaltes zum Eckgehalt. Diese Punkte hast du sicher. Hier mal die aufschlüsselung der "Verdienten" Punkte:

2016 1,237820212
2017 1,232273377
2018 1,223729195
2019 1,223429429
2020 1,263589246
2021 1,237970492
2022 1,191163532
2023 1,15116695
2024 1,1477753
2025 1,129186224
2026 1,128369013

Ich habe das jetzt mit einem AN vergleichen, der die ganzen 11 Jahre den konstanten Rentenpunktewert von 2016 gutgeschrieben bekommt: Macht in Summe 13,616. Die reale Summe oben beträgt 13,166. Die Differenz sind also insgesamt über die 10 Jahre nicht 1,1 Rentenpunkte sondern "nur" 0,45, und das entspricht derzeit weniger als 20€. Auch dein Interpolieren in die Zukunft funktioniert so nicht - eben weil jedes Jahr geschaut wird, kann man auch jedes Jahr wieder aufholen. Das kann z.B. bei größerem Jobverlust in den Industrie auch bei kleineren Abschlüssen funktionieren. (es wäre aber auch das Gegenteil denkbar)



Pädi07

Mal eine Frage: dass die Anzahl der Rentenpunkte im TV-L stetig abnimmt geht ja aus der Kiste hervor. Aber ist das bei bspw. IGM- Gehältern nicht ähnlich? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die in den letzten 10 Jahren jeweils über der Erhöhung des Jahres-Renten-Entgelts lagen und seitdem ein Plus machen.

Maggus

Zitat von: Jeuni in Heute um 11:57Das Wort "aktuell" kannst du streichen. :P
Der Kurs der Verdi ist schon immer so, zumindest seit meiner fast 20 jährigen Dazugehörigkeit im TVL.
Da ist sehr viel Politik dabei, ein wenig Aktionismus und noch weniger Rückgrat.

In punkto Tariferhöhung habe ich nichts anderes erwartet, das ist ok für mich.
Was ich sehr unfair finde, dass die Arbeitszeit bis heute zwischen Ost und West nicht gleich ist. Und das knapp 36 Jahre nach der Wende... und dann will einem die Verdi was von "fair" und/oder von "fairen Löhnen" erzählen.....

Wo ist es denn fair, die höheren Lohngruppen nicht gleich den etwas niedrigeren prozentual anzuheben? Oder wo ist es denn fair, dass die Arbeitszeiten noch immer unterschiedlich sind? Oder wo ist es denn fair, keine stufengleiche Höhergruppierung wie im TVÖD zu verhandeln?

Wer sind denn die ver.di?
Sind das die Hauptamtlichen, die aus den Mitgliedsbeiträgen der (dummen) Mitglieder bezahlt werden?
Tarifverhandlungen sind immer Machtfragen. Und wenn ein Großteil der Beschäftigten lieber von außen zuschaut, als sich aktiv einzubringen, dann schlägt das Macht-Pendel weiterhin zugunsten der Arbeitgeber aus.

Soweit mir bekannt, war z.B. das Thema stufengleiche Höhergruppierung ein Thema. Die Arbeitgeber waren wohl auch bereit darüber zu reden, forderten aber eine Neudefinition des mehrfach bereits gerichtlich geurteilten tariflichen Arbeitsvorgangs ein. Und nein, nicht weil sie damit die Wertigkeit von Tätigkeiten nach oben treiben wollen, sondern um genau das Gegenteil zu erreichen!

Das Thema Angleichung von Arbeitszeiten ist seit rund 30 Jahren auf der tariflichen Agenda. Eine Anpassung wird von den Ost-Arbeitgebern aber grundsätzlich blockiert bzw. ist für diese immer nur mit einer Kompensation (Verschlechterung für Beschäftigte) an anderer Stelle vorstellbar.

Außerdem ist jedem Beschäftigten etwas anderes wichtig. Jemandem in der Endstufe einer höheren Entgeltgruppe ist die stufengleiche Höhergruppierung weniger wichtig, als jemandem der noch am Anfang seines Arbeitslebens steht und in sich in einer niedrigeren EG und Stufe befindet.
Jemand mit 39h/Woche will i.d.R. keine schlechtere Tabellenerhöhung wg. Verbesserung der Arbeitszeit der Anderen.

Eine Tarifforderung zu beschließen bedeutet immer ganz viele Interessen abzuwägen aber auch zu schauen, wo ist man stark genug diese auch durchzusetzen.


Auf andere zu schimpfen, was die nicht erreicht haben ist einfach.
Aber was hat man denn selbst dazu beigetragen? Hat man schon selbst mal mit dem eigenen Arbeitgeber Verhandlungen geführt und nicht nur für sich selbst, sondern auch im Interesse der Kolleginnen und Kollegen?
Und wenn dann ein Verhandlungsergebnis feststand, waren alle Kolleginnen und Kollegen zufrieden?
Ich habe bereits einige Verhandlungen im eigenen Betrieb geführt und (leider) hatte die Arbeitgeberseite dabei immer eigene Vorstellungen. Und selbst bei guten Verhandlungsergebnissen (verglichen mit gleichartigen Betrieben im näheren Umfeld) waren nie alle Kolleginnen und Kollegen zufrieden. Selbst eine sehr flexible Arbeitszeitregelung wird von manchen als starre Arbeitszeit gesehen, weil sie im Kundenverkehr eine gewisse Präsenz vorsieht (allerdings nicht von jedem MA an jedem Arbeitstag).

Es geht dabei gar nicht darum das Tarifergebnis zu bewerten, es geht mir um die generelle Vorgehensweise bei Verhandlungen und wer alles etwas für ein Ergebnis beiträgt bzw. wie mit den Verhandlern auf der Mitarbeiterseite von den Beschäftigten umgegangen wird.
Ich kenne eine Handvoll ehrenamtliche Kolleginnen und Kollegen, die bei den Verhandlungen im TVöD dabei waren (als Mitglied der großen Tarifkommission bzw. zu Unterstützung). Die bringen Urlaubstage dafür ein um im Hintergrund zu beraten, zu errechnen was "Angebote" der Arbeitgeber, die diese mal in den Raum stellen, überhaupt bedeuten z. B. für die Entgelttabelle.

Ich bin froh, dass es diese Kolleginnen und Kollegen gibt und sie bereit sind, diesen Einsatz für uns alle zu bringen.


AVP

Zitat von: Warnstreik in Heute um 13:27Da hast du einen Denkfehler in deiner Rechnung. Rentenpunkte bekommst du genau einmal pro Jahr gutgeschrieben, eben das Verhältnis deines Jahresgehaltes zum Eckgehalt. Diese Punkte hast du sicher. Hier mal die aufschlüsselung der "Verdienten" Punkte:

2016 1,237820212
2017 1,232273377
2018 1,223729195
2019 1,223429429
2020 1,263589246
2021 1,237970492
2022 1,191163532
2023 1,15116695
2024 1,1477753
2025 1,129186224
2026 1,128369013

Ich habe das jetzt mit einem AN vergleichen, der die ganzen 11 Jahre den konstanten Rentenpunktewert von 2016 gutgeschrieben bekommt: Macht in Summe 13,616. Die reale Summe oben beträgt 13,166. Die Differenz sind also insgesamt über die 10 Jahre nicht 1,1 Rentenpunkte sondern "nur" 0,45, und das entspricht derzeit weniger als 20€. Auch dein Interpolieren in die Zukunft funktioniert so nicht - eben weil jedes Jahr geschaut wird, kann man auch jedes Jahr wieder aufholen. Das kann z.B. bei größerem Jobverlust in den Industrie auch bei kleineren Abschlüssen funktionieren. (es wäre aber auch das Gegenteil denkbar)




Damit bildest du die individuellen Erwerbsbiografien ab, Leute die Heute anfangen (und theoretisch die nächsten 40 Jahre auf diesem Stand weiterarbeiten) haben halt weniger als jemand der theoretisch 2016 angefangen hätte und unter den damaligen Bedingungen 40 Jahre gearbeitet hätte. Das war mein Ansatz.

Du schaust auf den einzelnen Beschäftigten (den es nicht so stark trifft aufgrund der besseren Vergangenheit), ich auf die gesamten langfristigen Auswirkungen für alle, also auch für kommende Beschäftigte.

biggidi

Hab mich extra angemeldet, weil ich so sauer bin.  >:(

Was mich aufregt, dass noch nicht mal der +1 Urlaubstag oder die Jahressonderzahlung Angleichung des TVÖD Bund/VKA übernommen wurde.

Mal als Vergleich, da bekommt E12 im TVL 46,47% und im TV-B/VKA 90%.

Was ist da falsch gelaufen?

Aleksandra

Zitat von: Pädi07 in Heute um 13:36Mal eine Frage: dass die Anzahl der Rentenpunkte im TV-L stetig abnimmt geht ja aus der Kiste hervor. Aber ist das bei bspw. IGM- Gehältern nicht ähnlich? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die in den letzten 10 Jahren jeweils über der Erhöhung des Jahres-Renten-Entgelts lagen und seitdem ein Plus machen.

Es ist nicht nur beim TVL so oder beim TVÖD oder IGM. Das hat generell Gründe. Ich hatte mich das auch gefragt und hier einen Thread dazu aufgemacht. Die Antwort findet sich dort auch:
https://forum.oeffentlicher-dienst.info/index.php/topic,127657.0.html
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 1,96%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,2% - Verdi 3,00%
2026: Inflation 2,2% - Verdi 3,99%

DiVO

Zitat von: AVP in Heute um 14:21Damit bildest du die individuellen Erwerbsbiografien ab, Leute die Heute anfangen (und theoretisch die nächsten 40 Jahre auf diesem Stand weiterarbeiten) haben halt weniger als jemand der theoretisch 2016 angefangen hätte und unter den damaligen Bedingungen 40 Jahre gearbeitet hätte. Das war mein Ansatz.

Du schaust auf den einzelnen Beschäftigten (den es nicht so stark trifft aufgrund der besseren Vergangenheit), ich auf die gesamten langfristigen Auswirkungen für alle, also auch für kommende Beschäftigte.
Und ich frage mich, wieso du dich so sehr an die Gesetzliche Rente klammerst?

Ich arbeite seit 20 Jahren und seit 20 Jahren höre und lese ich nahezu täglich, dass man privat vorsorgen soll fürs Alter. Dementsprechend ist für mich die Gesetzliche Rente einer von mehreren Bausteinen der Altersvorsorge. Und ob der jetzt später monatlich 50 Euro mehr oder weniger bringt ist mir ehrlich gesagt egal.